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ſichtern, mit den verwitterten Feldmützen, den phantaſtiſch verſchiedenſten Fußbekleidungen und Gewehr über! Manch ehrliche, im ſtrammen Garniſondienſt des Friedens gealterte Soldatenhaut mag ein leiſer Schauder überrieſelt haben, bei einer ſolchen König sparade! Auf dem Wege nach den Schanzen holten wir die Leiche des gefallenen däniſchen Generals Duplat ein, die von einer Abtheilung Garde⸗Ulanen nach Sonderburg geleitet wurde, um dort den Dänen ausgeliefert zu werden. Der auf offnem Wagen ruhende Sarg war reich mit Kränzen und Schleifen in den däniſchen Farben, ſowie mit einer ſilbernen Gedenkplatte, einem Geſchenk des Kronprinzen, verziert. Ein däniſcher gefangener Offizier und einige Gemeine folgten in zwei Wagen ihrem tapfern todten Anführer, deſſen ſterb⸗ licher Hülle von allen Begegnenden in achtungsvollem Salutiren Platz gemacht wurde. Nachdem der König das Johanniterſpital in Nübel beſucht und
offener Kaleſche an der Seite des Kronprinzen der König heran. Mich gewahrend, ließ er halten und winkte mir, an den Wagen zu kom⸗ men, wo er ſich dann ſehr gnädig und freundlich nach meinem hieſi⸗ gen Thun und Treiben erkundigte und ſich demnächſt meine geſam⸗ melten Skizzen zur Anſicht ausbat.
Von Gravenſtein, wo meine Wagengefährten zu dem offiziell befohlenen Souper zu bleiben hatten, fuhr ich mit dem Hofmarſchall des Prinzen Albrecht, Obriſt v. d. S., der ſo ſreundlich war, mich in ſeinem Wagen aufzunehmen, nach Flensburg weiter. Meine entzündeten Augen ſchmerzten mich in der ſcharfen Nachtluft bei offnem Wagen gewaltig, und ziemlich abgeſpannt erreichten wir das Gehölz eine halbe Stunde vor Flensburg, als aus einem, hinter uns zurückbleibenden Wagen uns zugerufen wurde: ob wir nicht noch Platz übrig? ihnen, den Inhabern des Wagens, ſeien die Pferde marode geworden. So beſtiegen denn drei höhere Offiziere unſern
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Königsparade.
an den Schanzen angelangt war, beſichtigte er mit ſeinem Gefolge dieſelben der Reihe nach auf das Genaueſte. Mich dem Gefolge an⸗ ſchließend, hatte ich die Ehre, durch den Prinzen Arenberg von Windiſchgrätz⸗Dragonern dem wackern Feldmarſchalllieutenant von Gablenz vorgeſtellt zu werden, der ſich eine Zeitlang in freundlichſter Weiſe mit mir unterhielt und mich einlud, nach Fridericia zu kom⸗ men. Der bildſchöne, ſchlankgewachſene Mann, in der kleidſamen Generalsuniform: hechtgrauem Rock, ſcharlachgeſtreiften Beinkleidern, dem kleinen, goldbetreßten, mit grünem Federbuſch geſchmückten Hut war gar ſtattlich anzuſehn.— Beim Umherwandern fand ich unfern einer der Schanzen eine angefangene däniſche Mine— welches Glück, daß ſie nicht fertig und den Unſrigen zum Verderben geworden war! In einem Graben lag ein abgeriſſener Fuß, noch im blutigen Stiefel ſteckend, und anderes mehr.
Mittlerweile war es Abend geworden und der Mond aufge⸗ Ich hatte den ganzen Tag, vom Frühſtück um 6 Uhr in Ekenſund an bis um 11 Uhr Nachts, nichts zu genießen bekommen, als ein beim Marketenderwagen mühſam erobertes Glas Bier. Ermüdet und ausgehungert ſtand ich ſo bei meinem Wagen, der bei⸗ den Herren, die mit mir gefahren waren, harrend. Da rollte in
geräumigen Wagen, darunter der Kriegsminiſter v. Roon und der Generallieutenant Vogel von Falkenſtein.
So gelangten wir nach Flensburg, wo die heute verſäumte Beköſtigung glänzend nachgeholt wurde. Dazu hatte ich das Ver⸗ gnügen, meinen alten Freund von Düſſeldorf her, Obriſtlieutenant v. R., Commandeur des dritten Dragonerregiments, zu treffen, mit dem ich bis nach Mitternacht plaudernd zuſammenſaß, alter Zeiten gedenkend. In mein Nachtquartier gerückt, fand ich meinen Gefähr⸗ ten H. bereits mit den krampfhafteſten muſikaliſch⸗deklamatoriſchen Bemühungen beſchäftigt, mir die Verſicherung eines eben ſo geſunden als tiefen Schlafes zu geben.
Der andere Tag verſtrich unter kleinen Beſorgungen und Zu⸗ rüſtungen zur Heimkehr. An den Schanzen begann es ſtiller zu werden und mit jedem neuen Tage vermiſchten ſich mehr und mehr die intereſſanten, friſchen Spuren des wilden Kampfſpieles vom 18. und ein längeres Verweilen erſchien mir deswegen wenig zweck⸗ mäßig, wohl aber als eine ungünſtige Beeinträchtigung des erſten lebendigen Eindrucks des Erlebten. Auch wurde der größte Theil der Armee, ſammt dem gewaltigen Belagerungspark, bereits nach Fridericia dirigirt. Nachdem ich mit meinem alten Freunde R. noch


