Jahrgang 
1865
Seite
73
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rankte Stube trat, wo Marie bereits auf dem Tiſchchen am Fenſter auf ſchneeweißer Serviette ein lockendes Frühſtück bereit hielt. Haben Sie gut geſchlafen? fragte der heitre alte Mann, ganz ſtolz und vergnügt einen Gaſt zu haben. Ja, das hatte er! ſo ſüß war ſein Schlummer geweſen, ſeine Träume ſo friedlich und ſein Erwachen ſo friſch, ſeit ſeinen Knabenjahren hatte er ſo herr⸗ licch nicht geſchlafen.

Drei Tage ſüßer Raſt gönnte er ſich anf dem Hof, und Marie führte ihn all die ſtillen, friedlichen Wege, die ſie ſonſt allein oder mit dem alten Schulmeiſter wandelte, zwiſchen den grünen Wieſen und hohen Kornfeldern hin, an dem klaren Bach und in dem kleinen Buchenwäldchen.

Da legte er ſeine ganze Vergangenheit, jede Verirrung und jede Tänſchung ſeines Lebens vor ihrer klaren Seele nieder und es

Ein Königstiger, Axishirſche überfallend.

Originalzeichnung von Robert Kretſchmer.

V that ihm wohl, es zu thun. Marie hatte keine Beichte und keine Ab⸗ bböitte verlangt.Ich habe Dir längſt vergeben, ſagte ſie mit ſcchweſterlicher Innigkeit.Ich weiß, daß Du mir nicht haſt weh thun wollen und daß Du damals geglaubt haſt, Du könneſt nicht

anders. Wenn Du im Irrthum geweſen biſt, ſo haſt Du Dir ſelbſt am weheſten damit gethan.

Aber ich habe Dir doch weh gethan, Marie, Du haſt doch gelitten? fragte er; er wollte nicht, daß ſie ihn zu leicht ver⸗ ſchmerzt.

Ich bin ſehr traurig geweſen, lieber Georg, und recht unglück⸗ lich, bis ich gelernt mit demüthigem Herzen ſprechen:Siehe ich bin des Herrn Magd, und die Magd hat Kindesrechte erlangt, fügte ſie leiſe hinzu, und das Licht des ſüßen, tiefen Gottesfriedens, der

aall ihr Weſen umfloß, brach klar und voll aus ihren freudigen Blicken.

Das habe ich gewußt, hub ſie wieder an,daß Du einmal wiiederkommen werdeſt. Freilich bildete ich mir immer ein, Du

kommeſt krank und müde und hilfsbedürftig, und ich habe nur des⸗

halb eine Freude gehabt, mein Elterngut zu ſparen. Aber das brauchſt Du nun nicht.

Das brauche ich nicht! rief Georg.Wohl habe ich keine Schätze geſammelt auf meinen Reiſen und kehre nicht viel reicher zurück, als ich gegangen bin. Aber ich fühle Kraft in mir und Muth, meine Zukunft auszubauen. Aber arm bin ich doch, arm an Frieden und Herzensfreude, und ein Herz brauche ich, das mir mein Haus zur Heimath macht. Nicht wahr, Marie, Du haſt verziehen? und wenn ich mein Haus gegründet habe, ſo darf ich Dich einführen als mein beſtes Gut.

Da ſchüttelte Marie leiſe den Kopf.Du weißt ja, wieder⸗ holte ſie,daß ich Dir nie etwas nachgetragen habe. Sieh, ich will für Dich ſorgen wie eine Schweſter; es freut mich von ganzer Seele, wenn Du all das Meine mit mir theilſt wie ein Bruder, der meine

braucht es nicht; wenn Du nicht eine andre Frau wählſt, ſo will ich

einmal zu Dir kommen und Dich pflegen, wenn wir alt genug geworden ſind, und will bei Dir bleiben bis zum Tod, aber..... 4

Mein Weib willſt Du nicht werden, das habe ich verſcherzt, ſagte Georg mit bittrer Traurigkeit.

Sieh, fuhr Marie leiſer fort, und ein tiefes Erröthen zog über ihr Angeſicht,zur Frau ſollſt Du mich nicht wählen, weil Du es für Pflicht hältſt gegen die Marie, der Du einmal verlobt geweſen und die Du verlaſſen haſt, auch nicht, weil Du nun müde biſt von der Welt und ausruhen möchteſt bei einem eignen Weibe. Deine treue Schweſter will ich ſein, für Dich ſorgen und für Dich leben ſo viel ich kann, aber Deine Frau kann ich nur werden, wenn Du gewiß weißt, wenn Du mir vor Gott bekennen kannſt, daß Du mich über alles lieb haſt, nächſt dem lieben Gott, daß Du Dir keine Freude auf Erden denken kannſt ohne mich, und kein Leid, das Du nicht tragen könnteſt mit mir, und bis Du das weißt, mußt Du zuvor wieder in der Welt leben, und mußt Dein eigen Herz prüfen.