Jahrgang 
1865
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Erſcheint wöchentlich und in Monatsheften.

Preis jährlich 2 Thlr., vierteljährlich ½ Thlr.

1865.

Ausgegeben im November 1864.

Marie und Naria.

Novelle vnn Ottilie Wildermuth. (Schluß.)

Während ſich ſo alle Wege für ihn ebneten zum freudigen Ja, hatte Marie, nicht Maria, nur Marie, das ſchlichte Müllerkind, in der Heimat draußen ein Nein geſprochen, das ihrem weichen Herzen wohl mehr gekoſtet, als Georg ſeine Unterſchrift. Ihr Vater war todt, ſie wohnte mit der Mutter noch in der Mühle bei Chriſtian, ein junger Pfarrer, der Neffe ihres lieben alten Schulmeiſters, der frühe zum Wittwer geworden, hatte um ſie geworben, ein red⸗ liches Herz, das ihr und der Mutter eine freundliche Heimath bot. Marie hatte ihm gedankt, ſo herzlich und demüthig, daß er ſie im Ver⸗ ſagen erſt recht lieb gewann,nimm mir's nicht übel, Mutter, hatte ſie dieſe gebeten,ſiehſt Du, es wäre eine Sünde, Ja zu ſagen mit einem andern Andenken im Herzen.

Und ſollteſt Du das Andenken, daß Dir nur zu Leid und Aergerniß geworden, nicht ausreißen und von Dir werfen? fragte die Mutter.

Liebe Mutter, Gott weiß, an den Gatten einer andern denke ich nicht mit einem Gefühl, das Sünde wäre, aber es iſt mir immer, als komme eine Zeit, vielleicht nach langen, langen Jahren, wo ich ihn wiederſehen werde, wie, kann ich nicht ſagen, krank und elend vielleicht, Du weißt ja, es iſt mir oft ſo etwas vor, ich hab' es damals auch geſpürt, wie alles aus geworden iſt. Siehſt Du, Mut⸗ ter, dann möchte ich freie Hand haben, daß ich ihn pflegen dürfte und ihm Gutes thun, und einſtweilen wird mir ja der liebe Gott auch ein Tagewerk geben, daß ich nicht unnütz bin.

Die Mutter ließ ſie gewähren, obgleich ſie wohl fühlte, daß ſie ſelbſt nicht lange mehr bei dem Kinde ſein werde.

Die Villa am Genferſee war feſtlich geſchmückt und nahm ſich aus wie ein Feenpalaſt; morgen ſollte die Trauung des jungen Paares ſein. Alle Schwierigkeiten waren geebnet; was Georg in Geld⸗ und Geſchäftsangelegenheiten noch zu unterzeichnen hatte, das hatte er leichter und lieber gethan, als jenen Revers, den er ſich aus dem Sinn zu ſchlagen ſuchte. Seiner Mutter hatte die Gräfin einen prächtigen Schmuck zum Gruße geſandt und ſie zu einem ſpä⸗

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Der Jahrgang läuſt vom October 186 bis dahin 1865.

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tern Beſuch eingeladen, da jetzt, im Spätherbſt, die Reiſe nach der Schweiz doch nicht angenehm ſein würde.

Auch das junge Paar wollte keine Reiſe machen, Maria war noch immer müde, obgleich nun mehr als ein Jahr vergangen war ſeit ihrem Unfall. Aber Georg war nicht eben bekümmert, dar⸗ über, daß die Mama gleich nach der Hochzeit für längere Zeit nach Spanien reiſen wollte, um ihre Angelegenheiten dort zu ordnen.

Wirſt Du kein Heimweh haben nach Deinem ſonnigen Vater⸗ lande, wenn die Mutter dahin geht? fragte er zärtlich Maria.

QMein, es iſt hier auch ſchön, ſagte ſie mit ſanftem Lächeln.

Und es. ſollte recht ſchön werden, hoffte er, wenn er erſt ſeine ſchöne Blume allein, ganz allein hegen und pflegen durfte! Die Mutter mit ihrem leidenſchaftlichen Weſen, vor dem das zarte Kind ſelbſt Furcht zu haben ſchien, die war gewiß allein das Hinderniß, daß ſie noch nicht ſo recht friſch und freudig wieder aufgeblüht war.

Es war der Vorabend der Hochzeit. Die Gräfin war in die Stadt gefahren, um noch manches für ihre Abreiſe zu beſorgen. Georg hatte heimlich einen Pavillon an einer entlegenen Stelle des Gartens zu einem reizenden Blumentempel umgeſchaffen, das obere Zimmerchen darin aber mit den ſchönſten Anſichten aus Spanien geſchmückt; damit wollte er nach der Mutter Abreiſe Maria über raſchen.

Nun ging er nach ihrem Zimmer, um ſie zu einer kleinen Fahrt auf dem See abzuholen, da lagen in fürſtlichem Glanz die Brautgewänder für morgen ausgebreitet, die ſchwere, ſchimmerud weiße Atlasrobe, der duftige Schleier mit der Krone von Myrthen⸗ und Orangeblüthen, der Schmuck von Perlen und Brillanten, als ob es Feen und Elfen zuſammengetragen hätten.

Die gnädige Comteß ſagten, daß ſie eine Strecke weit mit der gnädigen Frau Gräfin fahren wollten, ſagte ihm die neuangenom⸗ mene Kammerfrau,ſie wollen zu Fuß nach Hauſe gehen. Das war ein ſeltener Entſchluß von Maria, die ſeit jenem Sturz all ihre jugendliche Keckheit verlaſſen zu haben ſchien. Er beſchloß, ſie auf⸗ zuſuchen; ſie konnte von der Landſtraße aus nur Einen Weg gegan⸗