Jahrgang 
1865
Seite
60
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4 1 õxx 8* 15 ſ 60 4 llächelnd, dankvoll blickte ſie auf zu Georg, der neben ihr ſtand, und oft recht ſchwer zu beſtimmen, wo es am allerſchönſten und am aller⸗ ſe voeerzückt in ihre leuchtenden Augen ſchaute.Haſt Du mich lieb, beſten zu leben iſt. tie Maria? fragte er zum erſtenmal. Eine leichte Wolke zog über das Davon wußte auch Georg und die Frau Gräfin von Rovera fr ſcchöne Geſicht, ſie legte die Hand über die Augen. Dann aber blickte zu ſagen, die vor der Vermählung doch einen feſten Wohnſitz wählen 6 Qſſiie auf und ſah ihn, noch matt, mit lieblichem Lächeln an.Das wollten. Maria ſelbſt gab keine Stimme dabei. Obgleich ſie täglich rit Keeben iſt ſo ſchön, ſagte ſie leiſe,Du haſt mir's wieder gegeben; mehr erſtarkte, obgleich ein zartes Roth unter den bleichen Wangen in a, ich will Dein ſein. Und zum erſtenmal ſchlang er den Arm um durchſchimmerte und ihre Augen tiefer leuchteten, ſo ſchien ſie doch beſt ſie und ließ das ſchöne Haupt an ſeinem Herzen ruhen; das volle, noch gar matt und lächelte beiſtimmend zu allem, was die beiden V b faſt berauſchende Gefühl ſeines traumhaften Glückes kam über ihn, beſchloſſen. und doch, warum kam ihm im Augenblick des höchſten Jubels die Nach Spanien wollte die Gräfin entſchieden nicht; auf das er⸗ a oft gehörte, langvergeßne Weiſe eines deutſchen Liedes in den Sinn: erbte Schloß bei Pulverdingen zu ziehen, das mit ſo großen Koſten ge Sie hat die Treu gebrochen hergeſtellt worden war, dazu hatte Georg nicht Luſt, er ſtimmte für or Das Ringlein ſprang entzwei. deſſen Verkauf, auch die Gräſin ſcheute den Ort, wo ſie ſo ſchwere d 1 Er hatte ja eigentlich nie Treue gelobt, ſo hatte er auch keine Angſt erlebt. Italien bot zu wenig Comfort für den Winter, nach t brechen können, beredete er ſich, und inniger und wärmer umſchlang einer größern Stadt hatte Maria lein Berlangen,*s wrde end⸗ an er ſein wunderbares Lieb; aber es war doch wie Traum, nicht lich ein reizendes Landhaus am Genfer See gewählt, und während 4 wie Leben. die Gräfin und Maria in einem Hotel der Stadt verweilten, beſorgte Georg die Vollendung der innern Einrichtung. d Er freute ſich ungemein ſeines praktiſchen Talents zum vor⸗ ſol An dieſem ſelben Abend trugen ſie in der ſtillen Ge⸗ nehmen Herrn; er, der in der etwas geſchenaerloſen 8 ſehr lücken⸗ 4 meinde zu K. eine müde Pilgerin zu Grabe. Es war Mariens alte haften Eleganz des Lannenhofs aufgewachſen Wut, vedt Der rothe Lep⸗ 1 Pathe, der nun wohl das Licht wieder aufgegangen war, das ihr pich und der ovale Spiegel bei Mülllers laude Zeit als der ſchünſte 6 1 lange ſchon erloſchen geweſen. Man war in K. keines ſtürmiſchen Zimmerputz erſchienen war, der als Student daheim und auf Reiſen 0. Jammers, keiner Trauerkleider an Särgen gewöhnt. Sie hatten ſich mit dem Beſcheidenſten hatte begnügen müſſen, er beſorgte ſ dort lange ſchon gelernt, den Tod als einen Heimgang anzuſehen und und arrangirte jetzt Teppiche, Fauteuils, Divane und lle Exforher⸗ R ſangen ruhig und gemüthlich: niſſe des raffinirten und bequemen Luxus, als ob er ſein Lebtage Eins geht hier, das Andre dort unter dieſen Dingen gelebt.. Selbſt der gewiegte Kammerdiener der G In die ew'ge Heimath fort.... Gräfin, der ihm freilich bei den Anſchaffungen unentbehrlich war,

bewunderte ſeinen Geſchmack und ſeine Sicherheit. Jetzt erſt ſchien ihm ſein Glück, das ſeither in den Lüften geſchwebt, Fundament und Boden zu gewinnen, jetzt erſt, auf dieſem blauſeidnen Divan, in dieſer heimlichen Roſenlaube, in dieſem lauſchigen Kabinet, konnte er T ſchig ſich Maria recht als Frau an ſeiner Seite denken; der prachtvollſte 8. Flügel, die koſtbarſte Laute wurden angeſchafft, damit wollte er nung, von Freude und Lebensglück, das aufwachte neben der Ent⸗ N hel,. Lſebar he mgoſchafft⸗ de ut w te. ſchlafnen, die ſie ſo treu gepflegt es war der tiefe, ſehnſücht Maria überraſchen und hoffte dann wieder die wunderbaren Töne 1 L der tiefe, ſehnſüchtige 2(os Son in Ir; Rnnſ A ettefe, ſehnſüchtige ihres Geſangs zu hören, den er nur ein einziges Mal belauſcht. Nie Wunſcho, dürft' ich neben ſie mein Haupt niederlegen und ein⸗ ſeitdem hatte er ſie bewegen können, wieder zu ſingen; ſie war ch ſchlafen und nimmer, gar, gar nicht mehr aufwachen! Verſunken in vuide gen iwieder zu ſingen; ſie war noch dieſe Gedanken, in all dies zum erſtenmal freigegebne Leid, ver nahm* d; S ee, 5. deſe ee erhenf BSr zeic neieaeb, d eNiwahn Es war ihm wohl bei dem geſchäftigen Leben, das er führte in ſie kaum die erbaulichen Worte der Leichenrede, die ſich über Leben,=, Sre 8,:8 1. 9 der Stadt und außerhalb der Stadt, bis die Einrichtung vollendet Leiden und Hoffen der Heimgegangenen ausſprach. Ein einziger war, bei den kleinen Ueberraſchungen, di für Mari bereit Se ar, bei de einen Ueberraſe 2 e er für Maria bereite Spruch von allem was ſie hörte fiel in ihr Herz und in ihr Dhr: a? Sweraſchungen, die er für Maria bereiten Uuſre Trühfſaf die Leitſteßt md losglah uſ K ee han en. konnte, wenn auch von ihren eignen Mitteln. Ihr gegenüber war Unſre Trübſal, die zeitlich und leicht iſt, ſchaffet eine ewige und über 6; h. lle Maſe wichtige Hertſſeken[ lle Ee 424 1 es ihm nicht drückend, daß er nur der Nehmende ſein ſollte; für nie⸗ alle Maße wichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht ſehen auf das mand war das Geld ſo gänzlich werthlos als für Mari Entbehrt Sichtbare, ſondern auf das Unſichtbare. Denn was ſichtbar iſt, das freilich haatt 4 6 21 Lanzlich us als ſür AMavia. utbehrt ..7. 7. A reilic)yatte es e. iſt zeitlich; was aber unſichtbar iſt, das iſt ewig. Ach, ihre Trübſal Was er beginnen wollte, wenn dieſe Geſchäft llend war nicht zeitlich und war nicht leicht, und doch mußte ſie an den wenn ershi ſchön Blutne an d Neſe d ſcheiſte vollendet waren, . e 9. 1 2 e die ſchöne B s der Fremde z ſein e enne Spruch denken und ihre Thränen floſſen nicht mehr ſo heftig und durfte le wuſtte era icht 1 dade Zanz ſem eient nennen 3. 5 7 8 8 Ne er ch Als Arz 3 ro gaben der frommen Gemeinde keinen Anſtoß mehr. nft As ſwin Lr Rolh nichl⸗ izt Praütieiren, das Ling .. nun einmal nicht für den Gemahl der Gräfin von Rovera. Ein Kaum vom Sarge zurückgekehrt erwartete ſie die traurige Bot⸗

2e r areee ASelehrt enr aur Landgut bewirthſchaften, dazu hatte er in ſeinem Leben nie Luſt und ſchaft:Iunafrau WMarie, es iſt ein Knecht aus Ihrer Heimath da, Talent gehabt, es fehlten ihm auch alle Kenntniſſe dazu. Nun er wollte mit einem Wägelein, Ihr Vater hat Unglück gehabt und iſt von ja ſehen! Zunächſt richtete er ſich die prächtigſte Bibliothek mit dem einem wilden Farren geſtoßen worden; er liegt auf den Tod.Ein

Unglück kommt nie allein, dachte Marie in trüber Reſignation als ſie heimwärts fuhr in die dunkle ſternloſe Nacht hinein, keine Leuchte als den Spruch in ihrem Herzen, den ſie gar nicht vergeſſen konnte.

Um ſo auffallender war es, daß die junge Verwandte, die ja nicht einmal lang um die Verſtorbene geweſen, in ſo gar ſchmerzlichen Thränen an dem Grabe ſtand. Ach, die gute alte Pathe hatte nicht zuviel Theil an Mariens Thränen! Es war all ihr lang zurück⸗

ggeehaltnes Herzeleid, ihr Scheiden von Jugend und Liebe und Hoff⸗

1 2 5 5. 1-... 2. ſchönſten und bequemſten Schreibtiſch ein, wo die Büſten berühmter Dichter und Schriftſteller in Niſchen zwiſchen den ſchönen Bücher⸗ ſchränken ſtanden, wo dunkelſeidne Vorhänge das Licht dämpften und eine prachtvolle Hänglampe das ganze Gemach angenehm er⸗ 9 5 9 to f 7 QL 9 f 9 S.6 23, 8 de dare Gir ſeſt hellle, eh noch die kunſtvolle Lampe auf dem Schreibtiſch angezündet enn man die ſchöne rde anſie ht in all ihrer Herrlichkeit, wurde. Da wollte er alte Lieblingsſtudien wieder aufnehmen, zu wenn man hört und lieſt von all dem Schönen, Großartigen und denen ihm das Brodſtudium und ſeine beſchränkte Lage nicht Zeit Anmuthigen, das ſie in den verſchiedenſten Gauen bietet, von Italiens gelaſſen, es mußte ſich alles finden. Wie oft hatte er ſich geſehnt

en X 0 S beBorae ſ. iinen Xßs 4. 74 1 4 7 2. 4 lachenden Fluren, von den Schneebergen und ſmaragdgrünen Thälern nach Freiheit in all der drückenden Beſchränkung ſeiner letzten Jahre, j der Schweiz, von Schottlanda tiefblauen Seen und den wechſelnden nun hatte er goldne, unbeſchränkte Freiheit mit ſeiner Zeit, mit ſeinen Ufern des Rheins, von dem Glanz, dem Leben, dem mannigfaltigen Mitteln zu ſchalten, und darüber noch das goldne Feenkind, das alle 1 Verkehr unſrer Städte, und wenn man vielleicht daneben in irgend Wundergaben in ſeinen Schooß ſchüttete und ſein eigen war mit einen beſcheidnen Erdwinkel, in eine Manſarde oder eine ſonnenloſe demüthiger Liebe. Die Schwiegermama erſchien ihm zu Zeiten in Stadtwohnung gebannt iſt, dann dünkt es uns wohl ein herr⸗ minder idealem Lichte, ihr Weſen kam ihm oft nicht ganz lauter . 9 f 9: die N gohe ro- ibre foſe Soffie Pa; 4 d inflA. liches Loos, wenn uns nun auf einmal die Wahl gegeben wäre, vor, ihre maßloſe Heftigkeit konnte Grauen einflößen, aber er unſern Wohnſitz zu wählen da, wo es uns eben am allerbeſten ge⸗ hoffte, es würde wenig Veranlaſſung mehr kommen ſie hervorzu fiele, mit vollſter, unbeſchränkter Macht über den Dämon der Erde, rufen, und dann ſie, die ſtolze, reiche Gräfin gönnte ihm mit Iunden das Geld, der ein ſo bequemer Diener und ein ſo tyranniſcher Herr⸗ ihr Kind und allen Glanz und alles Glück, das ſich daran knüpfte

in k dieſe di Freihei dn Shre 8 5 2 9 1 f ſcher ſein kann. Und doch kann dieſe unbedingte Freiheit auch recht während der Müller mit ihm gerechtet hatte um einen zuviel aus⸗ 4 peinlich werden, dennleider oder zum Glück, es iſt in der That gegebnen Groſchen! 8