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Gottes Wille iſt, Ach, je nachdem Deine Entſcheidung ausſällt, wirſt Du nicht nur Schiedsrichterin, Du wirſt auch meine Vertheidigerin ſein müſſen bei den Deinen, die dieſe ungewöhnliche Geſtaltung der Verhältniſſe nicht recht verſtehen können.
„Mißverſtehe Du mich nicht, liebe Marie. Ich werde mich Dei⸗ nem Ausſpruch fügen in jedem Fall; ich werde nach Umſtänden vielleicht Zeit brauchen, mich aus ſo ganz andern Verhältniſſen wie⸗ der in all die Erbärmlichkeiten zu finden, durch die ich mich nach Deines Vaters Meinung durchſchlagen ſoll, es wird ja auch zum Ziele kommen und ich würde bei Dir ein ſchweſterlich treues Herz finden, wenn auch unſer Bund beſchloſſen worden iſt, ehe wir ſelbſt Wiſſen und Willen dazu geben konnten.
„Alſo, liebe Marie, ſprich ganz offen aus, was Du für recht und gut hältſt, und ſo ſoll es geſchehen. Glaube, daß ich in all und jedem Fall ſein und bleiben werde
Dein treuergebener Georg.
„Ich wollte, Du könnteſt Maria ſehen in ihrer zarten, wunder baren Schönheit, in all der Hilfsbedürftigkeit ihres Weſens, gewiß, Du haſt nie etwas Aehnliches erblickt. Gott gebe, daß die zarte Blume nicht im Geneſen noch welke! ich fürchte auch das aufgeregte Weſen ihrer Umgebung, vor allem der Mutter.“
Mariens Antwort.
„Es thut mir leid um Dich, mein lieber Georg, daß Du Dich ſo viel mit Fragen und mit Zweifeln geplagt haſt in dieſer letzten Zeit. Wenn Du Dein eigen Herz und wenn Du miich recht gekannt hätteſt, ſo hätteſt Du Dir viel Mühe erſparen können. Vielleicht hätteſt Du auch alle Noth erſpart gleich zu Anfang mit einem ein⸗ fachen Wort. So, wie alles gegangen, iſt es jetzt natürlich, daß Du das ſchöne Fräulein lieb gewonnen haſt, die der Herr durch Deine Hilfe ſo wunderbar gerettet hat. Und daß ſie auch Dich lieb hat, das iſt ja noch viel natürlicher, wo Du ſo viel an ihr gethan haſt. Daß auch ihre Mutter ſo gern eingewilligt hat, das achte ich für wunderbar, ſonſt ſollen ſolche Leute ja ſehr ſtolz ſein und auf den Stand ſehen.
„Das weißt Du wohl, daß mich alles von Herzen freut, was Dich glücklich macht. Es iſt mir immer leid geweſen, daß Du Dir's haſt ſo ſauer werden laſſen müſſen, und hat mich oft bekümmert, ob es nicht beſſer für Dich wäre, wenn Du ganz frei Deines Weges gingeſt. So geh denn nun in Gottes Namen, lieber Georg, und Gott ſegne und behüte Dich und Deine ſchöne Braut!
„Um mich darfſt Du keine Sorge haben, und wegen der Eltern auch nicht. Du weißt ja, daß die Mutter nie dafür geweſen iſt, etwas ſo weit voraus zu beſtimmen, und der Vater meint's nicht ſo bös, wenn er auch jetzt zornig iſt, er wird auch wieder zufrieden, wenn ich zufrieden bin.
„Noch einmal wünſche ich Dir recht von Herzen Gottes Segen und daß er Deine Braut wieder recht geſund und fröhlich erhalten möge. 1
„Lebe wohl, lieber Georg, ich danke Dir für alles Liebe und Gute, und wenn wir uns in dieſem Leben nicht mehr ſehen ſollten, ſo helfe Gott, daß wir uns im Himmel fröhlich wiederſehen. Dann wirſt Du gewiß wiſſen, daß ich Dir gar nie etwas nachgetragen habe.
Deine getreue Marie.
Bruch nicht ſo ſanftmüthig und ergeben hingenommen, wie Marie; er hatte geflucht wie in ſeinem ganzen Ehſtand noch nie über den wortbrüchigen Schuft, an dem man ſo viel gethan; Mariens Thränen, die Bitten ſeiner Frau und die einfache Erwägung, daß man im Grunde doch nichts machen könne, hatten ihn aber am Ende bewogen, ſtill zu bleiben.
Während Stadt und Gegend widerhallte von der wunderbaren Mähr von dem armen Doktor, der eine Prinzeſſin,— eine Gräfin war der Fama noch zu gering,— vom Tode errettet habe, und ſie ſammt ihren ſieben Millionen heirathen werde, während der dicke Doktor vor Aerger einen gelinden Schlaganfall bekam und die Ho⸗ telbeſitzerin in H. ſich beſann, ob ſie nicht außer dem wilden Schwein, das ſie geſchlachtet, auch noch illuminiren ſollte, an dem feſt⸗ lichen Abend, wo ihrer leiblichen Schweſter ihr leiblicher Sohn mit
Der Müller freilich hatte den
Licht dieſer wunderbaren Augen,—
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der aus Deiner kindlich einfachen Seele ſpricht.einer leibhaftigen Gräfin durchreiſen werde, während Herr Kolb,
der glückliche Stiefpapa ſich beſann, ob er ſein Weißwaarenlager nicht noch durch ein Korſettengeſchäft erweitern ſolle auf die glorioſe Verwandtſchaft hin, und Frau Kolb abwechſelnd in Freudenthränen ſchwamm ob ihres Sohnes Glück, und in Thränen des Mitleids um die arme Marie, der man freilich nicht habe helfen können, wäh⸗ rend all dieſer Bewegung war es in der Mühle recht ſtill hergegan⸗ gen. Marie und ihre Mutter hatten ſo viel über den Müller ver⸗ mocht, daß er nach außen ſchwieg über die ganze Sache, wie gewaltig er auch in den erſten Tagen daheim getobt hatte. Er hatte auch keine Luſt, viel unter die Leute zu gehen, nachdem er einmal ausge⸗ ſprochen, ſein Mädchen habe ſelbſt nichts mehr von dem Burſchen gewollt und ihm geſagt, er könne gehen wohin er wolle, und ſeitdem er das höhniſche Lächeln der Leute darauf geſehen. Es gab ſolche, denen es ſchon wie eine Ehre für die Müllerstochter vorkam, daß ſie nur mit einer ſolchen Dame hatte in Vergleich kommen können, der Müller ſelbſt gehörte nicht zu dieſen.
Marie erhielt Erlaubniß, ihre alte Pathin in K. zu beſuchen, die war ſchwach und hinfällig, faſt ganz erblindet, und ein Beſuch des ſtillen Mädchens war gar wohlthätig für ſie.
Georg war ſo eilig als möglich mit ſeiner jungen Braut, die noch immer mit unendlicher Sorgfalt gehütet und gepflegt werden mußte, mit ihrer Mutter und all dem Geſolge nach Italien gezogen. Wunderbar leicht hatte er ſich an all den fürſtlichen Luxus ſeiner Umgebung, an die ehrfurchtsvolle Bedienung der Domeſtiken ge⸗ wöhnt, hie und da war ihm freilich noch, als ſei er gleich der Aſchenbrödel in dieſe glänzende Welt nur hineingezaubert und der prachtvolle Reiſewagen werde ſich unverſehens in eine Nußſchale mit Ameiſen verwandeln, aber der Traum war äußerſt behaglich und er hielt für das Beſte, ſich ihm ganz und gar hinzugeben.
Die Schwiegermama, die zu Zeiten noch immer Anfälle von leidenſchaftlicher, faſt wahnſinniger Angſt um ihrer Tochter Leben hatte, und von Georg allein zu beſchwichtigen war, hatte eine für ſeinen Maßſtab ungeheure Summe in ſeine Hand gelegt, damit er ſich raſch aller alten Verbindlichkeiten entledigen könne.„Auf der Reiſe wird der Konrier die Hauptausgaben beſtreiten,“ ſagte ſie zu ihm,„verſteht ſich von ſelbſt, daß Sie unbeſchränkt über meine Kafſe verfügen; wenn der Zeitpunkt kommt, wo mit meiner Tochter alles Ihnen eigen wird, das wiſſen wir ja noch nicht, vielleicht werden Sie mir auch dann die Verwaltung noch überlaſſen, da das meiſte noch in Spanien ſteht, bis Sie unſre Sprache, unſre Papiere und das alles verſtehen.“ Er ſagte natürlich alles zu, es war ihm peinlich, über dieſen Punkt zu reden; war's doch nicht eben unangenehm, wie ein Märchenprinz eine ſeidne Börſe, mit wirklichem, wahrhaftem Gold gefüllt, in der Taſche zu tragen.
Der koſtbarſte Beſitz, den er mit ſeiner Kur gewonnen, Maria ſelbſt, war ihm noch am wenigſten eigen. Er ſelbſt fürchtete ſich am meiſten vor allem, was das zarte Leben, das kaum dem Tode abgerungen war, hätte aufregen und dadurch gefährden können. Sie übte, wie von Anfang, einen tiefen Zauber auf ihn, und doch ſcheute er ſich, ein Wort der Liebe auszuſprechen, ſie erſchien mehr wie ein wun⸗ dervolles Kunſtgebilde, an dem er die Augen weiden mochte, denn wie ein lebendes, liebendes Weſen, das ihm als Weib und Hausfrau zu eigen werden ſollte; er begnügte ſich, ſie mit immer innigerer, zarterer Sorgfalt zu umgeben, ſie nahm es dankbar hin mit der weichen, rührenden Sanftmuth Geneſender. Sie fing an deutſch bei ihm zu lernen, gar zu lieblich klangen die heimiſchen Laute mit dem fremden Accent von dieſen weichen Lippen, immer tiefer und klarer wurde das immer ferner, immer blaſſer erſchien die ſchmuckloſe Geſtalt des Mädchens aus der Mühle.
Sie hatten ein reizendes Landhaus am Comerſee gemiethet. Maria ruhte auf weichen Polſtern auf dem Balkon und Georg ſaß neben ihr, in all dem Zauberglanze des durchſichtig klaren italiſchen Himmels lag die Landſchaft vor ihnen, ein leichtes Lüftchen vom See her kühlte die Glut des ſonnigen Tages,— ſchön wie nie erſchien Maria, wie ſie ſo dalag, das Haupt zurückgelehnt, die glänzend ſchwarzen Haare, die der grauſamen Scheere hatten fallen müſſen, umgaben in kurzen Locken das ſchöne Angeſicht und hoben wunderbar die ſüdliche Bläſſe der Züge. In der glückſeligen Müdigkeit einer Geneſenden ſog ſie die köſtliche Luft ein, die vom See herüber wehte,
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