Jahrgang 
1865
Seite
41
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Segen.

Erſcheint wöchentlich und in Monatsheften.

1865.

Ausgegeben im Ottober 186 ¹.

Marxie und Aaria. Novelle von Ottilie Wildermuth. (Fortſetzung.)

Wie Du befiehlſt, Madonna, rief er lachend, glücklich trotz dem Scheiden. Bei der unvermutheten Begegnung hatte ihn Mariens Lieblichkeit überraſcht; was er ſeither als einen Beſitz an⸗ geſehen, nach dem er nur die Hand auszuſtrecken brauche, erſchien ihm nun auf einmal als ein begehrenswerthes Gut.Leb wohl denn, Liebchen, auf Wiederſehn daheim! ſagte er und umſchlang ſie noch einmal. Marie blieb ſtill, nur als er ſchon auf der Schwelle war, ſagte ſie, tief erröthend, mit leicht bebender Stimme:Georg, wir ſind allein beiſammen geweſen und Du haſt mich geküßt; das darf ich nur leiden von dem, dem ich eigen gehöre für das ganze Leben. Ich muß der Mutter ſchreiben, daß wir jetzt Braut und Bräutigam ſind, obgleich ſie's noch nicht gewollt hat; der liebe Gott gebe ſeinen Wir ſindaig ſchon verlobt worden, wie ich in der Wiege war, ſetzte ſie le ie zu ihrem eignen Troſt, hinzu. Sie hatte ſeither in mädchenhafter Scheu die Augen geſenkt, jetzt erhob ſie ſie, ſah Georg ſo recht tief und vertrauensvoll an und ſagte:Nicht wahr, Georg, Du haſt es ernſt gemeint?

Von ganzer Seele, Du liebliches Lieb! rief er, überraſcht von dem ſeltſamen Ernſt des ſonſt ſo harmloſen Kindes,ich wünſche nichts Beſſeres und Schöneres, als daß Du bald mein eigen wirſt, je früher je lieber. Er beugte ſich noch einmal zu ihr, leiſe berührten Mariens Lippen die ſeinen, ſie legte ihre Hand in die ſeine und ſagte:Lebe wohl. Lange noch klaug ihm der tiefe, ſüße Ton ihrer Stimme im Herzen nach.

Sechs Jahre waren hingegangen, ſeit Georg ſein Bräutchen im Sturm erobert, und er wunderte ſich, wie dem Erzvater Jakob ſeine ſieben Jahre kurz hatten dünken können, ihm kamen die ſechs gewal⸗ tig lang vor, und doch war er noch ſo jung! Dieledigen Jahre, ſonſt ſo ſehr gerühmt, hatten manches Peinliche und Drückende für ihn gehabt; er ſah dem eignen Herd mehr als einer Befreiung, als wie einer Beſchränkung entgegen.

Bei der Mutter konnte er ſich nicht mehr heimiſch fühlen. hatte freilich ein eignes Zimmer in dem großen Gaſthof, aber

Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen. Durch alle Buchhandlungen und Poſtämter zu beziehen. Preis jährlich 2 Thlr., vierteljährlich ½ Thlr.

Der Jahrgang läuft vom October 186 ¼ bis dahin 1865.

mahl begrüßt, machte Morgens Spaziergänge und

fand das Alleinſein langweilig und angreifend, weil, wie ſie ſagte, der Kummer noch ſo an ihr nagte. So hielt ſie ſich denn lieber in dem ſogenannten Familienzimmer der Schweſter auf, wo man in Ge⸗ meinſchaft mit denKochjungfern, jungen Fräuleins, die hier ihre Küchenſtudien machten, leichte Geſchäfte für Küche und Tafel beſorgte und wo alte Stammgäſte und junge Handelsreiſende Zutritt hatten und die Damen mit mäßigem Aufwand von Geiſt unterhielten.

Er konnte nicht klagen über die Aufnahme bei ſeiner Tante, ſie war ſtolz auf ihren ſtattlichen Neffen, er hatte ſein Couvert an der Table d'höte, er durfte das Zimmer des Herrn Kolb, eines langjäh⸗ rigen Hausgaſtes und ſoliden Handlungsreiſenden, in deſſen Abweſen⸗ heit einnehmen(und ein ſo reinlicher und geordneter Menſch war der Herr Kolb, wie die Tante verſicherte, daß der Neffe ſein Bett und Zimmer unverändert in Befitz nehmen konnte). Aber trotz dieſer Wohlthaten fühlte er ſich nicht daheim und freute ſich auf das Dach ſtübchen, das ihm in der Mühle aufbehalten war und dem Marie mit einigen Auktionseinkäufen des Vaters, einem alten Himmels⸗ Globus, einem Kompaß und ein Paar Kupferſtichen ein gelehrtes Ausſehen gegeben.

So freilich fand er's in der Mühle auch nicht, wie bei ſeinem Freund, dem jungen Referendar, wenn der ſeine Braut beſuchte, eine reiche Kaufmannstochter in der Stadt, wo ſeine Mutter wohnte. Dieſer wurde ſtets mit beſondrer Ehre empfangen, mit einem Feſt⸗ Beſuche mit der Braut am Arm, und Nachmittags fröhliche Luſtfahrten, zu Wagen oder zu Schiff, mit dem ganzen Familienkreis. 1

Da ging's in der Mühle ſtiller zu; ein langer Brautſtand iſt auf dem Land überhaupt ſelten und ein bräutlicher Verkehr wird da nicht günſtig augeſehen, was nicht eben für die Reinheit und Zart⸗ heit der Geſinnung bei denharmloſen Bewohnern der Hütten ſpricht.

So durfte Georg nicht viel anders mit ſeiner kehren, als wenn er nur der Pathe der Eltern, der vom Tannenhof, geweſen wäre, er durfte Sonntags mit ihr

Braut ver⸗ Georg