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venienz⸗Narren zu thun haben, als mit dem ſogenannten ehrlichen Grobian, der in der Regel ein liſtiger Schwindler und Praktikus iſt.
Jedes Genre im Verkehr iſt mit einem mehr oder minder handgreiflichen Malheur behaftet; die ernſthaften Kratzbürſten machen Langeweile, die zugeknöpften und ſchweigſamen Charaktere beengen uns den freien Athem, die geſchwätzigen oder laut lachenden und naturell offenen Perſonagen entführen der Geſellſchaft nicht nur den nobeln Schein und das feine Bouquet, ſondern ſie nehmen jedem Einzelnen das Gefühl derjenigen perſönlichen Sicherheit, die nur in der feineren Bildung, in den menagirten Lebensarten ver⸗ bürgt ſein kann.
Wo überlaut geſprochen, gelacht, oder gar mit der Fauſt auf den Tiſch geſchlagen wird, wo ſich die Gäſte über eine mimiſch pla⸗ ſtiſch veranſchaulichte Anekdote, über eine Illuſtration zur menſch⸗ lichen Naturgeſchichte ſcheckig lachen wollen: da werden auch die ele— mentaren Kräfte der Gebildeten und friedfertigen Gemüther beſchwo⸗ ren. Das volle Gelächter, das Erzählen, Darſtellen und Raiſon⸗ niren, das Disputiren mit unverhaltenem Affekt, bewirkt einen Rauſch, der die Leidenſchaften entfeſſelt und namentlich den gebildeten Frauen ganz ſo bedrohlich werden kann, wie der Wein. Wer alſo in einer Geſellſchaft von Herren und Damen Geſchichten zum Todt⸗ lachen erzählt, wer Disputationen herbeiführt, bei denen ſich die Gemüther erhitzen, wer überhaupt ein Naturell⸗Genre ausſpielt, ohne den feinen Takt, der zugleich ein Gegengewicht und ein Reme⸗ dium zu geben verſteht: der verſchuldet gegen die feine Sitte einen großen Verſtoß.
Es gibt Humore, in deuen Sitte und Natur, Geſetz und Freiheit, perſönliche Würde und Laune ſo glücklich und mit einem ſo überlegenen Geiſte balancirt werden, daß ſie als eine Wohlthat, als eine periodiſche Erlöſung von dem ſittlichen Zopf der feinen Conve⸗ nienzen von Jedermann empfunden werden, der nicht zu den präde⸗ ſtinirten Perrücken und Pedanten gehört; aber dieſe Humore fordern ein durchgebildetes Genie, und obendrein darf es ſich nicht in ſub⸗ alterner Lebensſtellung befinden; denn audernfalls empfinden es die Leute von Extraktion ſehr unbequem, daß ſie ihr Amüſement einem ſimpeln Doktor, Secretär oder gar einem Künſtler und Literaten verdanken.
Dieſe Inkonvenienzen ſind aber für den genialen Humoriſten noch lange nicht die ſchlimmſten. Die gefährlichſten Abenteuer erfährt er von den gebildeten Naturaliſten. Auch die feinſten Humore er⸗ wecken die plumpe Vertraulichkeit ſolcher kleinbürgerlichen Honora⸗ tioren, die der Erlöſung von thierquäleriſchen Convenienzen entge⸗ genſchmachten. So einer kann nicht dem Naturell⸗Drauge wider⸗ ſtehen, ſeine breite Tatze dem Vortragenden auf die Achſel zu ſchlagen, und ihm ſeinen gemüthlichen Beifall mit dem Naturell⸗Compliment kund zu thun:„Verfluchter Kerl, wo er das alles her⸗ kriegt“, oder wenn es ein lieber Schulkamerad iſt, ſo heißt es: „Trink mal, liebe Seele, damit Du Dir nicht das Maul fedrig redſt“. Endlich, wenn das alles nicht paſſirt, ſo iſt in etwas gemiſchten Kreiſen immer ein Cyniker da, der die Gelegenheit gekommen glaubt, nach den freien Humoren abgeſchmackte Zoten und elende Vademecums⸗Geſchichten zum beſten gibt.
Die letzte Nutzanwendung bleibt dieſe: die Freiheiten des Humors ſetzen eine Geſellſchaft voraus, die ſich ſelbſt zügelt und kontrolirt..
Nur in den gebildetſten Kreiſen kann man mit dem vollen Gefühl der perſönlichen Sicherheit ſpaßig und luſtig ſein. Nur die Nobleſſe des Geiſtes abſolvirt uns vom Ceremoniell. In echt ariſto⸗ kratiſchen Kreiſen bewegt man ſich unendlich feiner und leichter, als in dem Salon eines Parvenü.
Es gibt Familien, zu denen Jedermann freien Zutritt hat, der zu den Orts⸗Honoratioren gehört, oder in ſeinem Aeußern einem Gebildeten ähnlich ſieht. Einer feierlichen Einführung bedarf es da nicht und ein Examen hält man in ſolchen Cirkeln weder von jeman⸗ des prüfenden Worten, noch von Muſter⸗Manieren und intelligenten Blicken aus. Man amüſirt ſich da, ſchon weil man ungenirt iſt, und man fühlt ſich ungenirt, weil man unter Leuten, die mit keinerlei Kritik chargirt ſind. Man ißt und trinkt, man ſpielt und plaudert, man tanzt und muſicirt, ja man verliebt und verlobt ſich da, und verkehrt au naturel, ſo lange es geht; aber es geht für den geſchmackvollen
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Menſchen nicht lange; denn man wird bald gewahr, daß die gaſt⸗ freien Leute ſo freigebig und kritiklos ſind, weil ihnen aller Geiſt und Gehalt gebricht.
Es ſtellt ſich alſo nur gar zu bald Ueberdruß und Langeweile, obendrein aber ein Gefühl ein, daß man ſich zu wohlfeil mit ſeinen Talenten ausgethan, ja daß man ſich in den Augenblicken lächerlich gemacht hat, wo man der ungenirten Geſellſchaft mit dem eignen Geiſte ein Element zuführen wollte, für welches ſie nicht nur kein Organ beſitzt, ſondern dem ſie ſich durch ein ganz oberflächliches Trei⸗ ben eben entziehen will.
Wo alle Welt willkommen iſt, hat ein diſtinguirter Menſch keinen beſondeyn Werth und keinen Platz.
Solcher Familien, die zugleich mit ihrer diſtinguirten Stellung und Bildung eine himmliſche Naivetät und Anſpruchsloſigkeit ver⸗ binden, die eine ruhige, heitere, unbefangene Oberfläche zeigen, weil ihr Leben in den Tiefen weilt, gibt es ſo wenige auf dem Erdboden, daß ihre Berückſichtigung bei der Lebensregel eine Lächerlichkeit wird.
„Vermeide jene Cirkel,“(ſchreibt eine Frau aus der vornehmen Welt ihrem jungen Sohne)„wo eine gewiſſe Ungebundenheit herrſcht, wo hübſche Frauen zu ſehen ſind, deren wohlfeile Koket⸗ terien vor dem Tabacksdampf und dem Witz kleiner Bürgersſöhne nicht zurückbeben. Das ſind die gefährlichen Plätze, wo Deine Sit⸗ ten leiden können, weil niemand hier die ſo nöthige Strenge von ihnen fordert, und es erlaubt wird, ſich zu am üſiren, dahingegen der Grundton jeder feinen Geſellſchaft immer Langeweile bleiben wird. Nur wo wir uns langweilen, behalten wir
immer die uns nöthige Geiſtesgegenwart, welche macht, daß
wir die Rückſichten gegen andere nie aus den Augen ſetzen. Wenn ich mich irgendwo amüſire, ſo nehme ich an den Intereſſen der Ge⸗ ſellſchaft Theil und flöße ſelbſt welche ein, geſchieht dies aber, ſo bin ich nicht mehr frei und nicht mehr auf meiner Hut; man kann mich friedlich überfallen und ich werde keine Antwort zu geben wiſſen. Mein Nath iſt alſo: daß Du immer nur Geſellſchaften beſuchſt, wo Du gewiß biſt, Dich nicht zu amüſiren. Ein junger Menſch, wie Du, läßt ſich zu leicht von ſeinem Kopfe oder ſeinem Herzen hinreißen. Zeige Dich gefällig und nachgiebig gegen das, was man ſo gewöhulich Thorheit nennt; nichts iſt beleidigender für die Geſell⸗ ſchaft, als die Miene eines Verbeſſerers.“
„Wenn man über Dich lacht, ſo ſieht man Dich gern; wenn man Dich achten muß, ſo wird man Dich gleich überflüſſig finden. Es verſteht ſich, daß Du zu rechter Zeit und gegen die rechten Leute Dich achtungswerth zeigen mußt. Das gehört nicht hierher.“
Jetzt kommt die Wendung des Themas. Jene Regeln werden als Gegengewicht für den Naturalismus der Jugend ganz anwendbar ſein, aber ihre Schattenſeiten, die Gewöhnung an Gri⸗ maſſe und todte Förmlichkeit, die Abſchwächung der natürlichen Charakterwahrheit und Originalttät, der Mangel an Gemüthlichkeit und Unbefangenheit liegen auf der Hand. Der Dichter, der Denker, der Reformator werden in ſolchen Schulen des feinſten Takts und Geſchmacks nicht gebildet.
Mit der Harmonie und Glätte der Formen, mit der voll⸗ endeten Aeſthetik und Kritik verſchwinden die elementaren Kräfte, mit ihnen aber die Plaſtik und Geneſis eines ſo verfeinerten Volkes.
Man wird in der Culturgeſchichte und in allen Verhältniſſen an die Leſſingſche Fabel von dem kräftigen Bogen aus Ebenholz er⸗ innert, welcher beim Anſpannen der Sehne zerbrach, nachdem er zur Minderung ſeiner plumpen Feſtigkeit mit Bildſchnitzerei verfeinert worden war.
Allerdings gibt es Leute, denen die geſellſchaftlichen Fagons das Erſte und Letzte bleiben, weil der Salon ihre Welt und Kirche i*ſt, weil ſich unter den Myſterien der körperlichen und diplomatiſchen Toilette ihr Leben entſpinnt und abſpinnen muß. Wer aber über Salonvirtuoſität hinaus will, der muß verſpinnen, was ihm Natur und Leben an den Wocken geſteckt haben. In der weiten, wirk⸗ lichen Welt, im Handel und Wandel, machen Hanf und Landwolle beſſere Geſchäfte, als Seidenklunker mit Knötchen oder Baumwolle, die für Flachs paſſiren will, weil ſie künſtlich gepreßt und geglättet worden iſt, und weil ihr von heiß gemachten Walzen die feinen Fäſerchen fortgebrannt worden ſind.
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