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ihm leider keinen Weg zu würdiger Reſignation; ſonſt hätte er an die große Wahrheit gedacht, daß die volle Tragik des Schickſals mit eiſerner Fauſt zumeiſt die erfaßt, welche auf den Höhen dieſer Welt wandeln.
In ſeinem gerechten Schmerze gewahrt er nicht, wie der Maler zu ſeinen Füßen mit herzloſer Gelaſſenheit ſeinen Kaſten öffnet, ein Blatt vornimmt und mit ironiſchem Ernſte ihn zuerſt zu verewigen ſucht. Eine Figur nach der andern läßt ſein gewandter Griffel ent⸗ ſtehen und kaum zucken dem Schalke die Mundwinkel, wenn ihm ein Strich ſo recht gelungen. Halb neugierig, halb ärgerlich ſchielt die ſchöne Tochter Englands zu dem Künſtler hinüber ich blicke lächelnd auf das Blatt— ſiehe, da eilt der Stift mit krampf⸗ hafter Haſt hin und wieder: ſehe auf ah, unſer gelehrter Freund, der Schullehrer, tritt mit freundlich lächelnder Miene herein, die Geſellſchaft ſo heiter begrüßend, als wolle er ihr den herrlichſten
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Sonnenſchein verkündigen. Sein triefendes Familiendach benetzt ſchon das Gewand der Miß und mit bangem Schrecken wehrt der glücklich trocken gelegte Papa ſchon von weitem das Nahen dieſes wandelnden Nedengufſer von ſich ab. Mit augſtvollen Zügen ſteht der Commis an der Thüre und ſchaut in das tobende Unwetter, als ob er es durch ein rS ßgebet beſchwören wolle. Aber kein Ende Unheils drinnen und draußen! Eben drängen zwei Knaben, wie die naſſen Pudel herein und dahinter ſchaut man auf zwei Erwachſene, die alle in dem engen Raume Unterkunft finden wollen. Und wäh⸗ rend noch hin und her kapitulirt wird, endigt der Maler mit einigen Strichen ſein köſtliches Bild.„Halt, mein Freund!“ Und damit lege ich die Hand an das Blatt.„Eine Copie für mich, die ſchönſte Entſchädigung für den verfehlten Naturgenuß!“„Recht gern, mein Beſter! Hier iſt ſie!“ Und damit beginnt er in aller Nuhe ſein freundliches Verſprechen zu erfüllen.
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Die feine und die derbe Lebensart.
Gloſſirt von Bogumil Goltz.
Die Grenzen der Natürlichkeit und
Wenn die übertriebene, die verſälſchte Kunſt und Wiſſenſchaft nicht das wahre Weſen und den Kern des Menſchen darlegt, ſo offenbart ſich doch die ideale, die göttliche Natur des Menſchen, in der gemeinen Natürlichkeit und Werktags⸗Nüchternheit nimmermehr! Egoismus, Profanſinn und Grobheit gehören doch ſicherlich nicht zu unſerm edleren Selbſt.
Beſſer eine edle Maske, als eine hündiſche Natur!
Frei fühlt ſich der Gebildete nur im Verkehr mit Gebildeten, mit Menſchen, die ein Maaß und eine Selbſtcontrole kennen, die ſich nicht ganz gehen laſſen, nicht formlos ſind. Unerträglich fallen uns Naturaliſten, die mit abgeſchmacktem Witz und pöbelhaftem Eie⸗ mus renommiren. Der Menſch, in deſſen Geſellſchaft uns wohl ſein ſoll, muß durch ſeine Perſönlichkeit die Garantie gewähren, daß uns mit ihm nie eine gemeine Szene, ein albernes Abenteuer, oder eine von den Fatalitäten paſſiren wird, welche uns in der Erinnerung eine Schaamröthe auf die Wangen jagt.
Der Untergrund alles Menſchenverkehrs bleibt Menſchen⸗ achtung, Menſchenwürde, Selbſtverleugnung, natürliches Wohlwollen und gegenſeitiges Vertrauen. Wo wir nur entfernt verſpüren, daß wir mit profanem Blick und Geiſte aufgefaßt, leicht taxirt und oben⸗ hin traktirt werden, daß wir nicht unbedingt vor Undelikateſſe, ja nicht einmal vor Spott und Beleidigung geſichert ſind: da können wir uns ſelbſt in heitern und gemüthlichen Augenblicken nicht wohl fühlen; denn das Damoklesſchwert hängt an einem Faden über unſerm Haupte, und wir haben das demüthigende Gefühl, daß wir unſere Sicherheit und wohlr wollende Behandlung der Gunſt des Augenblicks oder der glücklichen Stimmung der Leute verdanken. Dies iſt überhaupt der Unterſchied zwiſchen Naturaliſten und wohl⸗ gezogenen Leuten: daß wir uns der Letzteren immer, aber der kretion und Güte der Erſteren nur ſo lange ſicher halten dürfen, als ſie bei guter Laune ſind.
Es iſt ein alter wahrer Satz:„Vertraulichkeit erzeugt zuletzt Verachtung.“ Man darf ſich den Leuten nie ganz er⸗ geben, ſie nehmen das für eine Aufforderung zur gemeinen Familia⸗ rität, die mit Cynismus und Unverſchämtheiten ſchließt.
Nur edle, cbildele Menſchen dürfen ganz hingebend ſein.
Unverhaltene Natürlichkeit iſt eben das Heiligthum und der Gewinn der Liebe. Nur dem Freunde und der Geliebten zeige ich mein ganzes Herz, und was mich augenblicklich bewegt, ohne Ver⸗ hüllung. Die Welt darf mich nicht nackt, nicht ganz natürlich, nicht in wechſelnder Stimmung und in den Myſterien der Leidenſchaft ſehen. Liebe, Andacht, Begeiſterung, Freude, Schmerz vertragen eben ſo wenig die Oeffentlichkeit als Neid, Eitelkeit, Hoffahrt, Rach⸗ ſucht, Habſucht und Zorn.
Der ſterbende Sokrates verhüllte ſein Haupt; die entarteten Römer machten aber aus dem Anblick des Todeskampfes von Thieren und Menſchen einen Schauſpielgenuß.
Wir leben nun einmal nicht im Paradieſe, und mit den Klei⸗ dern haben wir auch Hüllen über den Geiſt geworfen, die dem Ge⸗
Dis⸗
Offenheit im Verkehr.
bildeten, dem Verſtändigen ſchon durch die Selbſtkenntuiß durchſichtig genug ſind, und nur von der Unverſchämtheit oder Brutalität abge⸗ legt werden. Es gibt Aufforderungen zur nackten Wahrheit und zur unumwundenen Offenheit, denen die Convenienz und jede Rück⸗ ſicht weichen muß; aber auch hier werden Schaam und Delikateſſe ein Maaß und eine Art zu treffen wiſſen, die man dem Profanſinn nicht begreiflich machen kann, die aber der Inbegriff des ſittlichen Daktes ſind.
Es kann eine rückhaltloſe Offenheit aus„u nſchuld voller Naivetät“ geben; aber ſie iſt zu ſelten, um als eine unverdäch⸗ tige und gangbare Lebensart überall legitimirt und gelitten zu ſein. Wie die Welt einmal ſteht und geht, darſ man der Naivetät ſelbſt da nicht trauen, wo ſie ganz in der Ordnung zu ſein ſcheint, wie bei der Jugend, oder bei unwiſſenden Leuten auf dem Dorf. Aber auch mit der wirklichen Natürlichkeit muß man ſo viel Wetter⸗ wendigkeit, Unwiſſenheit, Liſt und Albernheit in den Kauf nehmen, daß man ſich zuletzt lieber die gebildete Maske und Blaſirtheit ge⸗ fallen läßt.
Die Wel tmenſchen ſelbſt ſ en den Myſterien der innern Welt freilich viel naiver gegenüber, als ſie ahnen; aber dieſe Naivetät hat ihren Grund nicht in Unſchuld und tiefer Natur, ſondern in einer Flachheit und Seelenloſigkeit, die nicht an Poeſie und Gemütl hstiefe glauben kaun; und ſelbſt der tiefere, der kritiſche Verſtand wird durch Egoismus und Leidenſchaft um jede objektive Einſicht, alſo z der gemeinen Naivetät gebracht, die uns ſo häufig bei verderbten, eigennützigen Menſchen und bei groben Verbrechern entgegentritt. Solche Menſchen denken gar nicht daran, daß ihre Lebensart von dem Glauben der honneten Menſchen im Ernſte unterſchieden iſt; ſie ſind vielmehr erſtaunt, wenn ſie hie und da die Erfahrung machen, daß es gewiſſenhafte, gottesfürchtige, uneigennützige und ehrenhafte Menſchen gibt.
Selbſt die gebildeten und geſcheidten Menſchen ſind alſo viel zu beſcholten, zu unrein und gemein, um ohne Feigenblatt mit einander zu verkehren. Gibt es einmal eine partie honteuse, ſo muß ſie verhüllt werden, damit noch ein Reſt von Schaam konſervirt bleibe, der von dem Augenblick entweicht, wo der gemeine und un⸗ heilige Menſch„kein Blatt vor den Mundnimmt.“ Natür⸗ lich und ungenirt zu ſein, kann nur ein Vorrecht der edelſten und ſchämigſten Natur bleiben.
Was ſich ſe im Welt⸗ und Geſchäftsverkehr als natürliche Derbheit und Biederkeit giübt, iſt im ehrlichſten Falle Rohheit und sans facon; gewöhnlich aber nur eine plumpe Maske, hinter welcher die Verſchmitz stheit, die Gemeinheit und Unverſchämtheit, in allen Fällen aber Trivialität, Undelikateſſ e und Cynismus ein be⸗ quemes Spiel treiben..
Es iſt ſo eine Lieblingsmeinung trivialer Naturaliſten, daß die unverhaltenen Leute, die bei aller Gelegenheit offen mit der Sprache heranaehen⸗ die Jeden in„ihr Herz und in ihren Beutel gucken laſſen,“ unverfängliche, biedere Charaktere ſind und daß


