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offen ſind. In jedem ſolchen Bambusröhrchen ſteckt ein vergifteter Pfeil, den alſo der Jäger immer zum Schuſſe zur Hand hat. Sind die 12— 20 Gravatanas, die ſo in dieſen das ganze Packet einfaſſ en⸗ den Bambusröhrchen ſtecken, verbraucht, ſo holt der Jäger ein neues Dutzend aus dem Mittelpacket heraus und ſteckt ſie zur Bereitſchaft in die Bambusröhrchen.
Iazersſiinen uns dieſe heimtückiſchen Pfeile wegen ihrer Klein⸗ heit, ſo ziehen die großen Blasrohre, aus denen ſie geſch oſſen werden, Auch meßr unſere Aufmerkſamkeit auf ſich. An manchen Stellen, z. B. am Orinoco, werden ſie in ihrer Länge bis zu 9. Fuß und noch darüber aus einem unſiden Internodium eines Grashalmes gemacht; ſo berichten einzelne Reiſende. Ich habe ſolch Gras nicht zu Geſicht bekonimen und kann es nicht dorne beſchreiben. Die Sarabatanas, Blasrohre, von denen ich ſechs beſitze, und von denen das längſte 9 Fuß lang iſt, beſtehen aus einem doppelten Material, entweder aus dem ungemein ſchlanken, dünnen Stamm der Palme, Iriartea setigera, deren Mark ſich ſehr leicht ausbohren läßt, und dann eine ſchnurgerade Röhre darbietet,— oder aus zwei ſauber ausgehöhlten und dann wieder auf einander gepaßten Hälf⸗ ten ſchl anken Myrthen- oder Lorbeerſtammes. Die erſteren aus der Paxiuba mirim, wie die Iriartea setigera bei den Indianern heißt, zefertiten Sarabatanas ſind leichter, die zweiten feſter und dauerhafter. Beide aber werden, um alle Fugen und Sprünge an ihnen hermetiſch zu ſch ließ en, mit einer der Länge nach geſpaltenen Liane, deren Windungen eng an einander liegen, umſponnen und
dann das Ganze mit einem Harz noch vollends dicht gemacht. Auf das untere, dickere Ende wird noch ein Mundſtück aus Holz oder zwei Zähne vom Pekari, die die Mundwinkel des in das Rohr
hineinblaſenden Jägers decken ſollen, aufgeſetzt. Eine unſeren Büch⸗ ſenviſiren nachgemachte Aufheftung von zwei Coatizähnen iſt offenbar modernen Urſprungs und dient nur zur Zierde.
In dieſes ewig lange Blasrohr ſteckt nun der Indigter ſeine Gravatana. Hinter ihr ſtopft er einen kleinen Flauſch, einen lockeren Pfropfen verſchiedener, aus den großen, rothen Kapſeln von à Bom⸗ baceen hervorquellenden Baumwollenarten von weißer, röthlicher und grauer Farbe, die den Namen Baumwolle mehr verdienen, als die gewöhnliche Baumwolle. Letztere wächſt auf einem Buſch; jene Bombaceen, den Malvaceen, zu denen die wirkliche Baumwolle ge⸗ hört, nahe verwandt, haben dicke, große, oft ungeheuer mächtige Stämme, welche am Amazonenſtrom oft den ganzen Wald bilden zu wollen ſcheinen, und in ihrer zeitweiligen Blattloſigkeit und behängt mit ihren reifen, faſt gurkenartig iſ benden Samenkapſeln der ſonſt ſo üppig grünen Tropengegend einen höchſt eigenthümlichen Character verleihen. Die aus den aufſpringenden Samenkapſeln hervorquellende, ungemein elaſtiſche und leicht aus einander wehende Wolle fliegt oft in ganzen Flockenſchaaren umher am Waldufer des Amaz zonenſtroms.
So wie der Indianer ſein mit der Gravatana und dem nach⸗ folgenden Mungubapfropfen geladene Sarabatana an den Mund ſetzt, ſo iſt der Pfeil auch ſchon mit einem kaum vernehmbaren Hauche des Jägers fortgeſchnellt, während der Mungubapfropf kaum einen oder zwei Fuß tief in das Rohr hineinfliegt. So ungeſehen ſchlüpft die kleine Giftwaffe fort, ſo lautlos fliegt ſie, ſo ſchmerzlos trifft ſie, und ſo ſicher mordet ſie,d daß all unſere Kriegsprojectile nichts denen dieſe Erfindung ſind. Der kleine auf den Aeſten der Bertholletien oder Calopſyllen umherſpielende Uiſtiti, der ſich neben ſeinen Ge⸗ noſſen gemüthlich ſonnende Arara, der groß ſchnabelige Tucan,— ſie alle Finn kaum zuſammen, wenn die Giſtnadel ſie ſtreift. Aber bald fallen ſie in Zuckungen herunter, während die neben ihnen ſitzenden oder ſen enden Thiere die Kataſtrophe gar nicht zu bemer⸗ ken ſcheinen, und deßwegen vom Jäger nach der Reihe erbeutet wer⸗ den können.
Darum iſt dieſe Jagd mit der Sarabatana recht eine Lieblings⸗ jagd des Indianismus, welche gar zu gern auch von den zu ihm
kommenden und neben ihm wohnenden Europäern angenommen wird. Man ſieht gar oft weiße Leute mit Indianern, Knaben mit Männern vereint, alle mit der langen Sarabatana auf dem Rücken und einem Köcher voll Gravatanas, an dem noch der Mungubabeutel hängt, an der Seite, längs des s Waldes dahin ziehen zur geräuſch⸗ loſen und ergiebigen Jagd. Die Vergiftung des Thiers thut ſeinem Genuſſe nicht den geringſten? lbbruch oder Schaden.
So ge langt der Indianer, der Naturmenſch, zu ſeiner Nahrung. Hat er ſo ſein Wild erlegt, ſeine Schildkröte, ſeine Pirarucu, ſein Lamantin, oder ſeine Araras, Tukane, Affen oder ſonſtige eß⸗ bare Thiere, ſo iſt die Speiſe gar bald fertig. Schnell flackert das Feuer auf; ſchnell iſt das Wild abgezogen oder gerupft und ausge⸗ weidet; auf einen Stock geſteckt wird es an das Feuer gehalten und von allen Seiten gebraten, nur halb oder ſehr ſtark, je nach dem Geſchmack derer, die da eſſen wollen.
Dann wird gegeſſen! Ein Mahl im Freien, am braſilianiſchen Waldſtrom,— am Amazonenſtrom, an einem Zufluß des Parana, an einem Fluß von Dtbreſiliee⸗ wie wir den ganzen Keil d ſüdamerikaniſchen, nach Oſten blickenden Continentes, deſſen viel⸗ fache Ströme auf eigenem Wege zum Atl antiſchen Ocean fließen, nennen können,— ſolch ein Mahl, ein ſolches! Wer könnte ein ſolches Mahl, je iaden vergeſſen, mag es nun da geweſen ſein, wo der mächtige Amazonenſtrom ſeine rauſchenden Wirbel dahin⸗ n längs der ungemeſſenen Waldungen, aus denen die Vanil⸗ lendüfte hervorhauchen, während hoch oben unter dem blauen Tropenhimmel ganze Schaaren von farbenglühenden Araras dahin⸗ flattern und den Schmelz ihrer blauen, rothen und gelben Federn förmlich auszugießen ſ ſcheinen,— oder am Cubalao, mitten in den Waldgebirgen der Provinz Santa Katharina, wo nach der einen Seite hin der Fluß in prachtvollem Waſſerwirbel über die ihn hemmenden Granitmaſſen hinabdonnert, um unter dem Dach ſchlanker Myrthen und Acazien ſilberklar weiter zu laufen, während die Natur in Schlummer verſank, und die volle Mondſcheibe über dem Walde culminirte! Solche Momente ſind es, die immer wieder an das Wort des Dichters erinnern, und mich wohl hundert Mal daran er⸗ innert haben auf meinen braſilianiſchen Reiſen:
Mondbeglänzte Zaubernacht, Die den Sinn gefangen hält, Wundervolle Märchenwelt, Steig auf in der alten Pracht!
Wem aber die alte Pracht ſolcher Waldnacht nicht gefällt, und wer ein dolce farniente in noch einfacheren Umriſſen, als es ihm die Betrachtung der von der Jagd am und im Walde lebenden Indianer Vewährt, ſehen will, den führen wir an den Strand des tiefblauen Oceans, der in jener Tropenzone meiſtens friedlich und ſtill auf und ab wogt. Dort liegt unter ſeinen Cocospalmen, d die ſich längſt bei ihm eingebürgert haben, der halb von der Cultur be⸗ rührte Indianer, und thut gar nichts, wenn er ſatt iſt. Hungert ihn aber, ſo holt er ſich einige friſche Nüſſe von ſeinen Palmen, deren erfriſchende Milch er behaglich austrinkt. Dann geht er an den Strand, wo auf dem von der Ebbe bloßgelegten Uferſtrich tauſende von Taſchenkrebſen— Siris— umherkrabbeln. Davon greift er ſich einige und zerquetſcht ſie mit den zarten Körnern der Cocosnüſſe zu einem Brei, den er lähenwen und mit einigen Körnern des Capſicum, der Pimonta, beſtreut. Dieſe göttliche frigideira verzehrt er dann in der zum Verdauen ſo günſtigen glückſel lnen Zufriedenheit, und begreift nicht, wie ſich jemand nach einem Lande ſehnen mag, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen.— Den blauen Ocean vor ſich, die rauſchenden Palmen hoch über die Siris und Cocosnüſſe um ſich, die kleine Hitt⸗ hinter und dazll das nündeeneils Klima, welches vom Seewinde liebt lich gekühlt wird,— wahrhaftig man könnte ihn in dieſer Situation ſchon beueiden.
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