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Stimmung für unſre hohen Gönner, die uns mit nicht minderer Sorglichkeit in das wirre Kriegsgetreibe hineinzulootſen bemüht ge⸗ weſen, als ein ſorgſamer Mentor, der ſeine beiden Zöglinge zum erſten Male zur hohen Schule ſendet.
So ging's nun weiter und weiter, durch hochſtämmigen Buch⸗ wald, am blauen Meerbuſen entlang(im Sommer gewiß ein herr⸗ liches Landſchaftsbild). Luſtig dampften die Cigarren, die Herzen wurden weit und voraus flog die Phantaſie in ahnungsvoller Haſt! Da kommen und ziehen vorüber raſſelnde Munitionswagen, neuen Bedarf holend, Transport⸗Fuhrwerke, meiſt mit Augenkranken, wohl auch Leichtbleſſirten, beſtaubte Staffetten und Feldpoſtreiter, kurz der ganze Apparat einer kriegführenden Armee. Ein Bauer⸗ wagen rollt eilig vorüber: Prinz A. von den heimiſchen Lanzen⸗ reitern darin; Erkennen, Begrüßen, auf Wiederſehn, dahin, dahin!
lange ſo gehalten ſei und dieſe Paſſivität nichts anderes bedeute,
Schon dröhnt dazwiſchen in gemeſſenen Intervallen, fernher, der Ge⸗
ſchützdonner herüber von den Schanzen bei Düppel, dieſem letzten Bollwerk dä⸗ niſcher Gewaltherrſchaft auf deutſchem Boden. In ſteigender Spannung er⸗ reichen wir die mit Pio⸗ nieren bemannte Fähre bei Ekenſund, die wir, nach geprüfter Legitima⸗ tion an den Vorpoſten, betreten dürfen. Heimath⸗ klänge erreichen mein Ohr, ächt rheiniſches Platt⸗ deutſch, daheim verachtet, wird hier im Sundewitt zu fröhlicher Muſik! Köl⸗ ner, Düſſeldorfer Jungen führen die Ponte, ein hoch⸗ gewachſener, blondgelock— ter, prächtiger Kerl kom⸗ mandirt als Sergeant, der Sohn eines Düſſeldorfer Arreſthausaufſehers, mit der Tapferkeitsmedaille geſchmückt, mit dem natür⸗ lich ſofort Freundſchaft geſchloſſen wird. Er war bei Arnis der erſte ge⸗ weſen, der Nachts mit wenig Mann auf kleinem Boot über die Schlei ſetzte, um das jenſeitige Ufer nach Dänen abzuſpüren — ein kitzlicher Auftrag, den er muthig und glück— lich ausführte.— Drüben ging dann die Fahrt weiter ins Land hinein, über Broacker mit ſeinen weithin ſichtbaren Doppelthürmen, ſeinem, durch die weiße Flagge kenntlichen ſchweren Feldlazareth. Einige Geneſende lagen vor der Thür in ihren ſaubern Betten, zu einer Cigarre die friſche Luft und den ſtillen Nachmittagsſonnenſchein genießend. gelangten wir dann nach Dünth, wo an der großen Windmühle Halt gemacht und abgeſtiegen wurde.
Da lagen ſie denn zum erſten Male vor uns, die verhängniß⸗ vollen, gewaltigen Schanzen, wie rieſige Maulwurfhaufen vom blauen Abendhimmel ſich abhebend, und wenn auch in anſehnlicher Ferne, etwa 4000 Schritt, jenſeit des Wenningbundes, konnte ich doch deutlich mit bloßem Auge in den Erdwerken der Belagerer umher⸗ ſtehende und gehende Artilleriſten bei ihrem hölliſchen Handwerk erkennen. In längeren Zwiſchenpauſen, aber ruhelos dröhnten ihre
So unternehmende Stimmung, in der wir„etwas Stroh zum
(chen im Erdgeſchoß des Fährhauſes, Dauer ſeiner Anweſenheit zu etwaigem Nachtquartier vorbehalten
Schüſſe zu uns herüber, ſchoß Blitz und Qualm aus den gewaltigen Feuerſchlünden der preußiſchen Batterien, platzten hoch über den Schanzen die Wurfgeſchoſſe, ein kleines feſtgeballtes Wölkchen in dem reinen Abendhimmel zurücklaſſend, das ſich erſt nach langem Dahin⸗ ſchweben langſam auflöſte und verſchwand. Die furchtbare Wirkung unſrer Geſchoſſe aber war zur Genüge erkenntlich an den phantaſtiſch unregelmäßigen Silhouetten der einzelnen Krater, an ihren zu Mull, gleich einem Sieb, zerwühlten Außenwänden.
Der Däne beharrte in abſolutem Schweigen, was für mich, den Neuling, anfangs etwas unheimlich Beengendes hatte. Auf der Höhe bei uns ſtehende Soldaten erzählten mir indeß, daß es ſchon
als das ſtumme Zugeſtändniß der Ueberlegenheit unſrer Geſchütze und ihrer eignen Ohnmacht in dieſer Waffe.
Während unſrer ganzen Anweſenheit hörten wir am Tage nur wenig däniſche Schüſſe; nur Nachts, wann durch das Dunkel die Ueber⸗ legenheit ausgeglichen wurde, brüllten die ſchwe⸗ ren Mörſer und 84⸗ Pfünder hinab, knatterten Flintenſalven dazu, mit denen zur Zeit der Vor⸗ poſtenablöſung die ab⸗ und anziehenden Batail⸗ lone ſich beſchoſſen, ohne ſich indeß allzugroßen Schaden zu thun.— Bis zu den letzten Tagen vor dem Sturm galt dagegen unter den gegenſeitigen Vorpoſten das ſtillſchwei⸗ gende Abkommen der Menſchlichkeit, ſich nicht einzeln zu beſchießen, ja es kam vor, daß Offiziere und Gemeine zu einander hinüber und herüber ka⸗ men und einen Trunk aus der Feldflaſche mit einander wechſelten.
Die ſinkende Sonne mahnte endlich zur Rück⸗ kehr nach Ekenſund, wo wir nach Anweiſung des Fürſten unſer Haupt⸗ quartier aufſchlagen ſoll⸗ ten. Dort angelangt, ent⸗ ließen wir unſere ehr— lichen Roſſelenker aus dem deutſchpatriotiſchen Angeln und bezogen das gemüthliche kleine Stüb⸗
das ſich der Fürſt für die
hatte. Ein kräftiger Imbiß aus kaltem Roaſtbeef, Anchovis, Hol⸗ ſteiner Käſe und ſteifem Grog beſtehend, erhöhte unſre nnurtſaliſhe Nacht⸗ lager“ forderten, aber ſchließlich doch, wenn auch faſt widerſtrebend, das Anerbieten zweier tadelloſer Betten acceptirten, die im obern Stock des überfüllten Hauſes in einem geräumigen Billardſaal für uns bereit gemacht wurden. 7—
So fanden wir dort während der ganzen Zeit unſerer Can⸗ pagne ein höchſt behagliches Aſyl, in dem von Kriegsvolk über⸗ ſchwemmten Lande eine gewaltige Seltenheit.
(Fortſetzung folgt.)


