Kaiſer Joſeph und der Sekretär.
konnten nicht einmal lange genug beiſammen bleiben, um ihre Wünſche, ihre Befürchtungen ganz auszuſprechen. Ein Zug von Nonnen kam auf den Gang zu— noch einmal zog Walther die Geliebte an ſich, noch einmal ſchwor er ihr, daß ſie die Seine werden müſſe— dann mußte er fliehen, ſie allein zurücklaſſen in den Mauern des Kloſters, die ſie vielleicht für ewig begraben ſollten.
Als Walther nach dem Dorfe zurückkehrte, war der Wagen längſt wieder in Stand geſetzt. Aber ſo ſehr der junge Mann vor wenigen Stunden noch geeilt hatte, dieſen Ort zu ver⸗ laſſen, ſo ungern ſchied er jetzt und ſeine Blicke hingen unverwandt auf den hohen Bäumen des Parkes, die jetzt im Glanze der tiefſtehenden Sonne golden ſtrahlten. Erſt als der Park und das Kloſter ſeinen Blicken entſchwunden war, ließ er die Pferde ausgreifen.
Welch ein Tag! Er hatte ihm das Geſtänd⸗ niß der Liebe derjenigen gebracht, an der ſein ganzes Herz hing, hatte ihn zum Glücklichſten aller Menſchen gemacht, und oft hätte ſich Wal⸗ ther aus dem Wagen ſchwingen und durch die Lüfte zu ihr fliehen mögen! Aber wenn er dann daran dachte, daß ſie doch vielleicht für ihn ver⸗ loren ſei, daß keine irdiſche Macht ſie mehr von dem Gelübde erlöſen könne, das ſie ſich leider zu früh auferlegt, dann mußte er ſeine ganze Kraft zuſammennehmen um nicht in Verzweiflung aus⸗ zubrechen, und der Wagen ſchien ihm ein Sarg, in dem er pfeilſchnell dem Abgrunde, dem Nichts, der Verzweiflung des Todes zugeführt werde.
In einem ganz mit geſtreiftem und geblüm⸗ tem Zeuge dekorirten Zimmer ſaß Kaiſer Joſeph an einem Schreibtiſche vor einem Fenſter, das die reizende Ausſicht auf den Augarten, die Donaubrücke und den Prater bot. Es war der letzte Herbſttag, den er in ſeinem Landhauſe in dem Augarten zubringen wollte. Die Jahreszeit war ſchon vorgerückt. Aber die Luft war faſt ſommerlich warm geblieben und der Kaiſer konnte
ſich nur ſchwer von ſeinem Lieblingsaufenthalte trennen.
Er war ganz allein, hatte die Feder in der Hand und ſaß gedankenvoll vor dem Tiſche, der mit Papieren bedeckt war. Eine Uhr ſchlug elf und der Kaiſer blickte auf. Faſt mit dem Glockenſchlage fuhr ein ziemlich großer, ganz verſchloſſener Wagen auf den Hof der Villa, nach dem hinteren Eingange. Ihm folgte eine elegante Karoſſe, aus der einige Damen ſtiegen. Der Kaiſer ſtand auf und zog ſich ein wenig vom Fenſter zurück, damit ſie ihn nicht ſehen ſollten. Aber er lächelte dabei.
Eine Thür öffnete ſich jetzt und als der Kaiſer ſich umblickte, ſah er einen jungen Mann im Civilanzuge, mit einem Ordensbande im Knopfloch vor ſich ſtehen. Es war ein ſchöner, junger Mann, und der Kaiſer betrachtete ihn mit ſichtlichem Wohlgefallen. Sein Geſicht war etwas blaß und hatte einen etwas melancholi⸗ ſchen Ausdruck.
— Nun, Eſchenburg, ſagte der Kaiſer, iſt Alles in Ordnung?
— Alles, Majeſtät, Rath.
— Und wie befindet ſich die junge Dame? fragte der Kaiſer weiter.
— So gefaßt und ruhig, wie es eine Frau von gutem Verſtande und richtig fühlendem Her⸗ zen nur ſein kann, antwortete Walther. Sie wünſcht, die Ceremonie wäre beendet.
— Ach ja, das wünſche ich auch! ſagte der Kaiſer mit einem Seufzer. Aber es läßt ſich doch einmal nicht ändern. Sie glauben alſo nicht, daß wir Zeugen einer uuangenehmen Scene ſein werden?. — Von Seiten der jungen Dame iſt nichts zu befürchten, äͤntwortete Walther.
— Nun, und die Anderen werden wir ſchon ſtill bekommen, antwortete der Kaiſer. So wol⸗ len wir denn hinabgehen und die Sache ſo raſch als möglich beendigen. 7
Der Kaiſer ſtieg eine ſchmale Schneckentreppe hinab, die nach dem Salon des Erdgeſchoſſes führte. Dort erwarteten ihn einige Diener, denen er einen Wink gab. Darauf traten die Grafen Roſenberg und Laſcy ein und ihnen folg⸗
antwortete der junge
ten einige andere Herren, die an einem Tiſche
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