Kaiſer Joſeph und der Sekretär.
liſt und Tücke der Menſchen an mir ſelbſt erprobt hätte, aber ich habe geſehen, wie ſie über Andere triumphirten, wie ſie mir ein Herz abwendeten, von dem ich hoffte, daß es mir wenigſtens in treuer Freundſchaft ſtets ergeben ſein würde. Ich weiß wohl, daß es eine Thorheit von mir war, mein ganzes Erdenglück auf dieſes Herz zu bauen, aber ich that es, und ich kann den ſchweren Schlag, der es mir entriß, nicht über⸗ winden. Viel anderes Leid iſt dann dazu ge⸗ kommen. Erſt vor Kurzem habe ich die menſch⸗ lichen Leidenſchaften in ihren traurigſten Wir⸗ kungen wieder kennen gelernt, und nichts feſſelt mich an das Leben, als die Liebe zu meinem Kaiſer und zu meinem Vaterlande.
— Sie lieben den Kaiſer Joſeph? ſragte die Dame.
— Von ganzer Seele, antwortete Walther, und wie einen Freund. Se. Majeſtät haben auch ſtets wie ein Freund an mir gehandelt, und es ſind eigenthümliche Schickſale, die meine Perſon an den hohen und erhabenen Herrſcher knüpfen. Er hat mich jetzt zu ſich zurückgerufen, nachdem er mich lange nicht geſehen und mich eine Zeit lang ſogar todt geglaubt.
— Tod geglaubt? fragte die Dame haſtig und ſich raſch zu Walther hinwendend.
— Ja, antwortete dieſer. Ich war unter eine Zigeunerbande gerathen, die mich von Buda⸗ Peſth fortſchleppte und in der Einſamkeit der Pußten gefangen hielt. Wenn nicht die Pflicht mir Schweigen auferlegte, ſo würde eine Erzäh⸗ lung deſſen, was ich in jener Zwiſchenzeit er⸗ fahren, intereſſant für Sie ſein. Doch vielleicht auch nicht! Genug, ich werde jetzt meinen kai⸗ ſerlichen Herrn wiederſehen. Seine Huld iſt die einzige Sonne, die mir noch leuchtet. Er ſelbſt hat mir gemeldet, daß alle meine anderen Pläne und Hoffnungen für ewig verloren ſeien.
Ob der jungen Nonne nun dieſe Mitthei⸗ lungen gleichgültig waren, oder ob ein anderer Grund ſie in ſo tiefe Träumerei verſenkt hatte, genug, ſie ſaß regungslos, das Haupt vorge⸗ beugt und mehr als eine Minute verging, ehe ſie Walther auf ſeine Worte antwortete.
ſie dann. Sie ſprechen von einem Herzen, das Ihnen verloren gegangen ſei. Haben Sie ſich auch wirklich davon überzeugt, daß es der Fall geweſen? Auch mir ging es ähnlich. Auch ich glaubte, ein Freund ſei mir untreu geworden, habe mich vergeſſen. Und bald darauf mußte ich erfahren, daß man ihn durch Hinterliſt und Betrug von mir fern gehalten, daß er oft an mich gedacht und ganz ſo gehändelt, wie ich es gewünſcht. Wiſſen Sie genau, ob nicht auch Sie ſo getäuſcht ſind?
— Es kann ſein, ſagte Walther ſchmerzlich, aber ich glaube es nicht.
— Ich ſpreche nur von meinem eignen Fall! fuhr die Nonne fort. So weit verſtieg ſich die Bosheit meiner ſogenannten Freunde, die nur nach meiner Hand und meinem Vermögen ſtreb⸗ ten, daß ſie dem Manne, dem ich von Jugend auf meine innigſte Freundſchaft geſchenkt hatte, einen falſchen Brief ſchrieben mit der nachge⸗ ahmten Hand meiner Geſellſchafterin, worin ſie ihm ſagten, daß ich ſelbſt von ſeinen Briefen nichts mehr wiſſen wollte.
— Mein Gott! rief Walther, deſſen Unruhe bis auf den höchſten Grad ſtieg. Dieſer Fall
wenn ich daran dachte, ſo fand ich wenigſtens
kein Mittel, ihn aufzuklären. — Doch war das nicht das Schlimmſte für
mich, fuhr die Dame fort, mit einer Stimme, der
glaubte. man mir erlaubt hätte, mich zu rechtfertigen. Aber als ich den Betrug entdeckte, als mir durch Zufall die Augen aufgingen über den ſchänd⸗ lichen Verrath, den man mir geſpielt, als ich erfuhr, daß der Mann, der ſich um meine§ and bewarb, eine Andere, die Tochter meiner Geſell⸗ ſchafterin, verführt und ſchutzlos in Linz zurück⸗ gelaſſen habe, als ich erfuhr, daß ſein Vetter, der meine Schweſter hingemordet, darnach ſtrebte, auch mich in ſein Netz
nach Wien eilte, um dem Freunde, dem ich ſo
— Und dennoch kann man ſich irren! ſagte
ihn zu beſchwören, mir ſein Herz wieder zu öffnen
ſieht dem meinigen ſo ähnlich! Und ich habe nie daran gedacht, daß es ein Betrug wäre. Oder
zu ziehen, und als ich
Walther noch jetzt den zitternden Klang anzuhören Ich würde Alles vergeſſen haben, wenn
viel Unrecht gethan, die Kränkung abzubitten und
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