Jahrgang 
6 (1851)
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Kedderic von Norrmann.

kehrt angelegtes Tambourſchurzfell, oder ſonſt etwas war.

Und an dieſen Putz der oberen Stockwerke nun ſchloſſen ſich grünſammetne Beinkleider und mächtige Krempſtiefel mit den nöthigen Vorrich⸗ tungen gegen die Glätte, die aber, gleichſam kokettirend, ſo weit herabgeſchoben waren, um weiße Zwirnſtrümpfe und den Anfang einer ſchö⸗ nen, vollen Wade ſehen zu laſſen.

Fedderic, der trotz des alten Lorſen, welcher ſein Garderobier geweſen, in dieſem Lande, das von Gott verlaſſen zu ſein ſcheint, deſſen Bewoh ner aber, was Leiſtungen und Entbehrungen an⸗ belangt, ihres Gleichen ſuchen, faſt ſchon für einen Stutzer hätte gelten können, hatte deshalb doppelt Urſache, ſich über den beſchriebenen An⸗ zug in dieſen Wäldern zu verwundern.

Aber der junge Mann, der die Bärenjagd eben ſo genau wie den Bären in der Wildniß kannte, und nicht, wie wir, gezähmte, an der Leine verhungerte, hatte auch Urſache, über die Geräthſchaften, welcher jenes Männchen ſich zur Bärenjagd bediente, zu ſtaunen.

Denn die kühne, mehr als kräftige Geſtalt des franzöſirten Schweden zeigte von Waffen nichts weiter, als ein ganz kurzes Jagdmeſſer.

Wer aber den Bärenjäger ohne den Bären geſehen, hätte glauben ſollen, der erſtere ziehe auf den Stint⸗ oder Weißfiſchfang aus.

Dafür ſprach nämlich ein ſogenanntes Keſſel⸗ netz, welches er, an einem langen Stiele befeſtigt, in ſeinen Händen hielt und das ſich von jenen Fangzeugen, deren man ſich für Fiſche bedient, nur durch ſeine rieſigeren Dimenſionen unter⸗ ſchied.

Es iſt ſchwer zu ſagen, ob Fedderic den Zweck deſſelben ſofort errieth, und es wäre ihm ſolches auch nicht zu verdenken geweſen, da die Zeit, welche ihm zum Nachdenken blieb, nur kurz gemeſſen war.

Denn als er mit einem flüchtigen Blicke, was hier geſchildert worden, überflogen, änderte ſich die Scene, um in der Darſtellung noch man⸗ nichfaltiger, als ihre äußere Erſcheinung bunt und belebt zu werden.

Eine der Doggen wagte wirklich den Bären

anzugreifen, und Petz drückte ſie mit derſelben ehrbaren Miene, welche er bisher angenommen hatte, an ſeine rauhe Bruſt, während der Hund ein Geheul erhob, daß ſelbſt der Schnee unter ſeiner Eisdecke zitterte.

Vielleicht durch die Noth ſeines Partners oder auch durch den natürlichen Inſtinkt der Thiere getrieben, welcher fühlt, daß eine be⸗ ſchäftigte Kraft nicht anderweit zu verwenden iſt, ſprang auch der andere Hund hinzu.

Aber Petz ſchleuderte ehrbar die gequetſchte Dogge von ſich und umſchloß die andere mit ſeinen Tatzen, indem er dieſe Liebkoſung durch ein angenehmes Schnurren ſeiner Stimme be⸗ gleitete.

Der Mann, welcher die Hunde auf den Bä⸗ ren gehetzt, ſprach zwar in Folge dieſer Wen⸗ dung der Dinge einige Worte, aber er handelte wider Fedderics Vermuthen viel mehr, als er ſprach.

Denn ohne Furcht und nur jene Waidmanns⸗ luſt auf ſeinem durch die Perrücke eingerahmten Geſichte, die nicht einmal eine Gefahr kennt und ſie noch weniger ſcheut, ſprang er ſeinen Hun⸗ den zu Hülfe.

Was aber nun Fedderic ſah, war ihm zwar neu, indeſſen ganz geeignet, ſeine Theinahme vollkommen zu erregen, die dieſe Jagd an und für ſich ſchon erforderte.

Der Mann nämlich hob ſeine lange Gabel mit dem Keſſelnetze, welches mehrfach und min⸗ deſtens ſechs Fuß lang zu ſein ſchien, ſprang auf den Bären zu und verſuchte nichts Geringeres, als dem unbeſcheidenen Burſchen das Netz über Kopf und Tatzen zu ſtreifen.

War es nun aber, daß Petz, der diesmal rechtmäßig den Vergleich mit dem bemooſten Haupte einer Burſchenſchaft verdiente, ſchon in dieſer Wiege gewiegt worden, oder hatte es ſei⸗ nen andern Grund, kurz, er warf den Kopf zu⸗ rück, und ſtatt ſich über ſein Haupt zu ſtreifen, fiel die eine Seite des Dreiecks, welches die Ga⸗ bel bildete, auf ſeine Schnauze.

Der Bär beantwortete dieſe Ungeſchicklichkeit und Unhöflichkeit des Jägers durch ſein bekann⸗ tes Brummen und ſchleuderte auch den zweiten

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