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edderic von Norrmann. 13
gen, und wenn Ihr Euch nicht im Walde ver⸗ irrt, ſo könnt Ihr jenen zu Abend erreicht haben.
— Ich danke! ſagte der junge Mann und ritt davon.
— Gott befohlen! rief ihm ſein Wirth nach und ſchritt in ſeine Hütte zurück.
Der heutige Weg unſeres Reiſenden führte ihn bald in einen Hochwald, der ohne Unter⸗ brechung zu beiden Seiten hinlief, und in dem⸗ ſelben ſah er auch wieder Leben in der erſtorbe⸗ nen Natur auftauchen, denn ein Reh oder ein Hirſch ſetzte zu Zeiten über die Lichtung, oder einzelne Wölfe und Luchſe verfolgten die Spur dieſer Thiere.
Die Raubthiere ſtutzten meiſtens, wenn ſie den Reiter erblickten, und warfen einen begehr⸗ lichen Blick auf ſein ſchnaubendes Pferd. Doch
da ſie allein waren, ſo eilten ſie ſchleunig von
dannen, ohne es nöthig zu machen, daß der junge Mann ſeine Piſtolen hervorzog, nach welchen er jedes Mal ſeine Hand ausſtreckte.
So gelangte Fedderic am zweiten Tage ſei⸗ ner Reiſe, ohne zu verirren, an den nächſten Weiler, beiläufig acht Meilen, was zwölf deutſche macht, von jenem erſten entfernt, und ward dort mit derſelben Herzlichkeit wie bei dem letzteren empfangen.
Fedderic war jetzt wieder ein Menſch, der mit Menſchen zu leben verſtand, obwohl ſeine Bruſt noch nicht heil von den ihm geſchlagenen Wunden geworden. Er plauderte und hörte plaudern.
Am nächſten Morgen ſagte ihm ſein Wirth, daß er noch vor Abend Kongsöhr erreichen könne, und da er dies beabſichtigte, ließ er ſein Roß ausgreifen, ſo oft es der ſich durch den Wald windende Weg erlaubte.
Fedderic mußte daher um die Mittagszeit, wie er meinte, dieſem Orte nahe ſein, als Rü— dengebell und ein dumpfes Murren, wie das Herrannahen eines Sturmes, durch den ſtillen Wald tönte.
Der junge Mann wendete den Kopf nach jener Richtung, denn er kannte dies brummende Geköſe, und auch ſein Pferd ſchien es zu kennen,
denn es ſpitzte die Ohren, öffnete ſeine Nüſtern weit und ſchrak zuſammen.
Das Brummen aber wiederholte ſich und das Hundegeklaff ward ſtärker, ohne jedoch ganz eine menſchliche Stimme zu übertönen, welche ſich dazwiſchen hören ließ. Fedderic gab ſeinem Pferde die Sporen und ſprengte vor.
Zum dritten Male erhob ſich das zornige Brummen, welches jetzt wie ein Gebrüll klang, das die brandenden Wogen an der felſigen Küſte verurſachen. Fedderic zog ſein Schwert und gab dem Pferde abermals die Sporen, da es ſich ſträubte, vorwärts zu gehen.
Hiernach folgte es dem Willen des Reiters und nach einigen Sprüngen trug es denſelben an eine Lichtung des Waldes, welche ein Schau— ſpiel darbot, wie es nur einzig in ſeiner Art ſein konnte.
In der Mitte dieſer Lichtung nämlich hatte ſich der König der ſkandinaviſchen Wälder, der Bär, aufgerichtet und marſchirte unter zornigem Gebrülle, aber mit der Miene eines griechiſchen Weiſen, auf ein Doggen-Paar los, welches ihn anzugreifen Luſt hatte, doch ſtets wieder zurück⸗ wich, wenn Petz ſeine gewaltige Tatze zum Schlage hob..
Dieſe Doggen aber wurden in ihren Unter⸗ nehmungen angefeuert durch einen Mann, deſſen Erſcheinung eben ſo auffällig, wie die erſt be— ſchriebene Scene intereſſant war, und der gerade ſo ſehr einem Jäger glich, wie die Art ſeiner Jagd verſtändig zu nennen war.
Denn was zunächſt ſeine Ausſtaffirung an⸗ langte, ſo beſtand dieſelbe, von oben betrachtet, aus einem dreieckigen, franzöſiſchen Hute, den der deutſche Humor einſt eine Nachtlampe mit drei Düllen zu nennen beliebte.
Unter dieſer Nachtlampe hervor aber wallte in gepuderten Ringellocken eine Allongenperrücke, welche bis auf den halben Rücken, die Ober⸗ arme und die Bruſt herabfiel, ſo daß von einem mit Silber geſtickten Rocke, den hinten noch ein von den Schultern geworfener ſpaniſcher Mantel bedeckte, faſt nichts zu ſehen blieb und eine lange weiße Weſte nicht recht erkennen ließ, ob ſie
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wirklich ein ſolches Kleidungsſtück, oder ein ver⸗


