12 Kedderic von
-qq—B—B—
Norrmann.
an ſeine Lage, und jenes ſanfte Feuer milderte die Schmerzen ſeiner Bruſt.
Denn das Nordlicht iſt dem Nordländer ein Freund, der ſeinen Kummer verſcheucht, dem er ſein Glück mittheilt, der ſeine Thränen trocknet und ſeine Freude mildert; es iſt ihm ein Zeichen der Nähe des Schöpfers und ſeiner ſpendenden Hand, deren Sorge für die Schöpfung ſich wohl nirgend deutlicher zeigen kann, als in dieſem un⸗ vergleichlichen Lichte, das den Polargegenden mehr als die Sonne iſt, weil ſie dieſelbe entbehren kön⸗ nen und dieſes nicht.
Solcher Art waren die Einwirkungen, unter denen der junge Mann jetzt ſeine Reiſe fortſetzte, die ihm nicht lang wurde, weil er wußte, wie weit es bis zur nächſten menſchlichen Woh⸗ nung war.
Endlich aber trat der Umriß und die Ge⸗ ſtalt eines ähnlichen Gehöftes hervor, wie das⸗ jenige war, welches er am heutigen Morgen verlaſſen.
Vor demſelben hielt der junge Mann ſein Pferd an, und da die im Hofe befindlichen mäch⸗ tigen Hunde bereits lange ein fürchterliches Ge⸗ heul angeſtimmt hatten, ſo durfte er ſeine Anwe⸗ ſenheit nicht weiter anmelden.
Ein hoher, kräftiger Alter trat aus der Hütte und reichte ihm die Hand, indem er ihn will⸗ kommen hieß.
Doch als der Mann die Richtung des Pfer⸗ des ſah, fügte er hinzu:
— Ihr ſeid zwar ein Norweger; doch ſeid willkommen und tretet ein.
— Ihr irrt, antwortete der junge Mann, ich bin ein Schwede.
— So ſeid doppelt willkommen, doch als Gaſt reiche ich auch dem Norn meine Hand.
Fedderic übergab ſein Pferd dem Manne und trat in das Haus.
— Seid willkommen! Seid willkommen! hieß es wiederholt, und mehrere Mädchen boten dem Reiſenden ihre Hand dar.
— Ich danke! erwiederte der Jüngling und blickte den Dirnen in das Geſicht, welche dieſem Blicke unbefangen begegneten.
Fedderic war nicht ermüdet, denn der Nord⸗
länder iſt an Strapazen gewöhnt. Aber er fühlte ſich ermattet, weil ihn die ungewohnte Aufre⸗ gung angegriffen hatte.
Er verſpeiſte deshalb ſein mageres Abend⸗ eſſen, beſtehend aus Haferbrod und Hafergrütze, ohne ein Wort weiter zu ſprechen.
Da aber der Gaſt ſchwieg, ſo ſchwiegen auch ſeine Wirthe, weil der unwiſſendſte ſkandinaviſche Bauer ſtets mehr Beſcheidenheit und zarte Auf⸗ merkſamkeit für den Gaſt, der auf ſeine Koſten lebt, beſitzt, wie der polirteſte deutſche Gaſtwirth, welcher doch auf Koſten ſeiner Gäſte lebt und für ſeine Aufmerkſamkeiten einen Lohn empfängt.
Als aber Fedderic geſpeiſt, fragte ſein Wirth, ob er ſich gleich zur Ruhe legen wolle.
— Ja, Freund! antwortete der junge Mann,
und man bereitete ihm ein Lager, wie es hier zu
jener Zeit meiſtens Sitte war, von getrocknetem Laube, Berggräſern und Thierfellen.
Fedderic warf ſich auf daſſelbe und ſchlief wie ein Menſch, der jung iſt, keine Sorgen, dagegen aber ein gutes Gewiſſen hat. Dies iſt der Vor⸗ zug, welchen die Jugend genießt, ſelbſt wenn ſie bekümmert iſt, und auch Fedderic erfreute ſich deſſelben.
Geſtärkt erhob er ſich deshalb am nächſten Morgen und die Vergangenheit fing an, ihm wie ein ſchwerer Traum zu erſcheinen, den er ge⸗ träumt, als ſein Geiſt noch in unbewußter Däm⸗ merung gefangen lag.
Jetzt dagegen fühlte er ſich frei, und dieſe Freiheit machte ihn ſtolz, weil ſie ihm Kraft verlieh.
Der junge Mann trank den ihm vorgeſetzten gewärmten Branntwein, aß den Haferkuchen und dankte ſeinem Wirthe und deſſen freundlichen Töch⸗ tern, die ungenirt kaum ſechs Schritte von ihm ihre Nachtruhe gehalten hatten.
Fedderic fand ſein Pferd gut gepflegt und ſchon geſattelt vor dem Hauſe, er ſchwang ſich in den Sattel und fragte ſeinen Wirth:
— Könnt ihr mir die Straße bis Stockholm beſchreiben?
— Das kann ich nicht; aber diejenige bis zum nächſten Weiler vermag ich Euch zu bezeich⸗ nen. Folgt dieſer, die Ihr bereits eingeſchla⸗
———
ihn ba brechun ſelben nen Na hirſch einzelne dieſer Die den Re lichen? da ſie dannen Mann jedes G ner R. Weiler macht, mit de empfan Fe mit M Bruſt Wund plaud A daß und ausgr winde


