Jahrgang 
5 (1851)
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Unterdeſſen hatte ſich Nanny, wie es die Dienerin gemeldet, wirklich entkleiden laſſen und war zu Bette gegangen. Dieſe letztere aber hatte die Herrſchaft davon nur unterrichtet in der Hoffnung, daß man ihr Werk gut heißen und ſie beurlauben werde. Doch die Zofe irrte, denn die Baronin ſagte:

Es iſt gut, Marie, aber bleiben Sie bei dem Kinde, bis Jemand von uns demſelben Ge⸗ ſellſchaft leiſten wird.

Das Mädchen ſchritt verdrießlich wieder zu der Kranken hinauf.

Nanny lag noch ſo, wie Marie dieſelbe kurz zuvor verlaſſen, und blieb auch noch längere Zeit ohne Bewegung; die Dienerin langweilte ſich fürchterlich und beklagte im Stillen ihr Mißgeſchick, durch die Krankheit des Kindes den Vergnügungen, welche die Dienſtboten ſich ſo gut wie ihre Herrſchaft geſchaffen, entrückt zu ſein. Nanny bemerkte und benutzte es.

Sie ſind traurig, Mariel ſagte ſie leiſe.

Marie ſeufzte.

Ich verderbe Ihnen den ganzen Abend; aber mein Gott, kann ich denn dafür?

Die Zofe ſeufzte ſtärker; Nanny weinte und

ſagte ſchluchzend: Sie brauchen indeſſen hier nicht zu wei⸗

len; gehen Sie immerhin Ihren Freuden nach, ich fuͤhle mich bereits wieder wohler.

Ach, Fräulein! rief das Madchen ent⸗ zückt, Sie ſind ſo gütig, aber was würde die Frau Baronin ſagen?

Wenn ich Sie fortſchicke, Marie? Ihnen gewiß kein Wort. 1

Einen Moment zögerte die Dienerin noch, twährend Neigung und Pflicht miteinander kämpf⸗ len, dann jedoch ſiegte erſtere und ſie eilte ſo eiſe als ſchnell von dannen. Hatte doch ſie heute Abend gewiß auch Herzensangelegenheiten zuordnen. Nanny war alſo wieder allein.

Kaum war dies der Fall, als ſie auch die Decke zurückwarf und ſich ſchnell ankleidete. Längere Zeit hindurch lief ſie unaufhörlich und unruhig im Zimmer umher, ähnlich dem wilden Thiere, welches ſeiner Freiheit beraubt und in einen Käfig geſperrt worden, den Ausweg ſucht, um das verlorene Kleinod wieder zu erlangen. Die Bewegung brachte ihr Blut in Wallung und mit dem ſchnelleren Pulſe trat auch die Fieberhitze wieder ein. Nanny athmete ſchwer und die Bruſt drohte ihr zu ſpringen.

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Nach einigen Minuten trat ſie an das Fen⸗ ſter und öffnete daſſelbe. Der hereinſtürmende Wind kühlte das Feuer ihrer Bruſt und gieri g ſog ſie den kalten Hauch ein, während ſie den Buſen ſo weit als möglich ausdehnte, um die kühlenden Schneeflocken oder Regentropfen, welche der Wind mit ſich führte, aufzufangen.

Ihr bisher wüſtes Gehirn gewann wieder die Kraft, ſich gewiſſe Bilder vorzuſtellen und zuſammenhängende Gedanken zu bilden. Das arme Mädchen fand ſich verlaſſen, weil ein grauſames Geſchick es ſeiner Eltern beraubt hatte, es fand ſich verlaſſener noch dadurch, weil der Gegenſtand ſeiner Liebe dieſe nicht er⸗ wiederte, und unglücklich durch einen anderen Umſtand, den zu bemerken, trotz des faſt irrſinni⸗ gen Zuſtandes der Begriffe, Nanny dennoch Ver⸗ ſtandesfähigkeiten genug beſaß.

Nanny hatte ſehr wohl den Unwillen ge⸗ ſehen, welchen ihre heutige Störung des Feſtes hervorgerufen, und hiervon ausgehend, verfolgte ſie ihr Verhältniß zu der Familie des Regie⸗ rungsraths, zu dem Major und Robert rück⸗ wärts. Was war ſie ihnen Allen? Eine Laſt, ein unendliches Hinderniß ſtets geweſen, und eine Bürde für die Zukunft, deren man ſich zu entledigen vielleicht gar einſt Urſache ſuchen konnte, wenn ſich ſonſt keine Gelegenheit darbot.

Und bei alledem war ſie dieſen Leuten doch zum Danke verpflichtet, weil ſie als hülfloſes, elendes Weſen von dem Einen gerettet worden dadurch, daß derſelbe ſie mit ſeinem eigenen Blute genährt, und die Anderen die verlaſſene, elternloſe Waiſe zu ſich genommen hatten.

Der Stolz des Mädchens erwachte, ſie ſah ſich als Bettlerin und ihr Gefühl empörte ſich dagegen, es zu ſein.

Aber der einſt von ihr ſo wollüſtig einge ſogene warme Lebensſaft ihres Retters drängte ſich wieder mit allgewaltiger Macht dazwiſchen und verwirrte auf's Neue ihren ſich bereits einem ruhigen Gedankengange zuwendenden Verſtand.

Nein, nein! rief ſie in die wilde Nacht hinaus, ihn muß ich mein nennen, oder ſterben!

Sterben? wiederholte ſie und erbleichte noch grauenhafter, als es bisher ſchon der Fall geweſen. Bin ich geſtorben? Werde ich es? Ich war dem Tode nahe und lebe dennoch! Ah, ich habe es! Ja, ich vernichte die Macht der Natur mit Gewalt, dazu habe ich die Kraft!

Dieſem Paroxismus folgte ein Moment der Erſchlaffung. Nanny ſank auf einen Stuhl und ſchloß die Augen; aber während aus ihren blei⸗