Jahrgang 
5 (1851)
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Der Orang-Alang. 9

Das war Alles, was wir bemerken konnten. Uebrigens war es ein ſchöner Menſchenſchlag, kräftig, wohlgebaut, ſtärker und größer, als die Cingaleſen, die ich bis jetzt geſehen.

Nun, was meinen Sie dazu? fragte uns Sir Arthur, der neben uns ſtand. Ich begreife es nicht. Wären wir in Hindoſtan, ſo könnte man glaubten, daß es ſich um den Tod einer Wittwe handle, die ſich mit ihrem Manne ver⸗ brennt. Aber die Cingaleſen kennen dieſen bar⸗ bariſchen Gebrauch nicht, und ſo viel ich weiß, iſt er auch bei den Weddahs nicht eingeführt. Denn dieſe gehören eben ſo wenig zu den An⸗ hängern der Lehre Brama's. Wenn die Wed⸗ dahs nicht wachten, ſondern ſchliefen, ſo würde ich glauben, ſie hätten hier nur ein Lager auf⸗ Aber ſie wachen und ſcheinen neu⸗ gierig zu ſein, wie wir.

Wir müſſen etwas näher gehen! ſagte George. Mir iſt, als ſähe ich neben dem Fel⸗ ſen, auf dem das Feuer brennt, eine einzelne Geſtalt ſitzen.

Wir richteten unſere Blicke dorthin und fan⸗ den ſeine Behauptung beſtätigt. Vor dem Fel⸗ ſen, auf unſerer Seite, ſaß eine einzelne Ge⸗ ſtalt, von der wir nur die dunklen Umriſſe be⸗ merken konnten, da ſie ſich zwiſchen uns und dem Feuer befand. Es ſchien mir jedoch, als ob ihr Haar lang auf die Schultern herabfalle, und ich vermuthete deshalb, daß es ein Mäd⸗ chen oder eine Frau ſei.

Alle unſere Vermuthungen helfen uns nichts! ſagte George jetzt. Wir müſſen näher heran. Die Weddahs werden uns nichts an⸗ haben.

Wir ſchlichen nun nach der Seite der Fel⸗ ſen, die ſich ſteil erhoben, und im Dunkel der Gebüſche, die den Fuß derſelben bekränzten, ge⸗ lang es uns, bald kriechend, bald gebückt dem Feuer ziemlich nahe zu kommen.

Wir konnten nun die ſitzende Geſtalt deut⸗ licher ſehen, aber doch weniger von ihr erken⸗ nen. Es war jedenfalls ein Weib. Aber nur ihr Rücken war von dem Feuer beleuchtet und zeigte uns langes, ſchwarzes, glänzendes Haar, das weit bis auf die Hüften niederfloß. Sie

hatte die Arme über die Bruſt gekreuzt und den Kopf tief niedergeſenkt. In ihrer Nähe lag et⸗ was, das uns ein menſchlicher Körper zu ſein ſchien und mit einem weißen Tuche bedeckt war.

Während wir noch das Alles genau beob⸗ achteten, erhob ſich die ſitzende Geſtalt und wandte ihr Geſicht dem Feuer zu. Ich glaube, wir Alle waren überraſcht von der Schönheit dieſes jungen Mädchens denn ein ſolches er⸗ kannten wir jetzt in ihr. Die Farbe ihrer Haut war nicht gelbbraun, wie die der Weddah's, ſondern viel heller, faſt derjenigen der Arabe⸗ rinnen ähnlich, kaum dunkler, als die Farbe mancher Kreolin. Ihr Geſicht war von der vollendetſten Regelmäßigkeit, und als ſie den Mund öffnete, ſahen wir, daß ihre Lippen ſchön roth und ihre Zähne perlenweiß waren eine Eigenthümlichkeit, die uns auffallen mußte, da die Cingaleſen und auch die Weddah's den ab⸗ ſcheulichen Gebrauch haben, fortwährend Betel zu kauen, was die Lippen und Zähne ganz ſchwarz färbt, bei ihnen aber für eine große Schönheit gilt. Bekleidet war ſie mit einem langen Gewande von bläulich grauer Farbe, das nur durch einen Gürtel zuſammengehalten wurde und ihre ſchöne, ſchlanke Geſtalt deutlich erkennen ließ.

Ein ſchönes Mädchen! flüſterte Sir Ar⸗ thur. Aber, was Teufel! will ſie hier?

Sie ſtarrte das Feuer an, ſtreckte die Hand gegen daſſelbe aus und ließ einige klagende Töne hören, die wir natürlich nicht verſtanden. Dann wandte ſie ſich zu einigen Weddah's, die ſich in ihrer Nähe befanden, und redete dieſelben mit weicher, ſanfter Stimme, die faſt wie ein Geſang ertönte, an.

Verſtehſt Du das? fragte Sir Arthur den Cingaleſen, der uns begleitet hatte, und der mit ſichtbarer Angſt das Alles betrachtete.

Sie ſagt, jetzt ſei die Zeit gekommen, antwortete der Cingaleſe in ſchlechtem Engliſch. Die Krieger ſollen den Körper ihres Vaters in die Flammen legen. Ich verſtehe nicht Alles, was ſie ſagt. Die Weddah's haben ihre eigene Sprache. 5

Wenn wir nun auch die Bitten des jungen