Jahrgang 
5 (1851)
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Der Orang- ltang.

noch nicht, und es ſchien mir, als ſei auch George Lacadie noch munter. Es war eine herrliche Nacht, nicht gar zu dunkel, lau ruhig, eine ächt tropiſche Sommer⸗ nacht. Mich beunruhigten einige Inſekten, die f ſich in meinen Kleidern feſtgeſetzt hatten, mein Blut gerieth in Wallung, und nachdem ich einige vergebliche Verſuche zum Schlafen gemacht hatte, ſah ich ein, daß es beſſer ſein würde, mich ruhig in mein Schickſal zu ergeben und mich nicht durch vergebliche Anſtrengungen noch mehr aufzuregen. Ich richtete mich auf, nahm eine ſitzende Stel⸗⸗ lung an und erwartete ſo den Schlaf. Was haſt Du, Harry? Es ſcheint Dir g wie mir zu gehen! ſagte George, der ſich eben⸗ falls aufrichtete. Ich kann nicht ſchlafen. 6 So wollen wir zuſammen plaudern! ſagte ich. Oder uns ein Glas Punſch machen laſ⸗ ſen, das uns einſchläfert! erwiederte er. 8 Wie Du wilſtt ſagte ich. Aber ſieh! Wird es nicht hell da drüben im Gebirge? Das 9 ſcheint ein ausbrechendes Feuer zu ſein? 4 Ich deutete ihm die Richtung an, in der ſich ein heller Schein bemerkbar machte, der 1 allmählich immer klarer wurde. Die Entfer⸗ 5 nung ſchien indeſſen eine ſehr große zu ſein, und das Feuer ſchimmerte nur wie ein rother Stern herüber. Laß uns ſehen! ſagte George und er ſtand auf, um ſein vortreffliches Fernrohr zu holen, das wir für die Reiſe mitgenommen

nommen, die Wache hielten. Auch ich ſchlief 4

1 hatten.

Er ſah hindurch und reichte es dann mir herüber.

8 Sieh zu, ob Du daraus klug wirſt! ſagte er. Ich begreife das nicht!

Ich nahm das Fernrohr, und nachdem ich es in eine ſichere Lage gebracht, beobachtete ich aufmerkſam das Feuer.

Ich ſah zuerſt wenig mehr, als das Züngeln heller Flammen und ihren Wiederſchein an den Felſen. Allmählich aber erkannte ich eine Menge dunkler Geſtalten, die das Feuer umgaben, oder

vor demſelben wie ſchwarze Schatten hin und

ber gingen. Die Entfernung betrug gewiß ük eine halbe deutſche Meile. Es war alſo u. fi

möglich, etwas Genaueres deutlich zu erkennen. 3 Das wird irgend eine Feierlichkeit de Leid W9 Eingebornen ſein! ſagte ich. So wollen wir hin und uns das Sch bner 4 ſpiel in der Nähe anſehen! erwiederte er. jui Jetzt? In der Nacht? rief ich. Kulta würden den Weg kaum finden! Und ſollen n edahs Sir Arthur und unſere Freunde deshalb wecken al undu Sie mögen ſchlafen! ſagte er. Willſt D Sdürſni mich nicht begleiten, ſo gehe ich allein! ymdukien Ich wußte nur zu gut, daß George Lacat theinnis einer von den Leuten ſei, die ſich durch nicht. Alie z von dem einmal gefaßten Entſchluſſe abbring Nenſchm laſſen. Sollte er allein gehen? Ich ſtand au Fie olle So will ich Dich begleiten, ſagte ich ubs dd Aber genau gehommen iſt es eine Thorheit! dabon. Das weiß ich wohll erwiederte er lachend deene Aber gewiß nicht die erſte, die ich in meinemn Leben begangen habe. He, Jack, Lucky! wir und Willſt Du den Knaben mit Dir nehmen? eine bon fragte ich. 1 Weshalb nicht! erwiederte er. Es wird Sir Aul ihm Spaß machen. die delſ Lucky ſtand bereits vor uns mit ſo klare in Wan Augen, als ob er gar keine Schläfrigkeit kenne dieſen D Jack, unſer anderer Diener, kam träger nach. die engl Die Büuͤchſen und die Iggdtaſchen! ſagte Villich George. Ihr werdet uns begleiten! ſee ſtöre Lucky eilte, das Verlangte zu brigen. Wäh: rend deſſen war Sir Arthur Hott ebenfalls auf⸗ aner d geſtanden. Entweder er hatte noch nicht ge⸗ Gahie ſchlafen oder die Stimme George's hatte ihn Aaſen erweckt. hoffe, n Was haben Sie denn vor, liebſter Freund? fragte er. Wittern Sie etwas? Laalan George erklärte ihm unſere Abſicht und reichte undme ihm dann das Fernrohr, damit er ebenfalls das ich ha Feuer betrachten könne.. ſich in Sie ſind in Ceylan zu Hauſe, ſagte er erlaub. dann. Können Sie uns dieſe Ceremonie er⸗ Mahe klären? Iſt es eine Feierlichkeit der Cingaleſen!. Ich verſtehe nichts davon! antwortete die O Sir Arthur. Es ſind auch keine Cingaleſen in Be mehr, die dort im Innern des Gebirges wohnen.