4 Der Orang⸗-Altang.
er war graziös in ſeinen Vewegungen, und ſein Weſen hatte etwas ungemein Liebenswürdiges und Einnehmendes. Furcht, Beſorgniß, ſelbſt Vorſicht kannte er nicht. Tollkühn im höchſten Grade ſuchte und ſchuf er ſich Abenteuer, wo er nur konnte. Byron als Dichter und Menſch, George Sand als Weib waren ſeine Ideale. Ich hatte ihn, wie geſagt, in New⸗York kennen gelernt, wo er ſich ſehr langweilte, wo⸗
rüber ſich Niemand wundern wird, der das groß⸗
artige aber einförmige Krämerleben in dieſer Stadt kennt. Er wurde bald mein intimſter Freund. Denn wenn auch unſere Charaktere mannigfach verſchieden waren— ich bin ruhig und ernſt, und eben ſo ſehr Verſtands⸗ als Ge⸗ müthsmenſch— ſo gab es doch zwiſchen uns manche Berührungspunkte, und er ſchien mit ſeinem reizbaren, nervöſen Temperament eine Stütze, ein Gegengewicht gegen die Schwan⸗ kungen ſeines Gemüthes in mir zu ſuchen. Wir ſchloſſen uns innig an einander an. In Nord⸗ amerika war es damals unter den faſhionablen jungen Leuten Mode geworden, auf eigenen Schiffen entferntere oder nähere Reiſen zu machen. Auch George Lacadie geſtand mir, daß er vor Begierde brenne, irgend eine möglichſt wenig bekannte und gefahrvolle Region der Erde auf⸗ zuſuchen. Ich ſchlug ihm die oſtindiſchen Inſeln vor, und nach ſechs Wochen ſchon hatte er ein herrliches Fahrzeug gekauft und vollſtändig aus⸗ rüſten laſſen. Wir hatten New⸗York Ende Juni verlaſſen und nach einem kurzen Aufenthalt in Rio de Janeiro und auf dem Kap— Sta⸗ tionen, an die ich nicht ohne Intereſſe zurück⸗ denke— waren wir, durch die Muſſon⸗Winde begünſtigt, glücklich nach Trincomale gelangt. Ceylan ſollte unſere erſte längere Station ſein.
George Lacadie alſo lag neben mir, wie ich glaubte, ebenfalls in die Schönheit des Abends verſunken. Als ich ihm jedoch einen zweiten Blick zuwarf, bemerkte ich, daß ein näherer Ge⸗ genſtand ſeine Gedanken feſſele. Er hatte die Augen auf jenen Knaben gerichtet, von dem ich oben ſchon geſprochen, und der uns auf unſerem Zuge begleitete.
Dieſer Knabe hatte ſchon auf dem Schiffe
V zuweilen meine Aufmerkſamkeit erregt. Er w. I bildhübſch, von Mittelgröße, dem Anſcheine na noch ſehr jung, vielleicht vierzehn Jahr al.. Seine lebhaften, blitzenden Augen, ſein rundes, ebenmäßiges Geſicht, die Eleganz und Schnel⸗ ligkeit ſeiner Bewegungen mußten Jeden übe raſchen, der ihn zum erſten Male die Dienſte eines gewöhnlichen Schiffsjungen verrichten ſah. Zu Anfang unſerer Fahrt ſchien es mir, als ſei er noch ſehr wenig mit dem Seeweſen ver⸗ traut. Bald aber erlangte er eine Geſchicklich⸗ keit, die ſelbſt die älteſten Matroſen in Erſtaunen ſetzte. Er kletterte auf den Raaen, den Tauen umher, wie eine Katze, und hielt ſich mehr auf den Maſten und in dem Takelwerk auf, als auf dem Deck. Dabei war es ein ſeltſamer Burſche. Er hatte das intelligenteſte, klügſte Geſicht von der Welt, aber Niemand konnte ein vernünftiges Geſpräch mit ihm anknüpfen. Da er mir außerordentlich gefiel, ſo hatte ich zu⸗ weilen verſucht, mit ihm zu ſprechen. Aber er ſtand mir nie Rede. Ein Paar abgeriſſene Worte— das war Alles, und ſowie man mit Fragen einhielt, benutzte er die Gelegenheit, ſprang fort und ſaß eine Minute darauf auf der äußerſten Spitze des Klüverbaums oder in irgend einem Maſtkorbe. Von den Matroſen hielt er ſich eben ſo flen. Aber ſie mochten ihn Alle gern leiden. Lucky war überall be⸗ liebt, und die Matroſen lachten immer, wenn V ſie ihn auf den Tauen ſchwanken ſahen. Dann lachte er wieder. Mir ſchien es aber, als ob ſein Geſicht für gewöhnlich ernſt und nachden⸗ kend ſei, und ich hielt ihn für eines jener Weſen. denen die Natur trotz der reichen Körper⸗ un⸗ Geiſtesanlagen, die ſie ihnen verliehen, die Gabe der Mittheilung, des Anſchließens an Andere⸗ verſagt hat.
— Sieh mal, wie der Junge, der Lucky, daſitzt! ſagte George leiſe zu mir.
Ich beobachtete den Burſchen. Er ſaß zwanzig Schritte von unſerem Lager ente ut, auf einem Felsſtücke, den Kopf auf die te ande ge⸗ ſtützt, und ſah ſtarr und regungslos zu dem funkelnden Abendhimmel empor. Zuerſt glaubte
ich, daß er in dieſer Stellung ſchlafe. er
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