Jahrgang 
5 (1851)
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eines bedeutenden t Archur Hott war un mit einem ächt en Manieren eines Indien gelebt hat, herriſch gegen ſeine er kordialen Freund⸗ ſagte, daß er ſich ſei, herglich ennuyire, hr williommen, und daß wir uͤher Alles, zu gebieten htzen. den ſich noch zvei vortreffliche Leute, nd dabei von jener man ſie bei Eng⸗

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das frivole Leben erden ſind. ag durch die ganhe oemſenigen Theile enigſten ſchöne und errufen war. Sir lbſt noch nicht und dieſe Reiſe zu ma⸗ en wilden und un⸗ nnern einen Beſuh ten ihn überrede, iihnut an unſann Er haue mit den feinem 8 andere folg⸗

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Der Orang-Altang. 3

hoben ſich die ſteilen Gipfel des inneren Gebir⸗ ges, zum Theil mit dichten Laubwäldern bedeckt, und zur Seite in den Thälern, an den zahl⸗ reichen Flüſſen und Bächen, ſahen wir die üp⸗ pigſten Wieſen, Wälder von tropiſchen Bäumen aller Art, darunter die mächtigen Talipotbäume mit ihren rieſigen Blättern und ihrem kurzen, graden Stamme. Einen eigenthümlichen Ein⸗ druck machte es auf mich, der ich mich zum erſten Male in den Regionen Indiens befand, überall die koloſſalen Elephanten herumwandeln zu ſehen, theils einzeln und gezähmt, theils wild und in großen Heerden, am Saume der dichten Wälder.

Es war Ende Oktober des Jahres 1843 und ſehr heiß. Bald machte ſich bei uns Allen eine ſichtbare Ermattung geltend und ſowohl unſere eigenen, als die cingaleſiſchen Diener konnten kaum noch vorwärts. Auch war es ſpät am Nachmittage. Wir befanden uns bereits in dem Gebirge, und da die Schwierigkeiten mit jedem Schritte wuchſen, ſo machte Sir Arthur Hott den Vorſchlag, zu raſten und mit dem frü⸗ heſten Strahl der Morgenſonne des anderen Tages aufzubrechen.

Wir ſtimmten Alle bei, und nun wurde am

Saume eines hohen und dichten Waldes ein

förmliches Lager aufgeſchlagen. Die Diener errichteten Zelte, Tücher wurden über die Erde gebreitet und wir hielten eine höchſt amüſante Mahlzeit, die durch das lebhafteſte Geſpräch und geiſtreiche Scherze gewürzt wurde. Allmälig aber, als die Sonne ſich neigte, wurden wir Alle ſtiller, und Jeder rauchte ſeine Cigarre ſchweigend vor ſich hin.

Es war ein prachtvoller Abend, etwas ſchwül freilich, aber ſo duftig, ſtill und weich, wie ich ihn kaum jemals genoſſen. Ich lag auf meiner Decke und ſchlürfte die ächt orientaliſche Ruhe in vollen Zügen. Der Himmel wurde dunkler und dunkler und jenes eigenthümliche Schwirren eines ſchönen Sommerabends zog ſummend durch die Luft, erſterbend in weiter Ferne und un⸗ willkürlich zum Schlafe einladend. Die Cin⸗ galeſen hatten ein großes Feuer angezündet, um jeden unwillkommenen Beſuch von uns fern zu . 1*

halten und die Reiſer kniſterten zuweilen und die Funken flogen umher. Unſere Diener und die Eingebornen lagen in maleriſchen Gruppen auf der Erde. Die Elephanten hatten ſich nie⸗ dergekauert und lagen da, wie verwitterte Granit⸗ blöcke. Dazwiſchen tönte zuweilen aus der Ferne der ſeltſame und unbekannte Ruf eines Vogels, oder eines nächtlichen Raubthieres. Ich war ganz entzückt und erwehrte mich abſichtlich des Schlafes, um noch länger dieſes ſüße Abſterben der Natur zu genießen.

Durch ein ſtärkeres Kniſtern des Feuers aufgeſchreckt, ſah ich mich um. George Lacadie lag an meiner Seite. Er ſchien Aehnliches zu empfinden, wie ich, und unſere Blicke begegne⸗ ten ſich mit dem Ausdrucke eines ſtillen Ver⸗ ſtändniſſes.

Ich will nun Einiges über meinen Freund vorausſchicken, denn ich werde oft genug nöthig haben, auf ihn zurückzukommen. George Lacadie war der einzige Sohn einer Kreolenfamilie aus Louiſiana. Wir hatten uns in New⸗York ken⸗ nen gelernt, wo er ſich aufhielt, nachdem er die Plantagen ſeines Vaters für eine enorme Summe verkauft hatte. Es war ein ſeltſamer Menſch. Fein, ſchmächtig und zart gebaut, bebte er den⸗ noch vor keiner körperlichen Anſtrengung zurück, ja, er ſuchte die Gefahren auf, um ihnen zu trotzen. Reizbar, empfindlich, nervös im höch⸗ ſten Grade, bald ſanftmüthig wie ein Kind, bald aufbrauſend wie ein gereizter Tiger, hatte er das beſte Herz von der Welt, war gutmüthig, theilnehmend, aufopfernd, wie nur je ein Menſch. Abſtoßend und kalt gegen Jeden, den er nicht kannte, ließ er das Leben für ſeine Freunde und wagte nicht, ihnen auch nur durch einen Blick zu nahe zu treten. Man brauchte ihn nur an⸗ zuſehen, um zu wiſſen, daß ſeine Natur eine durchaus nervöſe war. Sein blaßgelbes feines, faſt frauenhaft zartes Geſicht, ſeine dunklen, bei⸗ nahe ſchwarzen Augen, hatten faſt immer einen melancholiſchen Ausdruck, und ſeine Haltung ſchien immer müde und abgeſpannt, ſobald ihn nicht irgend eine Aufregung ergriff, was bei der geringſten Kleinigkeit der Fall war. Er war nicht ſchön, ſeine Figur nicht imponirend, aber

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