Jahrgang 
5 (1851)
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2 Der Orang-Altang.

meiner Jugend. Dieſe Inſel, der Sitz der ſtillen ſanften Buddha⸗Religion, mit dem Adams⸗Pik von deſſen Spitze aus der Vater des Menſchen⸗ geſchlechtes einen letzten traurigen Blick auf das Paradies zu ſeinen Füßen geworfen haben ſoll, ehe er nach Hindoſtan hinüberſchritt mit ſei⸗ nen Kokoswäldern und Elephanten, ſeinen Fel⸗ ſen und ſchönen Thälern, hatte mich von jeher magnetiſch angezogen, und ich war hoch erfreut geweſen, als ſich mir eine Gelegenheit darbot, Ceylan und die Inſeln der Südſee auf eine höchſt angenehme Weiſe zu beſuchen.

Ich hatte mich nicht getäuſcht gefunden. Zwar kannte ich die Inſel noch nicht, denn wir waren erſt vor wenigen Tagen in der herrlichen Bai von Trincomale vor Anker gegangen. Aber was ich ſah, erregte bereits meine Theinahme. Das ſtille, ruhige Volk der Cingaleſen(ſo nennt man die Bewohner von Ceylan), die friſche, würzige Luft, die Ausſicht auf die hohe Berg⸗ kette im Innern der Inſel, die Beſchreibungen und Erzählungen, die ich gehört, Alles ſtimmte mit meinen Vorſtellungen und Wünſchen überein. Zwar hatte ich ſchon viel gereiſt, trotz meiner Jugend ich glaube, ich bin ein geborner Zug⸗ vogel ich hatte ſehr ſchöne, herrliche, wilde, romantiſche Gegenden geſehen. Aber die Erde iſt neu überall und faſt überall ſchön, und Ceylan gehört gewiß zu den ſchönſten Orten dieſes ir⸗ diſchen Jammerthals.

Ich ſage, ich reiſte in ſehr angenehmer Ge⸗ ſellſchaft. Mit mir auf demſelben Elephanten befand ſich mein Freund George Lacadie, dem der ſchöne Klipper gehörte, auf dem wir die Reiſe unternommen. Ich werde weiter unten ausführlicher von ihm ſprechen müſſen. Er war an einen jungen Engländer auf Ceylan empfoh⸗ len worden, der uns auf das Freundſchaftlichſte in Trincomale empfangen hatte und mit der größten Bereitwilligkeit ſeine Abſicht ausſprach, uns nicht zu verlaſſen, ſo lange wir auf Ceylan blieben. Er war in England geboren, aber von Kindheit an, mit Ausnahme ſeiner Studienjahre, faſt immer in Ceylan geweſen und vor kurzer Zeit durch den Tod ſeines Vaters, der ausge⸗ dehnte Reis⸗ und Zimmtpflanzungen auf der

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Inſel beſaß, in den Beſitz eines bedeutenden Vermögens gekommen. Sir Arthur Hott war ein ſchöner, lebhafter Mann mit einem äht engliſchen Geſichte und den Manieren eines Engläͤnders, der lange in Indien gelebt ht, alſo etwas hochmüthig und herriſch gegen ſeine

Untergebenen, aber von einer kordialen Freun⸗

lichkeit gegen Fremde. Er ſagte, daß er ſih auf der Inſel, ſo ſchön ſie ſei, herzlich ennuyite, Wir kamen ihm deshalb ſehr willkommen, und er wiederholte uns ſtündlich, daß wir uͤber Alles, was in ſeiner Macht ſtände, zu gebieten hätten. In ſeiner Geſellſchaft befanden ſich noch zwwei andere Engländer, Offiziere, vortreffliche Leute, liebenswürdig, geiſtreich, und dabei von jener anſprechenden Naivetät, wie man ſie bei Eng⸗ ländern findet, die lange von ihrer Heimalt entfernt geweſen und durch das frivole Leben in London nicht blaſirt geworden ſind.

Wir wollten einen Zug durch die gatze Inſel machen, und zwar mit demjenigen Thelle

anfangen, der als der am wenigſten ſchöne und

am ſchwerſten zugängliche verrufen war. Eir Arthur Hott kannte ihn ſelbſt noch nicht und hatte uns zuerſt abgerathen, dieſe Reiſe zu ma⸗ chen, da es gefährlich ſei, den wilden und un civiliſirten Bewohnern des Innern einen Beſuch abzuſtatten. Aber wir hatten ihn überredet, und endlich fand er ſelbſt Geſchmack an unſerem abenteuerlichen Unternehmen. Er hatte mit den beiden engliſchen Offizieren auf einem herrlichen Elephanten Platz genommen. Zwei andere folg⸗ ten uns, beladen mit allen möglichen Reiſe⸗ geräthſchaften und Mundvorräthen. Wir waren verproviantirt, als ob es einen Zug durch die Wuͤſte gelte. Einige engliſche Diener und ein Dutzend Cingaleſen trotteten zu Fuß neben uns her. Zu ihnen hatte ſich mein Diener und ein Knabe geſellt, den George Lacadie zu ſich auf ſein Schiff genommen und von dem ich ſpäler noch ſprechen werde.

Wir ſcherzten, plauderten, lachten, ließen halten, wo eine ſchöne Ausſicht ſich bot, ſtiegen ab auf ſchmalen Leitern, welche die Diener an die Elephanten ſetzten genug, wir reiſten ganz nach unſerer Bequemlichkeit. Vor uns ar⸗

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