hhält⸗
.
4.“
als dem
orkete teiner
2 Art, vortete
kamſt mauf⸗ miß⸗ egnete
noch⸗
üſterte emente
blieb,
unter. Brun
. 2
685
Der Hänfling. Roman von Marie Söophie Schwartz.
/—·nyNyᷓᷓᷓᷓÿ·¶q—
„Ella wünſcht auf einige Wochen hierherzukommen, weil Rector Bodgrens nach Wermland reiſen, und ich habe ge⸗ dacht, ſie würde uns willkommen ſein.“
„Wie!“ rief ich erſchrocken.
„Ja wohl,“ antwortete Tante Marianne.
Nachdem die Andern ſich gegenſeitig gute Nacht geſagt, blieb ich noch unten im großen Zimmer und ſchauete zum Fenſter hinaus auf das ſchöne Gemälde, welches vor mir aus⸗ gebreitet lag.
Ich war in meinem Herzen tief betrübt. Eduard kam nicht zurück und Ella, dieſe bitterſte Feindin meines Glücks, ſollte häerher kommen, um mir das Leben zu erſchweren?
„Nun, wie ſteht es mit Dir, Eva?“ ſagte Tante Ma⸗ rianne, indem ſie mich leicht berührte.
„Gut,“ ſtammelte ich und drehte mich um.
Ich begegnete ihren klaren, ruhigen Augen. Sie lächelte freundlich.
„Haſt Du Luſt, einige Augenblicke mit mir dern, während Du auf Eduard warteſt?“ gingen in das Kabinet zurück.
Sie erzählte, daß Doctor Brun, der bei ſeinen Eltern auf Beſuch geweſen, in wenigen Tagen zurückkommen und Patrick mitbringen würde. Brun hatte Stark eingeladen, die Ferien bei ihm zuzubringen, und Patrick hatte dieſe Einladung angenommen.
Tante Marianne ſagte in Bezug auf Letztern, er ſei ein ausgezeichneter junger Mann und es würde ihr großes Ver⸗ gnügen machen, ihn wiederzuſehen.
Ich hörte an, was ſie ſagte, ohne mir weiter etwas da⸗ bei zu denken. Plötzlich fiel ich ein:
„Soll denn Ella wirklich hierherkommen?“
„Willſt Du es nicht?“ fragte Tante Marianne.
„Mir iſt es einerlei, ich dachte aber— es würde— um Eduards willen— unangenehm ſein, ſie wiederzuſehen.“
„Das glaube ich nicht. Eduard iſt jetzt vermählt, und zwar glücklich vermählt. Ich müßte ihn ſchlecht kennen, wenn Ella's Gegenwart hier ſeine Ruhe nur im Geringſten zu ſtö⸗ ren vermöchte, und ich glaube, meine kleine Eva, daß Du in dieſem Falle dieſelbe Ueberzeugung hegen mußt, wie ich. Ella's Aufenthalt hier kann für ſie ſelbſt vielleicht von Nutzen ſein, jedenfalls aber Niemand zum Schaden gereichen, und deshalb iſt ſie willkommen.“
Hufſchläge, die ſich vom Hofe herauf machten unſerm Geſpräch ein Ende und das Vorhaus.
Hier ſtand ich und wartete auf Eduard, der, nachdem er vom Pferde geſprungen, einen Augenblick an der Treppe ſtehen blieb und dida zu Auguſt ſagte.
Er hatte mich noch nicht geſehen.
Als er ſich herumdrehte und unſere Augen einander be⸗ egneten, ſagte er mit freundlichem Lächeln und indem er dro⸗ hend den Finger hob:
„Nun, iſt das Kind noch nicht wieder artig?“
„Gern wäre ich es geweſen, aber es ward mir ſo ſchwer.“
Dennoch war ich für den Augenblick froh, ihn wieder zu haben und konnte deshalb keine unfreundlichen Gefühle zur Schau tragen.
„Du biſt ſehr lange ausgeblieben,“ flüſterte ich, indem ich ihm meine Lippen zum Kuſſe reichte. 1
Er küßte mich, ſagte meiner Tante gute Nacht und wir gingen mit einander hinauf.
zu verplau⸗ fragte ſie und wir
vernehmen ließen, ich eilte hinaus in
Sechsundfünfzigſtes Capitel.
Der Abend war ſchön und Eduard führte mich hinaus auf den Balkon. Er ſetzte ſich auf das Sofa und nahm mich auf ſein Knie...
„Eva,“ ſagte er in ernſtem Ton,„glaubſt Du mich zu ſenren, ler d
ejahete die Frage. 3
. 7 u Allgeneinen ein Fehler bei uns Menſchen,
jungen ſowohl als alten, daß wir überzeugt ſind, einander
. ganz genau zu kennen, obſchon dies durchaus nicht der Fall iſt.“
„ laube Dich zu kennen, Eduard,“ bemerkte ich. „n dies der Fall iſt, ſo mußt Du auch wiſſen, daß
ich in allen Dingen die Wahrheit ſpreche, und du darfſt Dich deshalb niemals eines Zweifels an den Worten Deines Gat⸗ ten ſchuldig machen.“
„Thue ich das zuweilen?“
„Du haſt es erſt heute gethan. Von allen Unannehm⸗ lichkeiten, die zwiſchen Ehegatten entſtehen können, iſt der Zweifel an der wechſelſeitigen Redlichkeit die Schlimmſte. Mir ganz beſonders iſt ein ſolcher Zweifel kränkend. Ich werde Dich niemals täuſchen und Dich niemals durch eine Unwahrheit irre leiten, aber ich verlange auch, daß Du mir unbedingt vertraueſt.“
„Das thue ich auch,“ entgegnete ich.„In meinen Augen biſt Du der beſte und vollkommenſte aller Männer.“
„Das darfſt Du wieder nicht denken. Ich habe große Fehler und beſitze Gefühle, die nicht verletzt ſein wollen. Dabei aber habe ich auch eine Tugend, die Du nicht ver⸗ kennen darfſt, und dieſe iſt die Redlichkeit meiner Handlungen und die Wahrheit meiner Worte. Deshalb zweifle niemals an meiner Ehre.“
Ich reichte ihm die Hand, um ihm das verlangte Ver⸗ ſprechen zu geben.
Er ſchob meine Hand bei Seite und ſetzte hinzu:
„Nein, ich mag kein Verſprechen, denn ein. ſolches iſt, wenn die aufgeregten Gefühle uns in Verſuchung führen, ge⸗ wöhnlich ohnmächtig. Verſuche Dich lieber in den Gedanken hineinzuleben, daß ich wirklich ein ehrlicher Mann bin. Und nun, meine kleine Eva, will ich wiſſen, warum Du nicht unten bei uns bliebſt und Deinen Brief laſeſt. Warum verſchloſſeſt Du Deine Thür und wollteſt mich nicht einlaſſen?“
Ganz ehrlich und als ob ich vor Gott geſtanden hätte, theilte ich Eduard die Urſache mit.
Während ich ſprach, flog ein Schatten nach dem andern über ſeine Stirn und die ſeen Augen wurden dunkel.
Als ich mit meiner Rechtfertigung zu Ende war, erwartete ich, er werde mir verſichern, ich hätte mich geirrt, wenn ich aaege ede er ſehne ſich, Kenntniß von Ella's Brief zu erhalten.
Auf dieſe Verſicherung wartete ich aber vergebens. Er ſagte blos:
„Du wollteſt alſo nicht, daß ich Ella's Brief läſe?“
„O ja, leſen kannſt Du ihn,“ antwortete ich,„aber ich wünſchte, daß— daß— daß Du ſelbſt keine Luſt dazu hätteſt.“
„Ich hatte auch keine, aber nun habe ich welche. Willſt Du mich den Brief ſehen laſſen?“
Ob ich wollte?
Nein, ich wollte durchaus nicht, Eduards Geſicht hatte aber einen ſo abſonderlichen Ausdruck, daß ich ſchweigend ging, um den Brief zu holen.
Ich wägte ihn eine Weile in meiner Hand und dachte:
„Es wird Eduard ſchmerzen, zu leſen, was Ella über ihn äußert. Liebt er ſie noch, ſo wird es ihn tief kränken, zu erfahren, daß ihr Herz ſchon von Anfang an Patrick ge⸗ hörte.“
Während ich dies dachte, legte ich den Brief wieder hin, nahm ihn jedoch abermals aus dem Schubfach und ging da⸗ mit zu Eduard.
Er ſaß mit verſchränkten vor ſich hin.
Seine Stirn war umwölkt und ſein Blick ernſt.
Er ſtreckte die Hand nach dem Brief aus.
Ich zögerte, ihm denſelben zu geben.
„Du wünſcheſt, daß ich den Brief nicht leſe,“ ſagte er. „In dieſem Falle, Eva, gehorche ich Deinem Wunſche. Ich werde Dich niemals zu etwas zwingen, was Dir zuwider iſt.“
Mit dieſen Worten zog er ſeine Hand zurück.
„Lies,“ ſagte ich,„aber ich ſage Dir im Voraus, daß viel darin ſteht, was Dir Schmerz bereiten wird.“
„Das bezweifle ich,“ antwortete er kalt.„Wenn dies die Urſache Deines Zögerns iſt, ſo iſt dieſes überflüſſig.“
Ich gab ihm den Brief.
Eduard ging in den Salon, zündete eine Lampe an und las beim Scheine derſelben Ella's Epiſtel.
Ich blieb auf dem Balkon ſitzen, heftete aber die Augen auf Eduards mir zugewendetes Geſicht.
Armen da und ſchauete gerade


