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Die ſchwarze Bande.
zu beurtheilen, wie viel er trank. Hatte er ſchon bei ſeinem Eintritt in das Zimmer des Guten etwas zu viel gethan, ſo wurde es jetzt jeden Augenblick ſchlimmer mit ihm. Er ſpielte ſchlecht, und das gute Glück ſeines Gegners machte ihn mißmuthig.
„Sie haben ſehr viel Glück, Oberſt Bertrand,“ ſagte er ungeduldig, als er Spiel nach Spiel verlor.
„Dies kommt wahrſcheinlich daher, daß ich ein ſehr guter Spieler bin,“ ſagte der Oberſt anzüglich.
„Es iſt nicht ſchwer, mit ſolchen Karten zu ſpielen, wie Sie dieſelben zu erhalten wiſſen,“ ſagte der Marquis, einen Nachdruck auf die letzten Worte legend.
„Solche Karten, wie ich ſie zu erhalten weiß, mein Lord?“ ſagte der Oberſt.
„Ja, wie Sie dieſelben zu erhalten wiſſen, Oberſt. Dies waren genau meine Worte.“
„Dann hätten Sie Ihre Worte beſſer wählen ſollen, mein Lord, denn ſie paſſen nicht auf ein Glücksſpiel.“
„Das Ecarté iſt kein Glücksſpiel,“ ſagte Angus kurz, „es iſt ein Geſchicklichkeitsſpiel.“
„Aber wie bei allen Kartenſpielen hat das Glück ſeinen Theil daran,“ erwiderte der Oberſt.
„Sehr wenig, wie Sie es ſpielen, Oberſt Bertrand. In dieſem Falle möchte ich es ganz ein Geſchicklichkeitsſpiel nennen.“
Die Verbindungsthüre zwiſchen dem kleineren und größeren Zimmer war die ganze Zeit über offen geweſen und mehrere der Anweſenden hatten ſich aus dem letzteren herein⸗ begeben, um dem Ecarté zuzuſehen. Obſchon der Marquis von Willoughby, vom Weine erhitzt, während dieſes Wort⸗ wechſels ſeine Stimme bedeutend erhoben hatte, ſo ſchien Lord Lionel doch nichts davon zu hören, denn er ſaß noch immer mit der Pkung vor dem Geſichte ſchlafend da.
„Ich muß Sie erſuchen, dieſe Worte zurelzunehmen, mein Lord,“ ſagte der Oberſt ausgebend.
„Ich nehme meine Worte nicht zurück,“ ſagte Se. Lüſ⸗ ſchaft,„und wenn Sie es wünſchen, ſo kann ich noch deut⸗ licher ſprechen. Sie haben nicht eine von den elf Partien, die wir geſpielt haben, durch gutes Spiel allein, ſondern alle durch Betrügerei gewonnen. Glauben Sie, daß ich ſo be⸗ trunken bin, daß ich nicht ſehe, was vorgeh t? Selbſt in dieſem Augenblicke ſehe ich, daß Sie den König in Ihrem Rockärmel verborgen haben.“
Der Marquis ſchien wirklich recht zu haben, denn während er ſprach, fiel der Trumpfkönig auf den Tiſch.
„Es iſt blos vergeben,“ ſagte der Oberſt, die Karten kaltblütig hinwerfend.„Lord Willoughby, was Sie ſagen, iſt eine Lüge.“
Mit dieſen Worten ſchüttete er dem Marquis ein halbes Glas Wein in's Geſicht.
„Es geſchieht ihm recht,“ rief einer der Zuſchauer. „Weshalb wagt er es auch, einen Gentleman an dieſem Orte des Betrugs zu zeihen?“
In dieſem Augenblicke ließ Lord Lionel die Zeitung fallen und öffnete die Augen.
„Was giebt es?“ rief er, ſpringend.
„Sehr wenig,“ antwortete ſein Bruder, ſich das Geſicht mit dem Taſchentuche abwiſchend.„Oberſt Bertrand,“ ſetzte er zu dieſem gewendet hinzu,„Sie werden mir dafür Rechen⸗ ſchaft geben.“
„Sobald es Ihnen beliebt, mein Lord.“
Man konnte bemerken, daß, während der Marquis ſeine ganze Beſonnenheit und Ruhe bewahrte, Lord Lionel bleich wie der Tod war und wie Espenlaub diererten
„Je eher, deſto beſſer,“ antwortete der Marquis.„Es giebt Beleidigungen, welche nichts als Blut abwaſchen kann, und dieſes iſt eine ſolche. Nennen Sie Zeit und Ort.“
von ſeinem Stuhle auf⸗
Roman von Lady Caroline Lascelles.
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SprachN⸗
damit ſie die Umſtehenden nicht verſtehen konnten.
Beide Männer hatten dies in deutſcher ſprochen,
Der Marquis war viel gereiſt und ſprach das Deutſche faſt
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eben ſo gut als der öſterreichiſche Officier.
„Was die Zeit betrifft, mein Lord,“ ſagte Oberſt Bertrand,„ſo bin ich ganz mit Ihnen einverſtanden, daß es nicht früh genug ſein kann. Alſo morgen bei Tagesanbruch.“
„Vollkommen einverſtanden,“ ſagte der Marquis.
Lord Lionel ſuchte umſonſt zu vermitteln, denn keiner der beiden Männer achtete auf ihn.
„Was den Platz anlangt,“ fuhr Oberſt Bertrand fort, yſo glaube ich, daß ich einen ſolchen, der ſich vortrefflich eignet, für unſern Zweck vorſchlagen kann. Es iſt dies die Düne bei Dover in kleiner Entfernung von der Stadt. Durch die Wahl dieſes Ortes wird es dem Ueberlebenden ein Leichtes ſein, mit dem Paquetboot von Calais nach dem gegenüber⸗ liegenden Ufer zu entfliehen, ehe die Verfolgung beginnt.“
„Ein ſehr guter Gedände, Oberſt Bertrand. Ich habe meinen Paß, und Sie haben wahrſcheinlich auch den Ihrigen. So ſind wir beide vorbereitet.“
Die beiden Männer waren ſo kaltblütig, als ob ſie ein gemeinſchaftliches Mittageſſen, ſtatt eines Duells, verabredeten. Lord Lionel dagegen ſah ſeinen Bruder und den Oberſt mit einem leichenartigen, faſt ſchrecklichen Geſichte an.
„Angus, Angus!“ rief er, als ſie ſich von dem Oberſt getrennt und das Spielhaus verlaſſen hatten,„Angus, was willſt Du thun? Tritt zurück, ehe es zu ſpät iſt.“
„Zurücktreten,“ rief Angus,„wenn ich beleidigt worden
Wahrlich, Lionel, Du weißt nicht, was Du ſagſt.“ „Du keunſt dieſen Mann nicht,“ antwortete Lionel,„Du kennſt ihn nicht, Angus. Er iſt etwas mehr als ein Menſch, er iſt ein Dämon. Laß Dich warnen, Angus. Ich wage nicht mehr zu ſagen.“
„Mein lieber Lionel,“ ſagte Lord Willoughby,„Deine Liebe zu mir macht Dich über die wahre Lage der Sache blind. Ein Mann hat mich gröblich beleidigt. Ich werde ihn tödten, wenn ich kann. Kann ich ihn nicht tödten, ſo muß er mich tödten. Ich kann nicht leben und ihn ungeſtraft gehen laſſen.“
Als der Marquis nach Hauſe kam, fand er bereits den Secundanten des Oberſt ſeiner harrend. Es lag in der Schnel⸗ ligkeit, mit der der Oberſt handelte, etwas Dämoniſches. Wo konnte er zu dieſer Stunde und in ſo kurzer Zeit dieſen Mann gefunden haben?
Der Fremde wartete in der Bibliothek, wohin ihn die Diener des Marquis gewieſen. Er war ein blaſſer, leichen⸗ artig ausſehender Mann von beiläufig vierzig Jahren. Er gab dem Marquis ſeine Karte, worauf die Worte ſtanden:„Lieu⸗ tenant Saunderſon, Mordaunt's Hotel.“
Der Marquis ſah ſie kaum an.„Ich denke,“ ſagte er,
„die Hauptſache iſt ſchon geordnet. Secundant ſein. Mit ihm können Sie alles Uebrige abmachen. In dieſem Schrank hier werden ſie mehrere Paar Duellpi⸗ ſtolen finden. Haben Sie die Güte, 3
bin!
ein Paar auszuſuchen.“ Damit reichte er ihm den Schlüſſel zu einem ungeheuern Wand⸗ ſchrank. Mr. Saunderſon ſchloß denſelben auf und begann die Piſtolenkäſtchen auf's ſorgfältigſte zu unterſuchen.
„Unſer Hauptaugenmerk muß jetzt ſein, keine Zeit zu verlieren,“ Jagte der Marquis. geht halb Drei ab, es iſt jetzt halb Zwei.“
Er zog die Glocke und befahl dem Diener, ein Cab beſorgen.
„Werden Sie uns mit dem O Station treffen, Mr. Saunderſon?“
Der Angeredete, der ſehr wenig ſprach, verbeugte ſich und verließ dann, nachdem er die beiden Brüder gegrüßt hatte, das Zimmer.— „Ich habe nur noch fünf Minuten übrig,“ ſagte Angus,
berſt Bertrand auf der
Mein Bruder wird mein
„Der Nachtzug nach Dover
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