Jahrgang 
7 (1867)
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Der junge Mann nahm gleichgiltig:Alle Maskenbälle von ten mir keine halbe Stunde Unterhaltung gewähren. hatte einen beſondern Grund, weshalb ich hieher kam.

Ah ſo, eine Beſtellung.

Vielleicht, vielleicht auch nicht; aber erlauben Sie mir die Frage, was den eleganten und modiſchen Oberſt hieher geführt hat?.

Ich vermuthe, daß der elegante und modiſche Oberſt hieher gekommen iſt, weil er ſonſt nichts zu thun hat. Oder, Lord Montfort, ſoll ich aufrichtig ſein und Ihnen den wahren Beweggrund, der mich hieher gebracht hat, eingeſtehen?

Wie es Ihnen beliebt.

Wie, wenn ich nun gekommen wäre, treffen? Was? Wußten Sie, daß ich hier ſein würde?

Ich wußte nicht blos dies, ſondern kannte auch den Grund Ihres Kommens, wußte, welche Perſon Sie hier treffen wollten, und kenne auch das Ergebniß Ihrer Zuſammenkunft.

Oberſt Bertrand, Sie werden unverſchämt.

Lord Lionel Montfort, es liegt in meiner Macht, Ihnen zu dem Gegenſtande Ihrer Wünſche zu verhelfen, Sie mit dem Weibe, das Sie lieben, zu vereinigen. Wollen Sie meine Freundſchaft annehmen?

Nicht eher, als bis ich weiß, wer Sie Sie ſind.

Das werden Sie nie erfahren. Es hat es noch Sterblicher erfahren, und ſoll es, ſo lange ich lebe, auch keiner erfahren. Nehmen Sie meine Dienſte an, wenn Sie wollen, und dienen Sie mir, wenn es Ihnen anſteht. Be⸗ gnügen Sie ſich damit, daß ich Ihnen nützlich ſein kann und Sie mir, aber ſtellen Sie keine weiteren Fragen.

Oberſt Bertrand, Sie ſind ein Geheimniß.

Junger Mann, große Städte haben ihre Geheimniſſe. Ich bin eins von den Geheimniſſen großer Städte. Nennen Sie meinen Namen in London, Paris, Wien, Rom, Peters⸗ burg und Konſtantinopel, und man wird Ihnen überall von meinen Wagen und Pferden, von meinem unerſchöpflichen Reichthums und von meiner fabelhaften Freigebigkeit zu er⸗ zählen wiſſen. Gehen Sie einen Schritt weiter und fragen Sie, ob man den Urſprung dieſes Reichthums, das Geheimniß dieſer Verſchwendung kenne. Man wird die Achſeln zucken und Ihnen nichts ſagen können. Die Schmähſucht hat nie⸗ mals meinen Namen angegriffen, und kein Verleumder hat es gewagt, meinen Ruf zu beflecken.

Ich bin fern davon, einen Zweifel darüber zu äußern, ſagte Lord Lionel.*

Sie befinden ſich in Schulden, Sie ſind ohne Ver⸗ mögen, Sie lieben und werden von einem ehrgeizigen Weibe geliebt, Sie möchten gern reich ſein. Dies iſt in einem Satze Ihre Geſchichte. Iſt es nicht ſo?

Ja, ſo iſt es.

Sind Sie in Betreff der Mittel, durch die Sie reich werden können, bedenklich?

Als der Oberſt dieſe Frage ſtellte, begegneten ſeine durch⸗ dringenden ſchwarzen Augen denen des Lord Lionel. Es ſchien, als ob die beiden Männer ihre gegenſeitigen Gedanken leſen wollten.

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Die ſchwarze Bande. Roman von Lady Caroline Lascelles.

das Haupt einer Geſellſchaft, darin ſind, deren Geſichter ich niemals geſehen habe und nie⸗ mals ſehen werde. ſie beſtändig im Kriege mit der innere Stärke und durch die unfehlbare Umſicht ihrer Opera⸗ tionen im Stande iſt, auf Jahre hinaus der Geſellſchaft Trotz zu bieten. welche in den in Schrecken verſetzt haben, Diebſtähle, die mit einer an's Uebernatürliche grenzenden Geſchicklichkeit ausgeführt wurden, Diebſtähle, der gewandteſten Polizei in den hentigen Tag noch unentdeckt Sie ſich dieſer, quellen der geheimnißvollen Geſellſchaft gewinnen, von der ich ſpreche.

geführt. Marmortiſchchen einander gegenüber Platz genommen. Das

Geſicht des jungen Mannes Worten des Oberſten.

(dauer und Geduld oder eine Hand

die ſo groß iſt, daß Männer

Es iſt eine Verbindung, welche, obſchon Geſellſchaft liegt, durch ihre

Erinnern ſie ſich jener großartigen Diebſtähle, letzten Jahren die reichſten Städte in Europa

welche den Nachforſchungen und der Wachſamkeit Europa Trotz boten und bis auf geblieben ſind. Erinnern

und Sie werden eine Idee von den Hilfs⸗

Der Oberſt hatte den Lord Lionel in eines der Speiſezimmer Sie hatten dort in einer verlaſſenen Ecke an einem wurde todtenbleich bei den letzten Und Sie verlangen, daß ich mich einer Diebesbande anſchließen ſoll? ſagte er.

Ich verlange von Ihnen nur, was beſſere Männer vor Ihnen gethan haben, ſagte Oberſt Bertrand kalt.Bewohner von Paläſten ſind Mitglieder der Verbindung geweſen und ſind es heute noch. Die Stärke der Bande liegt darin, daß ſie unter ſich Theilnehmer von den höchſten bis zu den nie drigſten Ständen zählt. Alle jene, die Genie, Muth, Aus⸗ beſitzen, die einen Schlag zu führen, oder einen ſolchen abzuwenden vermag, alle dieſe, gleichviel, ob hoch oder niedrig, ſind würdige Mitglieder der Verbindung. Wer ihr einmal beigetreten iſt, wird ſie nie mehr verlaſſen.

Ihre Worte erſchrecken mich, ſagte Lord Lionel düſter.

Wollen Sie ſich uns anſchließen? Ja fragte der Oberſt.

Und was können Sie mir verſprechen, wenn ich es thue?

Den der Lady Edith Vandeleur, noch laufen iſt.

Unter dieſen Bedingungen bin ich der Ihrige, ſagte der junge Mann ſorglos und ergriff die Hand des Oberſten Bertrand.

Der Oberſt ſah nach der Uhr.Halb Eins, ſagte er. Lord Lionel, Sie müſſen ſogleich zu einem unſerer Ver⸗ ſammlungsorte mit mir kommen.

So haben Sie alſo mehr als einen ſolchen?

Wir haben mehr als hundert. Nehmen Sie Ihre Maske vor und folgen Sie mir.

Oberſt Bertrand verließ mit dem jungen Adeligen das Theater. Im Vorplatze warf dieſer einen weiten Mantel über ſeine auffallende Maskenkleidung. Draußen ſprangen ſie in eines der bereit ſtehenden Cabs, der Oberſt flüſterte dem Kutſcher einige Worte in's Ohr, und fort ging es in der Richtung nach Leiceſter Square. Als ſie auf dieſem Platze angekommen waren, nahm der Oberſt eine ſchwarze Binde aus der Taſche und ſagte zu Lord Lionel:

Sie werden hoffentlich keine Einwendung dagegen haben, wenn ich Ihnen die Augen verbinde. Es i*ſt dies eine unſerer erſten Bedingungen.

Reichthum, nach dem Sie ſtreben, und die Hand ehe das nächſte Jahr abge⸗

Ich habe meinen Beitritt zur Verbindung verſprochen, antwortete Lord Lionel mit dem Gleichmuth der Verzweiflung, ich bin vollſtändig in Ihrer Hand. 8*

Der Oberſt verbeugte ſich, und als der junge Mann ſeinen Kopf vorneigte, befeſtigte jener mit geſchickter Hand die Binde über ſeinen Augen auf der Maske.

oder nein?