Jahrgang 
4 (1867)
Einzelbild herunterladen

.

inen der di

ih einander an ſonders gefeſſel dan Glanz, an Nauenwelt gab nihn miſagte nier noch neuen jdie faſt eine g der Lilien⸗

in ſeiner Nähe aſſe von Gold, charlach, Azm⸗ id Rudens ge⸗ auf einem rei⸗ weiten Mal die vor ihm an. bei ihm vor⸗

einer Kaiſerin ihren anmuthi⸗ deiten Mal be⸗ Schimmer über⸗ arg, indem ſie en beugte, doch

ihr Umecht; ſie dachte er und ſie das Thron⸗ übrigen Dauer te ſeine Erime⸗ ſallen, ſanften den und leichten ebe anzufachen werben. Ihr um erſten Mal nerung zu ber⸗

te Polſtet ſeines fahren.Laßt öheres als emen Villa gewinnen ſein. Holliſe

12 la r6gece!

Nacht

S d

rnleuch un rd, bis.

en warh, Dig

ere 4'der Plau⸗ lute A glin⸗ waren

ilien⸗ E

801 Chandos.

Roman von Ouida.

802

Kopf gingen, zog Trevenna ſich mehr in den Hintergrund eines mit breitblättrigen, mexikaniſchen Pflanzen gefüllten Ca⸗ binets zurück, um die Scene in Muße zu ſtudiren, doch von Zeit zu Zeit kehrten ſeine Augen mit Hartnäckigkeit zu der entfernten Geſtalt ſeines Freundes und Wirthes zurück, deſſen

Diamanten, ſie hatten bei manchem Feſte der Stuarts und Bourbonen gefunkelt in einem neuen Licht ſtrahlten,

ſobald ihr Träger ſich bewegte, um einem Geſandten die Hand zu reichen, ſich vor einem Fürſten zu verbeugen oder auf eine Schönheit hinabzulächeln. Trevenna's Betrachtungen waren ein Gemiſch von wildem Neide und einer gewiſſen wonnigen Veirledigun

Die Narren gehen, um Molieère zu ſehen und leſen Novellen und Satiren, während ſie das Leben ſtudiren könn⸗ ten! Ich kann mir nichts Kurzweiligeres vorſtellen, als einen Spaziergang, den ein naturkundiger Philoſoph an Pompeji's letztem Tage durch die Straßen dieſer Stadt machte, während er vorausſah, was der Veſuv im Sinne hatte und wußte, daß ſein Schiff im Hafen lag und ihn erwartete. Er ſieht den Geizhals krampfhaft ſein Gold feſthalten und weiß, daß er das Ganze in euter Stunde opfern möchte, um ſein nacktes Leben zu erretten; er hört die Liebenden Schwüre für die Ewigkeit ablegen, und iſt überzeugt, daß ihre Lippen ſchon vor der Nacht erkaltet ſind; er ſieht den Bäcker ſeine Brote in den Ofen ſchieben und hat die Gewißheit, daß Niemand ſie herausziehen wird. Die Epicuräer beſtellen ihr Prandium, er aber weiß, daß Aſche ihren Mund füllen und ſie erſticken wird, ehe es dunkelt; die Menſchenmenge ſtrömt eifrig und lachend nach dem Circus ihrem Grabe und die Stadt länzt heiter in der Sonne, während er vorausſieht, daß Straßen und Häuſer von dem Lavaſtrom verſchlungen ſind, 85 ſie untergeht. Welch ein ſehenswürdiges Schauſpiel! Nun, ich habe eine kleine Vorſtellung davon. Mein ſchöner Pompejaner, der Du nur die Roſengewinde einer Aglaë und Aſtrate kennſt, wie werden die Steine und der Staub zwiſchen Deinen Bühnen Dir behagen?

Und Trevenna, nachdem er einen Augenblick gezögert hatte, um ſich an dem ſoeben entworfenen klaſſiſchen Gemälde ſeiner Phantaſie aus Herzensgrund zu laben und den Freund, welchen er obwechſelnd als Plantagenet und Pompejaner an⸗ ſüöhrn⸗ immer noch anzuſehen, ſagte ſeinem Cabinet und ſeiner

räumerei Lebewohl und begab ſich in das Gewühl der be⸗ titelten Großen. Unter dem Schutz ſeines dunkeln Dominos und der dichten Maske, rief er dieſem ein beißendes Witzwort zu, während er jenem ein böſes Gerücht mittheilte, hier Arg⸗ wohn ſäete, dort Verläumdung ziſchelte, bald die Ehre eines guten Namens leicht hinwegblies, bald den Samen der Zwie⸗ tracht in zwei liebende Herzen ſtreute. Mit einer unnachahm⸗ lichen Gewandtheit und mit dem boshaften Vergnügen eines ſiameſiſchen Affen, der ſich unter Beihülfe ſeines Shwanges von Zweig zu Zweig ſchwingt, um die Krokodile zur Wuth 3 reizen, trieb er unter ſeiner Verkleidung jenes Geflüſter. Trevenna, einſt der boshafteſte Knabe, welcher jemals eine Katze quälte, war jetzt der boshafteſte Witzling, welcher jemals die Menſchen peinigte.

Die Räume waren faſt gefüllt, allein immer noch warf Chandos von Zeit zu Zeit ungeduldige Blicke nach dem ent⸗ fernten Haupteingang, der auf die Treppe mündete. Augen, welche wohlberechtigt waren ihm als Polarſterne zu dienen, winkten ihm durch venetianiſche Masken, und Geſichter, die zu viel Reiz beſaßen, um unter jener neidiſchen Hülle ver⸗ ſteckt zu werden, begegneten ihm, wohin er ſah.

In dieſem Augenblick traf die Silberſtimme der fröhlich ſpottenden Vivarol ſein Ohr. Die aus den Tulllerien ver⸗ bannte Schönheit erſchien an ſeiner Seite, um mit ihren ſaphirbeſetzten Flügeln wie eine fille des fenx zu fächeln und ihre ganzen koketten Reize vor ihm zu entfalten.

Doch ſeine Blicke ſchweiften wieder und wieder nach dem Eingang, bis ſie plötzlich einen neuen Ausdruck annahmen. Seine Augen waren den Frauen gegenüber zu ſprechend, als daß jener Wechſel hätte unbemerkt bleiben können. Diejenige, welche ſich ſoeben an ſeiner Seite befand und ihn in An⸗ ſpruch nahm, entdeckte und kannte den Blick. Er ruhte auf er Lilienkönigin.

War dieſe poetiſche, liebliche Erſcheinung am hellen Mit⸗

Roman⸗Magazin des Auslandes. 1867. Lieſ. 4. 3.

tag ſchön, um wie viel ſchöner ſtrahlte ſie jetzt! Um ihrem Wirth in zarter Weiſe zu ſchmeicheln, hatte ſie die Rolle ſeinerLucretia, einer byzantiniſchen Griechin erwählt. Ihr Anzug leuchtete in den brennenden Farben des Oſtens; der ſchneeweiße Barracan umfloß ſie wie eine Wolke und an ihrer Bruſt, ſowie in ihrem Haar funkelten byzantiniſche Juwelen Juwelen, welche vielleicht auf der ſtolzen, falſchen Stirne der Kaiſerin Irene geprangt haben mochten.

Unwillkürlich machte Chandos eine leichte Bewegung, um ihr entgegen zu gehen und unwilllkürlich lief durch die höfiſche und ſchwer erregbare Menge der Verſammelten ein leiſes Murmeln der Bewunderung. La Vivarol richtete ihre Blicke hinüber und unterſchätzte keinesweges Diejenige, in welcher ſie ihre Nebenbuhlerin vorausſah. Sie zog ihre fein geſchwun⸗ genen Augenbrauen in die Höhe.

Ah, da iſt Ihre lebende Lucretia! Es muß ent⸗ ücken, Charaktere zu zeichnen, um ihnen ſpäter im Fleiſche zu

egegnen.

Der Spott und die gehäſſige Nichtachtung, mit welchen die Eiferſucht die Worte zuſpitzte, entging Chandos, indem er die Gräſin den Huldigungen der ſie umgebenden Masken überließ, um der Verwirklichung ſeiner Lucretia bis in den vorderen Saal entgegenzugehen, eine Auszeichnung, die er keinem ſeiner andern Gäe erzeigt hatte.

Er war unheilbringend, der Augenblick, wo ſie ihm ſo überraſchend vor die Augen trat, als hätte ein Zauber ſeinem Phantaſiegebilde eine ſichtbare Geſtalt verliehen und den Athem des Lebens in die Gedanken ſeiner eigenen Dichtung gehaucht.

Er ſah ſie fortan nicht wie ſie war, ſondern er wollte nichts als ſein Ideal in ihr erkennen und fragte nie, ob ſie demſelben nur ähnelte, wie die Lilie des Juweliers mit Blättern von Perlen und Smaragden, die unter jeder Hand in gleichem Glanze leu ,der duftenden, reinen Waldlilie gleicht, welche im Li s Himmels erblüht, unter jeder rauhen und fremden Berührung ſtirbt. Die beiden Lilien, an Fönheit und Geſtalt der Blätter mögen einander vollkom⸗ mien ähnlich ſein Duft ſpendet nur die eine.

Die Magier des Alterthums beſchworen die Todten herauf; Sie Lady Valencia thun mehr; Sie geben Träumen eine ſichtbare Geſtalt! Wie kann ich es Ihnen jemals dan⸗ ken? fragte er ſpäter, als er ſie in den Wintergarten führte, den ein gedämpfteres Licht als das der Säle erhellte, wäh⸗ rend das Geräuſch des Balles und die Klänge der Muſik nur halb und halb herüberhallten. Die circaſſiſchen Diene⸗ rinnen ſchwebten faſt unhörbar wie bunte Vögel durch die Wölbungen, welche die Zweige der Palmen und anderer Tro pengewächſe bildeten.

Sie lächelte, während ein neuer Glanz in ihre gedanken⸗ vollen, leuchtenden Augen kam und eine weiche, fremdartige, warme Farbe in ihre Wangen ſtieg. Ihr Herz oder 15 Stolz war bewegt.

Ich bin es, die Ihnen danken muß, daß Sie mich mei⸗ ner ÜUnbeſonnenheit halber nicht tadeln. Glauben Sie, ich fürchtete meine eigene Verwegenheit!

Konnten Sie eine andere Furcht empfinden, als die, welche Mitleid für Andere in Ihnen hervorrief? Meine ſtol⸗ zeſten Bilder der Lucretia ſind durch Sie vielleicht nur zu ſprechend, lebendig geworden. Wer lehrte Sie die Frau, von der ich nur träumte, ſo genau kennen? Sie gaukelte undeut⸗ lich in dem Reich meiner Phantaſie, bis ich ſie heute Abend vor mir ſtehen ſehe.

Sie richtete einen Blick auf ihn, der faſt eine Abbitte ausdrückte, und dieſer Blick verlieh ihrer ſtolzen und könig⸗ lichen Schönheit einen größeren Zauber, als er ihn einer Frau verliehen hätte, die weniger an Sieg und unbezweifelte Anerkennung ihrer Macht gewöhnt war.

Stille! dies iſt die Sprache der Schmeichelei. Man hat mir geſagt, wie zart und gefährlich Sie zu ſchmeicheln wiſſen.

So ſind Sie falſch berichtet worden. Ich ſchmeichle nie, allein es giebt Frauen Sie gehören zu ihrer Zahl denen gegenüber die einfachſten Worte der Wahrheit noth⸗ wendig übertriebene Huldigungen zu ſein ſcheinen.

er ſprach in der ſanften, liebkoſenden Weiſe, die ihm im

I. 51