Jahrgang 
4 (1867)
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Chandos. Roman von Ouida.

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jährigen Reunpferde und mußte nach ſeiner Ueberzen ung den Preis erringen. Seine Anſicht übte biuemtenden(uinuß und zwar um ſo mehr, als er ein Meiſter derWiſſenſchaft des Stalles war, ohne ſelber zu den Wettenden von Fach ge⸗ zählt zu werden. Er verzeichnete in Chandos' Namen hohe Summien fürden Favoriten und trieb ſie ſo lange hinauf, als die Gegenbietenden zu folgen im Stande waren.

Unter der Menge befand ſich ein kleiner, hagerer, ruhi⸗ ger Mann mit rother Perrücke. Er forderte zu Wetten auf ein kaſtanienbraunes Pferd heraus, das vom Lande herein⸗ gebracht, faſt unbekannt und unbeachtet war und bei den Roß⸗ kennern für widerſpänſtig und hinſichtlich der Rage für un⸗ rein galt. Es ſtammte aus einem gewöhnlichen Geſtüt im Norden und wurde von ſeinen Züchtern und Eigenthümern nurdas Füllen genannt. Auf einigen Herbſtrennen in nördlichen Gegenden war es als Wettpferd bekannt, ohne ſich jedoch irgendwie einen Namen gemacht zu haben.

Als Trevenna den Corner verließ, begegnete er dem klei⸗ nen abgemagerten Mann, der ſich durch einen Sturz bei einem Rennen zu Grunde gerichtet hatte und jetzt langſam in den Sonnen⸗ ſchein hinausging, nachdem er nur auf jenes ſchlechte Pferd Wet⸗ ten eingegangen war. Trevenna redete ihn im Vorübergehen an.

Laßt Diaden's Namen aus dem Spiel, oder ſie wit⸗ tern Unrath und verleitet ſoviel Narren, als ſich dazu her⸗ geben, auf Galahad zu wetten.

Die Worte wurden ſo ſchnell geſprochen, daß die Vor⸗ übergehenden glauben konnten, Trevenua habe nur ein Weil⸗ chen gezögert, um ein Schwammzündholz anzuſtreichen, ohne den kleinen, krüppelhaften Mann zu beachten.

Den Braunen haben wir wunderbar geheim gehalten. Keine Seele vermuthet, was in ihm ſteckt! Er iſt zu häßlich. Sein größtes Glück das!

Viertes Capitel. Die Lilienkönigin.

Neben einer Palme im Gewächshauſe ihrer Schweſter, der Lady Cheſterton, ſtand Lady Balencia St. Albans. Es war Empfangstag bei Hofe und ſie erwartete die Schweſter zur Abfahrt. Ihre weiße Schleppe leicht über den Arm gewor⸗ fen, umhüllt von Seide und Spitzen, die in duftenden Wel⸗ len auf den Boden hinabfloſſen, war ſie in dem Rahmen der friſchen, leuchtenden Blumen des Treibhauſes ein Bild, wie das Auge ſich kein vollkommneres wünſchen konnte. Ein Ma⸗ ler hätte ſie als Ordella oder Evadna aus Fletchers Dra⸗ men oder als Vittoria Coronna in ihrer königlichen groß⸗ artigen Schönheit wiedergegeben. Doch um Letztere darzu⸗ ſtellen, mußte zuvor eine Leidenſchaft die lichtvollen, ge⸗ dankentiefen Augen der Lilienkönigin in Feuer geſetzt haben. Bis jetzt aber hatte noch nichts ihre Ruhe geſtört.

Und doch! ein Unglück war über ſie gekommen. Der Druck ſelbſtverſchuldeter Verarmung hatte ihren Vater nach Rom getrieben, wo ſie mit ihm lebte, bis ſein Tod ſie, die Grafentochter, faſt mittellos zurückließ, während ſeine Be⸗ ſitzungen und ſein Titel auf einen entfernten männlichen Ver⸗ wandten übergingen. Bitter, ſehr bitter empfand die Lilien⸗ königin, die Tochter des einſt ſo reichen Hauſes Jvor, ihre Armuth. Sie hing faſt ganz von der Großmuth ihres Schwagers, Lord Cheſterton's, ab, während ihr innerſtes Weſen für den Glanz des Herrſchens, für unbeſchränkte Machtvollkommenheit angelegt war. Was ihre Schönheit be⸗ traf, ſo beſaß ſie ſoviel Selbſtgefühl, um eitel auf jeden Vor⸗ zug zu ſein, allein ſie wußte ſich einfach im Beſitz deſſelben, wie etwa eine Kaiſerin das Gebiet keunt, über welches die Macht ihres Scepters reicht.

Wir ſind ziemlich früh fertig geworden, ſagte Lady Cheſterton, als ſie in das Gewächshaus trat. Die beiden Schweſtern waren einander durchaus unähnlich. Die ältere, Lady Cheſterton, war eine ſtattliche, hübſche, ſchwarzhaarige Frau, von barſchem, kurzangebundenem Weſen, eine ehrgeizige und ſchwergetäuſchte Frau, getäuſcht, weil ein entfernter Better zwiſchen die Grafſchaft der Ivors und ihren eigenen, jungen Sohn trat.

Wer hat Dir dieſe Blumen geſchickt? Clydesmore? Bewunderungswürdiger Mann! Schade, daß er ſo lang⸗

wie ſein

Ausſehen iſt vortrefflich, Valencia! On ne Chandos wird heute Vormittag im Palaſt

Weißt Du es beſtimmt? Ein Blick lebhafter Theil⸗ nahme aus den tiefen, ruhigen Augen der Lilienkönigin.

Ganz beſtimmt. Er iſt überall. Es giebt nichts Schwierigeres, als ſeine Gegenwart auf irgend eine feſtgeſetzte Zeit zu begehren. Ueberdies iſt er ſehr wähleriſch. Ich ſchrieb ihm, Du ſeieſt von Rom zurückgekehrt und ich würde Dich heute Abend auf ſeinen Ball mitnehmen. Hier iſt ſeine Antwort, eine ſehr eingehende in Betracht der Thatſache, daß ſie von ihm kommt!

Lady Valencia nahm das weiße, duftende Papier, und ein zartes Roth freudiger Genugthuung überflog die reine Schönheit ihres Geſichtes, während ein leiſes Lächeln um ihre Lippen ſpielte. Wie viel hatte man ihr von den Eroberun⸗ gen, dem Ruhm des Schreibers, von ſeiner unumſchränkten Herrſchaft in der Modenwelt, von ſeinen, der Schönheit dar⸗ gebrachten Huldigungen geſagt!

Er iſt ſehr reich, nicht wahr? fragte ſie, während ihr Blick noch immer auf ſeiner Namensunterſchrift ruhte.

Reich? Tauſende ſind es. Man kommt heute zu Tage oft ſehr ſchnell zu Reichthum. Chandos iſt mehr als ein Mann von ſehr großem Vermögen. Wenn es ihm gefiele, könnte er uns ſammt und ſonders dahin bringen, Cider zu trinken und Eicheln zu eſſen. Er beherrſcht den Ton vollſtändig und lebt mehr en roi, als irgend ein König auf Erden.

Ich hörte es in Rom. Man ſprach davon,mit Chan⸗ dos befreundet zu ſein, wie man etwa von einer Einladung an den Hof ſprechen würde.

Chandos zeichnet die Menſchen in höherer Weiſe aus, als der Hof es thun kann. An letzterem dürfen Dumm⸗ köpfe und Emporkömmlinge erſcheinen, während ſie bei ihm nimmermehr Zutritt erlangen, erwiederte Lady Cheſterton in faſt ſchneidendem Tone.Doch nichts kann ihn bewegene ſich zu verheirathen, mußt Du wiſſen. Er betrachtet die Ehe

Die Prinzeſſin Marie von Alba ſtirbt faſt, wie es heißt das Mitgift. gedankenvolles Lächeln Sie kannte die Beweg⸗

kleinen, gefühlvollen hätte man ihr dieſelben

weilig iſt! Dein pouvait mieux. ſein!

mit vollſtändigem Abſcheu. liebt ihn über die Maßen ſchöne, arme Mädchen mit einer glänzenden

Ein leiſes Lächeln, ihr ſtolzes, bewegte die Lippen der Lilienkönigin. gründe, welche ihre Schweſter zu jener Darſtellung beſtimmten ſo genau, als offen auseinandergeſetzt.

Bei ſo viel Auszeichnung wird es ihm natürlich mög⸗ lich ſein, ſich zum Pair emporzuſchwingen? fragte ſie ein wenig zerſtreut, indem ſie die purpurrothen Blüthenglocken einer orientaliſchen Pflanze zu ſich herabbog.

Emporſchwingen! Meine Beſte, er jeden andern, als dieſen Namen geben. In der Familie Chandos war das Marquiſat erblich, bis der Titel von Sei⸗ ten der Regentſchaft aufgehoben ward. Philipp Chandos, erſter Staatsminiſter, hätte ihn zu jeder Zeit wieder erwerben können, weigerte ſich aber ſtandhaft, es zu thun. Ernſt Chan⸗ dos gleicht ihm hierin; er würde die Würde eines Pairs nicht annehmen.

Keine neugeſchaſfens, allein er kann die ſeiner Familie zukommende vielleicht in's Leben zurückrufen?

Gewiß! Man würde ihm nichts verweigern und wäre froh, ihn in das Herrenhaus aufnehmen zu können. Allein Vater hat er ſich oft in ablehnender Weiſe darüber geäußert. Er hat manche ſeltſame Anſichten wie man ſaht handelt es ſich in dißſer Sache um ein Familien⸗ gelübde, jedenfalls ein überſ anntes! Menſchen von Genie ſind nun einmal überſp man thut nicht gut, ihren Ideen entgegen zu tret nem Dichter ſtreite ich eben ſo wenig, wie mit einem ranken.

Nach dieſem Ausdruck Mer mitleidigen Rückſicht für das Genie ſchüttelte Lady Cheſterton die Falten ihres violetten, mit ſchwarzen, ſpaniſchen Spitzen beſetzten Gewandes, höchſt befriedigt von der Warnung, welche ſie ihrer Schweſter hin⸗ ſichtlich des berühmten Helden der Geſellſchaft ſo geſchickt hatte zu Theil werden laßen

Die Lilienkönigin antwortete nicht.

würde der Sache

Schweigend ſtand ſie