Jahrgang 
4 (1867)
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auf der Treppe elte. erleuchteter, ge⸗ fte, das ſo likb⸗ benannte.

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Wo er ſich zeigte, ſchaarte man ſich um ihn; war er

doch der Götze dieſer erleſenen und im höchſten Grade wäh⸗ keriſchen Ariſtokratie! Sie befolgte jedes ſeiner Geſetze und ſchmeichelte dem geringſten ſeiner Worte. Als er ſich endlich frei ſah und die Lilienkönigin aufſuchen wollte, hatte ſie die Geſellſchaft ſchon verlaſſen.

Ich werde ſie bei Hofe treffen, dachte Chandos, zu deſſen Troſt eine viel zu große Frauenſchaar bereit ſtand, als daß er die Abweſenheit einer einzelnen abweſenden Schönheit hätte beklagen können. Und doch tauchten im Lauf derſelben Nacht inmitten des Gedränges der Modewelt, beim Lächeln anderer Frauen, oder an der ſpäten Abendtafel in dem ambra⸗ duftenden Zimmer Claire Rahels, das Bild des ſtolzen Kopfes der Lilienkönigin und ihre glänzenden, gedankenvollen Augen ungebeten vor ihm auf.

In derſelben Nacht, oder vielmehr bei dem nächſten Morgengrauen betrachtete die Gräfin de la Vivarol ihr Geſicht im Spiegel, während die Dienerinnen beſchäftigt waren, das Haar der Herrin von dem Schmuck der Saphire zu befreien. Es verdiente freilich, daß man es anſah, dies Antli mit den ſtrahlenden Augen und den blühenden und doch ſo zarten Farben, die bis jetzt noch keine Bekanntſchaft mit Perlen⸗ Puder gemacht hatten.

Belle comme un ange, et mesquine comme un diablotin, pflegte ihre Mutter von ihr zu ſagen, als ſie noch ein Kind war, und der Ausſpruch galt noch heutigen Tages. Heloiſe, welche ſich in ihrem ſiebenzehnten Jahre mit dem uner⸗ meßlichen Reichthum des Grafen de la Vivarol verheirathete, machte ihrem Geſchlecht alle Ehre. Sie verwickelte ſich bis an ihren ſchönen Hals in europäiſche Intriguen und zwar ſo eifrig, daß ſie aus Frankreich verbannt ward. Ihr Gatte folgte ihr nicht es giebt keinen Franzoſen, der ein Weib ſeinem Paris vorziehen würde allein er verſorgte ſie ſo reichlich mit Geldmitteln, daß ſie ihm nie eine böſere Bezeichnung alsce petit droôle

gab, wenn ſie ſeiner in geſchäftlichen Beziehungen gedachte.

Im Uebrigen kam er überhaupt nicht in Frage. Scchon vor ihrer Verbannung aus Paris, traf ſie bei einem Herbſtaufenthalt zu Compiéegne mit Chandos zuſammen und hatte ihn im alde auf der Jagd, auf mondhellen Ter⸗ raſſen oder im Theaterpallaſt an ſich gefeſſelt. Der Graf, ein Mann von vollendeter Bildung, kannte die Beſtinimung der Ehemänner und verabſcheute ſowohl eine Scene, als er es weder auf eine Eheſcheidung, noch auf ein Duell anlegte. Die Liebesromanze nahm einen ſilberhellen und glatten Lauf, bis Madame ſich zur Eiferſucht aufgelegt fühlte, während Chandos einige Langeweile verſpürte. Heeute Nacht betrachtete ſie ihr Geſicht im Spiegel und biß ihre kleinen weißen Zähne zuſammen. Vielleicht kam die Liebe, welche ſie ſo oft mitleidskos in Andern angefacht hatte, üöber ihr Haupt, oder vielleicht ſtachelte nichts als verletzte Eitelkeit ſie an, die Herrſchaft, welche ſie über den ſchönſten Mann ſeiner Zeit ausübte, hartnäckig zu behaupten. Doch, mochte die Triebfeder Liebe, Neid oder Eitelkeit heißen unter ihren langen Wimpern brach ein gefährliches Licht hervor und ſie murmelte zwiſchen den feſtgeſchloſſenen Zähnen:

Wenn er jemals eine Andere 5 und geſchähe es nach Verlauf von zwanzig Jahren

Sie ſchrieb die Drohung nicht weniger tief in ihr Herz,

weil ihre Lippen ſie nicht beendigten; ja es konnten zwanzig

Chandos. Roman von Ouida.

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Jahre vergehen, ohne daß ſie dieſelbe ausgeführt; allein die ſchöne Gräfin war nicht das Weib ſie zu vergeſſen, oder bei

ihrer Ausführung zu ſchwanken.

Drittes Capitel. Trevenna in ſeinem eigenen Hauſe.

Allle dringenden Aufforderungen, ſtattlichen Räumen des Hauſes in Parklane aufzuſchlagen, hatte er abgelehnt. Zwar ſpeiſte er dort zu Mittag und trieb darin was ihm gefiel, verlebte auch jährlich mehrere Monate in Clarencieux, allein er beſaß ſeine eigenen Zimmer in einer ſtillen Straße nicht weit von den Clubs, die er beſuchte. Wir finden ihn zu früher Stunde halb neun beim Frühſtück, obgleich er ſchon um vier Uhr aufgeſtanden war. Er ſchlief den geſunden, feſten, friedlichen Schlaf eines Kindes

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und bedurfte nur wenig davon, um geſtärkt zu erwachen. Seine Zimmer waren äußerſt ſauber Lehalten, allein ſie ent⸗ behrten jedes angenehmen Schmuckes. Wäre Chandos ein armer Mann und verdammt geweſen darin zu leben, er hätte keinen Tag vergehen laſſen, ohne ihre garſtige Einfachheit durch einen Kupferſtich oder irgend einen Gipsabguß zu heben. Trevenna wurde von jener Schmuckloſigkeit nicht im Mindeſten berührt und inſofern ſein Schönheitsſinn in Frage kau, fühlte er ſich in einer Bodenkammer eben ſo glücklich wie in einem

Pallaſt.

Sein Frühſtück beſtand nur aus Kaffee und einigen Hammelrippen, denn er beſchränkte ſich auf die allernothwen⸗ digſten Ausgaben.

Der Kaffee war etwas ölig, das Hammelfleiſch ein wenig zähe ächte engliſche Küche, allein Trevenna, der bis auf ein Haar angeben konnte, was an dem Wohlgeſchmack einer weißen Sauce in dem beſten Club Pall⸗Malls fehlte, genoß beides ohne Murren. Erſtens beſaß er den Appetit einer durchaus geſunden, kräftigen Natur und zweitens konnte er ſich ja gegen Mittag durch das leckerſte und gewählteſte Frühſtück in Chandos' Hauſe entſchädigen.

Während er und trank, ſah er einige ſchriftliche No⸗ tizen durch und ſprach mit einem Mann, der vor ihm ſtand wie ein Untergebener vor dem Herrn ſteht, der ihm Be⸗ ſchäftigung giebt. Es war ein Jude von hoher, hagerer, ehrwürdiger Geſtalt und dunkelgrauem Haar, das, indem es bis auf ſeine Schultern niederfloß und ſich mit ſeinem langen, wallenden Bart vermiſchte, ihm ein patriarchaliſches Ausſehen verlieh. Er zählte ſechszig Jahre, trug ſeinen Nacken ein wenig gebeugt und hatte in dieſem Augenblick die Hände leicht gefaltet. Dies war Ignatius Mathias, von der Firma Tindall u. Co., welche man in der City all emein kannte. Seine Geſchäftswohnung lag zwar in einem krummen, fin⸗ ſtern, erſtickenden Gäßchen, doch ſuchten nur Herren von der Garde und dem Middle⸗Temple, Herren, die nichts be⸗ ſaßen als einen vornehmen Namen und ein Heer von Schulden, ihre graue, krüppelhafte, mürriſch blickende Thür. Tindall u. Co. machten nur Geldgeſchäfte. Sie kauften die ſonder⸗ barſten Papiere, welche auf dem Markte ausgeboten wurden und es hieß, daß ſie dabei ein Bedeutendes verdienten. Letzteres war jedoch nur eine Vermuthung, denn die kleine düſtere Höhle von Geſchäftszimmer erzählte keines ihrer Ge⸗ heimniſſe, ſo viele ſie auch beſaß und wer Tindall u. Co. ſein mochten, erfuhr keine Seele. Die einzige Perſon, welche man jemals im Geſchäft ſah und darin thätig fand, war Ignatius Mathias, ein kaſtilianiſcer Jude. Die meiſten Menſchen betrachteten ihn ſelber als die Firma und waren von dieſer Thatſache mehr denn je überzeugt, wenn er den Kopf ernſthaft ſchüttelte und ſagte, er handele nur den gege⸗ benen Vorſchriften gemäß; ſein Principal habe ſich ſehr be⸗ ſtimmt ausgeſprochen und könne nicht warten.

Doch wie dem auch ſein mochte, Ignatius Mathias war kein Geldverleiher gewöhnlichen Schlages. Tindall u. Co. betrieben ihre Geſchäfte auf die einfachſte Weiſe und mochte dieſelbe eine ſchroffe ſein, ſo handelten ſie doch ſtets innerhalb der Schranken des Geſetzes und zwar im buchſtäblichen Sinne. Wenn ihre Kunden ſie als die Urſache ihres Untergangs auf das Bitterſte verfluchten, ſo konnten ſie ſich doch nicht beklagen, daß ihnen auf ungeſetzliche Weiſe mitgeſpielt worden ſei.:

Nehmt Platz, Mathias, nehmt Platz und verſorgt Euch mit einer Taſſe Kaffee, ſagte Trevenna, der freundlich und herzlich gegen Jedermann war und darauf rechnen durfte, die Wahlſtimmen der unteren Klaſſen ohne Ausnahme zu erhal⸗ ten.Ich will dieſe Papiere durchſehen und werde, wenn

Ihr Euren Kaffee getrunken habt, im Stande ſein, die Ein⸗

ſeine Wohnung in den

zu berechnen. Allerdings weiß ich, wie

nahme des Monats d. 3 allein ich will wiſſen, wie hoch

hoch ſie ſich belaufen ſollte, ſie ſich beläuft.

Sie werden finden, erwiederte Mathias in demüthigem Tone; Kaffee trinken, danke Ihnen!

Auch den angebotenen Platz nahm er nich! ein, ſondern blieb, die grübelnden, dunkeln Augen auf das pergamentne

On

Quittungsbuch geheftet, vor Trevenna ſtehen.

daß die Rechnung ſtimmt, Sir, ich möchte keinen