Jahrgang 
4 (1867)
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777 Chandos. Roman von Ouida. 778

meinem Banquier für ſich; ich gebe Ihnen unumſchränkte Vollmacht.

Nein, nein! Verdammt, Monſeigneur! mich aus der Faſſung.

Ein unmögliches Ereigniß, Trevenna! lachte Chandos und betrachtete ihn mit wohlwollenden Blicken.Wie könnte ich Sie durch ſolche Kleinigkeit für alle Fähigkeiten und für die Zeit entſchädigen, welche Sie gütig genug ſind in meinem Dienſt zu verſchwenden! Ueberdies kann unter alten Freunden von Verbindlichkeiten keine Rede ſein. Neun Uhr! Wir müſſen zu Tiſche gehen. Ich verſprach Claire Rahel, ſie zum Abendeſſen zu beſuchen. Sie iſt bezaubernd! hat das sourire de la régence und den Witz einer Sophie Arnauld.

Doch jenes Lächeln koſtet Ihnen die Diamanten eines Indiens, und der Witz wird Wort für Wort mit Caſhemir⸗ ſchwals bezahlt.

Wenn die vornehme Welt ſich herabließe, die demi- monde anzuerkennen, welche Nebenbuhlerin würde die be⸗ wunderte Gräfin an der Schauſpielerin haben!

Die Gräfin iſt, wie Crispin, rivale de soi-mêéme. Alle ſchönen Frauen und beſchränkten Männer ſind eitel und opfern auf ihren eigenen Altären, erwiderte Chandos lachend, während ſein Bedienter meldete, daß im Geſellſchaftszimmer Gäſte von der Garde und Geſandtſchaft zu einem derkleinen Mittagseſſen angelangt ſeien, welche für die erleſenſten und begehrteſten Feſte Londons galten.

Ich glaube, wir müſſen gehen. Prinz Carl mag allen⸗ falls warten, doch die Steinbutte fordert Pünktlichkeit, ſagte Chandos gähnend(er war gewohnt, daß die Welt auf ihn wartete und ihm aufwartete) und ſchob den Thürvorhang zurück, in⸗ dem er Trevenna durch eine Handbewegung auſſorderte, voran zu gehen. Er hätte keinen Anſtand gendmmen, einen durchlauchtigen Herrn auf ſein Vergnügen warten zu laſſen, allein mit derſelben Achtung, die er einem Monarchen bewieſen haben würde, geſtattete er dem praktiſchen Geſchäfts⸗ mann, ſeinem Untergebenen, der ſein Brod, ſeinem fidus Achates, John Trevenna, den Vortritt.

Welch ein geſcheiter Kopf er iſt! Ich muß ihn in das Haus der Gemeinen bringen. Dort wären ſeine Gaben an ihrem Ort, während er ſie in den Clubs zerſplittert, dachte er auf dem Wege nach ſeinem Empfangszimmer. Die Frage, ob dieſer fidus Achates ein Pythias oder ein Mephiſtopheles ſei, hätte einen Zweifel bewieſen, der in ſeinem ritterlichen und freundſchaftlichen Sinne niemals aufkommen konnte.

Eine ſolche Frage auch nur in Gedanken zu ſtellen, wäre für Chandos ein Verrath an der Treue geweſen, einer Treue, wie der Araber ſie demjenigen zu halten verbunden iſt, dem er Salz und Brod vorgeſetzt hat.

Sie bringen

Zweites Capitel. Der Komet und ſein Schweif.

Habt Ihr Chandos Kaleſche heute im Ring geſehen? Vier graue Handpferde mit Vorreitern in Sil iund Matt⸗ elb; das zierlichſte Ding, welches jemals d den Park fuhri⸗ ſagte Winters vom erſten Garderegiment. Chandos hat ſechstauſend Pfund für Geranium den Wilden gezahlt, das edelſte Blut aus Danebury, wird jedenfalls beim Ducal⸗Rennen gewinnen, ſprach der Mar⸗ quis von Bawood.

Chandos hat auf der Auction des Herzogs Valleré die Titian's erſtanden. Der Staat hätte darauf bieten ſollen, bemerkte Graf Rougemont.

Um ſo beſſer für letzteren; Chandos hat die Gemälde zum National⸗Eigenthum beſtimnit, fügte Stentor, ein be⸗ rühmter Kunſtkritiker hinzu.

Sie ſprechen doch nicht etwa im Ernſt? Der Mann wäre im Stande ſeinen Kopf zu verſchenken! rief der Herzog von Aohemtine

Flora hat ſich drei Monate lang beſtändig bewieſen. Chandos iſt ein Zauberer! gähnte Sir Phipps Lacy.

Mein lieber Sir Phipps, ſeine Börſe iſt unerſchöpflich. In dieſem Umſtand liegt der Grund von Flora's ungewöhn⸗ licher Treue, ſagte John Trevenna.

Sie haben natürlicherweiſeLucretia geleſen? Chandos

*

iſt der erſte Schriftſteller Eiropner dieſer Witz, dies Pathos, dieſe Darſtellungskraft! Ich erhielt die Aushängebogen ſchon che das Buch veröffentlicht ward, erzählte die Nic denm von Belamour, ſtolz auf jenes Vorrecht..

Lucretia iſt nächſtPelham der merkwürdigſte Roman.

Außer Byron's Werken, poetiſcher als irgend eine lite⸗ rariſche Erſcheinung. 3

Lucretia iſt ein Gedicht in Proſa.

Und doch eine auserleſene Satyre!

Selbſt Alfred de Muſſet ſchildert die menſchliche Natur niemals mit ſolcher Tiefe.

3Und Shelley erreichte nie eine ſolche Schönheit der Form.

Sicherlich nicht! Wiſſen Sie, daß das Werk bereits in der ſechſten Auflage erſchienen iſt?

Gewiß! alle Welt lieſt es.

Es waren die Gäſte eines Prinzen von Bourbon, die in einem Garten bei Richmond obige Unterhaltung pflogen und diesmal log das Sprüchwort, denn der Abweſende ward von ſeinen Freunden mit Kelimmiher Bewunderung erwähnt und Niemand wußte etwas gegen ihn zu ſagen. Wenn die Sonne auf der Mittagshöhe ſteht, ſieht die ganze, von ihrem Licht erwärmte Blumenwelt, zu ihr als einem Idol empor; geht ſie zur Rüſte, ſo hängt dieſelbe anbetende Schaar vielleicht die Köpfe, um mit dem Nachtnebel zu loſen und ein allge⸗ meines Verdammungsurtheil über die Flecken zu fällen, welche den Glanz ihrer gefallenen Gottheit verdunkelten.Man hatte dieſe Flecken nie erwähnt, ſie aber ſehr wohl bemerkt, genug, ein einſtimmiger Seufzer der klugen Blumen, und der

ichterſpruch iſt gefällt.

Er, um den das Geſpräch ſich drehte, war gegen⸗ wärtig der Liebling des Glückes und man mußte zugeben, daß alle ſeine Schattenſeiten angenehme waren, allein hätte er ſich Vergehungen jeder Art zu Schulden kommen laſſen, die Welt würde dieſelbenintereſſante Excentricitäten genannt haben, denn bei den Frauen galt er für den ſchönſten Mann ſeiner Zeit, während er den Männern gegenüber die Mode des Tages beſtimmie und ihnen die beſten Mittagseſſen gab.

Wie ſpät Sie kommen! rief die Gräfin de la Vivarol, indem ſie in einem Sommer⸗Concertſaal einen Sitz neben dem ihrigen freimachte, als der Götze des Tages endlich in dem prinzlichen Garten erſchien, um ſich eine halbe Stunde darin aufzuhalten. Madame de la Vivarol, die bezauberndſte Pa⸗ riſerin, die Anmuthigſte der Hofſchönheiten hatte eine Geſtalt von einer Vollkommenheit der Formen, wie ſie Pauline Bona⸗ parte beſaß; der Ausdruck ihrer hellbraunen Augen war ein ärtlicher und unheilvoll beſtrickender. Ein reizenderes Ge⸗ ſöpf als dieſe Königin der vornehmen Welt, ſah man nie bei einem großen Wettrennen zu Longchamps oder an einem Empfangstag in der salle des Maréchaux und doch ſo weit eht die Unbeſtändigkeit und Undankbarkeit der menſchlichen Ratur ſchenkte Chandos ihr weniger Aufmerkſamkeit, als einem unbekannten Geſicht, das er in einiger Entfernung be⸗ merkte. Dies war um ſo befremdender, da ſich während der letzten zwei Jahre ſo wenig ein Mitbewerber in der Nähe der ntiehenden Gräfin hatte blicken laſſen, als trüge ſie, wie ſein Lieblingsroß oder ſein Jagdhund zu Clarencieux, ein ſilbernes Halsband mit einer Marke, um ſein Eigenthums⸗ recht zu beweiſen. Madame bemerkte le lèse majesté und war nicht die Frau, um es zu vergeben und noch weniger, um ſich darüber zu beklagen.

Man ſpricht vonLucretia, Ernſt; Jedermann ſchwärmt für das Buch! ſagte ſie und ſah ihn mit ihren fröhlichen, ſternenmilden Augen an.

Wirklich? Man lieſt es alſo?

Gewiß. Man lieſt Sie, obgleich Jeder auf bloßes Ur⸗ theil Anderer hin mit gleicher Wärme auf Ihr Werk ſchwören würde, antwortete Madame ebenfalls lachend. ſchen lieben das Buch bis zur Abgötterei.

Ah! Es wäre mir lieber, wenn ſechs Perſonen es kunſt⸗ gemäß beurtheilten.

Taisez-vous. Wie undankbar Sie ſind!

Weil ich mir den Kopf nicht verdrehen laſſe! Dies war Sullas größtes Verbrechen an der Menſchheit. Man nennt Lucretia ein Meiſterſtück, weil es in der fünften Auflage

Die Men⸗