Jahrgang 
1 (1867)
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759 Kleines Romiaß AMagazin. 760

gekommenen, der an die köſtliche Friſchen u und an das Grün eng. lands gewöhnt, war, mit Verwunderung und Schrecken erfüllt. Der Spanier und vor allen der Kaſtiliane hat einen Haß gegen die Bäume; mn elben nicht umhaut, um ſie als Brenholz zu begutzen, ſo fällt er ſie, weil ſie, wie er ſagt, nur den Sperlingen, die ſein Getreide verzehren, zum Aufenthalt dienem Das ſpaniſche Volk hat ſich nie ſeiner Kohlenminen bedient, mit deuen das Land reichlich verſorgt iſt und folglich iſt das Holz der einzige Brennſtoff, den ſie beſitzen und die Entwaldung des Landes iſt ſeit Jahrhun⸗ derten die Regel geweſen und ſie nimmt an Stärke immer mehr zu. Wälder und Gebüſche verſchwinden in gleicher Weiſe vor deß unvermeidlichen Axt, bis der Reiſende, wie es in Kaſtilien oft der Fall iſt, ſtundenpeit ilber das Land blicken kann, ohne einen Strauch zu ſehen, der die Einförmigkeit unterbricht, ſo daß die Einwohner oft gezwungen ſind, Feuer zu Zwecken der Haushaltung mit zer⸗ hackten Stroh zu unterhalten, über dem ſie ſich in bitterkalten Wintertagen, wenn Wolken ihnen die Wärme der Sonnenſtrahlen entziehen, zu wärmen ſuchen. Dieſe thörichte der Wäl⸗ der iſt die Qnelle zahlloſer Uebal für das Lant geweſen Uebel, welche fortwährend wirkſam ſind und ſich raſch vermehren. Von keiner Vegetation aufgehalten, rauſcht das Regenwaſſer von den ſteilen Seiten der Anhöhen herunter und über die Ebene, ſaun ſich in tiefe Schlünde zu ſtürzen, indem es die feinern und ſchätzbarſten Theile des Erdbodéns mit fortführt. Die Flüſſe, welche ſich in der Regenzud im ſchreckliche und gefährliche Ströme verwandeln, ziehen ſich zuſammen und vertrocknen beinahe ganz, ſobald die Regenzeit vorüber iſt;. das Waſſer, nach dem das Land lechzt, ſtrömt eilig in die See und geht für alle nützlichen Zwecke verloren. Die Folge davon iſt eine außerordentliche Treckeuheit der Atmoſphäre und ein immer mehr verarmendes Land, für das es jetzt kein anderes Heil⸗ mittel mehr gibt, als ein kräftiges, energiſches Handeln von Seiten des Volks, um das Land wieder mit Waldungen zu verſehen und zu bewäſſern.

DerZandango in Spanien. Der Fandango wird als einer der alten ſpaniſchen Tänze in Ehren gehalten. Er iſt der populärſte Tanz des ſpaniſchen Volkes. Ein Autor aus der Zeit der Reſtauration nennt dieſen Tanzwürdig, auf Paphos oder Guidos im Tempel der Venus aufgeführt zu werden. Die volks⸗ thümlichen Klänge des Fandango heben Vnd begeiſtern, einem elek⸗ triſchen Funken gleich, alle Herzen; Frauen, Mädchen, Jünglinge und ſogar Greiſe ſtimmen in die Klänge ein, welche auf das Ge⸗ hör und die Seele des Spaniers einen ſo magiſchen Einfluß üben. Die Tänzer geben mit ihren Kaſlagnetten das Zeichen zum Tanz und die Zuhörer ahmen durch Schnalzen mit den Fingern das Ge⸗ klapper der Kaſtagnetten nach; das ſchöne Geſchlecht zeichnet ſich durch die Leichtigkeit und Gewandkheit ſeiner Bewegungen und durch ſeine ungemein reizenden Attitüden aus; es zeigt ein beſonderes Geſchick, mit niedlichem Fuße den Takt anzugeben. Der Herr und die Dame, die zuſammen tanzen, ſcheinen einander zu necken bald fliehen ſie einander bald verfolgen ſie ſich wieder; dann ſcheint es wieder, als wolle die Dame durch ihr ſanftes Schmach⸗ ten und mit einem Blicke, der ein gedämpftes Feuer ſprüht, ſich für beſiegt erklären; der Zuſchauer glaubt ſchon zu ſehen, wie ſich die Liebenden in die Arme ſtürzen, da plötzlich verſtummt die Muſik und die Aufgabe der Tänzer iſt es, plötzlich wie Marmorſtatuen ſtill zu ſtehen. Sobald die Klänge der Muſik wieder ertönen, be⸗ ginnt die Tour von Neuem. Wenn der Tanz ſich ſeinem Ende nähert, dann erfüllt das Crescendo der Guitarren, der Violinen, der Taconeos(ſo wird das Angeben des Taktes mit dem Fuße ge⸗ nannt), das Geklapper der Kaſtagnetten und das Schnalzen der Fin⸗ ger, ſowie die gewandten, über alle Beſchreibung reizenden Bewe⸗ gungen der Tänzer das Herz der Zuſchauer mit einem wahren De⸗ lirium der Freude und Luſt.

Das kaiſerliche Toledo. Der Anblick von Toledo iſt unver⸗ gleichlich. Auf einem Felſen liegt das wirre Häuſerchaos von To⸗ ledo, auf und abſteigend die ſieben Kuppen ſeines felſigen Grundes, auf deſſen höchſtem Punkte das rieſige Manerviereck des Alcazar thront. Klimmt man die ſteile Straße hinan, die vom Bahnhofe

zur zur Staß ſtch emporwindet, und betrachtet man den ſtolzen Bogen

der von Thürmen und Thoren bewachten Brücke von Alcantara, ſo hat man einen Blick in die wilde Felsſchlucht, in deren Tiefe der Fluß dahinbranſt, und auf eine Welt von feſten Thürmen, Mauern und Thoren, unter denen wir die Reſte römiſcher und arabiſcher und mltitelalterlicher Kunſt unterſcheiden, und welche Toledo, die Burg Zion Spaniens, gegen alle feindliche Hand ſchirmten. Und treten wir in die Straßen der Stadt: welch ein Labyrinth von Gaſſen und Gäßchen, gewunden wie die Wege, die der Wurm in's Holz bohrt, zum Theil ſo eng, daß von dem Himmel über uns nur ein ſchmales Streifchen zu ſehen iſt, der Boden theilweiſe unge⸗ pflaſtett oder bedeckt mit Schutt und Geröll, dabei die Straßen ſo ſteil aufſteigend oder ſo jäh abfallend, daß man ſich verſucht fühlen köunte, auf allen Vieren zu kriechen. Die Stadt iſt öde; hier und da nur begegnen wir Menſchen, die Geſichter namentlich unter den Mädchen reizend, aber das ganze Ausſehen ſchmutzig, zerlumpt, Lente, die uns, ſoforts mit zudringlichſter Bettelei ganze Straßen weit verfolgen. Durch ein' unendliches Gewimmel ſchmaler, ſteiler Gaſſen klimmen wir hinauf zum höchſten Punkte der Stadt, wo der Fels ſchroff gegen die Fluthen des Tajo abfällt. Dort ſtand auch ein gothiſcher Palaſt, dann ein arabiſches Schloß; dort ſtand der gewaltige Palaſt, an dem vier Herrſcher gebaut haben, den Karl V. vollendete und in dem er gern häufig reſidirte, und dort ſteht heute, inmitten zerſtörter Terraſſen und magerer kleiner Gärten, das co⸗ loſſale Viereck der äußern Mauern, das Einzige, was das Fener der Franzoſen, als es den Palaſt vernichtete, nicht zu zerſtören vermochte. Klettern wir dann die ſteinerne Treppe hinauf, die in dem einen der die Fronten flankirenden Thürme noch enthalten iſt und es bietet ſich uns ein herrlicher Anblick. Zu unſern Füßen brauſt der Tajo dahin, über die Trümmer entſchwundener Herrlichkeit hinweg; über ſein felſiges Thal hinaus ſchweift unſer Blick hier gegen die unermeßliche Ebene zu, dort über ein hohes Hügelland hin bis zu den Sierras von Toledo und Guadelupe, und hier unter uns die Stadt, die todte Zeugin einer gewaltigen Geſchichte.

Schweden.

In den ſchwediſchen Scheeren. Die 33 an der ſchwedi⸗ ſchen Oſtküſte entlang, vom Ausgange des nördlichen Calmarſunds bis Stockholm, bietet des Maleriſchen ſehr viel und macht auf jeden, der dieſe Gegend bereiſt, einen nicht leicht verlöſchenden Eindruck. Nur von Waſſer und waldbewachſenen Inſeln und Scheeren um⸗ geben, bewundert man das durch tauſende von Einſchnitten gleich⸗ ſam zerfetzte Land, welches noch von einer ununterbrochenen Kette gefährlicher Felſenkriffe und Sandbänke begrenzt wird, die ſich vom Strande aus weit unter dem Waſſer hinziehen und an welchen ſich bei ſtürmiſchem Wetter die Wogen ſchäumend brechen und die klei⸗ nen Inſeln vollſtändig unter Waſſer ſetzen. Hier würde jedes Schiff verloren ſein, wenn es nicht die muthigen und kräftigen Lootſen gäbe, die zum Theil auf einer der kleinen Inſeln wohnen. Bei hochgehender See werden die freilich wenig imponirenden Wohnun⸗ gen dieſer Lootſen oft arg von den Wellen mitgenommen, aber die Bewohner kennen keine Furcht und verlaſſen ſich auf die zweckmäßig angebrachten Klammern, welche die vier Eckbalken jedes Häus⸗ chens feſthalten. Die innere Ausſtattung derſelben iſt die einfachſte, die es geben kann; man findet einige Holzbänke, niedliche Tiſche nnd einen Schrank, in welchem die wenigen Lebensmittel aufbewahrt werden. Wenn es die Mittel erlauben, wird ein kleiner Ofen auf⸗ geſtellt; ſonſt ſieht man nichts zals Schiffsgeräthe. So wenig auch von Bequemlichkeit für die Schiffer in dieſen von Sturm und Flut vielfach bedrohten Hütten die Rede ſein kann, ſo befinden ſich dieſelben doch wohl darin; der ſtete Kampf mit Wind und Wetter hat ſie geſtählt.

Türkei.

Türkiſche Geographie. Wir erwähnten in voriger Nummer des Magazins der neuern türkiſchen Literatur: einer Weltgeſchichte, und einer Geographie. Wie dieſe Werke beſchaffen ſind, dafür möge ein kleiner Auszug aus der Geographie dienen: Denutſchland, ſo ſchreibt der ge⸗ lehrte türkiſche Geograph, liegt mitten in Europa, zwiſchen der

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