Jahrgang 
1 (1867)
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757 Kleines Roman⸗Magazin. 758

erhaben wird die Stimmung, erhaben, wie es die Großartigkeit der Umgebung erfordert. Unwillkürlich muß man ſelbſt im Sommer ſich die Frage aufwerfen: Wie mag es hier ausſehen, wenn der Winter ſeinen Arm über dieſe Höhen, über dieſe Schluchten breitet, wenn der Hochlandsſturm ſeine Gewalten entfeſſelt; muß er nicht Alles, was hier zu leben wagt, mit ſich fortreißen und vernichten? Die Hochlandsbahn hat ſchon in der wärmeren Jahreszeit mit den Naturſchwierigkeiten hart zu kämpfen, für den Winter, für die Zeit der Schneeſtürme ſind alle Vorbereitungen getroffen, um die Gewalt der Elemente zu überwinden. Eine kurze Zeit ehe das keuchende Dampfroß naht, hätte der Wanderer, wenn es einen ſolchen um dieſe Zeit in dieſer Gegend gäbe, kaum eine Ahnung, daß hier eine Schienenſtraße hinauf zum Norden führt. Tief unter den Schnee⸗ maſſen liegen die Schienenſtränge, verloren ragt hier und da eine Signalſtange aus dem Nebel, der über der weißen Decke, weiß wie dieſe, ſich ausbreitet, da kommt es langſam angeſchnaubt, das Feuer und Dampf ſpeiende Ungethüm, die Locomotive. Trotz aller ihrer Kraft wäre ſie hier verloren, verloren wie die ihr nachfolgende Wagenreihe, hätte menſchlicher Geiſt nicht ein Mittel erfunden, auch hier die Macht der Elemente zu brechen. Vor die Locomotive iſt ein anderer gewaltiger Dampfwagen geſpannt, derSchneepflug, der die Aufgabe hat, dem ihm folgenden Zuge die Bahn zu brechen. Großartig iſt die Gewalt dieſer Schneepflüge, mit raſender Ge⸗ ſchwindigkeit graben ſie ſich in die Schneeberge und ſäubern den Weg, vorüber keucht die Wagenreihe und hinter ihr ſchließt ſich wiederum die weite weiße Fläche.

Italien.

Kinderpredigten in Rom. Eine, fremden Beſuchern Roms, ſehr ſeltſam erſcheinende Sitte iſt das öffentliche Auftreten von Kin⸗ dern in der Kirche L'Aror Celi. Ohne Zweifel ſoll damit die Er⸗ innerung an die Disputation des Kindes Jeſu mit den jüdiſchen Schriftgelehrten im Tempel zu Jeruſalem geſeiert werden. Die römiſche Sitte der Kinderpredigten iſt alt, aber wie es ſcheint im Allgemeinen auswärts noch wenig bekannt. Alle Jahr zu beſtimm⸗ ter Zeit, nämlich von Weihnacht bis Epiphanias, treten eine Anzahl auserwählter, jedenfalls vorher ſorgſam abgerichteter Kinder unter großem Zulauf in der bezeichneten Kirche nach einander als Predi⸗ ger auf und es macht einen merkwürdigen Eindruck, die angeputzten Kleinen den lauſchenden Erwachſenen Vorträge über kirchliche Sachen halten zu hören. Meiſt ſind es Lobreden über die heilige Jungfrau, die Schutzengel und dergleichen, die in etwas einförmiger und wie man leicht merkt, in mechaniſch eingelernter Weiſe aus dem Munde der Kleinen gehen, die Eltern der predigenden Kinder und die Ge⸗ ſpielen derſelben lauſchen mit beſonderer Andacht und thun ſich auf die in feſtlicher Tracht gekleideten kleinen Comödianten etwas zu Gute. Anders als eine Comödie iſt das Kinderpredigen kaum zu betrachten, wenn auch bei der Einführung dieſer Feierlichkeit ein höherer Zweck in's Auge gefaßt worden ſein mag.

Der Carneval in Rom. Iſt der Menſch meiſt am liebens⸗ würdigſten, wenn er am luſtigſten iſt, ſo gilt dies in erhöhtem Grade vom Italiener. Keine Nation hat ſo viel Friedliches und Unbefangenes, ſo viel Harmloſes und Anſpruchsloſes, als die ita⸗ lieniſche. Eine Maskerade zu begehen bedarf es bei ihr keiner koſt⸗ ſpieligen Anſtrengungen: ein Bettlaken, kurios gefaltet, ein drolliger Hut, aus Papier gekniffen, genügen. Nur eins iſt unbedingtes Er⸗ forderniß, wenn man mit geſunden Augen davonkommen will, die Drahtmaske. Das Werfen mit Gypskügelchen ſtatt der immer ſel⸗ tener werdenden Confetti iſt ſo fürchterlich, daß der Corſo am Abend nach der Schlacht wie mit einer Schneedecke überzogen iſt. Auf den Balkonen richtet man an der Balluſtrade eine große Krippe ein, aus welcher die Gypsvorräthe mit einer blechernen Tüte geſchleu⸗ dert werden. Ganze Waſchkörbe voll des luſtigen Schießmaterials ſtehen als Reſerve bereit. Förmliche Schlachten werden geſchlagen, die nur mit gänzlicher Erſchöpfung an Munition enden. Der Tu⸗ mult beginnt jeden Tag um mezzo giorno und endet mit Ave Maria. Um 4 Uhr kommt der Senatorenzug. Den Schluß bildet das Pferderennen. Es iſt ein ergötzlicher Moment, die wilden

reiterloſen Thiere, welche mit Bändern und Fähnchen geſchmückt ſind, von der Piazza del popolo den Corſo entlang nach der Piazza di Venezia ſtürmen zu ſehen. Keine geringe Schwierigkeit iſt es, die enge, dichtgedrängte Straße für das Rennen zu ſäubern. Zu die⸗ ſem Zweck ſignaliſirt ein Kanonenſchuß allen Wagen, daß ſie in die zunächſt gelegene Querſtraße, deren es zum Glück eine große An⸗ zahl giebt, einzulenken haben. Sind die Fuhrwerke beſeitigt, ſo reitet eine ſtarke Anzahl von Carabinieri einmal im raſchen Trabe über den Corſo. Der Anblick iſt herrlich, aber bei dem ſchlüpfrigen Boden nicht ohne Gefahr. Unmittelbar nach dem zweiten Säubern werden die ungeduldigen Berberroſſe auf der Piazza del popolo losgelaſſen. Das ſiegende Pferd erhält eine Pallia. Großer Luxus wird mit Blumen getrieben. Vor Beginn der Carnevalfreuden erſcheint das Carnevalsgeſetz, wel⸗ ches in endloſen Paragraphen ſo ziemlich alles verbietet, was der Menſch gern unternehmen, und ſo ziemlich alles erlaubt, was er gern unterlaſſen möchte. In erſter Reihe werden natürlich alle kirchlichen und politiſchen Anſpielungen verboten. Ein Staat, der die Carricatur verbietet, erklärt ſich inſolvent. Jede ſtarke Sache, jede wirkliche Kraft erträgt die Parodie. Den Humor conſisciren heißt abdanken.

Im Hotel des ſpaniſchen Geſandten in Rom. Es iſt ein alter Brauch, daß der ſpaniſche Geſandte am Abend des Tages, an wel⸗ chem er ſeine Accreditive überreicht, ſein Hotel Jedermann öffnet. Jede Perſon im Ballanzug hat Zutritt. Der Andrang iſt gewöhn⸗ lich ſo groß, daß vielleicht hundert Wagen nach ſtundenlanger Qua⸗ rantäne ſpät nach Mitternacht unverrichteter Sache wieder heimkeh⸗ ren. Der Empfang beginnt um 9 Uhr. Zehn bis zwölf Säle, mit Wachskerzen erleuchtet, füllen ſich allmälig mit einigen tauſend Perſonen. Ein Meer von Veilchen, welche auf ſehr künſtliche Weiſe die Ecken der Zimmer in Form von Gueridons maskiren, würzen die Luft mit ſolchem Wohlgeruch, daß die Atmoſphäre trotz der er⸗ drückenden Menſchenmaſſe erfreulich bleibt. Die Parquets ſind mit ſchweren Teppichen belegt. Im Treppenflur und an allen Thüren befindet ſich ein Heer von Domeſtiken in ſpaniſcher Livree. Beim Eintritt nennt man an der erſten Thür ſeinen Namen, welcher pelo⸗ tonfeuerartig durch alle Säle gerufen wird, indem immer die Po⸗ ſten der nächſten Thür denſelben weiter voealiſiren. Dieſes Rufen hört den ganzen Abend nicht auf. Man kann ſich denken, in wel⸗ chem Zuſtande von Corruption ein ehrlicher Name an die letzte Inſtanz gelangt. Alle Nationen, Uniformen und Orden Europa's, alle Alter, Lebensſtellungen, Bekenntniſſe, Cardinäle und Monſigno⸗ re's, die raffinirteſten Toiletten, ein Geflüſter in allen Sprachen, als ob die Propaganda fide ihre Hundstagsferien angetreten, Au⸗ gen, welche ſuchen, verfolgen, überraſcht werden, Köpfe und Schul⸗ tern in den koketteſten Wendungen, dazu in der Entfernung die plätſchernde Muſik Roſſini's, ein Gefunkel von Diamanten und far⸗ bigen Edelſteinen wer kann den eleganten Tumult beſchreiben! Als dieſe Féte zum letzten Male ſtattfand, trugen viele Fürſtinnen diamantene Kronen im Haar. Am meiſten fiel die Corſini auf, welche den berühmteſten Brillantſchmuck beſitzt. Wenn ſie ihn an⸗ legt, läßt ſie ihren Wagen von Carabinieri escortiren. Der Herzog von Saldanſa, der portugieſiſche Geſandte trug einen ſolchen Pan⸗ zer von Orden auf beiden Bruſtflügeln, daß er wie das Schaufenſter eines Ordensjuweliers ausſah, in welchem ein Erdſtoß alles durch⸗ einander geworfen hatte. Eine eigenthümliche geſellſchaftliche Sitte iſt die, daß, wenn ein Cardinal mit einer Dame ſpricht, ſie auf⸗ ſtehen muß, und wäre es die Fürſtin Borgheſe. Es ſind nicht die häßlichſten, denen dieſe Gunſt widerfährt, und ſo kann es denn ge⸗ ſchehen, daß ſchöne Frauen unter dem Abonnement aller anweſen⸗ den Cardinäle zu permanentem Stehen verurtheilt ſind.

Spanien.

Charakteriſtin des Candes Spanien. Dürre und Un⸗ fruchtbarkeit ſind in der That die allgemeinen charakteriſtiſchen Merk⸗ male des ganzen Landes. Die unſinnige Thorheit, welche das Volk veranlaßt hat, das Land ganz von Bäumen zu entblößen, hat ein an und für ſich ſchon zu trockenes Klima erzeugt, das den Neuan⸗