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7⁴9 Kleines Roman⸗Magazin. 750
geht ein Zug kindlicher Spielſeligkeit, der ſelbſt den Ausbruch des Schmerzes zu elegiſcher Klage und wehmüthiger Trauer mildert und abdämpft. Zu einer glänzenden techniſchen Bravour geſellt ſich die liebenswürdigſte Beweglichkeit des Ausdrucks. Mouſſirende Laune, kluges Verſtändniß und neckiſche Coketterie, nicht die vor dem Spie⸗ gel einſtudirte, ſondern jene abſichtsloſe, deren Lehrmeiſterin die Na⸗ tur ſelbſt iſt, miſchen ſich zum freundlichſten Charakterbild.
Die Kaiſerin Charlotte von Mexiko.
Die ganz ausnahmsweiſe Exiſtenz dieſer Dame, die immer nahe daran war, etwas zu ſein und deren Autorität niemals ganz geſichert war, iſt von ihrem erſten Seufzer an bemerkenswerth. Enkelin Heinrichs IV., des großen franzöſiſchen Königs, des geiſtreichen Bearners, des berühm⸗ ten Anbeters der Damen, des Gatten der Königin Margot, deren geheime Memoiren man kennt, wurde ſie als Belgierin im Jahre 1840 von einer franzöſiſchen Prinzeſſin geboren, welche nur ihr Gebetbuch las, und hatte zum Vater einen Deutſchen, welcher ruſ⸗ ſiſcher General und Wittwer einer engliſchen für den Königsthron beſtimmten Prinzeſſin wer, ehe er einen Platz als König von Bel⸗ gien gefunden hatte, der ihm erlaubte, die Tochter eines Königs, eines Parvenu und ſelbſt Sohn eines Mitgliedes des Convents, zu ſeiner Gemahlin zu wählen. Ihre Kindheit war traurig, wie das Leben aller Kinder des Königs Leopold. Man begegnete oft dem kleinen Mädchen und ihren beiden ältern Brüdern, die von einem Lehrer und einer Gouvernante begleitet waren; man ſah ſie in den Stunden der Erholung in dem Park in Brüſſel ſpazieren gehen; das Kind war zum Entzücken ſchön und ſtets einfach gekleidet. Ernſt ſchritten ſie einher, ohne je ſtill zu ſtehen oder zu laufen. Das Kind hatte keine Freundin von ihrem Alter. Sie ſah um ſich her nur die Ehrendamen, welche der König für die Königin gewählt hatte; ſie waren ſämmtlich alt, ſprachen von nichts als von der Religion und verſahen ihren Dienſt bei der Prinzeſſin ſo achtungs⸗ voll, wie die Nonnen zu den Füßen eines Marienbildes in einer Kirche. So wurde das junge Mädchen verſchloſſen, ihr frühreifer Charakter nahm eine falſche Richtung und verbitterte ſich in dieſer eiſigen Mitte, deren traurigem Einfluſſe ſie unterlag. Mit ſechszehn Jahren war ſie groß, elegant, ſchlank, hatte einen feinen Mund, eine Adlernaſe, große, klare, milde und ruhige Augen, kaſtanien⸗ braune reiche Haare in ſchlichten Flechten, einen beweglichen, leicht erröthenden Teint, eine große Beſcheidenheit in der Haltung. Man kündigte ihre Vermählung an. Sie war 17 Jahre alt und einige Wochen ſpäter zeigte ſie ſich an einem Auguſttage als Braut gekleidet, am Arm eines jungen blonden Mannes, welcher Admirals-⸗Uniform trug, vor der zuſammengedrängten Menſchenmaſſe auf dem Balcon des königlichen Palaſtes in Brüſſel. Es war der öſterreichiſche Gouverneur von Italien, der Erzherzog Maximilian, der Bruder des Kaiſers von Oeſterreich, der künftige Kaiſer von Mexiko. Drei Tage ſpäter verließ die junge Erzherzogin ihr Geburtsland für immer. Ihre Vermählung war das, was die Vermählungen in den ſouveränen Familien ſtets ſind: die Vereinigung zweier Perſonen, die ſich kaum kennen. Und ſo vermählte ſich der Erzherzog Maxi⸗ milian mit einer Prinzeſſin, welche, ehe ſie ſich nach einer Familie ſehnte, einen Thron wünſchte. Vielleicht wäre ſie glücklicher und weniger ſtolz geweſen, wenn die Vorſehung ihr, die die Familien⸗ freuden nie gekannt hatte, ein Kind bewilligt hätte! Aber dieſes Glück war ihr nicht beſtimmt. Sie ſollte bis zum Ende zeigen, was das Exil der Familie über eine Frau vermag, welche der Zu⸗ fall der Geburt mit Wohlthaten überhäuft hat. Sie kam alſo in Mailand an. Ihr ganzes Leben war verändert. Sie ſah ſich als Gemahlin eines einſichtsvollen, braven Mannes von einer künſtleri⸗ ſchen Natur; Alles an ihm war für ſie neu und dann war ſie ihre eigene Herrin, denn ihr Gemahl war für ſie ſo gut und zuvor⸗ kommend, daß er ſeine ganze Kraft anſtrengte, um die Kette, die ihn an ſeine Lebensgefährtin feſſelte, allein zu tragen, damit ſie die Laſt derſelben nie fühlte. Die Prinzeſſin konnte ſich für eine abſo⸗ lute Fürſtin halten und ſie hielt ſich dafür, bis der Kaiſer 1859
ſeinen Bruder ſeiner Stelle entſetzte, der ſich nach Miramare zurück⸗ zog. Dort wohnte ſie dem großen italieniſchen Drama bei, dort empfing ſie jeden Tag Nachrichten von der Königin von Neapel, welche widerſtand, wie zu widerſtehen ſie gewünſcht haben würde, und welche die Kugeln um ſich herfliegen ſah, während die Erz⸗ herzogin nichts weiter erblickte, als die unendliche Leere, die ſich über das adriatiſche Meer ausdehnte. Sie würde Widerſtand ge⸗ leiſtet haben, aber ſie vermochte es nicht, ihr Gemahl war nicht Gebieter. Er ſtand nur im zweiten Range, wie es mit ihr in Bel⸗ gien immer der Fall geweſen war. Eines Tages endlich ſtrahlte ihr Geſicht vor Glück! Die mexikaniſche kaiſerliche Flagge wehte hoch. Sie war Kaiſerin! Sie hatte den Ruf mit Freude ange⸗ nommen und reiſte dahin ab.... Jetzt gibt es in demſelben Schloſſe Miramare, an deſſen Fuße ſich die blauen Wogen brechen und das die Klagen der Winterſtürme hört, eine arme Kranke, welche Hunger leidet und doch jede Nahrung zurückweiſt. Es iſt die letzte Enkeltochter Heinrichs IV. Ehemals gab es eine Andere, deren Gemahl auch im Auslande war und die in einem Schloſſe, im Louvre Hunger litt; es war Henriette von England, die Tochter Ludwigs XIII., die erſte Enkelin Heinrichs IV., wie die Kaiſerin Charlotte die letzte iſt. Sellſames Zuſammentreffen! Und was fehlte ihr, bei der ſich die Natur ſo verſchwenderiſch gezeigt hattel Zwei Dinge, welche, indem ſie ihr ganzes Herz in Anſpruch nah⸗ men, ihrem irregeleiteten Geiſte Stillſtand geboten hätten, zwei Dinge, welche aus ihr eine glückliche Frau und nichts weiter ge⸗ macht hätten: eine Mutter, als ſie ein Kind, ein Kind, als ſie eine Gattin war.
Paris im Ausſtellungsgewande.
Die Ausſtellung hat ihren Anfang genommen und das Erwarten und die Ungeduld, wie die Sache ſich anlaſſen und ablaufen werde, hat ihren Höhepunkt erreicht. Die handel⸗ und gewerbtreibende Welt hat große Hoffnungen, die freilich noch nicht erfüllt, aber darum vielleicht nicht unerfüllbar ſind. Tauſende Pläne und Projecte drängen ſich in den Köpfen, ſo abenteuerlich und excentriſch, als die franzöſiſche Lebhaftigkeit und Länderunkunde ſie nur aushecken kann. Die gefällige und ſchnelle Phantaſie ſieht von den vier Cardinalpunkten die Menſchheit in großer Wanderung nach Paris begriffen und 500 Millionen Thaler in die Pariſer Kaſſen hineinfließen. Man rechnet zu den 50,000 Fremden, die ans allen Ländern entweder in Geſchäften oder zum Vergnügen hier zu leben pflegen, noch drei Mal ſo viel während der Ausſtellung hinzu; man denkt an die engliſchen Lords, die deutſchen Barone, die ruſſiſchen Prinzen, die türkiſchen Paſchas, die indiſchen Nabobs, die amerikaniſchen Plantagenbeſitzer, die zur Kurzweil und Galanterie hierher kommen werden— welchen Men⸗ ſchenhaufen ſieht man da beiſammen, und zwar gerade denjenigen, wovon die Schauſpielhäuſer, die Gärten, die Promenaden ihren größten Glanz erhalten und die Luxusgewerbe am meiſten verdienen. Die ſittſamſte Kaufmannsfrau und die unehrbarſte Courtiſane machen ſich gleiche Illuſionen: jede meint, daß ſo vornehme Herren nur goldſpeiend wie Jupiter zu ihr in den Laden oder in's Boudoir kommen können.
Paris ſelbſt hat ſich zur Ausſtellung geputzt und will ſich den Fremden in großem Staat zeigen; es hat ſich den vom Rauch, Regen oder Wetter herrührenden Schmutz und Staub aus dem Geſicht gewiſcht und ſetzt ſeine Ehre darein, nicht blos prächtig, ſondern auch reinlich zu ſein. Die alte Stadt treibt die Koletterie ſo weit, daß ſie ſich mit Weißbindertünche pudert und mit Oel⸗ firniß anſtreicht, um mit der jüngeren Welt doch in einer etwas glattern Haut zu erſcheinen. Man kratzte von den öffentlichen Ge⸗ bäuden die dünne vom feuchten Klima ſich anſetzende Schmutzkruſte ab; die Eiſengitter der Gärten und Squares, die ſteinernen Ge⸗ länder der Brücken und Kais wurden gebürſtet und mit Seifen⸗ ſpiritus gewaſchen; die Broncefiguren der Springbrunnen und Reitermonumente erhielten einen neuen Glanzüberzug; die ſorgſam gefäuberten Statuen haben die blendende Weiße griechiſcher Mar⸗
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