Jahrgang 
1 (1867)
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745 Kleines Roman⸗Magazin. 746

nicht, wie qualvoll hinter den Eiſengittern der Sclave leidet, wenn er Dich, freies Vöglein erblickt, wie es martert, hinter ſchwarzen Mauern das erwachende Leben der Natur zu ſchauen, und den Tod zu erwarten! Schwinge dich über Berg und Thal, Frühlingsbote! in mein liebes Heimathsland und bringe mir Kunde, ob Olga noch den Treuen liebt, der an der Schwelle des Todes nur an ſie und das Vaterland denkt? So klagte Roman am Gitterfenſter ſeines Kerkers, indem ſeine Blicke mit der wirbelnden Lerche weit über die Auen flogen. Der Tag verſchwand allmählig, und die dunkle Nacht ſenkte ſich auf die Erde. Da wurde ein Geräuſch vor dem Fenſter hörbar.

Schläfſt Du, Kamerad? fragte eine Stimme von außen.

Wer fragt? entgegnete Roman.

Ein guter Freund! antwortete man;ein guter Mann, der gekommen iſt, Dich vom Henkertode zu retten!

Vergeblich Mühen! ſeufzte Roman.Zu dick ſind dieſe Gitterſtäbe!Doch zerfallen ſie wie feuchtes Salz vor unſerm Scheidewaſſer.

Man begann von außen den Rettungsverſuch, indem man das Eiſengitter durchfeilte. Kaum eine halbe Stunde, ſo konnte Roman ſchon hinausſchlüpfen. Zwei kecke Burſchen empfingen ihn, befreiten ſeine Füße von den Feſſeln und ließen ſich mit ihm an Stricken über die Mauer hinab. Dort fanden ſie Pferde, und im geſtreckten Galopp fortſprengend, lag Moskau bald weit hinter ihnen. Noch wußte Roman nicht, wem er ſeine Rettung zu danken; denn ohne etwas zu antworten, jagten die beiden Unbekannten immer vorwärts, bis ſie, von der großen Heerſtraße abbiegend, in den Wald gelang⸗ ten, wo ſie die Roſſe verſchnaufen ließen. Ein heller Pfiff gellte durch das Dickicht und gleich darauf erſchien Berkut mit noch drei Gefährten. Ihm hatte Roman ſeine Rettung zu verdanken.

Sei gegrüßt, Landsmann! ſprach der Räuberhauptmann,

Roman die Hand bietend.Das Schickſal fügt's wunderbar! Nach Beute ſuchten meine Burſche in dem Kloſter, in das Dich Waſſili hatte ſtecken laſſen, und fanden Dich, ſtatt Gold, und zwar zu rech⸗ ter Zeit, denn drei Tage ſpäter und Dein Kopf wäre wie eine Kirſche von den Vöglein benagt worden. Viel zu bedenken war da nicht, und meinen Galgenvögeln iſt es gelungen, mit Dir aus dem Käfig zu fliegen. Jetzt biſt Du frei, wie der Hecht im Waſſer und nun ſprich, wohin ſoll es gehen, zur Ruhe nach Nowgorod, oder zum Schlagen nach Orlez?

Mit dem Schwerte auf unſere Feinde! antwortete Roman.

Man brach auf und zog in das Gebiet an der Dwina, das ſie, bei Dimitrow, Biesbezki und Krasnocholmski vorbei eilend, ohne weitere Gefahr, da ſie die Hauptſtraße vermieden, erreichten.

Sie mochten ungefähr noch zwei Meilen von Orlez entfernt ſein, das ſeit den Oſtertagen in den Händen der Dwina'ſchen Ver⸗ räther, unter Anführung des fürſtlichen Statthalters, Feodor Ros⸗ towski, war, als ſie ſeitab vom Wege ein Feuer bemerkten. An Lanzen, die man in die Erde geſenkt, waren Pſerde angebunden, von ungefähr zwanzig dazu gehörigen Reitern tränkten einige aus ihren Helmen die Roſſe, andere lagen trinkend und lachend um das Feuer. In dem ganzen Benehmen zeigte ſich große Unerfahrenheit in der Kriegskunſt, denn keine Wache war ausgeſtellt, Bogen, Köcher und Säbel ſorglos auf einen Haufen geworfen und der Anführer der Reiſigen ſchien nicht minder unbekümmert, wie ſeine Untergebe⸗ nen; im muthwilligen Scherz hatte er ſtatt des abgelegten ſchweren Helms den leichten Köcher aus Biberfellen wie eine hohe, ſpitze Mütze auf den Kopf geſetzt. Nicht fern von ihm lag ein mit Stricken gefeſſelter Mann, welcher, wie Roman, der ſich unterdeß durch das Geſtrüpp näher geſchlichen hatte, deutlich hörte, den An⸗ führer fragte: wohin man ihn führe? Statt der Antwort ergriff der Krieger die Flaſche, that daraus einen langen Zug, ſah dann ſeinen Gefangenen an, gähnte und ſchwieg.

Ihr Moskauer, fuhr der Gefangene fort,habt eine ſchwere Zunge!

Und Ihr, ſtarrköpfige Nowgoroder, antwortete der Andere, einen leichten Mund; denn hättet ihr den im Zaum gehalten, ſo ſäßeſt Du, grauer Spaßvogell nicht hier, und machteſt nicht wider Willen am Stricke ein Tänzchen nach Moskan

Was geſchieht dort mit mir?

O, dort befördert man Dich zur Ruhe, indem man Dir ein Gebäude auf dem Felde ſchenkt, von zwei Balken mit einem Quer⸗ balken darüber! lachte der Anführer, mit der Hand die Figur eines Galgens beſchreibend.

Leiſe wandte ſich Roman zu ſeinem Genoſſen:Berbut, laßt uns den gefangenen Landsmann retten. Wir ſind freilich nur ſieben und dort zwanzig, allein die Furcht iſt blind. Willſt Du nicht, ſo wage ich es allein!

Ohne zu antworten, ſprang Berbut, die Axt erhebend, mit dem Rufe:Mir nach, Geſellen! auf die unbekümmerten Moskowiter. Nur wenige Augenblicke dauerte der Kampf; ein Theil der Feinde floh, der andere blieb auf dem Platze. Man ließ die Pferde laufen, warf die Waffen in's Feuer und befreite den Gefangenen von ſeinen Banden. Es war Simeon Wojeslaw.

Edler Roman! ſprach er:ich habe das um Dich nicht ver⸗ dient, doch Olga ſoll die Schuld des Vaters Dir bezahlen, und uns verſöhnen. Jetzt aber iſt jede Minute koſtbar. Mein Bruder Juri und der Poſſadnik Timotli ſtehen vor Orlez zum Sturm bereit. Noch haben wir zwei Meilen bis dorthin, drum laß uns eilen!

Roman, dem Kampf und Braut winkten, ſprang auf ſein Roß, die übrigen folgten, und ſo jagte man gegen Orlez.

Der Tag brach an und in weitem Kreiſe umringten die Nowgo⸗ roder die Mauern der Stadt. Zum letzten Male forderte man die Belagerten auf, ſich mit Ehren zu ergeben, oder des Sturmes gewärtig zu ſein.

Die Spitzen Eurer Lanzen ſind von Wachs! antworteten höhnend die Moskower.Kommt nur zu uns, wir werden Euch den Oſterkuß mit dem Schwerdte geben!

Ein Pfeilregen ſtürzte von beiden Seiten herüber; die Nowgo⸗ roder wateten durch den Graben und zündeten die hölzernen Um⸗ zäumungen an. Da erſchien Roman mit den Seinigen.

Genoſſen! ſprach Berkut zu den Räubern,lange liebten wir ein ehrloſes Räuberleben; laßt uns jetzt unſere Schmach tilgen, in⸗ dem wir für die Heimath kämpfend fallen! Vorwärts!

Auf die Moskowiſche Fahne zeigend, die noch auf den Mauern der Stadt wehte, kletterte er die Leiter hinan. Mit kräftiger Hand riß er das feindliche Panier herab, von einem Pfeile tödlich getroffen, ſank er mir ihm zurück in den Graben. Immer heißer entbrannte der Kampf, ſchwankend blieb der Sieg; da zeigte ſich plötzlich, um⸗ geben von Flammen, hoch oben auf der Mauer Roman, gleich dem Engel der Zerſtörung, ſeine Schaar zu ſich winkend. Die Maner krachte, der Jüngling verſchwand unter den Trümmern.

Beendet war der Kampf, die Belagerten ergaben ſich den Siegern.

X.

Ueble Gerüchte hatten ſich in Nowgorod verbreitet, von einer verlornen Schlacht, vom Untergange der beſten Truppen und dem Anrücken der Moskower. Das Volk drängte ſich in den Straßen, um Neuigkeiten zu erfahren, allein Niemand wußte etwas Be⸗ ſtimmtes..

An einem Abend betete Olga in ihrem Gemach für ihren Vater und ihren Geliebten; von Beiden hatte ſie ſeit lange nichts gehört. Da tönte Pferdetrab die Michailowskiſche Straße herauf, das Thor wird geöffnet und auf dem Hofe ſteigen zwei Reiter von ihren Roſſen. Im Hauſe ein eilfertiges Rennen, Lichter im Vorhof Olga liegt in den Armen des Vaters.

Nur gemach, mein liebes Kind! ſprach der alte Simeon freundlich;ſpare nur einige Küſſe für Deinen Bräutigam!

Olga bebte ängſtlich zuſammen.Mache mich nicht elend, Vater! bat ſie weinend,durch eine verhaßte Heirath! Laß mich im Kloſter meine Tage beſchließen!

Dummer Schnack! entgegnete der Vater.Nichts als Zie⸗ rerei! in einer halben Stunde biſt Du munter wie eine Schwalbe, ich möchte darauf wetten!

Nie, nie! antwortete Olga.