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meines Freundes und Aſſocié's hier, bin ich reich genug, mich in England niederzulaſſen und ihm die Sorge für die Pflan⸗ zung ſu übergeben.“ 1 1
Auguſtus Horton fühlte, daß ſeine Niederlage eine voll— ſtändige ſei, er war aber nicht der Mann, dies einzugeſtehen, oder ſich etwas davon merken zu laſſen. Er hatte ſich bereits entfernt, noch ehe Jemand an ihn dachte.
Gerald Leslie, ſeine Tochter und ihr Bräutigam fuhren darauf nach Gerald Leslie's Landhaus hinaus. Sie wollten in zwei Tagen mit dem engliſchen Packet⸗Boote New⸗Orleans verlaſſen.
ſeniupn Treverton begleitete ſie heute nach dem Pavillon. Mortimer Percy blieb bei ſeiner Couſine Adelaide zurück. Drei Tage nach dieſem glücklichen Abende führte er ſeine junge Braut zum Altar. Auguſtus Horton wollte zur Hoch⸗ zeit ein großes Feſt geben, Mortimer lehnte es aber ab. Die Feierlichkeit wurde auf ſeinen Wunſch in aller Stille vollzogen. Die beiden Couſins ſetzten dann ihr Geſchäft vollſtändig auseinander, da Mortimer Percy die Abſicht hegte, ſeinen Wohnſitz künftig bei ſeiner Tante in New⸗York aufzu⸗
lagen. 1) Um folgenden Tage wanderten Cora und ihr Bräutigam nach einmal zu dem einſamen Grabe Francillia's in dem Ge⸗ hölze zu Iberville. Schwere Thränen fielen auf den Hügel nieder, unter dem das Opfer der Sclaverei Erlöſung und Ruhe gefunden. Ueber dem Grabe aber ſchien der Stern der Hoffnung und eine prophetiſche Stimme flüſterte den beiden Polrerncden zu, daß der Tag nicht fern ſein könne, wo die unchriſtliche Einrichtung, welche dem Menſchen geſtattet, mit den Leibern und Seelen ſeiner Mitmenſchen Handel zu treiben, nichts als eine dunkle Erinnerung der Vergangenheit ſein werde. F 5*
Am frühen Morgen des anderen Tages ſtand eine glück⸗ liche Gruppe auf dem Verdecke eines großen Dampfbootes, das von heewrdeans abſegelte. Bereits verſchwand die königliche Stadt des Miſſiſſippi mit den weißen Mauern ihrer Villen und den Spitzen ihrer zahlreichen Thürme am Horizont. Eora Leslie, ihr Vater und Bräutigam, betrach⸗ teten ſtillvergnügt das großartige Schauſpiel.„
Einige Wochen darauf ſteuerte ein anderes Schiff aus
dem Hafen von New ⸗Orleans, welches an ſeinem Bord ebenfalls mehrere befreundete Perſonen hatte, aber dieſer Dampfer war nach einem franzöſiſchen Hafen beſtimmt. Paul Crivelli und ſeine Couſine Camilla hatten beſchloſſen, New⸗ Orleans ſo lange zu verlaſſen, bis die Letztere ſich von dem Schlage, der ſie durch ihres Vaters Tod betroffen, erholt haben würde. Sie hatten deshalb eingewilligt, Armand Tremlay und Pauline, welche ſich endlich nach langer Ueber⸗ redung dazu verſtanden hatte, ihrem Geliebten ohne weiteren Verzug die Hand zu reichen, zu begleiten.
Silas Craig hatte nach dem Morgen, an welchem ſeine Entlarvung ſtattgefunden, ſogleich Anſtalten getroffen, um New⸗Orleans, wo er nicht allein die Rechte des Geſetzes, ſondern auch die Lynchjuſtiz des Pöbels zu fürchten hatte, für immer zu verlaſſen. Am Abend des dritten Tages war er mit ſeinen Vorbereitungen fertig. In der Nacht wollte er abreiſen. Sein Vorſatz wurde aber vereitelt, denn am Morgen fand man ihn in ſeiner Kanzlei mit mehreren Stichwunden ermordet. Am Boden lag das blutige Meſſer, womit ſich die Sclavin Francillia einſt das Leben genommen und welches ſich zuletzt im Beſitze von Toby, dem Mulattenſclaven, be⸗ funden hatte. Dieſer ſelbſt war ſpurlos verſchwunden. Die wohlverpackten Schätze des Advokaten fand man unangetaſtet.
Wir haben nur wenig mehr zu ſagen. Cora iſt in Eng⸗ land ein glückliches Weib, glücklich in der Geſellſchaft ihres geliebten Vaters, und der Zuneigung eines zärtlichen Gatten gewiß. Camilla und Paul glänzen als Sterne in der Pa⸗ riſer Geſellſchaft. Reich, gebildet und ſchön, werden der junge Spanier und ſeine Gemahlin von Allen bewundert und geliebt, die ſie kennen. Sie aber beſitzen keine Bekannten, denen ſie ſo herzlich zugethan ſind als ihren früheren Freunden Armand und Pauline Tremah
Auguſtus Horton nahm einen hervorragenden Antheil an dem Aufſtande der Südſtaaten, der ihm die größten Opfer koſtete. Schon in einer der erſten Schlachten erhielt er eine ſchwere Wunde, die ihn für immer zum Invaliden machte. Sein Vermögen iſt durch die hohen Contributionen für die Zwecke des Aufſtandes und durch die Befreiung ſeiner Sclaven bedeutend zuſammengeſchmolzen. Der ſtolze Mann legt aber darauf keinen großen Werth. Ihn peinigt nur der Gedanke, daß die Sache, für die er mit Leib und Seele eingeſtanden, unwiederbringlich verloren iſt.
Ende.
Kleines Boman-Mugazin.
Novelletten, Biographien und Skizzen.
Treue Liebe.
Hiſtoriſche Erzählung aus den Jahren 1396 bis 1398. Nach dem Ruſſiſchen des Beſtuſchew, Deutſch von Fr. Tietz. . I. „Das kann nicht ſein!“ ſprach Siemeon Wojeslaw, der reiche Kaufmann in Nowgorod zu ſeinem Bruder Juri: „Es geſchieht nicht, eben ſo wenig, als zwei Sonnen am Him⸗ mel ſtehen. Du haſt nicht Unrecht, wenn Dn ſagſt, daß Dein Lieb⸗
ling, Roman Jaſſenski gut und hübſch ſei; daß er Nowgorod tren
und redlich gedient und viel für das heilige Ruſſenland gelitten hat. Es iſt wahr, ſein Wort gilt viel auf den Volksverſammlungen und Berathungen, er iſt gewandt in kriegeriſchen Spielen, höflich gegen Jeden—, nur eins fehlt ihm—“ ſetzte Simeon, mit dem Schlüſſel⸗ bunde an ſeinem Gürtel ſpielend, ſtolz hinzn—„nur eins, er iſt arm und folglich wird meine Tochter Olga nie die Seinige!“— „Haſt Du,“ entgegnete Juri, Vorſteher der Kaufmannſchaft im Slavenskiſchen Stadttheile,„haſt Du Bruder, denn nicht des Gol⸗ des genug? Brauchſt Du denn einen reichen Schwiegerſohn, da Du
ſeinen Weg vom Hauſe bis zum Traualtar mit Gold pflaſtern könnteſt?“—
„Ganz recht!“ fiel der Andere ein;„wer bürgt mir aber, daß Roman nicht eben des Geldes wegen um meine Tochter freit?“
„Sein Herz und ſeine Thaten!“ antwortete der Bruder.
„Wer aus freiem Antriebe Blut und Jugend der Heimath opferte, wer zuerſt den Brand in ſein Erbe ſchleuderte, daß es nicht Nowgorod's Feinden zur Beute werde, der tauſcht für ſeine Seele keine reiche Ausſteuer eines Mädchens ein!“
„Verlangſt Du nicht, geliebter Bruder,“ fragte faſt höhnend Simeon—„verlangſt Du nicht, daß ich meine ſchönſte, unbezahl⸗ bare Perle in die trüben Wogen des Wolchow werſe, daß ich meine Tochter einem Manne gebe, in deſſen Brautbette ſich nicht neunund⸗ dreißig Garben befinden und deſſen Lieblingsroß beim Nachbar auf die Weide geht? Iſt ein ſolcher der Gatte für meine Olga? Ihr Eigenthum ſind Schiffe auf dem Meere, was gehört ihm? Die Kraniche in der Luft!“—
Nachdem auf ſolche Weiſe beide Brüder geſtritten hatten, ohne zu einer Einigkeit zu kommen, entfernte ſich Juri.
Roman’s Auſpruch auf Olga beſchäftigte den Sinn des alten


