Jahrgang 
1 (1867)
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43 Sein oder Nichtſein. Roman von Marie Sophie Schwartz. 44 4—

1 eunft, Lenn träglich, noch länger ſein Compagnon zu ſein,“ bemerkte der Der Banquier ſchwieg und ließ ſeine Gattin ihre Klagen uuiig, Banquier. 6 frei ausſtrömen. Gleichwohl war ſie damit noch nicht fertig men Pir 1 3„Und Deine Eitelkeit und Mama's Kopfloſigkeit führte als ſie plötzlich ſchwieg. Ihr Ohr ward von einem eigen⸗ Jl mnce ddie Auflöſung des Compagniegeſchäfts herbei. Ich werde erſt thümlichen, rauſchenden, einförmigen Getöſe getro fen, welihrs F n ſeehen, ob ich mich entſchließen kann, in die Firma einzu- allerdings entfernt, aber dande hinreichend vaff war, um en. treten. Gewiß hätte ich am klügſten gethan, in Frankreich zu ihre Nerven auf höchſt peinliche Weiſe zu berühren. mahihnr bleiben.“„Claes Henrik!“ rief ſie,„was bedeutet dieſes Ge⸗ bis n 3 Arthur warf, indem er dieſe letzten Worte ſprach, ſeine räuſch?“ 3u Undar beinahe zu Ende gerauchte Cigarre weg, drehte ſich herum In dieſem Augenblick fielen ihre rings umher forſchenden Eyi und ſetzte in nachläſſigem Tone hinzu: Augen auf Stenvik. den 3 „Ich werde jetzt einen Spazierritt nach Fjellboda machen,„Antworte, um's Himmelswillen, antworte,“ ſetzte ſie Mama um Margarethen zu begrüßen. Man ſagte mir in Stockholm, hinzu.„Es iſt doch nicht etwa eine Fabrik in der Nähe?“ nießen. deaß ſie ſchon im Frühling dorthin gereiſt iſt.“ Der Banquier, dem die Worte ſeines Sohnes noch in um einen „Du gedenkſt alſo Deiner Couſine einen Beſuch zu friſcher Erinnerung waren, ſagte in gleichgültigem Tone: machen?“„Allerdings. Wie Du ſiehſt, hat man an der Stelle G n „Ich werde damit anfangen, daß ich das Terrain re⸗ jenes häßlichen Bauerngehöfts da unten im Thale eine We⸗ 9) 102 A copgnoscire.“ berei angelegt.“ Kygnd. N 1„Aber, Du weißt doch mehr als zu gut, daß mein Bru⸗„Das fehlte blos noch zu meinem Unglück,“ flüſterte ie A der und ich in den letzten Jahren keinen Umgang mit ein- Florence und faßte ihren Mann mit einer Heftigkeit beim detn heriſ 4 ander gehabt haben.“ Arme, die ihn zwang, ſich nach ihr herumzudrehen. rochägehen „Das iſt aber doch für mich kein Hinderniß, den Um⸗ Die empfindſame Frau war nahe daran, in Ohnmacht zu mach. gang mit Margarethen fortzuſetzen. Wir haben mit Euren zu ſinken... An.n 4 Zwiſtigkeiten nichts zu ſchaffen.“„Meine ſüße Florence, ich verſtehe Dich nicht,“ ſtammelte nebſt zwei „Margarethe iſt aber ein eigenthümliches Mädchen. Sie der Ehemann.. Nefi hat eine ſonderbare Erziehung genoſſen und ſoll, wie man be⸗„Ich weiß, daß Du mich niemals verſtanden haſt, ſonſt Gattn ber hauptet, eben nicht viel Angenehmes haben.“ hätteſt Du nicht zugegeben, daß man in der Nähe unſerer ſers Soh „Das iſt durchaus unrichtig. Margarethe iſt nicht blos Wohnung dieſe Gebäude aufgeführt hat. Du würdeſt Dich William 90 ſchön, ſondern beſitzt auch ungewöhnliche Geiſtesgaben. Wäre daran erinnert haben, wie ſchwach ich bin, daß dieſes Ge⸗ Le.tere z ſie auch noch ſo arm, ſo würde man ſie doch bewundern.“ räuſch mich peinigt und daß ſchon der Gedanke an die Nähe ſons Frau. „Wohl möglich. Ich habe ſie, ſeitdem ſie noch Kind einer Menge elenden, gemeinen Geſindels mich meiner Ge⸗ wn echt br i war, nicht wiedergeſehen; ſie muß nun achtzehn Jahre alt V müthsruhe berauben, und endlich in's Grab ſtürzen wird.“ ſeiig ſech r ſein. Sie iſt überdieß unermeßlich reich und es kann nicht„Aber mein Engel, all dieſem läßt ſich ja ſehr leicht Fimmer,) c lange dauern, ſo macht ſie eine paſſende Partie.“ dadurch vorbeugen, daß wir wieder von hier abreiſen,“ meinte heiten, vo 1„Eine paſſende Partie!“ wiederholte Arthur.„Mir V der Banquier. Zu n kommt es ſehr thöricht vor, Millionen aus der Familie gehen„Wie? ich ſoll Nygard verlaſſen, nach welchem ich mich anzen 8. 8 S zu laſſen. Ich bin fünfundzwanzig Jahre alt und wenn ſie geſehnt, von deſſen Waldluft mein Arzt die beſten Reſultate in Ghſel mich als eine paſſende Partie betrachtet, ſo—“ für meine Geſundheit hofft. Du weißt, wie ſehr ich an die⸗ rauchen un Arthur vollendete den Redeſatz nicht, ſondern ent- ſem Orte hier hänge, und nun willſt Du, daß ich ihn wieder ſüchſo fernte ſich. verlaſſe!“ lebhaff und Florence brach in Schluchzen aus. Sie beſchuldigte dete Tag u Mit gerunzelten Augenbrauen blieb der Banquier ſtehen ihren Gemahl der Liebloſigkeit und führte eine jener kleinen ſeine Vefri und blickte hinab auf die Fabrik von Stenvik. hiäuslichen Scenen auf, wodurch ſie ihrem Gatten ſo zuzuſetzen leiſtete, ſo 3 Gleichwohl war es nicht dieſe, was ſeine Gedanken jetzt verſtand, daß ſie von ihm Alles erhielt, was ſie wollte. ein ſtrenge beſchäftigte; es waren dies vielmehr die Worte ſeines Sohnes. Der Banquier war allerdings auch jetzt noch lauter und, wen Er fühlte ſich durch das, was Arthur geſagt, gleichzeitig ge⸗ Zärtlichkeit, machte aber keinen Vorſchlag, wie die Urſache des Eime reizt, verletzt und getroffen. Unheils zu entfernen ſei. So nge⸗ er dies aber nicht that, Des Mor Es war ein demüthigender Augenblick für den ſtolzen glaubte Florence auch nicht, mit? einen aufhören zu dürfen. Ruhe. A Mann, ſich ſelbſt geſtehen zu müſſen, daß er nicht immer Von Schluchzen ging ſie zu Krämpfen über und das Ende Shery ſch klug gehandelt. Gleichwohl hatte er die Genugthuung, daß war die gewöhnliche Ohnmacht. undwunzi Mes ſein Sohn war, der ihn an Verſtand übertraf, und Als ſie wieder daraus erwachte, ſagte der Banquier, I äͤhealten. deßhalb fühlte er ſich unendlich ſtolz. welcher die Bemerkungen ſeines Sohnes weit mehr fürchtete, anttie, Ein leiſes Rauſchen ließ ſich hinter ihm vernehmen. als die Convulſionen ſeiner Gattin: hen Aler ((Claes Henrik's Stirn umwölkte ſich noch mehr.„Beruhige Dich, liebe Florence. Wir können ja in den V d ag †„Wo iſt Arthur?“ fragte Florence und ſank in einen großen Pavillon ziehen, der am Ende des Parkes liegt. Dort ſchöpſt ſe Armſeſſel nieder, während ſie die Spitzen um ihre Hände wird das Geräuſch des Waſſerrads Dich ebenſo wenig ſtören, Rich herum ordnete. als der Anblick der Arbeiter. Ich verſpreche Dir, Alles zu— „Er iſt nach Fjellboda geritten,“ antwortete der Banquier. thun, um Dir die Unannehmlichkeit dieſer Nachbarſchaft zu ihm Vere 5„Iſt es möglich!“ rief Florence aufſpringend.„Hat er erſparen.“ d der 58 ſich ſoweit vergeſſen! Er weiß ja, daß wir den Umgang mit„Alles, ſagſt Du?“ rief Florence,„und Du ſchlägſt mir Anſicht 4 dieſer Familie abgebrochen haben. Du hätteſt ihm verbieten V vor, daß ich, um dieſen Menſchen zu entfliehen, in eine enge Er: oollen, dorthin zu gehen.“ und unbequeme Wohnung ziehe? Siehſt Du nicht ein, daß nit einen 3„Meine ſüße Florence, Du ſetzeſt da etwas voraus, was es noch andere Auswege geben muß? a. und hell! niemals zutrifft, nämlich, daß Dein Sohn dem Willen ſeiner Der Banquier ſchwieg. Er verſtand, in welcher Rich⸗ een Eültern gehorche. Du haſt ihn nicht darnach erzogen, und da tung Florence's Wünſche ſich bewegten, und er wußte auch, 4 die dimn er es ſchon als Kind nicht gethan hat, ſo ſteht auch nicht zu daß er diesmal ſie nicht auf ſich einwirken laſſen dieſte jagedln boffen, daß er es thun werde, nachdem er zum Mann heran-„Du ſchweigſt,“ hob Florence wieder an. h, Du— uſt ſehle zewachſen iſt. Er iſt nach Fjellboda geritten, ohne erſt zu liebſt mich nicht mehr. Thäteſt Du das, ſo Hatteſ Du ſchon von eiſr ragen, ob dies von uns gebilligt oder mißbilligt wird. Es die ganze Fabrik angekauft und in eine ſchöne Villa für Arthur beugfnn ieliebt ihm, ſeine Couſine zu beſuchen, und er thut es.“ verwandelt, die er mit ſeiner künftigen Gattin während des elche⸗ Florence ſank wieder in ihren Armſeſſel nieder, hielt Sommers bewohnen könnte. Dann hätteſt Du in Ueberein⸗ dusi

Iich ein mit einem goldenen Pfropfen verſehenes Flacon unter ſtimmung mit meinen Intereſſen und denen Deiner Kinder Jeit nn

d ihn ſie Naſe und erklärte, es ſei für ihre Nerven im höchſten gehandelt.“ A derſtand hntgrade ienuddfend zu wiſſen, daß Arthur mit der Tochter der ‚Der Ankauf von Stenvik läßt ſich nicht bewerkſtelligen. bert d hemaligen Gouvernante ungginge und auf die Gefühle ſeiner Die Beſitzer der Fabrik ſind Engländer und wollen ſie 3n A* Nutter ſo wenig Rückſicht nähme. keinen Preis verkaufen. Vielleicht macht es ſich in der nicniit