Jahrgang 
1 (1867)
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Sein oder Nichtſein.

Vaterland iſt reich an ſchönen er fruchtbaren und angenehmen. gniſſe ſich zutragen,

Unſer armes, theures aber auch an wenig Eine dieſer letzteren iſt es, die wir nun erzählen werden.

Aus Berg, Wald und ſteinigem romantiſch, aber wenig fruchtbringend i welche wir jetzt den Leſer führen. arbeitſam, gutmüthig und vertraut und genügſam, obſ

Dieſe Provinz— wir wo gothland hieß— hatte au

Einer der größeren, gelegen, war das Beſitzthun

Boden beſtehend, ſchön, waren die Regionen, in Die Bewohner waren mit Entbehrungen erb ein geringer war. hmen, daß ſie Weſt⸗ ße und ſchöne Herrenſitze. Meilen von der Stadt* n des Banquiers Claes Henrik

anſpruchslos, chon ihr Erw

Urſprünglich war dieſes der von der Unionszeit her de Seitdem aber der Vater der

Name und Ausſehen ſich geändert. einen dicken Mauern und verfallenen Thürmen Der ältere Grattén hatte keine große lern der Vorzeit und deßhalb ward n, und ein modernes Statt derſelben auf⸗

Beſitzthum ein adliger Herrenſitz n Namen Ulfsbo ge⸗ Brüder Grattén ihn gekauft, hatten Gebäude mit ſ ward niedergeriſſen. Achtung vor den Denkmä die jahrhundertalte Stein Schloß von Ziegel und Marmor an

burg abgetrage

Garten ward ebenfalls nach dem neueſten Muſter verändert. Der alte Park ward in einer Gewächshäuſer,

empel und Grotten wurden angelegt, Alles in

Uebereinſtimmung mit modernen

er Veränderung erhielt das Beſitzthum auch Nygard oder Neuhof genannt. Tode des Vaters dem ältern d hier brachte er jeden Sommer

einen neuen Namen und ward Nygard fiel nach dem Bruder Claes Henrik zu un einer Familie mehrere Wochen zu. Die Lage des Schloſſ öner wünſchen konnte. welche dieſen Landſtrich ndes Gemälde vor Augen. er Anhöhe erbaut, an deren Thal ausbreitete, wo einer wollenweberei Stenvik im Thale emporgewachſen. ſein Gehöft hatte. bewaldeten Bergen umgeben und der durch den Park von

ön, daß man ſich die— Umgeben von den Thä⸗ kennzeichnen, hatte

es war ſo ſch

lern und Hügeln, man ein beſtändig wechſel Schloß Nygard war auf ein Fuße ſich ein großes, grü der wohlhabenderen Bauern war das Thal von hohen, ward von einem Fluß durchſchnitten, Nygard ſtrömte und bei ſeinem Hinabſtürzen in's 2 kleinen Waſſerfall bildete. Das Bauerngehöft in Gleich von Anbeginn erbt, war Stenvik ih

u Thale hieß S an, ſeitdem Claes Henrik Nygard n Dorn im Auge geweſen. Das t gebaut und im höchſten Gr e einen dunklen Flecken au welches man vor Augen hatte, wenn man Schloſſe aus betrachtet enrik hatte daher auch „dem Bauer in Unterhandlung ge ſtück abzukaufen.

ſchönen Gemälde, die Gegend v hrere Jahre lang mit den, um ihm ſein Grund⸗ lte der Beſitzer von Stenvik 3 Erbe nicht Jahr mit einem aubte der Bauer dieſe Gelegen⸗ zu dürfen, verlangte cht die Hälfte des geforderten Ermäßigung deſſelben wollte und behielt daher Stenvik des Banquiers und deſſen

Anfangs woll Er wollte ſein väterliche Als aber der Banquier jedes neuen Angebot herausrückte, gl nen, nicht verſäumen el, daß Claes Henrik ni Preiſes geben wollte. Olle Joensſon ſich nicht verſtehen zum großen Aerger und Verdruß

Eines Winters, zehn land verlaſſen, kamen auf welche beide eine fremde Sprache redeten. Thale umher, nahmen den Waſſerfall in das verfallene Haus.

Man hat,“ ſagte der Jüngſte geſagt, daß Stenvik zu verkaufen

„Ja, allerdings,“ antworte Mann iſt todt, mein Soh daß wir das Grundſtück veräußern. die Sache in die Hand genommen.

Sie wanderten im Augenſchein und be⸗ gaben ſich dann in f Schwediſch,„uns Iſt das wahr?“ te eine alte Frau. i iſt Geiſtlicher un Der Diſtriktsrichter Er glaubt, der Banquier

d dieſer will,

Roman von Marie Sophie Schwartz. 40

auf Nygard werde das Grundſtück kaufen, denn dieſer hat früher viele Jahre mit dem armen Olle deßwegen in Unter⸗ handlung geſtanden.“ 5

„Es wird Euch wohl einerlei ſein, wer das Grundſtück kauft,“ hob der fremde Herr, welcher das Geſpräch begonnen, wieder an.„Die Hauptſache iſt wohl, daß der Käufer be⸗ zahlt, was Ihr verlangt.“ 3

Die Alte gab dies zu.

Am nachfolgenden vierzehnten März zog Olle's Witvwe von Stenvik fort und der neue Eigenthümer nahm das Ge⸗ höft in Beſitz. Sämutliche Gebäude wurden niedergeriſſen und an dem kleinen Waſſerfall ein ſteinernes Haus aufgeführt, deſſen Aeußeres ſofort verrieth, daß es nicht den Zweck hatte, als Wohnung benutzt zu werden, ſondern daß man hier eine Fabrik einrichtete.

Die Familie Grattén kam dieſen Sommer nicht nach Nygard. Sie war in's Ausland gereiſt, um den älteſten Sohn zu beſuchen, der ſich ſeit einiger Zeit in Paris befand.

Die reiche Familie hatte demzufolge keine Kenntniß von den Verwandlungen, welche mit Stenvik vorgingen. Wäh⸗ rend ſie ſich im Ausland amüſirte, entſtand hier eine Baum⸗ wollenweberei. Der Bau derſelben ward mit ſo unglaub⸗ licher Eile betrieben, daß nach Verlauf von fünfzehn Monaten die Fabrik ſchon in voller Thätigkeit war.

Da, wo Olle's Haus geſtanden, hatte man ein kleines, neues, hölzernes Haus aufgeführt und in dieſem wohnte der Beſitzer der Fabrik. Rechts und links ſtanden einige lange Gebäude, welche zu Magazinen, Comptoir u. ſ. w. beſtimmt waren, und ein Verbindungsglied zwiſchen dem Wohnhauſe und der Fabrik ſelbſt bildeten.

Die vier Häuſer ſchloſſen einen großen, freien Hofplatz ein, mit einer Baumgruppe in der Mitte und einem friſchen Raſenplatz, mit Gängen in allen Richtungen nach den ver⸗ ſchiedenen Eingängen zu den Gebäuden.

Die Fabrik war ſeit einem, höchſtens zwei Monaten in Gang, als der Banquier gegen die Mittſommerzeit in Nygard anlangte.

Es war zwei Jahre her, ſeitdem die Familie das letzte Mal hier geweſen und während dieſer Zeit war die Baum⸗

Der Banquier hatte gleichwohl, als er auf ſeinem präch⸗ tigen Beſitzthum anlangte, keine Ahnung davon. Wohl hatte der Inſpektor von Nygard ſeinem Herrn geſchrieben und ihn um Auftrag erſucht, das Bauerngehöft zu kaufen, ehe es an jene beiden Ausländer verkauft würde. Etwas Weiteres hatte er nicht thun können. Claes Henrik ſeinerſeits hatte, nachdem er dieſen Brief erhalten, denſelben nur flüchtig geleſen und an ganz Stenvik nicht weiter gedacht. 3

Die ſtolze Familie langte zur Mittagszeit an und nach⸗ dem das Diner vorüber war, zog Frau Florence ſich in ihre Zimmer zurück. Agnes und die Gouvernante unternahmen einen Spaziergang im Garten, während der Banquier in Ge⸗

ſellſchaft ſeines älteſten Sohnes Arthur auf dem Balcon

Platz nahm. 1 Arthur war kürzlich aus dem Auslande, wo er mehrere

Jahre verlebt, zurückgekommen und ſollte im Herbſt als Compagnon ſeines Vaters mit in das Geſchäft eintreten, und

Theilhaber der Firma werden.. „Was iſt denn das?“ rief der Banguier plötzlich, 2

ſtreckte die Hand in der Richtung von Stenvik ausaſe f

Ehre, ich glaube, man hat mir da mitten vor der Landſchaft

Fabrik hingebaut und dadurch die Schönheit dee ganze Aus⸗

zerſtört. Dieſe langen Gebäude da entſtellen die ſicht, ja, ſie thun dies in noch weit höherem Grade, ols dies

Jahr ſein Vater⸗ frü gehöf ah.“ Jahre nachdem Ove ſein Vater⸗ früher durch das alte Bauerngehöft geſchah⸗ 3 Olle's Gehöft zwei Herren an, befahl, daß ſogleich

Der manhei zog die Klingel 3 Arthur meinte, daß

der 8 Kor. ¹ ſ 3 Inſpektor heraufkommen ſolle. und in Garten und Nygard nun, nachdem man auß den Bulentund dem Geklapper Park von dem Geräuſch der Waſſedu ſeinen Reiz als ſchöne

der Webſtühle geſtört werden wärdesloben habe. und prachtvolle Sommerwohnund cparm elender, an Körper 3„Abgeſehen nochad diſt verkümmerter Arbeiter, welche ausgemergelter un hat,“ ſetzte Arthur hinzu.„Es ſind

hat jede Fabrik aufzuweiſen den Genuß, hier zu verweilen, auf

das Nachbarn,

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