6
t Azij rohute uder ie ſt Grtel. Du 9 en then ſe Ane heit Fer „Gotzu jveraſten
d ſoh den an.
empor und ten. Was uldig es erſcwen⸗ lten doch ie können do wine.
gen. d aufhön
en: r Zukan
Drohul und ri in die E. en Johh etzt wied igunte W
auch, u
1 Gleit
hun könn
hter hing über d ſnit Zärtli
einen ſti aufgellt tanntem
en Kim Löund 1
un wohl hoben⸗ Morgen Perſöhe
——
37 Sein oder Nichtſein. Roman von Marie Sophie Schwartz. 3
Weile, ehe ſie auf ihn zuging. Eine Thräne ſchimmerte in ihren Augen. Sie murmelte: 9
„Noch geſtern waren wir glücklich und hofften auf die Zukunft; heute ſind wir unglüt klich und niedergedrückt von unſerm Jammer, unſerm Elend.“—
„Großmutter, hier mag ich nicht bleiben,“ ſagte Folke, und barg den Kopf in den weiten Falten des Rockes ſeiner Großmutter, um nicht das ſchneeweiße Antlitz ſeiner Mutter zu ſehen, welches einen furchterregenden, unheimlichen Eindruck auf ihn machte. Bei dem Ton der Stimme des Knaben drehte Ove ſich herum und winkte ihn zu ſich.
„Kennſt Du Deine Mama nicht mehr?“ fragte der Vater in unſicherem Tone und zeigte auf die Todte.
„O ja, aber ich fürchte mich vor ihr,“ antwortete Folke.
„Du fürchteſt Dich?“ wiederholte der Vater.„Du fürchteſt Dich vor Deiner Mutter?“
Er führte Folke ganz nahe zu Anna's kaltem Antlitz.
„Küſſe ſie auf die Stirn und ſage ihr nun gute Nacht,“ ſtammelte Ove.„Du wirſt ſie nun nie wieder ſehen. Bald wird ſie in das Grab gebettet werden, welches der Banquier Claes Henrik Gratten ihr gegraben. Merke Dir das, Folke.“
Der Knabe weinte bitterlich, that aber, was ſein Vater ihm befahl.
Vier Tage darauf ward Anna Richardſon begraben.
Sie erhielt, wie die alten Weiber im Johannis⸗Armen⸗ haus ſich ausdrückten, ein ſehr ehrenvolles Begräbniß. Der Wittwer ſah ſo betrübt aus, daß er ihnen leid that, beſonders da eine Menge ſonderbarer Gerüchte in Umlauf zu kommen begannen. Man ſagte, der Banquier Claes Henrik Gratten habe die Frau des armen Tiſchlers ſo ſchlecht behandelt, daß ſie den Tod davon gehabt.
Hiervon ward nicht blos unter den Armen geflüſtert,
ſondern man erzählte ſelbſt in den vornehmſten Kreiſen eine
Menge, mehr oder weniger wahrſcheinliche, Geſchichten. Gratten
hatte eine arme Tiſchlersfrau um's Leben gebracht; dies war nun eine ausgemachte Sache, und dieſes Gerücht verbreitete ſich in einem ſolchen Grade, daß, wenn Claes Henrik's Namen genannt ward, man auch allemal dieſe Geſchichte hinzufügte.
Der eitle Mann merkte auch ſehr bald, was von ihm ge⸗ ſprochen ward. Seine Abneigung gegen Magdalene und ihren Sohn ward dadurch zum bitterſten Groll geſteigert. In einem feindlichen Kampfe zwiſchen dem reichen Mann und dem armen Arbeiter war vorauszuſehen, daß Letzterer der Beſiegte ſein würde.
Ein Jahr war ſeit Anna's Begräbniß verfloſſen. „Magdalene hielt ihre kleine Enkelin auf dem Arm, als ſie die Thür der Werkſtatt öffnete.
DOpe hatte ſein Meiſterſtück gemacht, arbeitete jetzt für eigene Rechnung und hatte einen Geſellen. Der früher ſo raſche Tiſchler führte aber jetzt den Hobel mit ſichtbarer Schlaffheit.
— Er war nicht mehr wie ſonſt mit Leib und Seele bei der Arbein.
Folre ſchnitzte nach ſeiner Weiſe an etwas herum, was Aahn lchtei it thunahurenfuhtgen hatte. 1e,
ige Tageb ſen, Ove?“ fragte Magdalenen das heutige Tageblatt geleſen, Ove?
Ove hielt inne mit Hobeln und antwortete:
„Nein.“
„Es ſteht etwas darin, was vielleicht etwas für Dich wäre,“ fuhr Magdalene fort, indem ihrem Shun das Blatt reichte.„Hier auf der erſten Seite unter der Ueber⸗ ſchrift:„Geſchickte Tiſchler geſucht.““
Ove legte den Hobel weg und las laut:
„ eEinige geſchickte, gut empfohlene Tiſchler können vortheil⸗ haft in Finnland beſchäftigt werden, wenn ſie ſich bei denn uuſſiſchen Conſul anmelden u. ſ. w.“
„Was meint Ihr, Mutter, wenn Ihr ſa ies etwas für mich wade. fragte Ove. Ihr ſogi, daß dies
„Nun, was ſoll ich anders meinen, als daß Du zu dem Lonſul gehen und Dich melden ſollſt?“
„Was könnte das nützen? Wenn ich auch— obſchon dies nicht wahrſcheinlich iſt— die Arbeit denuch ſo lſchen ich ja von Mutter und Kindern fort.“
„Nun, was wäre da weiter dabei? Das iſt ja etwas, was jeder Seemann thun muß und hat durchaus nichts zu bedeuten, dafern Du nur dieſe gute Stelle bekommſt. Es iſt ohnehin jedenfalls das Beſte, wenn Du von hier fortkommſt. Die Arbeit geht jetzt ſehr ſchwach und wir kommen immer weiter zurück. Deinen früheren Arbeitseifer haſt Du auch nicht mehr, und wirſt ihn auch nicht eher wiederhaben, als bis Du an einen andern Ort kommſt. Deßhalb ſage ich: Binde die Schürze ab, kleide Dich hübſch an und geh' zu dieſem Conſul. Eine ſtille Ahnung ſagt mir, daß es für Dich und die Kinder zum Glück ſein wird.“
Ove band ſchweigend ſeine Schürze ab und ging in das neben der Werkſtatt gelegene Zimmer, um ſeinen äußern Menſchen ein wenig herauszuſtaffiren. Folke warf ſeine Schnitzerei weg und rief dem Vater nach:
„Ich gehe mit und ich will auch mit nach Finnland! Hörſt Du, Papa?“
„Schweig, Junge!“ befahl Magdalene.„Was iſt das für Geſchrei. Laß Deinen Vater in Frieden, das ſag' ich Dir.“
Folke ſah ſeine Großmutter, vor welcher er nicht wenig Reſpekt hatte, ſchüchtern von der Seite an.
Ove pochte den Knaben auf den Kopf und ſagte in freundlichem Ton:
„Ganz gewiß gehſt Du mit, wenn ich nach Finnland reiſe, jetzt aber wirſt Du zu Hauſe bleiben.“
Der Knabe hätte ſich gern dieſem Befehl widerſetzt, fand es aber am räthlichſten, dies im Beiſein der Großmutter nicht zu thun. Er kehrte daher wieder in die Werkſtatt zurück und begann hier mit dem Geſellen zu plaudern. Er wollte wiſſen, was Finnland für ein Land wäre. Der Geſelle, welcher leidlichen Schulunterricht gehabt und auch jetzt noch die Sonn⸗ tagsſchule beſuchte, entgegnete, es ſei ein Land, von Menſchen bewohnt, gerade ſo wie Stockholm, und viele der dortigen Bewohner redeten dieſelbe Sprache wie die Schweden.
Folke fand ſich allerdings durch dieſe Mittheilungen nicht ganz befriedigt, vervollſtändigte dieſelben aber nach eige— nem Belieben dadurch, daß er annahm, Finnland ſei eine große Tiſchlerwerkſtatt und deßhalb wolle man Tiſchler dort⸗ hin haben. Kurz und gut, als der Vater wieder nach Hauſe kam, hatte Folke ſich ſchon vorgenommen, die Reiſe nach Finnland zu machen. Er ſprang daher Ove entgegen und rief:
„Papa, wann gehen wir fort?“
„Das weiß ich nicht,“ antwortete Ove.„Es waren,“ ſetze er zu Magdalenen gewendet, hinzu,„ſoviel Arbeit⸗ ſuchende mit guten Empfehlungen da, daß ich keine Ausſicht habe, angenommen zu werden.“
Magdalene ſagte nichts und während der nächſtfolgenden Tage ward weiter nicht von der Sache geſprochen.
Eines Morgens, während Ove im Begriff ſtand, einen † Tiſch zu poliren, pochte Jemand an die Thür der Werkſtatt. Der Geſelle öffnete und es trat ein feiner Herr herein.
„Sind Sie der Tiſchler Richardſon?“ fragte er.
Ove bejahte die Frage. Der feine Herr theilte ihm hierauf mit, der ruſſiſche Conſul ließe ihn erſuchen, ſich den nächſtfolgenden Tag bei ihm einzufinden, um ſich mit ihm über die Bedingungen der Reiſe nach Finnland zu einigen.
Ueber Ove's Antlitz flog ein Lichtſtrahl. Die melan⸗ choliſche Miene verſchwand und es ſah aus, als ob die frü⸗ here Kraft und Lebhaftigkeit in ſeiner Seele wieder erwacht wäre.
Als der Secretair des Conſuls ſich wieder entfernt hatte, eilte Ove zu ſeiner Mutter hinein.
„Ich werde nach Finnland gehen,“ rief er.
„Gott ſei gelobt und geprieſen!“ flüſterte Magdalene andächtig.„Nun wird wieder ein tüchtiger Arbeiter aus Dir.“
„Ja, das hoffe ich auch,“ antwortete Ove.
Den nächſtfolgenden Dienſtag reiſte er zugleich mit fünf andern Tiſchlern ab. Sein Sohn Folke begleitete ihn.
Magdalene blieb mit ihrer kleinen Enkelin in der Haupt⸗ ſtadt zurück.
— 2—


