Thränen ausbrach. Sie
Anna Richardſon hatte einige Tage vor dem Beginn ſe lebe zufolge mutterlos werden.. unſerer Geſchichte eine Tochter geboren, die aber ſehr ſchwäch⸗ uch Natürlich verſtand das kleine Weſen von all dieſem nicht lich war. Der Schreck über Folke ergriff ſie ſo ſehr, daß ſie bl ten Mindeſte, aber die Rede galt, obſchon die Worte an das mehrere Stunden ohne Beſinnung dalag. ide hur 3 dd gerichtet waren, auch nicht dieſem, ſondern Florence's Ove war ſofort nach einem Arzt geeilt und dieſem ge⸗ Lun gge⸗ 1 der Schwelle des Boudoirs ſtehendem Gemahl. lang es auch, Anna wieder zum Leben zu erwecken. Dabei ind e Dieſer verhielt ſich ganz ſtill und hörte zu, während er erklärte er jedoch auch zugleich, daß die größte Vorſicht nöthig 4 leß ſchöne Mutter betrachtete, welche weinte bei dem Gedan⸗ ſei, wenn ſie vollkommen wieder geneſen ſolle, denn die ge⸗ das den ſich von ihrem zarten Kind trennen zu ſollen. ringſte Gemüthsbewegung würde ihr Leben bedrohen. ern eiſe Claes Henrik Gratten liebte ſeine Frau und ſeine Kinder Ove vertraute ſeine liebe Anna der Obhut Magdalenens feine ahe eben ſo ſehr als ſich ſelbſt, und das will nicht wenig an und ging an ſeine Arbeit.. n. e Kurz nachdem er ſich entfernt und als die Kranke ein nd! nden Das Blut ſtieg ihm daher auch ſofort zu Kopfe, als wenig eingeſchlummert war, ward die Thür des äußern Zim⸗ das kten⸗ rence von dem ſprach, was ſie von dieſen Richardſons zu mers mit großer Heftigkeit aufgeriſſen, ſo daß Anna aus 7 iebe en hätte. ihrem Schlafe auffuhr und furchtſam um ſich blickte. ich „Biſt Du krank, Florence? Und was iſt die Urſache Magdalene eilte dem lärmenden Gaſte ſofort entgegen. atte nes Unwohlſeins?“ fragde er und trat ein. und der Banquier ſelbſt kam auf ſie zu und rief in gereiz⸗ enig dnd 1„Ach, mein Freund, Du biſt es?“ ſtammelte Florence tem Ton: 9... ¹ in lche gut geſpielter Ueberraſchung.„Ich hatte Dich nicht ge⸗„Nun iſt es aus mit meiner Langmuth und ich befehle feui ſehen.. Euch hiermit, Euren Sohn mit Frau und Kind ſofort von land loar Sdſiee reichte ihm die Hand und ſetzte in mattem Tone hier zu entfernen!“ lan ſch hinzu:.. 1„Um's Himmels willen, ſprechen Sie nicht ſo laut!“ bat ſand 1„Ich bin ſo ſchwach, daß ich mich wahrſcheinlich genöthigt Magdalene.„Meine Schwiegertochter iſt krank, ſehr krank, ſand 1 ſehen werde, meinen Gäſten abſagen zu laſſen und den für und Sie werden ſie zu Tode erſchrecken.“. 8 45 heute Abend angeſetzten Ball abzubeſtellen.“„Darnach frage ich nicht!“ ſchrie der reiche Mann.„Ich kuin Die Amme erhielt Befehl, ſich zu entfernen. Florence habe geſagt, daß dieſe Menſchen von hier fort ſollen, und fort en⸗ dnn hielt ſich das Flacon an die Naſe. müſſen ſie. Beharrt Ihr darauf, ſie hier zu behalten, ſo be⸗ 1 hex Wenn Claes Henrik etwas noch höher ſtellte als ſich lange ich Euren Flegel von Sohn gerichtlich, denn er hat ſich onn⸗ dee, ſelbſt und ſeine Familie ſo war dies— ſeine Eitelkeit. Eine an meinem Sohn vergriffen, und das ſoll ihm theuer zu ſtehen iſchen geg⸗ glänzende Feſtivität, durch welche er die elegante Welt förm⸗ kommen.“ ftigen ahm ich zu verblüffen gedachte, und wovon die Zeitungen ſprechen Der Banquier drehte ſich, nachdem er dies geſagt, auf 3 ſollten, einſtellen zu müſſen, dies erſchien ihm als ein Unglück V dem Abſatz herum und wollte ſich wieder entfernen; Magdalene ungen 43 ſchwerſter Art, und er rief daher ganz erſchrocken: vertrat ihm aber den Weg. eige⸗ 35„Florence, es iſt nicht möglich, daß Du ſo unwohl biſt!„Meine Schwiegertochter kann jetzt aus dieſer Wohnung f Sn ler Als ich Dich vor einigen Stunden verließ, warſt Du geſund nicht fortgeſchafft werden,“ ſagte ſie,„denn dies hieße ſie ge⸗ Dort⸗ heit und heiter. Was hat denn dieſe plötzliche Unpäßlichkeit ver⸗ radezu umbringen. Sie muß bleiben. Dem Teſtamente gemäß Hauſe zal urſacht?“ 3 habe ich das Recht, meine Kinder hier bei mir zu haben und nach eer„Und das fragſt Du?“ rief Florence in aufgeregtem Ton. ſo boshaft Sie, Herr Banquier, auch ſind, ſo werden Sie und ſdäe„Was anders als Deine Charakterloſigkeit und Dein Mangel doch nicht eine ſo ſchwere und zwiefache Unthat begehen, daß he! an Willenskraft, daß Du dieſen Richardſon immer noch Sie den Willen Ihres Vaters mißachten, und eine arme Ster⸗ ganz hier bei ſeiner Mutter wohnen läſſeſt. Ich habe Dich ſeit bende aus ihrer Wohnung treiben.“ rbrtt⸗ zu nun ſchon ſo vielen und ſchweren Jahren gebeten, und ge⸗„Nehmt Euch in Acht, Magdalene!“ ſagte der Banquier krbeit. bettelt, dieſe unverſchämten Menſchen aus dem Hauſe zu in ſtrengem Ton.„Ihr wagt ein wenig zu viel, wenn Ihr ſusſich ang ſchaffen; meine Bitten haben aber nichts gefruchtet. Deine Euch meinen Befehlen widerſetzt. Ich habe geſagt, daß dieſes den der, Schwäche hat nun die Folge gehabt, daß jener Wicht in ſeiner Geſindel fort ſoll, und wenn es nicht noch vor Abend aus gen k Bosheit ſo weit gegangen iſt, unſern älteſten Sohn zu miß⸗ dem Hauſe iſt, ſo belange ich morgen Euren unverſchämten. eir or⸗ handeln und lebensgefährliche Drohungen gegen ihn auszu- Sohn gerichtlich. Alſo, entweder Ihr zieht aus, oder Ihr runet ſich ſtoßen. habt einen Prozeß am Halſe.“ frkſtatt. tele„Er hätte Hand an Arthur gelegt!“ rief der Banquier Die Augen der alten Frau funkelten; ihre Lippen öffneten 3 de, und ward blutroth im Geſicht.„Das iſt nicht wohl denkbar.“ ſich um eine Antwort zu geben, ſchloſſen ſich aber wieder, denn te ihm Florence gelang es jedoch, ihrem Gemahl zu beweiſen, aus dem inneren Zimmer ließ ſich ein ſchwacher Angſtruf ver⸗ 5 5 n ete, daß die Sache nicht blos denkbar, ſondern auch wirklich paſſirt nehmen. 6) ähm de, war. Sie entwarf eine lebhafte und rührende Schilderung Magdalene eilte ſogleich hinein und der reiche Banquier kit wm von des Auftritts, obſchon ſie nicht Augenzeugin deſſelben geweſen. entfernte ſich. genan⸗ c⸗ Mit Thränen erzählte ſie, welchen Schrecken ſie gehabt,. 3 ie frü⸗ wie furchtbar ſie erſchüttert worden, und erklärte, es ſei ihr Es war der glänzendſte Ball während der Winterſaiſon, ie 8 11 nun geradezu unmöglich, die erwarteten Gäſte zu empfangen. der von dem Banquier Claes Henrik Gratten gegeben ward. krwa nte Nur Eins ab es, was ihr wieder Ruhe und Kraft Die ausgezeichnetſten Perſönlichkeiten aus den Kreiſen der entfernt in⸗ Plen konnte, und dies war die Zuſicherung, daß der verwegene Kaufmannswelt, der Beamtenariſtokratie und des Militairs ge⸗ Len rch iſchlergeſell ſofort aus dem Hauſe gejagt werden ſolle. hörten zu der Zahl der geladenen Gäſte. -⸗ Der Banquier war gewaltig entrüſtet und verſicherte Unter dieſer vornehmen eleganten Geſellſchaft befand ſich' ladalene ſeiner ſchönen Frau, daß Richardſon genöthigt werden ſolle, auch des Wirthes Bruder, John Gratten. hedaun⸗ in das Haus binnen vierundzwanzig Stunden zu verlaſſen. Mit Die Brüder hatten gleich nach dem vor etwa einem Jahre Pter in dieſer Verſicherung verließ Claes Henrik das Zimmer. erfolgten Tode der Gattin John Gratten's ſich mit einander der Es war eine ſehr wunderbare Wirkung, welche durch verſöhnt. John's ſterbende Gattin hatte ſelbſt darum gebeten nit fünf .. dieſe Worte herbeigeführt ward. Florence's Unwohlſein ver⸗ und er hatte ſich jetzt bereden laſſen, die Einladung des Bru⸗ d ſchwand ſofort. Sie er ob ſich, klingelte ihrer Zofe und er⸗ ders zu dem großartigen Feſt anzunehmen, damit die Welt„E)ul. aupt n theiite verſchieden Befehle in Bezug auf den Ball des Abends. ſehen möchte, daß die Brüder wirklich wieder einig ſeien. der H er 1 Die Promenaden⸗Polonaiſe ward von Claes Henrik er⸗ N öffnet, welcher die ſchöne Frau des Banquier S— führte./ „ Während man ſich bei dem reichen Mann mit Ove's Während einer der Touren kam der Banquier an zwei Flüge . Pbeit beſchäftigte, welcher gewagt, dem jungen Arthur eine thüren vorüber, die in ein Kabinet führten. Der reiche Ma Averdiente Züchtigung angedeihen zu laſſen, hatte die alte heftete mit einem Ausdruck, der dem des
Roman⸗Magazin des Auslandes.
die Kleine, indem ſie erklärte, dem Hofe trachte ihr nach dem L
hielt
1867. Lief. 1.
dann eine rührende Rede das gemeine Volk unten eben und Agnes werde
V
Sein oder Nichtſein. Roman von Marie Sophie Schwartz. ——
Magdalene viel tochter.
Kummer und Noth mit ihrer Schwieger⸗
Entſetzens„ I.
3


