Jahrgang 
51 (1868)
Seite
811
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ſchreckt, ſei plötzlich durchgegangen.Oh! mia povera figlia! Sie

jammernd, fährt er im furchtbarſten Carriere hinab,

dieſe Bautengruppe aus verſchiedenen Zeitaltern geſucht werden khar

3 beſchrieben und abgebildet; 1 maleriſcher alter Edelhöfe, mittelalterlicher Conſtructionen und neueren, nach den Verwüſtungen

eht ſind und für Architektur⸗ und Landſchaftsmaler die ver⸗ lockendſten Motive bieten.

dreißiglährige Krieg bei Weitem nicht ſo viel verwüſtete, wie in anderen, namentlich mitteldeutſchen Ländern, hat weſentlich zur

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Hinterdrein ſtürzt ein ältlicher Mann, der, ſich die Haare aus⸗ raufend, verzweifelnd ſchreit:Ach meine arme Tochter! Er und der Kutſcher wechſeln ein paar Worte im nrapolitaniſchen

Dialecte, er war abgeſtiegen, um ſchnell ein Glas Wein zu trinken, und hatte, wie dies hier üblich, die Zügel auf den Sitz geworfen; ſeine zwölfjährige Tochter war im Corricolo ſitzen

geblieben, das Pferd, durch die Nelen Wagen und Fackeln er⸗

wird vor Schrecken ſterben! ſo jammert der Mann.Oh! lo povera creaturak ſchreit unſer Kutſcher und haut auf ſein Pferd grimmig ein und immer:O, das arme Geſchöpf! ſo daß wir befürchten, in jedem Augenblick aus dem Wagen geſchleudert zu werden. Endlich erreichen wir den am Wege liegdnden Wagen, neben ihm ſreht händeringend das MädchenIſt Dir Etwas geſchehen? fragt beſorgt der KutſcheNein! Nichts! antwortet die Kleine,aber unſer armes Pferd! Sie hatte, als das Pferd durchging, mit ſeltener Geiſtesgegenwart die Zügel ergriffen und das wild gewordene Pferd noch möglichſt zu lenken geſucht, war aber zuletzt in der Dunkelheit und verirrt und geblendet durch die vielen Wagen mit Fackeln, gegen einen Baum⸗ ſtamm gefahren und das Pferd habe ſich den Kopf zerſchmettert. Die Aermſte dachte nicht an ſich und die tberſanene Todes⸗ gefahr, ſondern nurnostro povero cavallo lag ihr am Herzen.

Einige Schritte weiter fanden wir auch das Pferd, zwei Männer hatten es ausgeſpannt und hielten es, es blutete ſtark aus den Nüſtern. Unſer Kutſcher hielt, warf, eben ſo leichtſinnig, die Zügel auf den Sitz und unterſiehte das Pferd.Es iſt nichts! entſchied er,es iſt nur eine Quetſchung, nichts gebrochen, ein paar Tage Ruhe im Stall und kaltes Waſſer; ſo lautete ſein Recept; dann fuhren wir im Galopp nach Neapel. Vor der Stadt ſuchte er eine alte Laterne aus dem Wagen⸗ kaſten, deren Licht er anzündete,denn, bemerkte er,in Portici, wo er zu Hauſe ſei, brauche man das nicht, aber in Neapel ſeien die Gensdarmen ſo penbel und wie ein Kuſſch er ohne Licht fahre, ſo werde er arretirt und müſſe eine Geldbuße bezahlen. Nun rückte er auch mit der Hauptſache heraus:Wie Eccellenza mit

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Mlädchen ſaß, jagt in wüthendem Carriere an uns vorüber.

ihm unb ſeinem Fuhrwerke zufrieden ſei? Er ſei gut gefahren und habe eigentlich bei ſeinem Accorde viel verſäumt; ſo habe er im Wirthshauſe liegen bleiben und warten müſſen, und während der Zeit hätte er drei bis vier Fuhren machen und an zwanzig Francs verdienen können. Eecellenza werde ihn jedenfalls durch eine gute Bottiglia entſchädigen.

Es war elf Uhr Nachts, als wir an unſrer Wohnung am Molo ankamen, h ihm ſeine zehn Francs zahlte, ſtellte er ganz dreiſt die Torboruung, ich ſollte ihm nun noch eine Bottiglia von fünf Francs geben. Ich mußte über dieſe naive Unver⸗ ſchämtheit hell auflachen, warf ihm noch fünfzig Centeſimi hin und ging in's Haus, das der Signor Wönlor gleich hinter mir zuſchloß, worauf ſich der getäuſchte Wagenlenker ebenfalls zufrieden gab und im Galopp davonfuhr. So endete dieſe Veſuvfahrt, deren Erlebniſſe mir unvergeßlich in der Erinnerung bleiben werden.

Nachſchrift. Die Eruption hat am 19. und 20. noch zu⸗ genommen und heute am 21. ſind die vulcaniſchen Erſcheinungen von einer ſolchen Heftigkeit, daß die ernſtlichſten Befürchtungen wach werden. Dauert die Eruption noch längere Zeit fort, wie ſie z. B. in 1855 während des ganzen Monats Februar fort⸗ dauerte, und bleibt die Heftigkeit des Ausbruches dieſelbe, ſo ſind nicht nur die jetzt ſchon bedrohten Ortſchaften San Giorgio a Cremano und San Jorio, ſondern auch Portici und Barra mit den Hunderten von prächtigen Villen verloren und der Lavaſtrom wird das Meer erreichen, wie 1794, und die Eiſenbahn nach Pompeji und Eboli zerſtören. Schon jetzt iſt ein grenzenloſer Schaden angerichtet und Hunderte haben ihr Alles verloren und ſtehen ohne Obdach da. Die hieſige Provinzial⸗Deputation hat vorläufig ſechstauſend Lire zur Unterſtützung der Nothleidenden angewieſen und eine Sammlung iſt eröffnet, die ſich raſch mit Unterſchriften bedeckt. Morgen Mittag halten Kronprinz Humbert und ſeine Gemahlin Margherita ihren feierlichen Einzug in Neapel, um hier für längere Zeit ihre Hofhaltung aufzuſchlagen. Das prinzliche Paar dürfte da die ſchönſte Gelegenheit finden, durch Erſcheinen auf dem Schauplatze des Unglücks und durch reichliche Gaben und zweckmäßige Anordnungen ſich bei den ziem⸗ lich mißvergnügten Neapolitanern beliebt zu machen.

Ein Schloß für ta llrihnnclewünſihr

Mit Abbildung.

Gewiß nur wenige unſerer Leſer haben niemals im Geiſte ſich ein Haus oder gar ein Schloß nach ihren geheimſten Wün⸗ ſchen aufgebaut und ausgeſchmückt mit dem ganzen Ornamentik⸗ vorrath ihrer Phantaſie. Welch' ein Reichthum entſchlöſſe ſich dem Architekturmaler, wenn ihm ein Einblick in das unermeßliche Reich der Luftſchlöſſer vergönnt würde! Welche nie dageweſene Bauſtile würde er da zu bewundern haben! Aber hier ſtehen wir leider an den Grenzen einer Unmöglichkeit: des Künſtlers Auge ſieht von dieſer Baupracht der ſeligen Wünſche nicht mehr, als was er ſich ſelbſt aufbaut und was ihm irgend ein Baumeiſter auf dem Gebiete der Phantaſie zeigt, ein Dichter etwa, der den Kindern ſeines Geiſtes zumuthet, in ſeinen Luftſchlöſern zu hauſen. Näher der lieben Wirklichkeit ſteht das Schloß, welches die Leſer der Gartenlaube heute mit unſerer Illuſtration als Weihnachts⸗ gabe erhalten. Es wird ſie bei ihren künftigen Luftſchlöſſerbau⸗ Unternehmungen weſentlich unterſtützen, wie beſchränkt auch die eigentliche Heimath deſſelben iſt. Weſtfalen nämlich, das berühmte Land der rothen Erde, bietet den Grund und Boden, auf welchem

Der weſtfäliſche Bauernhof, der noch heute nach altſaſſiſche Sitte und in der Urväter Weiſe aufgebaut wird, iſt hHundemfach Weſtfalen iſt aber auch das Land die zum großen Theile aus Ueberreſten

des dreißiglährigen Kriegs aufgeführten Bautheilen zuſammen⸗

Außer dem glücklichen Zufall, daß in Weſtfalen gerade der

Erhaltung der alten Burgen⸗ und Edelhofbauten der Umſtand beigetragen, daß der Adel in den den mittelalterlichen Baureſten gefährlichſten Jahrhunderten, in der Blüthezeit der Franzoſen⸗ thums⸗ Nachäfferei in Deutſchland und des allgewaltigen Zopf⸗ thums, ſich in die Landeshauptſtädte zog und dort Luxusbauten der Mode ausführen ließ. Jetzt iſt das Umgekehrte adelige Sitte ge⸗ worden: eine hochmüthige Exeluſivität, ſtärker, als ſie je früher auftrat, treibt den Adel auf's Land zurück, und nun entſtehen dort Neubauten von großen Adelsſitzen, wie nur das friedensglückliche England ſie in außerordentlichſter Menge und Schönheit bietet. Gleichwohl können jetzt ſchon einzelne dieſer jüngſten weſtfäliſchen Landſchlöſſer ſich den geprieſenſten engliſchen an die Seite ſtellen. Da haben wir das Schloß der Fürſtenberg zu Herdringen im Herzogthum Weſtfalen, das in ſeinem neugothiſchen Stile einen ebenſo imponirenden als entzückenden Anblick bietet; ferner das reſtaurirle Haus Aſſen, ein Schmuckſtück der Renaiſſance, der Stammſitz der Grafen von Galen. Durch alterthümliche Pracht ausgezeichnet iſt das Schloß Vornholz an der Weſer, der alte Sitz deredlen Herren und ſpäteren Grafen und Fürſten zur Lippe, ein Bau aus dem ſechszehnten Jahrhundert; nicht weniger anſehnlich ſind die Schlöſſer zu Anholt, zu Herten, zu Gemen, zu Limburg an der Lenne, zu Bentheim und vor allen jene präch⸗ tige Hinnenburg, der Sitz der Grafen von der Aſſeburg der von ſeiner ſtolzen Höhe im Nethethal herab mit ſeinen weitge eſtreckten Flügeln, ſeinen Portalen und epheuumwucherten Structuren wie ein romantiſcher Fürſtenſitz weithin die Gegend beherrſcht und in blitzenden Fenſterreihen noch den Strahl der Abendſonne nach⸗ glühen läßt, wenn weit umher Thäler und Fluren im Schatten liegen. Zu allen dieſen Schlöſſern gehört nun allerdings das Schloß

nicht, in deſſen Beſitz wir unſere Leſer durch dieſe Weihnachts⸗