Jahrgang 
50 (1868)
Seite
789
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zend bewährt, glaubte? So wird der ein Recht auf eine Antwort haben. Vergegenwärtigen wir uns zunächſt noch einmal die Aufgabe, welche der erſten deutſchen Nordpolexpedition geſtellt war. Mit den beſchränkten Mitteln, welche Petermann, deſſen kühnem Vor⸗ gehen wir ja dieſe Expedition allein zu danken haben, zu Gebote ſtanden, konnte nur ein kleines Segelſchiff von etwa achtzig Tonnen ausgerüſtet werden. Allerdings erſetzten die ausgezeichneten Eigen⸗ ſchaften der Führer, des Capitains K oldewey, des Oberſteuermanns Hildebrandt und des freiwillig beigetretenen Unterſteuermanns

Leſer fragen, und er wird

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Gründer und Führer der erſten deutſchen Nordpolexpedition. A. Petermann.

Capitain Carl Köldewey.

Sengſtacke aus Holſtein, wie die Tüchtigkeit der Mannſchaft Vieles, was dem Schiffe an Größe, an Gewandtheit und Feſtigkeit abging. Immerhin aber darfte man ein ſo ſchwaches Fahrzeug nicht in die ſturmbewegten Wogen des hohen Meeres hinausſenden. Man mußte ihm ſicherere Fahrſtraßen im Schutze der Küſten, zwiſchen dem gefürchteten Treibeisgürtel und dem feſten Landeiſe anweiſen, und man hoffte, daß es dieie an der Oſtküſte Grönlands finden werde. Längs dieſer grönländiſchen Küſte alſo ſollte der Verſuch gemacht werden, ſo weit als möglich gegen den Pol vorzudringen. Um aber dahin zu gelangen, mußte freilich erſt jener breite Treib⸗ eisgürtel durchbrochen werden. War dies nicht möglich, dann ſollte die Expedition ſich nach Spitzbergen hinüberwenden und dort das im Oſten dieſer Inſelwelt gelegene, noch faſt gänzlich unbe⸗ kannte Gillisland zu erreichen ſuchen. Keine dieſer Aufgaben iſt nun in Wirklichkeit von der Expedition erfüllt worden. Weder iſt es ihr gelungen, die grönländiſche Oſtküſte zu erreichen, noch den

Treibeisgürtel zu durchbrechen, noch endlich zum Gillisland vor⸗ zudringen. Daß die Expedition gleichwohl nicht als eine miß⸗ lungene betrachtet werden kann, das beweiſt der glänzende Em⸗ pfang, der den Rückkehrenden von den Seeſtädten an der Weſer⸗ mündung bereitet wurde, wie der begeiſterte Eifer, mit dem man bereits die Ausrüſtung einer neuen großartigen Expedition für das kommende Jahr betreibt.

Um die Erfolge der Expedition nen, wollen wir ſie auf ihrer müh⸗ gleiten.

richtig beurtheilen zu kön⸗ und gefahrvollen Fahrt be⸗

Oberſteuermann Richard Hildebrandt.

Es war am Nachmittag des 24. Mai, als dieGermania den Hafen von Bergen verließ. Bis in die Nähe der Inſel Jan Mayen war die Fahrt raſch und gut. Hier aber brach am 30. Mai ein heftiger Sturm von Oſten her los; die See ging hoch, und die Luft war ſo dick vom Regen, daß man kaum eine Seemeile weit ſehen konnte. Die Temperatur ſiel allmählich unter den Gefrierpunkt und der Regen wurde zu ſpitzigen Eisnadeln, während das Segelwerk ſich mit einer Eiskruſte überzog. Aber das Schiff hielt ſich wacker und trieb unter dicht gerefften Segeln in voller Sicherheit durch den Sturm. Man hatte eine nord⸗ weſtliche Richtung auf Grönland zu eingeſchlagen, und bald zeig⸗ ten ſich die erſten Anzeichen des nahen Eiſes, dichte Nebel, durch welche man zwei Tage lang, eine Strecke von zweihundert See⸗ meilen, ſich durcharbeiten mußte. Am 5. Juni drang man unter 74° 50 nördlicher Breite und 10⁰ 28' weſtlichen Länge von Green⸗ wich zuerſt in das Eis ein. Nach dreitägiger angeſtrengter Arbeit