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das Mädchen, das noch allein darin übrig geblieben war, war ihm wie eine zweite Schweſter geweſen. Nun hatte der Tod ihm Alles auf Einen Schlag entfremdet; das Haus kam ihm baufäl liger und düſterer vor, die Stimme des Mädchens greiſenhaft und faſt wie die der Tante; es ward ihm faſt wieder leid, daß er um Einlaß gebeten hatte. Indem er ſo ſtand und ſich in ſeinen Kleidern ſchüttelte, um das Fröſteln loszuwerden, wurde der Hausriegel zurückgeſchoben und Lore, die Flamme der kleinen Lampe mit der Hand ſchützend, trat auf die Schwelle. Sie war in dem Jahr, ſeitdem er ſie nicht geſehen, noch um einen halben Kopf gewachſen, aber auch die Züge des Geſichts hatten ſich ge⸗ ſtreckt, das Mädchen war ſchlanker, die Wangen ſchmächtiger ge⸗ worden. Die Augen, die ſonſt ſo munter hin und her gegangen waren, ſtanden jetzt ſtill und groß unter den tieſſchattenden Wim pern, und das blaſſe Mündchen war ſo feſt geſchloſſen, als ob es am liebſten nie mehr ein Wort, geſchweige ein Lächeln hervor gebracht hätte. Dazu war der Anzug des armen Kindes wunder lich genug, wie wenn ſie eben im Dunkeln aus dem Bett ge ſprungen wäre und das nächſte Beſte angethan hätte. Ihr langes braunes Haar ſteckte nachläſſig aufgeflochten unter einem Nacht häubchen, deſſen Bänder unter dem Kinn nicht zugebunden waren. Sie trug ein rothwollenes Röckchen, das ihr zu kurz, und eine alte braune Jacke, die ihr zu weit war und dem Schnitte nach offenbar aus dem Kleiderſchrank der Tante ſtammte. Die Füße ſteckten in alten Tanzſchuhen, die zu den großen blauwollenen Strümpfen nicht zum Beſten paſſen wollten. Was aber den halb lächerlichen, halb traurigen Eindruck noch phantaſtiſcher machte, war ein großer ſchwarzer Kater, der ihr auf der Schulter ſaß und ſeinen Kopf mit einem unſichern Zwinkern der goldgelben Augen dicht an ihren blaſſen Hals drückte. Sie ſchien aber ſelbſt gar nicht zu bemerken, welchen Eindruck ſie auf den jungen Mann machte, ſondern nickte ihm, da ſie ihm jetzt über die Schwelle leuchtete, mit einer ſo gelaſſenen Geberde zu, als verſtände ſich Alles von ſelbſt.„Er iſt es wirklich!“ ſagte ſie wie für ſich. „Ich glaubte ſchon, es wäre nur ſo eine Einbildung geweſen. Guten Abend, Lorenz!“ Dabei gab ſie ihm die Hand, die mager und kühl war, und ging, nachdem ſie die Thür wieder verſchloſſen, lang ſam wie in tiefer Müdigkeit ihm voran die alte hölzerne Treppe hinauf.
Droben auf dem Flur des erſten Stockwerkes ſtand ſie einen Augenblick ſtill und ſagte:„Wo wollen Sie nun hin, Lorenz? In jedem Zimmer iſt der Tod ſchon geweſen, und oben iſt meine Sterbekammer, da dürfen Sie nicht hinein. Nun gleichviel, wir wollen in die Wohnſtube gehen, da riecht es noch am beſten, weil ich Wachholder habe verbrennen müſſen; die Tante mochte ihn lieber als den Eſſig. Sehen Sie“— und ſie öffnete die Thür
„der Alkoven, in dem ſie ihren letzten Athemzug gethan, iſt ſchon wieder aufgeräumt. mich hinaustragen, daß ich liederlich gehauſ't hätte.“
„Lore,“ ſagte er, indem er eintretend ihre Hand ergriſſ,„ich kann Dir nicht ſagen, wie Du mich dauerſt. Warum aber nennſt Du mich immer Sie? Sind wir nſcht von kleinauf gute Camer raden geweſen? Ich wenigſtens brächte es nicht über die Lippen anders als Du zu ſagen.“
„Ich hatte mir's ſo vorgenommen, ſeit—“ und ſie ſtockte und eine leiſe Röthe flog über ihr ſtilles Geſicht.„Aber wie Du willſt, Lorenz. Jetzt iſt ja doch Alles einerlei. Setz' Dich da auf das Sopha und laß mich Deinen Reiſeſack weglegen. Es iſt richtig noch der alte, den die Sophie Dir geſtickt hat, als Du nach Erlangen gingſt, und dieſe Roſe hier habe ich geſtickt und hernach Deine Schweſter gebeten, Dir nichts davon zu ſagen. Wie ſo einfältige ſtumme Sachen auf der Welt bleiben und die Men ſchen müſſen fort!“
„Je nun,“ lachte er,„wir zwei ſind doch auch noch da, Lorchen, und ich ſehe wahrhaftig nicht ein, warum Du es ſo eilig haſt, dahin zu kommen, wa man Sonne, Mond und Sterne nicht mehr ſieht. Faſſ' Dir ein Herz, Kind, und führe nicht ſo ver zweifelte Reden. Weißt Du, daß ich glaube, Dir fehlt es außer an friſcher Luft vor Allem an Eſſen und Trinken? Ich kann mir wohl denken, daß Du über dem Jammer, den Du hier mit angeſehen, und den Thränen, die Du haſt verſchlucken müſſen, Alles vergeſſen haſt, was zum Leben Noth thut. Nun aber mußt Du mir folgen, hörſt Du wohl? und ein Nachteſſen herbeiſchaffen; denn ich dente Dir mit gutem Beiſpiel voranzugehen und Dich wieder eſſen und trinken zu lehren.“
Die Leute ſollen nicht ſagen, wenn ſie⸗
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„Es iſt wahr,“ ſagte ſie;„ich habe ſeit zehn Tagen nichts mehr gegeſſen als Mittags einen Löffel Suppe, den die Zenz mir aufnöthigte, unſere Magd. Die iſt aber heute früh aus dem Haus gegangen und nicht wiedergekommen; Gott weiß wo ſie ein Ende genommen hat, wahrſcheinlich im Spital, um mir nicht auch noch unter den Händen wegzuſterben. Sie war ſchon geſtern nicht mehr ganz wohl; der Tod der Tante hat ſie angegriffen. So hab' ich eben den ganzen Tag droben geſeſſen, den Peter auf dem Schooß, um mir den Magen zu wärmen und doch auch etwas Lebendiges bei mir zu haben, und die Stunden ſind ſo hinge gangen, und ich habe immer auf den Tod gewartet.“
„Statt deſſen iſt nun einer gekommen, der Dir all' dieſe Todesgrillen vertreiben will,“ ſagte der Jüngling.„Ich hab' hier im Nachtſack eine Flaſche alten Portwein, den wollt' ich dem Vater zu trinken geben, weil er beſſer als ein Katzenfell den Magen wärmt und ſehr gegen die ſchwarzen Gedanken hilft, die ſo oft das Unglück erſt herbeiziehen. Bring' ein paar Gläſer, Lore, und was Du etwa zu eſſen haſt. Und dann ſetz' Dich zu mir und ſchüite einmal Dein Herz gründlich aus, wie Du es einem alten Cameraden ſchuldig biſt, mit dem Du doch ſchon manches Wörtchen gewechſelt haſt.“
Sie ſtarrte, als dächte ſie an ganz andere Dinge, in das Flämmchen der kleinen blechernen Lampe, ſeufzte einmal zitternd auf und ging dann langſam zur Thür hinaus, den Kater immer noch auf der Schulter.
Nun ſah er ſich in dem großen niedrigen Zimmer um, in deſſen Winkel der Lampenſchein nicht mehr hineinleuchtete. Da war noch Alles wie ſonſt, die Bilder von Lore's Eltern über dem Sopha, der blaſſe, magere Apotheler, der ſo früh geſtorben war, und ſeine ſchöne blauäugige Frau, der die Tochter wie aus dem Geſicht geſchnitten war, nur daß ſie jetzt die melancholiſche Farbe und den ſcharfen Zug vom Vater hatte. Und dort der Spiegel zwiſchen den Fenſtern, das Nähtiſchchen der Tante, auf dem noch ihr Strickkorb ſtand und ein vertrockneter Baſilicumtopf. Wer hatte Zeit und Gedanken gehabt in dieſen Angſtwochen, Blumen⸗ zu begießen? Auch die braune Wanduhr neben dem Alkoven war nicht mehr aufgezogen. Was liegt einem an einem paar Stunden, wenn die Ewigkeit heranzubrechen droht? Aber das alte Clavier war geöffnet und ein Liederheft noch aufgeſchlagen, als wäre Jemand mitten im Spielen durch die Knochenhand, die ſich auf die bleiernen Taſten legte, unterbrochen worden. Es ſüberlief den jungen Mann ein ſpukhafter Schauer, als er den Vorhang von großgeblümtem Cattun vor dem Alkoven betrachtete und darang dachte, welche Leiden und Schreckniſſe er verhüllt haben mochte. Je mehr er dieſen Gedanken nachhing, deſto entſetzlicher ſchien es ihm, daß die Bekannten und Nachbarn das junge Kind in dieſem öden Trauerhauſe allein gelaſſen hatten, wo ſelbſt feſtere Nerven von den unheimlichen Einbildungen und Erinnerungen erſchüttert werden mußten. Er kehrte die Augen gewaltſam gegen die braune Holzdecke, an der der helle Lichtring der Lampe ſpielte, und hörte den Todtenwurm droben picken und entſann ſich luſtiger Abende viele Jahre zurück, wo er an demſelben Tiſch mit der Tante und der kleinen Lore geſeſſen und ihnen vorgeleſen hatte, und wie da mals in den Pauſen daſſelbe Kniſtern in dem alten Holzgetäfel ſich hatte hören laſſen, ohne daß ihm oder den Andern der Ton unheimlich geweſen war. Es war ihm damals vorgekommen, als ob der Tod nur in den Büchern ſtäude, die er mit Vorliebe las, Rittergeſchichten und Seeabenteuer, und ſpäterhin Trauerſpiele und ſchöne Gedichte. Die Tante war manchmal darüber eingeſchlafen, das Lorchen hatte aber immer größere Augen gemacht, je länger er las, und wenn es dann aus war und war recht herzbrechend geweſen, hatten ſie doch ſchon fünf Minuten nachher wieder gelacht, wie die leichtherzigen Kinder, die ſie beide noch waren, obwohl er in Secunda ſaß und ſie als eine arme Waiſe wohl Urſach gehabt hätte, das Leben nicht leicht zu nehmen. Nun ſchlief die gute Tante den letzten Schlaf, und ihnen Beiden war das Lachen ver gangen.
Er war froh, als er das Mädchen wieder eintreten ſah. „Es iſt nichts im Haus,“ ſagte ſie,„als ein paar Eier und trocknes Brod und ſonſt Vorräthe zum Kochen. Ich könnte Dir einen Pfannkuchen backen, aber ich getraue mich nicht in die Küche; da hat es die Tante angefallen, als ſie eben dem Chriſtel einen warmen Umſchlag machen wollte, und die Zenz hat geſagt, hinter dem Heerd hätte ſie das Choleramännlein ſitzen ſehn, mit
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