Jahrgang 
49 (1868)
Seite
783
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Zeichen, daß ſie dort dem ſtarken Geſchlecht näher ſtehen, als ſonſt wo. Iſt der Brand vollbracht, ſo bildet die zurückbleibende Aſche dann den Dünger für den Boden, auf dem es nun während der nächſten drei Jahre wieder möglich iſt, Korn oder Hafer zu bauen, zum nach deren Verfluß dieſelbe wilde Arbeit mit der Flamme von Neuem vorzunehmen.

Will der Mann aber ſein Holz verwerthen, ſo ſteht ihm meiſtens(kein anderes Transportmittel zu Gebot, als der Bach, der jedoch faſt nirgends Waſſer genug hat, um darauf flößen zu können. Deshalb ſind überall ſog. Schwellwaſſer angelegt teichartige Waſſeranſammlungen, die mit Schleußen verſehen ſind aus denen dann der Bach geſpeiſt wird.

Wer an einem Sommernachmittage eine jener einſamen Schluchten im oberen Kinzigthale hinaufſchreitet, von denen die wilde Schappach eine der romantiſchſten iſt, der findet oft plötzlich weit oben in dem faſt waſſerloſen felſigen Bachbette ein gegen tauſend Fuß langes Floß liegen, vorne nur ſechs Balken breit, mit einem breiten nach oben gerichteten Kiele an der Spitze ver⸗ ſehen, um über etwaige Hinderniſſe wegzugleiten. Das erſte Glied wird mittels eines daran befeſtigten Balkens vom zweiten aus gelenkt, die folgenden Glieder werden dann breiter und länger, und gegen das Ende zu finden ſich oft die längſten und ſchwerſten Stämme. Erſtaunt ſehen wir das Ding an und wundern uns, wie es vom Platze kommen ſoll. Da nahen ſich uns ein halbes Dutzend Männer mit langſtieligen Beilen, die wir ſchon vorher, langſamer als wir ſchreitend, das Thal herauf kommen ſahen. Ernſt und ohne Gruß gehen ſie vorbei, längs des Floſſes hinauf und verſchwinden im Wald. Bald darauf kommt auf einem leichten, von zwei Pferden gezogenen Wagen ein Mann in ſchlichter Arbeitertracht, aber ein intelligenteres Geſicht und feineres Weſen zeichnen ihn aus vor den Geſellen, denen wir vorher begegneten es iſt der Steuermann, der Mann, in deſſen Hände das Schickſal des werthvollen Floſſes und das Leben ſeiner Gefährten während der nächſten gefahrvollen Stunde gelegt iſt, denn er iſt

der Lenker des erſten Gliedes, das, nur wenige Zoll zu weit rechts

oder links, eine Secunde zu früh oder zu ſpät gewendet, Mann und Floß in's Verderben ſtürzen kann. Wohl ſind durch eine beſondere Caſſe die Krüppel, Wittwen und Waiſen einigermaßen gedeckt, aber die Ausſicht, möglicherweiſe in der nächſten Viertel⸗ ſtunde durch die ſich mit Blitzesſchnelle kreuz und quer ſperrenden, ſich hoch aufbäumenden und ſplitternden Balken an einen Stamm oder Fels geſchleudert zu werden, bleibt darum nicht minder ſchreckhaft. Das ſpiegelt ſich denn auch auf den Geſichtern der Betheiligten, namentlich dem des Steuermanns ab, denn er iſt ernſt und bleich. Aber leicht und gewandt ſpringt er vom Wagen, dem Matador gleich, der die Arena betritt, er grüßt mit feiner faſt weltmänniſcher Miene und läd't uns ein, dem Abgange des Floſſes, der alsbald erfolgen werde, beizuwohnen. Dann ſteigt er hinab, unterſucht mit prüfendem Blick, ob Alles in Ordnung ſei, und bleibt unbeweglich auf einem Felſen neben der Floßſpitze ſtehen.

Mittlerweile hat es unter den Balken angefangen zu rauſchen und ein Waſſerſtrahl ſchießt darunter hervor, der ſich bald ver⸗ größert und reißend zunimmt. Wie mit einem Zauberſchlage iſt das ſtille friedliche Thal von dem wilden Gebrauſe der toſenden

Fluth erfüllt, die ſich in weißem Schaum immer toller daherwälzt.

Jetzt kommen auch die Männer mit ihren Beilen, welche die Schleußen der Schwellwaſſer geöffnet hatten, in wilder Haſt durch den Wald herunter, ſtellen ſich an die Stämme, an denen das

Floß mittels ſtarker ſogenannter Wieden feſtgelegt iſt, und ſtehen

glätter und glüthen.

Holz für die Armen! waren die letzten Worte, die Dr. Andreas

Zelinka, Bürgermeiſter der Reſidenzſtadt Wien, im Todeskampfe ſtammelte. Es ſind nur ein paar Worte, aber vor Gott gelten ſie als Gebet, und wer es auf dem Sterbebette ſpricht, wird auch ohne den Segen eines Erz wiſchofs in geweihter Erde ſchlafen.* Er war ja ein Vater der Armen und hatter gar viele Kinder, die mit därmſten Thränen der Dankbarkeit die Erde weihen, die ihn deckt. * Auf das Bittgeſuch des Magiſtrats ließ Seine Eminenz der Cardi ¹ Rauſcher erwidern, daß er, der rauhen Witterung wegen, nicht in der age ſei, die Leiche des Bürgermeiſters in der Kirche einzüſegnen.

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Werk, und wenn wir ſogar Mädchen in den Reihen der jungen Burſche und Männer feſt den Haken führen ſehen, ſo iſt das ein

ſchlagbereit mit erhobenem Beile, auf das Zeichen des immer noch unbeweglich nach oben blickenden Steuermanns harrend. Jetzt hebt ſich das Floß, ſeine Balken ächzen und es beginnt in der

raſenden Fluth ſich zu wiegen ein Wink und mit zwei Hieben ſind die Wieden durchhauen, mit einem gewaltigen Sprunge ſteht jeder auf ſeinem Platz in dem unheimlichen Fahrzeug und haut das Beil vor ſich ein, um ſich daran zu halten. Mit raſchem Sprunge war auch der Steuermann auf dem zweiten Gliede, mit beiden Händen den ſtarken Lenkbalken erfaſſend, und fort geht's der Windsbraut gleich, daß den Männern Bart und Haare zurückgeweht werden, unter einem wahrhaft hölliſchen Lär⸗ men von Waſſergebrauſe, Balkenächzen und dumpfem Poltern über die Felsblöcke.

Athemlos blicken wir nach, bis in wenigen Minuten Alles hinter der finſtern nächſten Waldecke in die Schlucht hinab ver ſchwunden iſt. Wenige Minuten ſpäter, und die Waſſermenge läßt eben ſo raſch nach, wie ſie gekommen war, faſt betäubt von dem Lärme erwachen wir wie aus einem Traume, erſtaunt ſehen wir zu unſeren Füßen das ſpärliche Waſſer dahin rieſeln, das wir angetroffen hatten, und wir hören das Rauſchen der Zweige und den Geſang der Vögel wieder, als ob nichts vorgefallen wäre.

Die Männer aber ſind hinabgefahren gen Wolfach. Ihr Floß hat glücklich die letzte gefahrvolle Wendung, an welche das Schild des Wirthshauſeszum letzten Geſtöhr(Floßglied) mahnt, hinter ſich und in weniger als einem Viertel der Zeit, welche der Fußgänger braucht, legen ſie den Weg zur großen Kinzig zurück. Dort werden die Balken wieder in anderer Weiſe zuſammengeſtellt, um zum Rheine gebracht zu werden, auf dem ſie die ſtattlichen Flöße bilden, welche nach Holland gehen und dort meiſtens zum Schiffsbau verwendet werden.

Mühſam, hart und gefahrvoll, wie die Benützung von Feuer und Waſſer, ſind alle Arbeiten dieſer Gebirgsbewohner, und man darf ſich nicht wundern, wenn ſie, ſo mancher gegentheiligen poetiſchen Auffaſſung zum Trotz, ihre Heimath gern verlaſſen und ein geträumtes angenehmeres Loos jenſeits des Oceans ſuchen.

Indeſſen ſtellt ſich die Liebe zur Heimath oft wieder im Alter nach erlangtem Beſitz ein, wo dann plötzlich ein ergrauter Mann im Thale erſcheint, den Niemand mehr kennt. Er frägt nach Dieſem und Jenem;todt! iſt die lakoniſche Antwort, die er erhält. Aber der alte Schmiedjörgli iſt ihm beobachtend nachgegangen jetzt hat er's heraus, es iſt des Nachbars Toni, der vor vierzig Jahren mit ſeinen Eltern nach Amerika ausgewandert war und den er jetzt, trotz deſſen eleganterem Rock, mit ſeinem Spitznamen von ehedem anredet. Der Toni, der ſich im Thal ankaufen will, um ſein Leben in ſeiner Heimath zu beſchließen, nimmt ihn mit in's Wirthshaus, wo das Wiederſehen der beiden alten Männer mit einer Flaſche guten Markgräflers gefeiert wird. Dort erzählt er ihm dann, wie bei dem Schiffbruche, den ſie auf der Ueberfahrt hatten, die Eltern ertranken und er mit wenigen Uebrigbleibenden ſich auf einem losgeriſſenen Maſte nach der nahen Küſte rettete; wie es ihm dann gar kümmerlich erging, bis es ihm endlich durch unermüdete Thätigkeit gelang, ſich ein Vermögen zu er werben, das er, familienlos, ſeiner Heimathgemeinde vermachen wolle. Und war es denn nicht möglich, daß der rettende Balken, dem er ſein Leben verdankte, die gleiche Heimath hatte wie er?

Wer weiß, ob es nicht die große Fichte nahe bei ſeines Vaters

Hof war, die er als Knabe ſchon beſtiegen, um Vogelneſter aus zuheben, in deren Schatten er oſt geſchlafen, die er fällen und fortführen ſah und die ihn dann unerkannt als Maſt eines ge borſtenen Auswandererſchiffes aus den drohenden Fluthen nach dem ſichern Ufer trug.

Carl Roux.

Er war ein Mann des Volkes in der ſchönſten Bedeutung des Wortes, und zwar nicht blos in Wien, ſondern in ganz Oeſterreich, ſoweit es an dem Kampf und Drang nach Freiheit und Fortſchritt Theil nahm; ja, er war der treue Mann ſeines Volkes, für das er gelebt und gewirkt, der allezeit ohne Schen vor ſeinem Kaiſer mit ſchlichtem deutſchem Wort für das Recht und die Wohlfahrt ſeiner Bürger eintrat und unter den Opſer⸗ willigſten ſtets der Opferwilligſte, von welcher Seite immer der Nothruf erklang.

Man kennt unzählige Züge von Herzensgüte[des dahingeſchiedenen Menſchenfreundes; wir erinnern uns vorzugsweiſe an einen, der bis jetzt noch nicht den Weg in die Oeſſentlichkeit gefunden. 1

Der Mantelritter⸗Miniſter Dr. Bach hatte mit ſeiner Politik das