Jahrgang 
45 (1868)
Seite
717
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Bewegung kennen gelernt hat. Die ſchwachen, kurzen, gleichſam verkümmerten Vorderglieder ſpielen bei der Bewegung nur eine höchſt untergeordnete Rolle, die Hinterbeine und der Schwanz dagegen eine um ſo größere. In der Ruhe liegt das Thier ent⸗ weder auf der Seite, den Kopf etwas aufgerichtet, oder es ſitzt

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lange in ſolcher Lage, nimmt vielmehr faſt nach jedesmaligem Ab⸗ pflücken eines Blattes oder Halmes die Dreifußſtellung wieder an. Ganz anders bewegt ſich das Thier, wenn es größere Strecken zu durchmeſſen gedenkt. Es erhebt ſich zunächſt auf die Zehenſpitzen der Hinterbeine, neigt ſich mit dem Vordertheile des Leibes etwas

8*) S S X I 8 E 9 c Ts 8 8 X F AR 7 9 770 8 8 IW W I d K d N 5 3 S 1 N S= 2 3 S 2,. D S h /O S S W = S Nſde e W D B =, ne= SAAGM Tl. Raal N h XN= Zmu, 2, N S N e. Kängurus.

Nach der Natur gezeichnet von H. Leutemann.

auf den Sohlen der Hinterbeine und auf dem Schwanze, alſo gleichſam auf einem Dreifuße. Aus dieſer Lage fällt es, wenn es weiden will, in eine kriechende, höchſt unſchöne Stellung nieder, indem es ſich vorn auf die Handflächen ſtützt und den Schwanz einzieht, ſo daß dieſer zwiſchen die Hinterbeine zu ſtehen kommt. Will es ſich jetzt bewegen, ſo ſtützt es ſich vorn mit bei⸗ den Händen und hinten mit dem Schwanze auf, zieht die Schenkel der Hinterbeine etwas ein, ſchiebt die Hinterläufe langſam vor, bis ſie außen neben die Handſtützen zu ſtehen kommen, zieht den Schwanz nach und ſetzt endlich auch die Hände weiter. Das geht

. Nangeſchickt zu als möglich: ein Menſch auf allen Vieren be⸗

3 We ſich beſſer, als ein in dieſer Weiſe kriechendes Känguru. K i ſcheint übrigens dieſe Stellung auch ebenſo unbequem zu

Kete einem kriechenden Menſchen die ſeine; es verweilt nie

herab, ſtreckt den ſchweren Schwanz nach hinten aus, ſo gerade, als es das beträchtliche Gewicht deſſelben geſtattet, und hüpft nun in großen Sprüngen ſeines Weges fort. Beide Beine werden gleichzeitig bewegt, die Hände entweder geſchloſſen oder(bei einzel⸗ nen Arten) etwas ausgebreitet; der Schwanz dient als Vermittler des Gleichgewichtes und als Steuer. Beim Aufſpringen ſieht man ein augenblickliches Einknicken der Hinterläufe, auf welches ſofort die Zuſammenziehung aller Streckmuskeln folgt, der ſchwere Leib wird von Neuem weiter geſchnellt, und ſo geht es vorwärts. Bei geringer Eile hat dieſe Bewegung etwas Wiegendes oder Schau⸗ kelndes, wozu namentlich der bei jedem Sprunge auf⸗ und niederſchwingende Schwanz beiträgt; bei geſteigerter Eile folgen ſich die Sprünge ſo raſch, daß man nur einen großen, in feinſten Bogenlinien ſich bewegenden Körper ſieht. An den Gefangenen