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gilt heute die zündende Strophe des bekannten Rheinliedes von Becker:
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ſehr betrübt wieder abziehen, als im rechten Augenblicke, wie ein deus ex machina, der freundliche Wirth erſchien, den beredten Kellner eiligſt entließ und uns Alles, was unſer Herz begehrte, ſo gut es angehe, verhieß. Denn obwohl ſein ganzes Haus von oben bis unten voll von Verwundeten ſtecke, wolle er uns doch etwas Brod und Butter und ein kleines Zimmer verſchaffen, das augen⸗ blicklich leer ſei, weil die dort einquartiert geweſenen Verwundeten heute früh entlaſſen worden ſeien.
Höchlichſt erfreut über dieſe tröſtliche Verheißung folgten wir dem freundlichen Manne eine Treppe hinauf auf einen Gang, wo er uns in ein kleines, völlig leeres Zimmerchen wies, das durch ein einziges kleines Fenſter hoch oben ſpärlich erhellt wurde.
Doch müde und hungrig waren wir, daß es eine Art hatte, und nachdem wir ein mächtiges Butterbrod verzehrt hatten, machten wir es uns bequem, hingen Rock und Weſte an den Nagel und ſtreckten uns gemächlich auf die reinlichen Strohbündel nieder, welche uns der freundliche Wirth bereit gemacht hatte.
Draußen war es ſchwül und dunſtig; am Himmel hatten ſich dunkle Wolken zuſammengezogen und die erſten, großen Tropfen ſchlugen klatſchend an das kleine Fenſter. In dem Zimmerchen
„ war es ſtill, heimlich ſtill. Nur vom Gange herüber tönten bisweilen haſtige Schritte, und der Regen und der Wind ſangen und klopften zuſammen ihre alte, monotone Melodie.
Jugend und Müdigkeit wollten ihr Recht, Einer nach dem Andern ſchlief ein, es ward ruhig in dem Gemach und nur die ruhigen Athemzüge ſtörten die tiefe Stille.
So mochten wir über eine Stunde ruhig geſchlafen haben, als ich plötzlich erwachte, weil es mir war, als wäre Jemand in's Zimmer getreten und ſtände vor uns und ſähe uns an. Schlaftrunken richtete ich mich etwas in die Höhe und rieb mir die Augag. Denn ich glaubte, ich ſchlafe noch und was ich ſähe, wäre nur ein Traum.
Vor uns in der ſtillen Kammer ſtanden zwei junge, hübſche Mädchen, ſtille, freundliche Geſichter mit klaren, guten Augen. Und dieſe blauen Augen lagen mit ſo einem lieben Ausdruck voll Mitleid und Erbarmen auf uns, daß ich mich kaum getraute, in ihren Glanz zu ſchauen. Und hinter den beiden Mädchen, halb noch in der Thür, ſtanden zwei ältliche Herren, die ich auch ohne die feierliche, weiße Binde um ihren Hals ſogleich für Paſtoren erkannt haben würde. Auch ihre Augen ruhten voll Freundlichkeit und Theilnahme bald auf uns, bald auf den beiden Mädchen vor ihnen.
Mir ward immer ſeltſamer. War es denn nur ein Traum? Was hatte das zu bedeuten? Was wollten die alten Herren, die jungen Mädchen? Waren ſie vielleicht Engel, die uns zu beſuchen
fkamen? Doch nein! Trugen denn die Engel weite, bauſchige Kleider und moderne Hütchen? Oder trugen ſie gar ſchwarze Hüte und weiße, feierliche Binden?
Leiſe ſtieß ich meine ſchlafenden Cameraden an. Auch dieſe
richteten ſich auf, ſuchten ſich zu ermuntern und ſchauten ganz
curios und verwundert auf die ſeltſame Gruppe. Da endlich brach eines der jungen Mädchen das Schweigen. „Ach, lieber Vater,“ ſagte ſie, und ihre Stimme klang weich und mild und der Ton zitterte ein wenig, wie von Bewegung,„ach, Vater, ſieh nur die armen Verwundeten! Bitte, bitte, wir wollen ihnen Etwas geben, den armen Leuten!“
Hatten wir vorher verwundert dreingeſchaut, ſo wußten wir jetzt erſt recht nicht, was wir thun ſollten. Den armen Mädchen ihre Illuſion nehmen? Uns als flotten Bruder Studio ent⸗ puppen? Nimmermehr! Denn Alles wäre lächerlich geworden, lund das wollten wir nicht, um der Mädchen willen, denen es ſo ernſt zu Muthe war. Das Beſte alſo war, zu ſchweigen.
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Der alte Herr, an den die Bitte gerichtet war, ſah ſein Kind und dann uns an, die wir freilich etwas kriegeriſch und verwildert in dem halbdunklen Zimmer ausgeſehen haben mögen. Daun zog er einen mächtigen Geldbeutel aus der Taſche und reichte ſeiner Tochter einige Geldſtücke.
Dieſe trat an uns heran, neigte ſich zu uns herab, und mit einem Blick, ſo voll Güte und Mitleid, daß es uns ganz ſeltſam um's Herz ward und wir uns beinahe ſelbſt für Verwundete hielten, drückte ſie Jedem von uns eine Silbermünze in die Hand.
Uns ward immer ängſtlicher jede Minute drohte der Augenblick zu kommen, wo wir uns zu erkennen geben mußten. Doch es ging vorüber. Der alte Herr ſagte:„Kommt, Kinder, die armen Leute bedürfen der Ruhe!“ Dann ging er mit ſeinem Begleiter. Die jungen Mädchen folgten ihm, aber an der Thür wendeten ſie ſich noch einmal und warfen noch einen engelsguten, lieben Blick auf uns zurück,— auf die armen Verwundeten.
Aber kaum hörten wir ihre Schritte nicht mehr, als wir aufſprangen, in ein homeriſches Gelächter ausbrachen, unſere er⸗ haltene Gabe— ein blankes Zweigroſchenſtück anblickten und vor Freude in dem Kämmerchen herumtanzten. Himmel, hätten die guten Leute jetzt die armen Verwundeten geſehen, was würden ſie für Augen gemacht haben!
Während wir noch ſo tobten, kam der Wirth herein und konnte uns vor Lachen kaum erzählen, daß die Leute, Pfarrer aus der Umgegend mit ihren Töchtern, zu den Verwundeten ge⸗ wollt hatten. Er hätte gerade viel zu thun gehabt und ſie deshalb herauf gewieſen, mit dem Bemerken, daß oben überall Verwundete lägen. Nun ſeien ſie gerade in unſere Kammer gerathen. Als ſie wieder herausgekommen wären, habe er auf dem Gange geſtanden und gleich das Mißverſtändniß geahnt. Denn die mitleidigen Leute hätten, nach unſerer Kammer zeigend, bewegt gefragt, ob wir ſchwer verwundet ſeien, worauf er kaum ohne Lachen habe erwidern können, daß wir nur ganz leicht verwundet wären.
Mit unſerem Schlafen war es natürlich vorbei. Wir zogen uns an und eilten unſeren Wohlthätern nach. Doch, wie ſehr wir auch ſuchten, wie gern wir ſie wiedergefunden hätten, um das Mißverſtändniß zu löſen— alles Suchen war umſonſt, und in ihren Augen ſind wir noch heute leicht Verwundete. Sollten jedoch die braven Pfarrherren und ihre hübſchen Töchter dieſes Blatt zu ſehen bekommen— denn die Gartenlaube findet ja ihren Weg allüberallhin im deutſchen Vaterland— und es übel aufnehmen, daß wir ſie nicht aufgeklärt und ich auch noch die Geſchichte er⸗ zählt habe, ſo will ich ihnen die Hand hinhalten und will ſagen: „Nichts für ungut, Ehrwürden und meine Dame! Es war frei⸗ lich nicht recht, daß wir Ihnen nicht gleich damals ſagten, daß wir nicht verwundet, ſondern kerngeſunde Jenenſer Studenten waren, und daß wir uns auf dieſe Weiſe ein paar ſo liebe, ſchöne Blicke und auch noch baares Geld erſchlichen haben. Aber wir bereuen es ſehr! Und für den ſchönen Blick voll Güte und Liebe, den Sie an uns verſchwendet haben und der uns gar nicht gehörte, ſagen wir beſten Dank. Ihre klingende Gabe aber haben wir bei⸗ Leibe nicht für uns behalten, und die erſten Verwundeten, denen wir begegneten, ſind wahrlich nicht ſchlecht dabei weggekommen!“
So endete der Tag. Und als wir am Abend durch⸗ das ſtille, weite Land fuhren, über dem es langſam dunkelte, zog licht und klar der Mond am Himmel herauf und goß ſein mildes Licht über die Erde und ihr Leid. Als wir aber an das diüſtere Feſtungsthor zu Erfurt kamen und Einlaß begehrten, da rief Einer von uns dem Wache habenden Soldaten auf die Frage, wer wir ſeien, zu:„Verwundete von Langenſalza.“ Der Poſten trat ehr⸗ furchtsvoll zurück und ſalutirte.„Paſſirt,“ ſagte er gravitätiſch, und lachend roͤllten wir ein in die dunkelnde Stadt, die Ver⸗ wundeten von Langenſalza.
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Sie ſollen ihn nicht haben! Nicht gewiſſen liebenswürdigen, aber zu weilen etwas unruhigen, und jetzteunderweltig viel beſchäftigten Nachbar u „Sie
ſollen ihn nicht haben!“ nein, einem Feinde im Lande, den keine Militär macht zu beſiegen braucht, den aber das ganze Volk, Männer, Frauen und Kinder anzugreifen bereit ſein muß: nämlich dem grauſamen Project der ſogenannten Rheincorreetur. Man will ihn uns nehmen, eineugen und eindämmen, unſern könig⸗ lichen freien Rhein, den herrlichſten aller Ströme, deſſen Name in unſer Ohr klingt, wie Glockengeläute vom Thurm der Kirche unſerer Heimath,
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Blätter und Blüthen.
der unzertrennlich iſt von den ſchönſten Erinnerungen an die Märchen, die uns die Mutter erzählte, den Hort des Nibelungenſchatzes, den Lieblings⸗ aufenthalt aller Nixen, den Concertſaal der ewig jungen und ewig bezau⸗ bernden Hexe Loreley;— den Rhein, das Paradies aller Liehenden, den Stolz jener Jugend, die bei einer„Frau Wirthin“ einzukehren und allda⸗ nach gutem„Bier und Wein“ und„ſchönem Töchterlein“ zu fragen pflegt, — den Rhein, das Entzücken des Alters, das lebendigſte Stück echter deutſcher Poeſie! In Ketten und Banden will man ihn ſchlagen, unſern ſtolzen Strom, mit ſeinen grünen Wellen und wechſelvollen Ufern, alle Dichter und Maler, die je den Rhein und ſeinen Zauber in Liedern und
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