Fülle don orgens die rorbenen
dahin hat
lten. Wer ernouf nach ren und u gelehrter agen Hum⸗
oufs. Die⸗ drenvollſten Sanscrit, bracht und i die San⸗ keine Ruhe nd begab en Geſell⸗
Derſelbe
mals drei⸗
Dieſe modernen
man auch
brfoſten ge⸗ hen. Dazu haft viſirter re Männer Graf von von Müller ſammen. ſen gewin⸗ „ in Lon⸗ weiter zu tgehalten. beit wieder Oſtindien den beraus⸗ d ſich Nie⸗ ller kühn, in Deutſch⸗ nd ſich end⸗ ad erſcheine
ne einzelne
gland ihm
prachwefk
e. Mitelu.
eutſche el⸗
git Bunſen bn, in der
dudiſch, die
ichen un⸗
— 143
Die Verdienſte, der Ruhm und die Anerkennung M. Müller's ſtiegen ruhig und ſiegreich über alle Vorurtheile gegen den„Fo- reigner“, den Ausländer, ſo daß ihn die Univerſität Oxford 1856 zum ordentlichen Profeſſor und„Master of Arts“(Meiſter der Künſte, ein engliſch⸗eigenthümlicher Univerſitätsehrentitel) und dar⸗ auf ſogar zum„Fellow“ einer beſtimmten Univerſitätsabtheilung (College of all souls) ernannte.„Fellow“ heißt hier: ordent⸗ liches Mitglied und hat wiſſenſchaftlich und materiell etwas zu bedeuten, da dieſer Titel zur Theilnahme an den reichen Einkünf⸗ ten des„College“ berechtigt. Dieſe liberale That war ein Ereig⸗ niß in England. Max Müller war der erſte und bis jetzt letzte Ausländer als Fellow. Auch war er der Erſte, dem bei Erthei⸗ lung dieſer höchſten akademiſchen Würden die neununddreißig Ar⸗ tikel der anglicaniſchen Kirche nicht zum Schwure darauf vorgelegt wurden, wie dies ſonſt unerläßlich vorgeſchrieben iſt.
Endlich war er der Erſte, der ſich verheirathen durfte, ohne das Privilegium eines Fellow zu verlieren. Er verehelichte ſich mit der Tochter einer angeſehenen Familie, deren Haupt freilich nicht eher einwilligte, als nachdem er die Braut mit zehntauſend Pfund Sterling lebensverſichert hatte, ſo daß er ſeitdem jährlich dreihundert Pfund Prämie zahlen muß.
Im Jahre 1857 ſtarb Wilſon. Zu der erledigten Stelle— einer der wichtigſten der Wiſſenſchaft in England— meldete ſich Profeſſor Dr. Max Müller, F., M. A. ꝛc., da es nur noch einen Sanscrit⸗Gelehrten im ganzen engliſchen Reiche gab, der etwas verſtand, Profeſſor Cowell in Calcutta in Oſtindien. Und dieſer trat ſofort von der Bewerbung zurück, als er vernahm, Max Müller habe ſich gemeldet. Nun war unter den einſichtsvollen Gelehrten der Univerſität Oxford, die Wahlrecht hatten(über drei⸗ tauſend mit Allen, die dort promovirt haben), nichts ausgemachter, als daß Max Müller die Stelle erhalten würde. Aber Jahre lang vorher hatte ein gewiſſer Williams, Verfaſſer einer Sanscrit⸗ Grammatik, die in Oxford ſelbſt als vollſtändig unbrauchbar ver⸗ worfen worden war, mit ſeiner pietiſtiſchen Niederkirchen⸗(Low Church) Partei gegen den Breitkirchner* Max Müller gewühlt und wußte jetzt die bekannte ſtockengliſche Wuth gegen deutſche Vor⸗ züge ſo geſchickt und fanatiſch und„praktiſch“ mit pietiſtiſchen Ver⸗
leumdungen gegen den wiſſenſchaftlich unantaſtbaren Gegencandi⸗ daten in Zeitungen und Anſprachen loszulaſſen und pietiſtiſche Wähler für tauſend Pfund Beſtechung nach Oxford zur Wahl zu
bringen und ſogar Biſchöfe gegen ihn öffentlich warnen zu laſſen, daß die wiſſenſchaftliche Partei Max Müller's, zu ſiegesgewiß, die Gefahr zu ſpät erkannte und mit zweihundert Stimmen Mino⸗ rität gegen die vereinigten Söldlinge und Selaven der Beſtechung, des Pietismus und der Stockengländerei erlag.
* Broad-Church-Partei, kirchlich Liberale, die ſich zwiſchen der Hoch und Niederkirchenpartei unabhängig und wiſſenſchaftlich verhalten.
Ich habe den ganzen Scandal in England mit erlebt und erinnere mich genau, wie dieſes Ergebniß von allen Gelehrten, Gebildeten und Gentlemen als eine nationale Schmach in dem Grade gefühlt ward, daß ſelbſt die Times, ſonſt ſtets das Haupt⸗ organ der Schmähung gegen Deutſchland und deutſche Vorzüge, dem allgemeinen Unwillen einen Leitartikel widmete. Ebenſo ur⸗ theilten alle wiſſenſchaftlichen Organe des Auslandes, ſo daß dieſe Niederlage Max Müller's ihm zu einem neuen Triumphe ward, der ſich ſeitdem durch ſeine Werke und Vorleſungen immer fort⸗ geſetzt, vergrößert, erweitert hat. Seine„Vorleſungen über die Sprachwiſſenſchaft“ haben die Engländer auf die wiſſenſchaftlichſte und anmuthigſte Weiſe in einem muſterhaften Engliſch(das die beſten Engländer ſelbſt unvergleichlich ſchön nennen) mit den deutſchen Schöpfungen und Entdeckungen eines Grimm, Kuhn, Wichmann ec. und ſeinen eigenen vertraut und dieſe bereits in allen gebildeten Krei⸗ ſen ſo heimiſch gemacht, daß wir, im Originallande, uns unſerer Unwiſſenheit ſchämend, die Augen niederſchlagen müſſen. Seine Vorleſungen wurden erſt aus dem beredten Munde mit Begeiſte⸗ rung vernommen, dann kurz hintereinander in vier Auflagen zu fünftauſend Exemplaren vergriffen. Dieſe Sprachwiſſenſchaft ſtürzt alle alten Tempel der Grammatik, Etymologie und Mythologie und baut neue von wunderbarer Schönheit auf.„Der kühne, unabhängige Denker und Forſcher mit dem ewigen Wunder ſeines Stils“(The Reader vom 20. Auguſt) ſteht jetzt in England als der gefeiertſte Prieſter einer ganz neuen Wiſſenſchaft unangefochten in höchſten Ehren.
In Folge ſeines kühnen und klaren Worts(und zwar in der Times) für das tauſendſtimmig und brutal geſchmähte Vaterland während des Kampfes um Schleswig-Holſtein wurde er zwar von der Times ſelbſt wieder angebellt und vom Punch mit Schmutz beworfen; aber die meiſten Zeitungen ſchwiegen ſofort und auch die beiden Hauptfeinde deutſcher Vorzüge ſchämten ſich fortan ihrer Gemeinheit. Sie lernten ſich ſogar über deutſche Angelegenheiten anſtändig ausdrücken. Dem Prieſter und Pionier deutſcher Wiſ⸗
ſenſchaft in London gebührt aber für dieſe Heldenthat— mitten unter einer deutſchfeindlich fanatiſirten Bevölkerung— ganz be—
ſonderer Dank des deutſchen Volks, das ihm denſelben freilich bis jetzt ſchuldig blieb, inſofern wir uns nicht mit der begeiſterten Dankes⸗ adreſſe begnügen, die ihm der deutſche Nationalverein in London durch eine Deputation überreichen ließ.
Das Ausland iſt reich an großen und edeln Männern deut⸗ ſcher Abkunft und vielfach ungewürdigter Verdienſte um's Vater⸗ land. Max Müller gehört zu den erſten unter ihnen. Wir kön⸗ nen ihnen Allen den würdigſten Dank darbringen, wenn wir beſſer für unſere eigene Ehre zu Hauſe und für Zuſtände ſorgen lernen, welche den Propheten, Pionieren und Prieſtern deutſcher Wiſſen⸗ ſchaft und Cultur erlaubt, zu Hauſe zu bleiben und zu wirken.
H. B.
Blätter
und bittere Worte ſind ſchon in dieſer Frage gefallen, und die ſchöne Stif⸗ tung, die eigentlich dazu dienen ſollte, uns ohnedies genug mit einander zerfahrene Schriftſteller zu vereinigen, ſcheint gerade dazu auserſehen, erſt recht Haß und Zwietracht unter die„Ritter vom Geiſt“ zu werfen. Iſt es denn gar nicht möglich das zu verhindern?
Wenn wir Alle den guten Willen haben, gewiß.
Die letzte Generalverſammlung hat drei wichtige Beſchlüſſe gefaßt:
1. Die Oeffentlichkeit der vertheilten Gaben.—
2. Die Abänderung des Paragraphen in den Statuten, nach dem der Vorort wechſeln ſoll. 3 3
3. Die Einſchiebung des kleinen Wörtchens„insbeſondere“ in den erſten und Haupt ⸗Paragraphen der Satzungen, der den Zweck der ganzen Stif tung behandelt und dieſen klar ausgeſprochenen Zweck dadurch allerdings total verändert. 3 5
Es iſt unmüöglich der Generalverſammlung das Recht abzuſprechen elne Paragraphen ihrer Satzungen, die ſich als dem Ganzen hinderlich oder als nicht praktiſch erwieſen haben, abzuändern, und die Minorität wird ſich ſtets der Majorität fügen müſſen.
Die erſte Abänderung der Satzungen: Die Oeffentlichkeit der von der Stiftung gereichten Gaben, bedarf keines Commentars weiter. Gegen eine verſchwindend kleine Minorität waren nicht allein alle Zweigſtiftungen dafür, ſondern wir Schriftſteller beſonders können dem Verwaltungsrath für den Antrag und deſſen Durchführung nur dankbar ſein. Jede Gabe, welche die Schillerſtiftung verleiht, iſt eine Ehrengabe, deren ſich der Empfänger nicht
zu ſchämen hat.. 1. Weit größere Oppoſition rief die zweite Aenderung, den Wechſel des vor S betreffend, hervor. Betrachten wir uns die Sache ruhig.
un Zur Verſöhnung in der deutſchen Schillerſtiftung. Viel erbitterte
d Blüthen.
§. 6 lautet allerdings: „Derſelbe Vorort kann nicht zwei Wahlperioden hintereinander zur Lei⸗ V tung der Schillerſtiftung berufen werden“ und der Paragraph iſt jedenfalls ſo geſtellt, damit nicht ein Ort oder beſtimmte Perſönlichkeiten die Autokratie über die andern Zweigſtiftungen gewinnen. Wenn ſich nun aber herausgeſtellt hat, daß ſolches vor der Hand noch nicht zu fürchten iſt, und andere Verhältniſſe dazu kommen, um es wün⸗ ſchenswerth erſcheinen zu laſſen, daß gerade Weimar noch länger der Vorort der Stiftung bleibe, kann das derſelben etwas ſchaden? Ich glaube nicht. So lange nur nicht ein beſtimmter Ort als permanenter Vorort feſt⸗ geſtellt wird; ſo lange die Generalverſammlung nach Ablauf der fünf Jahre immer noch das Recht behält, einen Wechſel des Orts zu veranlaſſen, wenn ſie Urſache dazu finden ſollte, ſo lange kann keine Gefahr darin liegen.
Ein Uebelſtand iſt allerdings der: Iſt der Wechſel durch die Satzungen beſtimmt, ſo verſteht er ſich von ſelbſt; muß er aber erſt motivirt werden, ſo könnte man darin eine Kränkung für den Platz finden, den man ver laſſen will, und man ſcheut ſich dielleicht ſie auszuſprechen.
Aber dieſes Bedenken wird kaum thatſächlichen Vortheilen die Wage halten können, die Weimar gegenwärtig in mianchen ihm eigenthümlichen Verhältniſſen zu bieten ſcheint, und ich bin überzeugt, die übrigen, bis jetzt noch diſſentirenden Zweigvereine würden darin nachgeben, wenn ſie fänden, daß ſie dadurch der ſchönen Stiftung ihre Einigkeit und ihr Zuſammen wirken wieder verſchaffen können.
Ebenſo ſteht es, nach der anderen Seite hin, mit dem dritten Punkt. Die Generalverſammlung hat unſtreitig das Recht, Umänderungen in
den Paragraphen ihrer Satzungen vorzunchmen, aber ſie kann unmöglich den ganzen urſprünglichen Zweck einer wohlthätigen Stiftung durch ein noch ſo kleines eingeſchobenes Wort umſtoßen, wie das hier geſchehen iſt.
-—.
——


