Jahrgang 
7 (1865)
Seite
105
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1816, als wir zur Ausführung unſers Vorhabens ſchritten. Der blaue Himmel ſchaute nach langem Winter freundlich auf die Erde herab, die Sonne verbreitete eine behagliche Wärme und lockte Schneeglöckchen und ſüßduftende Veilchen aus dem aufgethauten Boden, der an vielen Stellen ſchon grün zu werden begann. Wir rückten von der Nordſeite, wo das Gut nicht eingeſchloſſen war, in daſſelbe ein. Wie vorſichtige Jäger gaben wir uns gar nicht den Anſchein, als ob wir nach einem beſtimmten Ziele trachteten, ſondern ſprangen in Kreuz und Quer den Boten des Frühlings, dem großen Fuchs und einigen anderen Schmetterlingen, nach, welche die warmen Strahlen der Märzenſonne aus ihren Winterquartieren gelockt hatten.

Allmählich ſteuerten wir, wie abſichtslos, der Stelle zu, wo die Königin mit ihrem Hofſtaate ſich ebenfalls ſonnte. Es war dies der Platz zwiſchen dem Nebengebäude und dem ſogenannten Hänghauſe. Einige ſaßen auf einem hölzernen Canapee, Andere welche von Allen im Hauſe ſehr geachtet und geliebt wurde, der ſchlenderten plaudernd und ſcherzend auf und ab, und der Prinz junge Bure, Antheil zu nehmen. Louis nannte ihn ſeinen Milch⸗ trieb ſich mit den Kindern des kleinen Hofes luſtig auf der Wieſe bruder und hielt große Stücke auf ihn. Da ich um die Bedeu⸗ und den Wegen herum. Alles athmete ſo viel Luſt und Freude, tung des Wortes fragte, das mir ganz fremd war, ſo lachten Beide als ob die wohlthätige Himmelskugel auch das Eis um die Herzen mich herzlich aus, erklärten es mir aber dennoch. gelöſt und geſchmolzen hätte. Bei dieſen unſern kriegeriſchen Uebungen, die ſelten ohne

Vorſichtig näherten wir uns dem fröhlichen Kreiſe, immer kleinere oder größere Beulen abliefen, kam indeß einmal ein anderer wie erfahrene Feldherren darauf bedacht, uns den Rückweg offen V Unfall vor, an welchem ich ſchuldlos die Schuld trug. Ich hatte zu halten, und auf die Schnelligkeit unſerer Füße vertrauend. nämlich das Unglück bei der Erſtürmung der hölzernen Wieſen⸗ Schüchtern, wie wir waren, ſuchten wir die Aufmertſamkeit der planke, die unſere Feſtung vorſtellte, als ich als einer der Bela⸗ Kinder auf uns zu ziehen und uns nach und nach beſcheiden in gerer mit meiner Waffe eben zu einem Hauptſtreiche ausholen ihre Spiele zu miſchen. Unſere Abſicht gelang uns wider alles V wollte, das Töchterchen der Hofdame Cochelet,* das ſich zum Zu⸗ Erwarten ausgezeichnet gut, da Kinder noch keine ſelbſtiſchen Zwecke V ſchauen hinter mich geſtellt hatte, auf den Mund zu treffen. Das V

Erſt viel ſpäter erfuhr ich, daß es das Wappen der Grafen von Königsegg⸗Aulendorf ſei, die noch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts den Hof beſeſſen hatten.

Von allen Spielen gefielen dem Prinzen diejenigen am beſten, welche mit tüchtigen Leibesübungen verbunden waren und etwas Kriegeriſches an ſich hatten. Wir folgten daher, wie jetzt noch Millionen, dem äußerſt melodiſchen Klange der Trommel, welche unſer hoher Camerad ſelbſt meiſterlich bearbeitete, während er zu⸗ gleich noch nebenher ſeine Armee als Officier commandirte. Mit vielem Selbſtgefühl und militäriſchem Anſtande zogen wir mit Papiermützen, auf denen eine große Hahnenfeder prunkte, und mit Gewehren aus Rebſtöcken, die, oben eingeſpalten, durch ein Hölzchen auseinander gehalten und entladen werden konnten, unſerm Führer nach durch Dick und Dünn, wie es ehrlichen Soldaten geziemt.

An unſern Spielen pflegte meiſt der Sohn der Amme des Prinzen,

verfolgen und nur in der Verallgemeinerung des Vergnügens ihre Kind, deſſen Lippen arg bluteten, ſchrie jämmerlich und ſeine mit Freude haben. Es war noch keine Viertelſtunde vergangen, ſo der Königin unſerm Knabenſpiele zuſchauende Mutter kam mit den ſpielten wir Alle zuſammen, als ob wir alte Bekannte wären. WortenMarſch undFort dem faſt einzigen Deutſch, das Wir waren ſo glücklich, wie man es in der Jugend ſein kann, ſie verſtand in vollem Zorne auf mich losgeſteuert. Weiter wenn man einen ſeiner kindlichen Wünſche erreicht hat, nach deſſen brauchte ich aber auch nichts mehr, um aus ihren unzweideutigen Erfüllung das Herz ſich ſchon lange geſehnt. Wenn aber der Pantomimen zu begreifen, daß es trotz der freundlichen Worte des Menſch am glücklichſten iſt, ſo darf er faſt ſicher ſein, daß das Prinzen:macht nix, macht nix! das Gerathenſte ſei, mich für rerie ihm bald einen Streich ſpielen und ihn aus ſeinem ge⸗ V diesmal aus dem Staube zu machen ſ Himmel unſanft auf die Erde herabwerfen werde. Auch

esing es ſo. Plöblich ſtand der Handelsherr Zumſtein, ein

alter, grämlicher und kränklicher Mann, wie ein vom Himmel ge⸗ V ſänftigte Mutter, welche ſich von meiner Unſchuld überzeugt haben fallener Meteorſtein, in unſerm Kreiſe und riß ihn erbarmungslos V mochte, und lud mich ſelbſt

Faſt acht Tage lang floh ich das Gut, trotz aller Bitten des Prinzen doch wieder zu kommen. Endlich erwiſchte mich die be⸗

ſelbſt wieder ein. Das von mir angerichtete auseinander. Er wies uns aus ſeinem Gute fort, und wir waren Unheil war nicht ſo groß, wie ich mir vorgeſtellt hatte, es beſtand ſchon im Begriffe, mit einem ſchmerzlichen Blicke auf unſere Spiel⸗ nur in einer oberflächlichen Abſchieferung der Haut an den Lippen, gefährten, wie Adam und Eva das Paradies zu verlaſſen, als ſich

welche durch ein etwas ungewöhnliches Mittel geheilt wurden, ein die Scene auf einmal zu unſerm Beſten wendete. Mittel, wie es nur die Landleute bei derartigen leichten Wunden Der Prinz, welcher eingeſehen haben mochte, daß eine Ver⸗ anzuwenden pflegen.

größerung der Zahl ſeiner Spielgefährten ihm manches Vergnügen Natürlich ging es unter uns zu Zeiten nicht ohne Zank verſchaffen könnte, welches er bisher entbehren mußte, wandte ſich und Streit ab, und die Folge davon war, daß ich meinen vor⸗ an ſeine Mutter mit der Bitte, daß wir bleiben dürften. Die nehmen Cameraden einige Tage nicht beſuchte. Gemeiniglich war ſchöne Frau hatte Mitleiden mit unſerer Gemüthsverfaſſung, welche b er dann der erſte, welcher die Hand zur Verſöhnung bot. Ich ſie uns aus dem Geſichte leſen konnte, und entſchied nach einem durfte ſicher ſein, daß am zweiten oder längſtens am dritten Tage prüfenden Blicke auf uns, die wir in unſerm Sonntagsſtaate keine nach meinem Ausbleiben der Verwalter Rouſſeau, ein braver üble Figur ſpielen mochten, zu unſern Gunſten. Mann, welcher mit ſchwärmeriſcher Liebe und Ergebenheit an der Von da an waren wir die täglichen Spielcameraden des königlichen Familie hing und das Deutſche noch am beſten rade⸗ Prinzen, worauf wir uns nicht wenig zu gut thalen. Er ſprach brechte, bei mir erſchien und mich im Namen des Prinzen wieder zu zwar damals nur noch wenige Worte Deutſch; da wir aber ſchon kommen bat, was ich dann auch ſogleich ausführte. Dabei fehlten Unterricht im Franzöſiſchen genommen hatten, ſo konnten wir uns V nie kleine Geſchenke, wodurch mich der Letztere zu ködern ſuchte. gegenſeitig verſtändigen, und wenn uns beiderſeitig die Worte ge⸗ An regneriſchen Tagen trieben wir aber manchmal auch ſtil⸗ brachen, ſo mußten Pantomimen unſere Gedanken verdolmetſchen. lere Beſchäftigungen. Der Prinz hatte ſchöne Bilderbücher, die Nit der Zeit lernte aber der Prinz von uns ſpielend deutſch, ſo wir gemeinſchaftlich durchſahen und öfters theilweiſe durchlaſen. Er des der Zeichenſprache bald nicht mehr bedurfte. war damals über acht Jahre alt und ſeine Schule hatte ſchon län- An Platz zu allen möglichen Knabenſpielen fehlte es in ger begonnen. Seine Mutter übernahm ſelbſt einen Theil des

in den Abendſtunden manches geeignete 1 wies ihn im Zeichnen, Tanzen und andern ſchönen Künſten. Außerdem hatte der Prinz verſchiedene Lehrer, die im Hauſe ſelbſt wohnten. Schon länger leitete ein Abbé, Nameuns Bertrand, den Unterricht. Die ungemeine Lebhaftigkeit oder Raſtloſigkeit des Prinzen machte es dem guten Manne aber ſehr ſchwer, den Schüler zu einiger Ordnung und zum Lernen zu bringen, obgleich deſſen Faſſungskraft eine ſchnelle war. Die ver⸗

4 Die Hofdame Cochelet erkaufte ſpäter das im Sommer 1834 abge⸗ brannte Schloß Sandegg, welches ſie nachher dem Herzog Eugen von Leulch⸗ tenberg wieder abtrat. Sie beirathete den ehemaligen franzöſiſchen Oberſt Parquin, den Beſitzer des Schloſſes Wolfsberg, eine der Hauptperſonen im Straßburger Drama. Ihre Tochter, deren oben gedacht iſt, ſoll in Mann⸗ heim noch verheirathet leben. 1

wir uns im ganzen Gut umher; bei Regenwetter rumorten wir Buch vor und unter in den Zimmern des Prinzen und auf dem Gange herum und verführten oft amnen ſo hölliſchen Lärmen, daß es mich ſchon damals oft wunderte, daß man uns ſo frei gewähren ließ. Nur wenn die Königin unwohl war, wurden wir aus ihrer Nähe ver⸗ bannt.

Ddie zwei Zimmer, welche der Prinz bewohnte, lagen im nürdlichen Theile des Hauſes und waren von denen ſeiner Mutter mur durch einen ſchmalen Gang getrennt. Im erſten, in welches ißn vom Gang und der Stiege aus durch einen verſchließbaren Vprplatz gelangte, befand ſich an der Decke in Stuccaturarbeit in großes Wappen, welches oftmals unſere Neugierde erregte.

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