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kannt; er machte auch wenig Umſtände mit
ſuchte, hätte ich ihn faſt nicht er 5 lichen guten Morgen wünſchte.
mir, als ich ihm mit einem Kuſſe einen herz Ohne die Feder aus der Hand zu legen, reichte er mir ſeine Wange und ſprach:„Fünfundzwanzig, dreißig, ſiebenundvierzig— ſſſt!’ Ich war ganz verblüfft und wollte mich beleidigt zurückziehen, als er eben ſein Conto ge ſchloſſen hatte und mit ſeiner Rechnung fertig geworden war. Er erklärte mir ſehr einfach, daß ich ihn nie beim Nechnen ſtören dürfe, weil von einem Fehler oft Wichtiges abhinge und ein Principal ſich dere f
gleichen nie dürfe
zu Schulden kommen laſſen. Ich verzog den Mund zum Weinen, eilte auf mein Zimmer und wollte ſchmollen. Ich wollte, ja, aber ich konnte
cht und er mußte es doch beſſer verſtehen.
iebenswürdig ſein und ſiehe, das gelang war ich heiter und bat ſcherzend um
heute früh. Er küßte mich
nicht. Er hatte doch eigentlich Re Raſch ſattelte ich um, ich wollte l mir beſſer. Als er zum Eſſen kam, Eutſchuldigung wegen meines Verbrechens von
zärtlich und nannte mich ſein kluges Weibchen. Aber noch etwas viel Schrecklicheres muß ich Dir mittheilen. Denke Dir nur, in jedem ſeiner
ochſelt er nie, unbekümmert darum, arz ähnlich iſt. Ich aran dachte, wie ſauber Alles an ihm war, wenn er uns bei der Mutter beſuchte. Auf meine naive Frage, wie es denn möglich ſei, ſich ſo zu verändern, gab er mir ruhig die Antwort: „Ich habe mich nicht verändert, nur die Verhältniſſe ſind anders geworden. Meine alte Haushälterin verſorgte alle meine Rocktaſchen ſtets mit reinen Taſchentüchern, meine junge Frau wird das auch lernen müſſen! Seit der Zeit kannſt Du mich jeden Tag auf der„Taſchentücherjagd“ finden, das heißt, ich vertauſche die gebrauchten Tücher mit reinen, und obgleich er ſich den Anſchein giebt, es nicht zu bemerken, ſo macht es mir doch Ver gnügen, zu wiſſen, daß ich damit einer ſeiner Gewohnheiten Rechnung trage und ihm gefällig bin.“
Die junge Frau ſchwieg nachdenklich, ihr zu ſagen, wie ſehr ich ihre Handlungswe beſten Wege ſei, als ſie, faſt wehmüthig, wieder begann hab' ich Dir noch nicht erzählt, doch es muß heraus, ich nichts auf dem Herzen behalten! Wirſt Du es glauben“— ſie ſtockte ein Weilchen—„ſein ſchönes Haar, das er immer ſo reizend trägt“ ſie ſtockte wieder„iſt nur zur Hälfte ſein Eigenthum; oben auf dem Scheitel trägt er eine kleine Perrücke!“
Das war mir ſelbſt überraſchend mochte wohl ein recht verwundertes Geſicht haben, denn plötzlich ſchlang meine junge Freundin ihre Arme um meinen Hals und ſagte mit einer wahrhaft rührenden Stimme:„Nein, nein, Du darfſt deshalb nicht ſchlecht von ihm denken, dafür kann er nun ſchon gar nicht, daß er das garſtige Ding tragen muß; ein Nervenfieber in der Ju gend zerſtörte ſeinen natürlichen Haarwuchs; ſeit jener Zeit trägt er auf den Wunſch des Arztes die Tour, die ihn“ ſie wurde wieder ganz heiter— „doch eigentlich ſehr gut kleidet. Und ich habe doch einen hübſchen Mann,“ ſprach ſie dann mit jugendlichem Uebermuth,„und ſo ſehr gut iſt er und ſo fleißig, ſo treu, ſo klug und ich liebe ihn von ganzem Herzen und möchte ihn gar nicht anders haben!“
„Und die Nudelſuppe?“ ſagte ich geſpannt.
„Ach, ſei davon ſtill, er ißt ſie ſehr gern und wo nig heſtrafen meiner äſthetiſchen Ziererei wegen!“
Siehſt du, meine liebe junge Leſerin, das war ein kluges Weibchen! Ich ſchloß ſie gerührt in meine Arme und bat den Himmel, ſie ferner in ſeinen Schatz zu nehmen. Beruhigt reiſte ich ab, nahm ich doch die ſicherſte Garautie für das Lebeusglück meiner Freundin mit mir: die Gewißheit, daß dieſe Geiſt und Herz auf der richtigen Stelle habe und den beſten Gebrauch davon machen werde, du aber, gehe hin und thue desgleichen!
ein Taſchentuch und dieſes w
Röcke ſteckt Weiß oder dem Schw
ob die Farbe deſſelben mehr dem war außer mir darüber, wenn ich d
und ich war eben im Begriff, iſe billige und daß ſie auf dem :„Das Schlimmſte Dir gegenüber kann
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bei einem ſo jungen Manne, und ich
bei dieſer Mittheitung gemacht
llte mich uur ein we
Eine verhängnißvolle Alpenfahrt. Gewiß ſind die meiſten unſerer lebens und ſchwungvollen Schilderung mit Intereſſe gefolgt, Nummer 3 des laufenden Jahrgangs dieſes Blattes ein Weih nachtsbild aus einem Tiroler See⸗ und Bergwinkel vor Augen brachte. werden daher mit ſchmerzlicher Theilnahme von dem beklagenswerthen Unfalle hören, der dem Verfaſſer jenes Artikels, Dr. Heinrich Noë, einem der talentvollſten jüngeren Schriftſteller Baierns, vor Kurzem in der Nähe des Achenſees, wo er zeitweilig ſein Zelt aufgeſchlagen, widerfahren iſt. ie Augsburger Abendzeitung berichtet aus München, wie folgt:
„Aller Einreden ungeachtet machte ſich Dr. Nos mit ganz einfacher Fußbekleidung auf den eg von Bertisau nach dem Plumſer Joch; nach einiger W ab und verlor im fußtiefen Schnee ſeine Schuhe; es achtet nichts anderes übrig, als ſeinen Weg gleichwohl fortzuſetzen; binnen zer Zeit hatten ſich an ſeinen Fußſohlen Eisklumpen gebildet, ſodaß er deswegen und vor Mattigkleit nicht mehr gehen konnte. Nun ſchleppte en ſich, auf allen Vieren kriechend, nach einer nahen verlaſſenen Sennhütte und
Hiervon machte er ſich Feuer und ſchmolz
Lud.
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weiche
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auf das Heftigſte zu ſtöbern; Noë irrte vom blieb ihm deſſenunge
ge
Zeit begann kur
t noch vorräthiges Holz.
u den Füßen. Leicht vorauszuſehen wäre ſein Loos geweſen, zücklicherweiſe des Weges kommende öſterreichiſche Grenzwächter, Hütte emporquellenden, übetriechenden Rauch aufmerkſam
gten entdeckt und nach der nächſten Ortſchaft gebracht. ichen mit der Bahn nach Ansbach gebracht, wo ſeine lück ſcheint indeß der Unfall nicht ſo ernſte Folgeén eie ihn jetzt behandelnden Aerzte aufäuglich fürch per Zehen beider Füße, ja ſogar vielleicht dieſer Nos befindet ſich erfreulicher Weiſe ſchonfaun ud wird ſicher noch mauche Alpenfahrt lle mehr wie die neuliche unter
— . Kreuz⸗ und Quer⸗Charade. 1 2 3 4 Wenn Du in des Sommers Schwüle Dich in 1. und 2. ergangen, Und Dich ſehnſt nach Schattenkühle, Stillt 3. 4. Dir Dein Verlangen. 5 * So der Ruhe hingegeben, Horcheſt Du wohl 3. 2. Klängen, Die vom Felde dicht daneben,. Jubelnd ſich zum Ohr Dir drängen. Auf dem Feld im Sonnenſcheine Sind 1. 4. ein Spiel den Winden, Aber bald kommt mehr als Eine, Die's verſteht, ſie feſt zu binden. Träumend Deine Blicke weilen. Auf dem ländlich ſchönen Bilde, Und die Stunden raſch enteilen, Abend kommt mit ſeiner Milde. Ruft das Glöckchen der Capelle Heim ſie von des Tages Mühen, Sieh, da 4. 2. auf der Stelle Viele, eh' ſie heimwärts ziehen. Auch Dich mahnt es heimzugehen, Und aus 1. 2. 3. 4. wendet Sich Dein Schritt, um nachzuſehen, Was 1. 2. 3. 4. geſpendet. .,—. Und was iſt's, das Du gefunden? Früchte, die auf Blättern nicken, Oder lockend zwiſchen bunten Blüthen Dir entgegenblicken. Erklärung. Wahrhaft ſchmerzlich iſt es uns, auch Leſer der Gartenlaube von Neuem um Geduld wegen der läng nen Erzählung von Hermann Schmid„Der baieriſche Hieſet müſſen. Wie uns der Verfaſſer ſoeben ſchreibt, rauben ihen Körperleiden, 5 mehr aber noch ein großer Seelenſchmerz, den er kün am dadurch erfahren, 11 daß, trotz dem einträchtigen Urtheile der Kritik aaud der einſtimmigen Befürwortung der betreffenden Preisrichter, ſe rſpiele„Ludwig im Bart“ der vom Könige von Baiern ausge L jedwede Mo tivirung verſagt worden ſei, augenblicklich Pothige Ruhe zur Vollenoung der genannten Erzählung. Dieſelbe werde aber noch im Laufe des gegen wärtigen Quartals uns im Maxuſcripte zukommen. Die Redaction. ſ Kleiner Briefkaſten. F. M. in Berlin. Die Erfindung läßt kaum zu wünſchen übrig, aber n die Ausführung, die Form? Für jetzt alſo„Nein“. Indeß„Rom iſt d nicht in einem Tage gebaut“. J. G. in N. bg. Vom Ober⸗ und Unterland iſt bis jetzt nichts zu uns gedrungen. Forſchen Sie freundlich nach. w „D. R. in Bielefeld. Getroffen. Der. Artikel iu Nr. 49, 1864:„Ein lde gekröntes Opfer“ hat Herrn Georg Hiltl, unſern altbewährten Mit⸗ Eſ. arbeiter, zum Verfaſſer. ſel lre 5 ree Schacch. 24 t 8 47 1 Auflöſung der Aufgabe Nr. 1.. V 6 Weiß. Sch 1) DA 4— 62 2 E4 H 1 ⁄ oder A 2) D 6 2 6 6 6G 5 ◻ F 4: nie 3) E 3 E 4 K E F D 4:(am bäſten) h 4) D G 6 D 6: † K beliebig c 5) D D 6— D 5 † 1 beſ zwi A. 1 1„ 6 1 Gr 1) DA 7 B 7 ¹* i 2 E 4:+ K E5= b 5 b ches 3) E6+„ K F 5 6 4 4) F5+† Beliebig— Bli 5) S 6 †— n — ſchm B— 1 1) K E 5 L5 9 9] ⸗ 4 2) 2 1— E 4:† K 5† 6 4 oder ng 3) D 62 1 K G 4 HI 4 For⸗ 4) D b 1— 15 † Beliebig. r 5) D l5 H3 † Lii c. V 2).... XET= E4: Nan 3) D 62 N K L 5— G 4 aber 4) D E 4 P Beliebig/ nich 5) D 15 1. Dich Correſpondenz. wirt Nr. 1 wegen 2) DA 7— 1 für


