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tiven und legislativen Gewalten, die vollkommene Handels⸗ und Gewerbefreiheit, die die Erwerbung des Bürgerrechtes und die Niederlaſſung erleichternden Geſetze, die Religionsfreiheit, kurz all die neuen Inſtitutionen, welche auf die Revolution folgten, aus Genf gemacht haben, iſt vielfach ſchon anderswo ausgeführt wor⸗ den, und es iſt unmöglich, auf dieſem beſchränkten Raume das auch nur andeutend auszuführen. Es iſt genug, wenn wir ſagen, daß Genf von der Revolution an ſich ſo raſch entwickelte wie eine amerikaniſche Stadt, und daß, wer dieſe Stadt vor der Revolution geſehen und ſie jetzt wieder ſieht, auch ohne ihre innere Umgeſtal⸗ tung zu kennen, einſehen müſſe, daß er hier eine ganz neue Welt vor ſich habe, die mit der alten nichts zu thun hat. Hat es doch der fanatiſche Conſervative Cherbuliez, ein perſönlicher Feind Fazy's, in der Revue des deux Mondes eingeſtehen müſſen, daß das heutige Genf eine große, unbegreifliche Schöpfung ſei, und ein halbconſer⸗ vativer Hiſtoriker, Herr Gallieur ſagt: Wie man immer über Herrn Fazy denke, ſo müſſe man doch zugeſtehen, daß ſeit Calvin Niemand auf die Geſchicke Genfs ſo großen Einfluß ausgeübt, wie dieſer Mann...
Anſtatt aller Ausführungen wollen wir nur einer Maßregel erwähnen, als einer beſonders bezeichnenden und wirkſamen: die Niederreißung Wer Befeſtigungen. Die Stadt Genf hatte Gräben, Wälle und Mauern, wurde von den Machthabern wie eine Grenz⸗ feſtung behandelt und man ſchloß die Thore bald nach Einbruch der Dämmerung. An eine Zunahme der Bevölkerung konnte kaum gedacht werden, da die Häuſer auf dem kleinen, durch die Feſtungs⸗ werke beſchränkten Raume ſchon ſo eng aneinander und ſo hoch in die Luft als möglich gebaut waren. Es ſah da ärger aus als in irgend einer mittelalterlichen Stadt. Die Häuſer aber gehörten zum größten Theile der alten Partei, die ſchon dadurch jenen Zu⸗ wachs an Macht erhielt, den ausſchließlicher Beſitz unbeweglicher Güter giebt. Sie war factiſch die Beſitzerin, alſo die Herrin der
Stadt, und war eben ſo wenig gewillt, dieſen Vortheil wie irgend
einen andern mit einer größeren Anzahl zu theilen. Daß die Be⸗
Upölkerung in dieſer Stadt verdumpfte, war ihr gleichgültig; daß
'm, war ihr angenehm, denn wer konnte ihr bürgen, —oßeren Bevölkerung gegenüber eine regierende Coterie
„mc halten würde. Die einengenden Befeſtigungswerke waren ihr
mithin ſo lieb, wie ihr Augapfel, wie das Symbol ihrer Macht. Schon in der erſten Hälfte des vorigen Jahrhunderts trat ein Genfer, Namens Micheli⸗Ducreſt auf, der, als ausgezeichneter Ingenieur und Officier aus fremdem Kriegsdienſt heimgekehrt, eine Abhandlung veröffentlichte und dem Rathe überreichte, in welcher er darthat, daß die Befeſtigungen von Genf nicht nur nutzlos, ja ſogar gemeingefährlich für die ganze Schweiz ſeien, da ſie einer Belagerung nicht gehörig widerſtehen, wohl aber einem einmal ein⸗ gebrochenen Feinde als Halt und Stütze, jedenfalls zur Deckung
eines Rückzuges dienen könnten. Micheli⸗Ducreſt wurde dafür ein
Hochverrathsproceß gemacht und er mußte die Flucht ergreifen. Zu Anfang der dreißiger Jahre erſtattete eine militäriſche Com⸗ miſſion der Eidgenoſſenſchaft an dieſe einen Bericht, welcher bei⸗ nahe genau dieſelbe Anſicht ausdrückte, welche jener vor mehr als
neunzig Jahren ausgeſprochen; aber der Bericht hatte keine Folgen,
da der Genfer Rath dieſe zu hintertreiben verſtand.
Trotz ſolcher Antecedentien dieſer ein Jahrhundert alten und längſt
beantworteten Frage, erhob ſich von Seiten der Ariſtokraten und
Conſervativen ein gewaltiges Geſchrei über H ochverrath, Landesverrath, Auslieferung an Frankreich, als Fazy mit dem Antrag auftrat, die nutzloſen Feſtungswerke niederzureißen, der Stadt Luft und Licht zu geben, unzählige neue Bauplätze und damit der Republik neue Geldquellen zu ſchaffen. Man wandte ſich ſelbſt an den Bun⸗
desrath, um mit Hülfe ſeiner Autorität die Calamität von der
Stadt Genf abzuwenden, und dieſer, immer bereit den Ueberreſten des alten Regiments Recht zu geben, vergaß auch jenen obener⸗ wähnten militäriſchen Bericht und ſchickte ſich an, ein Veto ergehen zu laſſen, kam aber, bei der Rührigkeit Fazy's, zu ſpät. Das ganze Volk ſtand auf Seiten Fazy's; mit Muſik zog man hinaus; war eine patriotiſche Handlung, einige Steine von den alten
wowerken zu reißen. Sie verſchwanden; die Gräben wurden t; Genf hatte mit einem Male einen ungeheueren Grund⸗ d— um es kurz zu ſagen— die Bauplätze ſind im zenf ſo theuer wie nur in Paris, trotzdem viele⸗Hunderte itzen geſchaffen wurden. Die Conſervativen ſelbſt, die
daß ihre Beſitze entwerthet würden, ſehen r alten, 4 4
verrotteten Häuſer heute um das Drei⸗ und Vierfache im Werthe geſtiegen. Wie die Maßregel der Niederreißung unzähligen Armen und eben ſo unzähligen Fremden und neuen Bürgern geſunde Wohnungen verſchaffte, eben ſo bereicherte ſie die ſchon Reichen. Das Geſchrei über Landesverrath hörte aber trotz alldem ebenſo⸗ wenig auf, wie der Haß gegen Fazy. Hatte er auch den Neich⸗ thum der Reichen vergrößert, ſo hat er auch andere Beſitzende neben ihnen geſchaffen, dem alten Genf ein Ende gemacht und, vor Allem, Geld aus dem Boden geſtampft und ſo die Conſer—
vativen umgangen, die gehofft hatten, die neue Regierung aus⸗
zuhungern, mit Zurückziehung ihrer Capitalien Unzufriedenheit zu erzeugen und das neue Syſtem zu ſtürzen.
Im Jahre 1854, alſo erſt acht Jahre nach der Revolution, wurde Fazy aus der Regierung herausvotirt, aber nur um bald darauf wieder gewählt zu werden und ſich auf's Neue bis zum Jahre 1861 zu halten. Bis dahin hielt man ihn im Auslande,
ſelbſt in Genf, immer für den Präſidenten des Staatsrathes, ſelbſt
wenn er es nicht war, in dem richtigen Gefühle, daß er immer die Seele deſſelben geweſen. Mit dem genannten Jahre beginnt ſein endlicher Verfall. Fazy hat in der That ein neues, reiches, rühriges und durch und durch freies Genf geſchafſen; er hat aus dem unbedeutendſten Canton einen Factor gemacht, der in der Eidgenoſſenſchaft eine Wichtigkeit erhielt, wie einer der größten Cantone; er hat gezeigt, wie man in der Freiheitslogik bis zu den ſogenannten letzten Extremen gehen könne, ja gehen müſſe, um auch die richtigen Früchte zu ernten. Es wurden Inſtitutionen in's Leben
geſetzt zum Vortheil Aller und es haben ſich Einrichtungen be⸗ währt, die man vor ihm als utopiſtiſch, als ſchöne aber unpraktiſche Schwärmereien betrachtete; es wurden Veränderungen vorgenom⸗ men, zu denen man, bevor ſie in's Leben traten, die Mittel eines großen Staates nicht für zureichend gehalten hätte. Dem Unterricht wurde, im Verhältniß zur Größe des Staates, das größte Budget der Welt zugewendet; verhältnißmäßig die meiſten Banken, Disconto⸗ Geſellſchaften gegründet und die beſten und zahlreichſten Commu⸗ nicationswege eröffnet; die Stadt verwandelte ſich in eine Stadt der Paläſte und wuchs in der Bevölkerung; dieſe wurde reicher als je, obwohl die eingeborene Uhreninduſtrie durch die Concurrenz von Chaux⸗de⸗Fonds, Locle, Beſancon, Paris und London in der Abnahme begriffen iſt. Dies Alles hat Fazy und ſein Syſtem gethan; dies Alles iſt es, was ihm ein Monument ein Jahr nach ſeinem Tode ſicherte. Wir wollen jetzt von dem Fazy ſprechen, der ſich um das Monument gebracht hat, denn wir ſind nicht, wie es bisher geſchienen haben mag, die Lobredner des merkwürdigen Mannes, obwohl wir zugeben müſſen, daß manches Lobenswerthe mit zu ſeinem Verfall und Falle beigetragen..
Hier muß nun vor Allem auf die unbeſtreitbare und entſchei⸗ dende Thatſache der Nachdruck gelegt werden, daß James Fazy der begabteſte, der geiſtreichſte und erfahrenſte Menſch aller Par⸗ teien iſt; daß er immer die gegebenen Mittel zu benutzen wußte, wenn ſolche fehlten, ſie zu ſchaffen verſtand und ſich nicht leicht durch irgend welche Combination von Umſtänden in Verlegenheit bringen ließ. Die radicale Partei Genfs, wie viele ehrenwerthe Männer ſie auch zählen mag, iſt doch ſo arm an politiſchen Köpfen, wie die conſervative. Fazy hatte eigentlich niemals Parteigenoſſen,
ſondern zum größten Theile ein Gefolge, das auf ſein Wort hörte,
wie auf das Wort des Meiſters. Naturgemäß war er die Seele der radicalen Partei, die er organiſirte, und da dieſe durch viele Jahre beſtehen mußte, ehe ſie zu Kampf und Sieg kam, ließ ſie ſich, als die ſchwache Partei, gern und willig von einem Einzigen leiten. Dieſes Verhältniß änderte ſich nicht, als die Partei ſiegte und die demokratiſchſte Verfaſſung durchſetzte, denn Sieg und Ver⸗ faſſung ſchufen weder auf dieſer noch auf der andern Seite poli⸗ tiſche Köpfe. Durch eine lange Reihe von Jahren war alſo Fazy Alles in Allem: er war die Partei und er imponirte ſeinen Fein den nicht weniger als ſeinen Anhängern. Kein Wunder, daß er im Schooße der Partei das wurde, wozu ſie und die Umſtände ihn machten, ein Despot, d. i, ein Mann, der immer und immer nur ſeine Meinung durchſetzte und neben dem kein Anderer auf⸗
kam. Gab ihm das eine verderbliche Sicherheit, ſo weckte es zu⸗
gleich eine ſtille Unzufriedenheit bei denen, die im demokratiſ hen Staate keine vorwiegende Perſönlichkeit eine Alleinberrſchaft üben ſehen wollten und doch weder Muth noch Mittel hatten, dieſe zu beſchränken. 3


