derte ſich keine Miene.
plötzlich gekommen war. ſeinem ganzen Hochmuthe. der Juſtizamtmann den jungen
imponiren konnte.
beamte,
„Ja!“
mennehmen müſſen.
mann. „In Genf.“
—*
llernt?“ „Nein!“ 1
Der alte Freiherr blickte einen Augenblick forſchend in das ſicht des Sohnes. In ſeinem eiſernen,
„Der Herr hat mit Dir zu ſprechen,“ ſagte er,„in mei⸗ mer Gegenwart. Er iſt der Juſtizamtmann, der auch hier im Schloſſe die Gerichtsbarkeit hat.“
Er ſah noch einmal den Sohn ſcharf an, der plötzlich er⸗ bleichte. Der alte Freiherr— er hatte, während er ſprach, wenig das Haupt erhoben— lehnte ſich Hand über das Geſicht. So konnte
wieder er ſehen, ohne daß man es 1 gewahrte. Der junge Freiherr wandte ſich
mann; die Bläſſe ſeines Geſichtes war ſchnell verflogen, wie ſie
„Sie ſind der Herr Freiherr Waldemar von Bergen?“ fragte„W 1 Freiherrn mit der ruhigen, ernſten
„Was wünſchen Sie von mir, dem ſittlichen Stolze kein anderer
Wiürde ſeines Amtes, dem außer
„Sie waren im vorigen Fr „Ich war bis vor Kurzem in der Schweiz,“ antwortete er raſch „Ich erlaubte mir die Frage an „ob Sie im vorigen Frühjahre in der Schweiz waren?“
V„Ich bin es,“ erwiderte der junge Mann. 1
das Wort feſt und beſtimmt aus,
Der junge Mann ſprach daß er ſich dazu hatte zuſam⸗
man glaubte ihm aber anzuhören,
„In welcher Gegend der Schweiz?“
„Waren Sie nicht auch am Bodenſee?
„Nein!“
„In der Nähe von Friedrichshafen?“ 0⸗ 44
—„Nein!
1„Haben Sie nicht ein Sprf, Namens Schönthal, kennen ge⸗
.
Der junge Freiherr antwortete leine halbe Secunde zu beſinnen, ohne alle Verlegenheit, ohne ir⸗ ggend eine Bewegung, und ſo blieb er ferner Der Juſtizamtmann fragte weiter: 8
Er kam zurück und fand ſein Weib nicht mehr; Gebroch'nen Herzens iſt auch er erlegen,
Die Waiſen ſtehen ſchluchzend um ihn her
Und harren auf des Vaters letzten Segen. Drei Mal verjüngt ſchaut er die Mutter dort Er ſegnet ſie mit ſchon verklärten Mienen, Doch eine Klage blieb ſein letztes Wort:
Drei Kinder und kein Rächer unter ihnen!
zerbrecher dürfen St amtmann beſann ſich n.
ſtrengen Geſichte verän⸗ Mai dieſes Jahres entführt. „Nein.“
„Nein!“. „Haben Sie ſelbſt niemals dieſen Namen geſührt?“ „Nein, mein Herr—“
zurück und deckte die eine in die geringſte Verlegenheit bringen,
verſichtlich machen können.
b zu dem Juſtizamt⸗
naten hierher zurückgekehrt? Zu Ende Octobers?“ „So iſt es.“
mein Herr?“ fragte er mit„Von woher?“
„Aus Frankreich.“ Wie reiſten Sie?“ 6 4
„Auf der Eiſenbahn.“. „Sie waren nicht im mittleren Deutſchland?“
land zum Rheine.“
ühjahre in der Schweiz?“ Erinnern Sie ſich einer Poſtſtation, die Ruchhauſer Linde ſeit drei Jahren auf Reiſen, auch genannt?“ und ausweichend.„Nein, mein Herr.“
„Dort wurde zu Ende Octobers ein Giftmord derns „Geht mich das etwas an?“ „Haben Sie von ihm gehört?“
8 A5 44 „Nein.
Sie,“ ſagte der Gerichts⸗
Dame—“ fragte der Juſtizamt⸗„Ich bedaure ſie.“ Hamburg nannte.“
Bormann aus Hamburg kenne.“ „Herr Bormann war am Abend in einer vierſpän
Extrapoſt mit der Dame, die er ſeine Frau nannte, angef
und hatte ſich mit ihr ein Zimmer geben laſſen. Mar
der Nacht die Dame wimmern nnd aufſchreien hören.
über furchtbare Schmerzen geklagt und zuletzt ger har
ſterbe! Ihr Begleiter hatte kalten Troſt für ſie gehabt, den
Klagen hatten ihn gelangweilt. Am andern Morgen war
*
jedesmal raſch, ohne ſich nur
gekommen, hatte kurz und kalt geſagt,
Der gang zum Friedhoſe.
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Nun ruht er aus; der treue Wanderſtab„ Führt' in die Heimath ihn zurück zum Stesbell, In deutſcher Erde grub man ihm ſein Grab, Um höhern Lohn blieb ihm verſagt zu werben; Dem wilden Flüchtling, der am fernen Strand Des Haſſes Lied ſaug zu des Weltmeers Schäumen, Wehrt Keiner mehr, im eig'nen Vaterland Den ſüßen Traum der Freiheit ſtill zu träumen.
Zum erſten Male ſchlingt um ſeinen Traum 7 2
Der nahe Lenz die früh erſchloß'nen Blüthen,
Da nahen ſie, die jenen engen MNaum 7 4*— Wie ihres Lebens Heiligthum den,. 3 Und freundlich durch das finſt
w uid nen.
Da eilen ſie, als r.
Drei Kinde 36
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A— 8 — —,,
„Der Prediger Gerlach hatte eine Tochter. Sie wurde im Iſt Ihnen etwas davon bekannt?“
„Haben Sie einen Herrn Bormann aus Hamburg gekannt?“
Keine einzige Frage hatte den jungen Edelmann auch nur ihn weniger ſtolz und zu⸗
„Sie ſind,“ fuhr der Juſtizamtmann fort,„vor zwei Mo⸗
„Aus Frankreich führt kein Weg durch das mittlere Deutſch⸗
„Die Ermordete war eine ſehr junge und ſehr ſchöne 4
„Der Mörder war ein junger Mann, der ſich Bormann aus
4„Ich glaube, ich ſagte Ihnen ſchon, daß ich keinen Hern
junge Mann allein aus dem Zimmer hinab in die Wirthsſrube feine Frau ſei in der Nacht
geſtorben, hatte hundert Thaler auf dan Tiſch gezählt, um die
„Waren Sie in Schaffhauſen?“ V „Mehrere Male— am Rheinfall.“ 1 Koſten der Beerdigung davon zu beſtreiten, und war dann weiter ¹ „Ich ſprach von dem Dorfe Schönthal. Daſelbſt lebt ein gefahren. Die beſtürzten Wirthsleute hatten nicht daran gedacht, 24
Prediger Gerlach; haben Sie ihn gekannt?“ ihn zu halten.“ da de Mann, noch den Namen.(Schluß folgt.)
⸗.
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