That ein ſchauerlicher,
der Felſen in ihrer
— Daran habe ich
——O⏑——:—Q—C——
iſt ſchließli⸗
Etikettr Landweg von Reykiavik zu dem Mückenſee iſt in der wo man„die Schrecken der vulcaniſchen Einöde in ihrer ganzen Wucht auf ſich wirken laſſen kann.“(Man verzeihe mir dieſe Phraſe, ich hörte ihr Urbild neulich von einem enthuſiaſtiſchen Fußwanderer, Turnſetzling und Bewunderer des alten Jahn, der mir ſagte, er ſei an irgend einem Schweizer See zu Fuße hergegangen.„Warum fuhren Sie nicht lieber mit dem Dampſſchiffe?“ fragte ich,„da hätten Sie beide Ufer geſehen.“— in der That nicht gedacht,“ antwoͤrtete er mir den Kopf leiſe zurück⸗ werfend:„wenn ich längs des Ufers gehe, kann ich die Schrecken ganzen Wucht auf mich wirken laſſen!“— Der Himmel laſſe Ihnen das Sturzbad wohl bekommen!“ ant⸗ Ftete ich und zeichnete, nach des ſeligen Mark Ausdruck, die Phraſe Knnetenem Griffel auf die Stahltafeln meines Gedächtniſſes.) 3 ber zurück zu unſerem Mückenſee. Anfangs wohl reitet man t Reykjavik aus durch angebautes Land, wenn man überhaupt eine Gegend ſo nennen kann, wo je in. Entfernung von mehreren Stunden ein grüner Grasplatz mit einer Erdcaſematte, von den Isländern Haus geheißen, ſich findet, aber nach einem Tagesritte hat man auch das letzte Gehöfte erreicht. Und nun gilt es ſich verſehen mit Heu und Brennmaterial, mit Allem, was der Menſch während zwei oder drei langen Tagen brauchen kann, denn der letzte Hof, den man erreicht, iſt ſchon für einen Menſchen mit keiner gewöhnlichen Naſe und übrigen geſunden Sinnen geradezu unerträglich. Nun geht es über die Wüſten, von Geyſir aus über den Sprengiſandur, von Reykjavik über die Holtavördurheidi, und wer ganz ungerupft von Wind, Sturm und Hagel, ohne Verluſt von Pferden und Gepäck in einem langen, doppelten Tagesritt ſie durchkreuzen kann, darf von Glück erzählen! Meiſt ruht man in Akureyri, am Eismeere, einige Tage aus von den Strapazen oder auch von Luͤndarbrekka, einem Hauptkirchenort tiefer im Lande,
ſte ich in öſtlicher Richtung an den Mückenſee.
„Nie,“ ſagen Preyer und Zirkel in ihrer trefflichen Reiſe durch Island,„nie hat die geographiſche Bezeichnung irgend einer Oertlichkeit beſſer das Weſen und die Eigenthümlichkeit derſelben wiedergegeben als der Name Myvatn, Mückenſee. In Grimſtadir einem Hofe am ſüdlichen Ufer) mußte nothwendig angehalten wer⸗ e Pferde waren faſt wahnſinnig durch die Mücken;
und ſann eine Weile nach, hierauf aber,
Wej finem Kubikfuß Luft nicht mehr lebende Weſen ſechzigſten d; ihre Schwärme ſind ſo dicht, daß man oft bung, nden Reiſegefährten nicht zu erblicken vermag, einer der nicht öffnen, nicht athmen kann; kurz es iſt der Isl Plagen, welche nur mit der ägyptiſchen der Ei A eichen iſt. Wir ſuchten uns durch Schleier iſt und Achen in Etwas davor zu ſchützen, doch das
Inſel.wemig. Dazu brannte die Sonne glühend auf unſere Häupter, der Sandſtaub wirbelte um uns her, ſo daß es keiner ſehr lebhaften Einbildungskraft bedurfte, um ſich aus Island in die Wüſte Sahara verſetzt zu wähnen.“
Der Mückenſee war früher bedeutend größer. Aber zwiſchen den Jahren 1724— 30 hatten zwei im Nordoſten gelegene Vul⸗ caue, Leirhnukur und Krafla, furchtbare Ausbrüche, welche unge⸗ heure Lavaſtröme unter beſtändigem Erdbeben und Aſchenregen er⸗ Hoſſen. Die kohlſchwarze, blaſige Lava erreichte glühend den See,
oß ſich in denſelben, kochte und trocknete das Waſſer aus, tödtete nche, Lehende umher und erſt nach acht Monaten floß wieder Waſ⸗ ſer in den See und wagten Menſchen ſich in die Nähe. Der Bo⸗ den des Sees, die Ufer deſſelben beſtehen aus rieſigen Lavablöcken und Schollen, die in furchtbarer Unordnung aufgethürmt, über⸗ einandergeſchoben und zerklüftet ſind; das Bett des Sees ſelbſt iſt ſo ſehr ausgefüllt, daß es nirgends über dreißig Fuß tief iſt; aus den mit faſt dunkelſchwarzem Waſſer erfüllten Spalten kochen eiech heiße Quellen hervor, eine Unzahl ſchwarze Inſelklippen er⸗ Mecbt ſich über den Spiegel, meiſt nackk und kahl, nur hier und da zumen Gras und Engelwurz bedeckt. Das Waſſer des Sees iſt lau—
warm und friert nie; herrliche Forellen bevölkern es, prächtige
bucart den
Fiſſhe mit dunkelſchwarzem Rücken, brennenden Seitenflecken, roth⸗ gelbem Bauche und orangefarbigem Fleiſche, die getrocknet und ge⸗ räuchert nach allen Theilen Islands, ſelbſt nach Kopenhagen als Leckerbiſſen verſandt werr ☚
— An
Die
zrung d dampn
1 Nfürchterlich. Die Gehöfte, die +
d glühendey Lava begraben, Aleicht nch⸗ wdlecher
—————
gingen zu Grunde; erſt nach Jahren wagten ſich die Grundbeſitzer wieder in der Nähe anzuſiedeln, und ihre Ruhe wurde bis in die Neuzeit nicht geſtört. Als ſie aber nach den Schreckensſcenen wie⸗ der zurückkehrten, fanden ſie— faſt iſt es ein Wunder zu nennen! — das alte Kirchlein von Reykjahlid unzerſtört. Es ſtand mit⸗ ten auf einem etwas erhöhten Raſenplatze, von einer trockenen Erd⸗ mauer umgeben, in der Nähe des gleichnamigen Gehöftes. Letz⸗ teres wurde von Grund aus zerſtört, aber an der Erhöhung und der Erdmauer theilte ſich der feurige Strom; er ſchob ſeine Schol⸗ len und Schlacken auf die Mauer hinauf, erhöhte ſie dadurch ſelbſt haushoch, vereinigte ſich unterhalb des Raſenplatzes und ſtürzte weiter hinab in den See. So ſteht denn nun das Kirchlein heute ſo, wie es den Leſern hier vorgeführt wird, mitten in der aus
zackigen Lavaſchollen aufgethürmten Ringmauer, die ſich im Kreiſe herumzieht und die es nicht überſchauen kann, denn an vielen Stellen erreicht dieſe Mauer die Höhe des Daches, ein ſprechender Zeuge für die ewige Macht der Naturgeſetze und durchaus kein Wunder! denn die Schwere war es, welche den andringenden Lava⸗ ſtrom zwang, ſich vor der rundlichen Erhöhung und der breiten Erdmauer zu theilen und ſeitlich abzufließen, wie ein langſamer Waſſerſtrom, der um eine Inſel ſich herumzieht.
Des auf ſo überraſchende Weiſe verſchonten Kirchleins wegen wird aber ein Alterthumsforſcher ebenſowenig den Mückenſee auf⸗ ſuchen, wie ein Feinſchmecker wegen der Forellen. Auch die Mücken werden keinen Touriſten anlocken. Aber er birgt andere Natur⸗ wunder. Auf dem See ſelbſt treiben unzählige Waſſervögel ihr Spiel. Sie niſten an den Ufern, auf den Klippen, auf den In⸗ ſeln und brüten ſo viele von ihren Jungen aus, wie die eierſuchenden Anwohner ihnen laſſen, und im Winter ſelbſt geben ſich auf den ſtets offen bleibenden Gewäſſern die Vögel des höchſten Nordens Stelldichein. Tauchvögel aller Art, von dem kleinen Steißfuße der Polargegenden bis zu dem gewaltigen Eistaucher, der dem Schwane an Größe kaum nachſteht; Dutzende von Mövenarten, von der niedlichen Seeſchwalbe, die ſich heldenhaft um ihre Jungen wehrt, bis zur grimmigen Raubmöve, die ſelbſt der gansgroßen He⸗ ringsmöve ihre Beute abjagt, ſie im Fluge beim Fallen auffängt und verzehrt; Schwärme der ſeltenſten Entenarten und Sägetaucher bedecken in unſäglichen Mengen den See, während Schneehühner, Regenpfeifer, Brachvögel an den Ufern wimmeln. Jede Art hält ſich in Schwärmen für ſich, und man kann Tage lang im Boote auf dem Mückenſee umherkreuzen und wird ſtets wieder neue Gäſte, neue Neſter und bisher ungeſehene Vogelarten finden.
Was der See ſelbſt für den Vogelkenner, das iſt ſeine Um⸗ gebung für den Geologen. In nicht großer Entfernung iſt der größte Strom von vulcaniſchem Glas, ſogenanntem Obſidian, den die Isländer treffender Weiſe wegen ſeiner glänzenden ſchwarzen Farbe Rabenſtein(Hrafntinna) nennen. Centnerſchwere Stürk kann man dort ohne Mühe ſehen; ſie fortzuſchaffen, iſt eine Indere Aufgabe. Nur durch ein enges Thal von dieſer Glaslavo geſchie⸗ den, breitet ſich der vulcaniſche Rücken der Krafla aus, nit vielen ſeitlichen Kratern und einem wunderſchönen, kreisrunder, grünen See, einem ehemaligen Krater, der noch im Jahre 814 unter donnerndem Gebrülle eine dampfende Schlammſäule emporwarf, ſo furchtbar, daß die doch an ſolche Erſcheinungen gevöhnten Is⸗ länder den Ort die„Hölle“(Viti) nannten. Heute wrgleichen die Reiſenden den mit klarem Waſſer gefüllten Schlund,er von ſenk⸗ rechten, wohl achtzig Fuß hohen Abſtürzen umgeben uſt, dem See von Nemi bei Rom, ſo friedlich liegt er da!
Näher dem See aber, am Fuße des zweihörnigen, d tiefe Spalte zerriſſenen Leirhnukur, kocht die vulcaniſche
ungebrochen. Heißer Dampf bricht überall hervor; der in einen zähen Thonſchlamm verwandelt, den eine trügeriſche Kuſte deckt. Sie bricht leicht ein, der Unvorſichtige ſinkt mit den Fißen wenigſtens in den kochend heißen, weichen Untergrund. Mitten uf dieſem Boden erheben ſich mehrere von wulſtigen Rändern um⸗ gebene Keſſel, die nach Preyer und Zirkel etwa fünfzehn Fuß im Durchmeſſer haben.„Die Wände,“ ſagen die Reiſenden,„ſind feſter Thon, der Keſſel iſt mit einem widrigen, graublauen bis blauſchwarzen, flüſſigen Schlamme bis zehn Fuß unter die Ober⸗ fläche Ingefüllt. Durch dieſe Schlammeſſen entweicht der Dampf mit furchbarer Gewalt; die Flüſſigkeit brodelt in dem Keſſel wie im heſtiigſten Sieden begriffen; an den Seitenwänden des Keſſels er veiſt kleine Blaſen, welche zu einem Fuß Höhe anſchwellen im Zerplatzen den Sa nach allen Richtungen hin⸗ 7
—
1 k—
— ᷣ—
N


