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wunderbaren Harmonie. Die Gebäude, die zu beiden Seiten lagen,
ein noch wol hlerhaltenes Stück einer Burg aus dem Mittelalter, zurück im Garten ein Landhaus im Renaiſſanceſtyl, zwei kleinere Wohnhäuſer für Verwalter und Wirthſchaftsbeamte, leicht und modern hingeſtellt, lange, niedrige Scheunen, Stallungen und Remiſen, maſſiv und ſchwer hingebaut, wie alte Kloſterremiſen
ſie alle bildeten eine in ihrer Zuſammenſtellung bizarre und doch zu dem eigenthümlichen Bau des Schloſſes paſſende, faſt dazu noth⸗ wendige Einfaſſung. Eine weite Strecke jenſeits des Schloſſes dehnten ſich noch Ackerfelder, Weiden und Wieſen aus; dann zogen ſich ungeheuere Waldungen an dem Saume des Horizonts entlang. So lag das Schloß Freienſtein da, in deſſen Mauern ein vor⸗ nehmer Mörder aufgeſucht werden ſoll te.
Die Beamten, denen die Aufgabe der Verfolgung des Ver⸗ brechers geworden war, langten am Schloſſe an, als es ſchon dunkler Abend war; kaum konnten ſie die an dem bewölkten Nacht⸗ himmel ſich unbeſtimmt abzeichnenden düuiſſe der Gebäude erken⸗ nen. Sie ſahen nur hier und da einzelne erleuchtete Fenſter, vor ſich, zu beiden Seiten, unten, oben. In einem weiter zurückliegen⸗ den Hauſe waren zwei ganze Reihen von Fenſtern hell, aber die Fenſter lagen ſehr unregelmäßig nebeneinander und übereinander. Von dort tönte auch der einzige Laut herüber, den man rundumher vor und an den Gebänden vernahm. Es ſchienen mehrere durch⸗ einander redende oder rufende Menſchenſtimmen zu ſein. Sicher konnte man es nicht unterſcheiden. Die tiefe Stille, die überall anderswo in den vielen und großen Gebäuden herrſchte, war faſt eine unhenmliche. Dazu die Finſterniß, welche nur durch die wenigen, hier und da bald mehr, bald minder erhellten Fenſter unterbrochen wurde.
Der alte Gerichtsſecretair war der Einzige, der im Schloſſe bekannt war. Er war aber nur ſelten dageweſen, nur bei ſeinem Freunde, dem Caſtellan; er kannte nur deſſen Wohnung, und nur dahin konnte er, zumal in der Dunkelheit, Leine Begleiter führen. Das hatte überdies ſeine Schwierigkeiten. Der Caſtellan wohnte im Schloſſe ſelbſt, das mehrere Binnenhöfe hatte, in deſſen erſtem ſich die Wohnung des Caſtellans befand. Um zu ihr zu ge⸗ langen, mußte man das Hauptportal des Schloſſes und einen 7 Sborweg paſſiren. Das Portal war in der Regel des
Abends verſchloſſen; das ganze Schloß war dann wie eine Feſtung
abgeſperrt. Der Portier war ein alter, eigenſinniger, grober Mann, der freide Perſonen an dem ſchon ſpäten Abend vielleicht gar nicht einließ. Das Alles wußte der Secretair und theilte es ſeinen Be⸗ gleitern mit. Sie hielten Rath und fanden nur einen. War das Thor nicht verſchloſſen, ſo konnte der Gerichtsſchreiber ſie ohne Hinderniß zu der Wohnung des Caſtellans führen, mit dem ſie ihr weiteres Verfahren zu überlegen hatten. War es verſchloſ ſſen, ſo wollte der Secretair für ſich allein um Einlaß zu einem Be— ſuche bei ſeinem Freunde, dem Caſtellan, bitten und ſodann mit dieſem zu den Anderen in's Freie zurückkehren.
Sie waren in der Nähe des Schloſſes langſam gefahren und
ließen fünfzig Schritte weit von demſelben die Wagen halten. Der
Secretair ſtieg aus und ging zu dem Portal. Die Andern blie⸗ ben zurück. Das Portal war Perſc hloſſen. Der Beamte zog eine Glocke. Ein kleines Fenſter neben dem großen Thore wurde geöffnet. „Wer iſt da?“ fragte eine verdrießliche Stimme hinaus. „Gerichtsſecretair Schwarz aus der Stadt.“— „Zu wem wollen Sie?“ „Zum Caſtellan. 3 „Was wollen Sie bei ihm?“
„Ich bin ein Freund des Caſtellans. Sie müſſen mich ja kennen, Herr Portier, denn ich war mehrmals hier. Ich habe mit dem Caſtellan zu ſprechen, dringend zu ſprechen.“
Kommen Sie morgen wieder.“
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Aber ich bitte Sie, lieber Herr Portier.“
eMorgen. ſage ich Ihnen. Abends nicht geſtört ſein; er iſt zudem unwohl, und Jeder, de in das Schloß kommt, muß ihm gemeldet werden.“
Der ESecretair hatte noch einen Ausweg.
ſagen, daß ich hier bin und ihn mir herausbitten laſſe.“
der Portier. Er verſchloß das kleine Fenſter.
ſchloß das Thor auf. 2 2 6
Der gnädige Herr will des T
„Herr Portier, dann haben Sie die Güte, dem Caſtelan zu
„Das tönnte geſchehen,“ brummte nach einigem Nachſinnen
Es dauerte faſt zehn Minuten, bis der Portier zurückkam.
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Sie können zu dem Herrn Caſtellan hereinkommen.“
Der Secretair trat in den Thorweg, und der Portier ver⸗ ſchloß das Thor hinter ihm.
Im Innern des Schloſſes war Alles hell erleuchtet, der Thorweg, die Corridore, die Höfe. Es contraſtirte ſonderbar gegen das Dunkek, in welchem das Gebänude von außen lag.
4„Woher ſo ſpät und ſo dringend, Freund Schwarz?“ kam der Caſtellan dem Secretair entgegen.
„Iſt der junge Freiherr zu Hauſe?“ fragte der Secretair.
Der Caſtellan verwunderte ſich noch mehr.
„Was hättet Ihr mit dem?“
„Er iſt zu Hauſe?“
„Ja, und in großer, luſtiger Geſellſchaft.“
„Freund Heider, ich kann mich auf Euch verlaſſen, daß kein Wort von dem, was i8, Euch ſaen werde, über Eure Lippen kommt, gegen leinen Menſchen? Auch nicht gegen Eure Frau?“
„Potz Kukuk, Schwarz, Ihr whut ja verdammt gefährlich und geheimniß voll.“
„Es handelt ſich um einen ſchweren Mord.“
Der Caſtellan erblaßte.
„Und es geht, den Freiherrn Waldemar an?“
„Gerade i ihn.“
„Erzählt.“
„Zum Erzählen wäre jetzt keine Zeit. Aber wißt, daß das Gericht hier iſt, und ein fremder Polizeibeamter, der ſofort Zeugen mitgebracht hat. Sie ſind Alle draußen vor dem Thore.“
Dem alten Caſte llan war der Schreck in alle Glieder ge— ſahren.⸗
„Und Ihr ſucht den Mörder hier?“
„Den jungen Freiherrn.“
Der alte Mann zitterte heftig.„Und Ihr wollt ihn hier überfallen?“ fragte er den Secretair..
„Ihr habt das rechte Wort getroffen,“ ſagte der Secretair.
„Ein Mörder muß leider überfallen werden, wie ein wildes Thier,
wenn man ſeiner habhaft werden will. Wir müſſen ihn ber⸗ fallen. Darum kommen wir in der Finſterniß des Abends und ſo ſtill hierher, und ich allein bin in das Schloß zu Euch ge⸗ gangen, um Euere Hülfe anzuſprechen. Wir wußten nicht, ob der junge Herr zu Hauſe ſei; das weiß ich jetzt. Wir wiſſen ſeine Wohnung in allen dieſen Gebäuden nicht; Ihr ſollt ſie uns zeigen. Ihr ſollt uns zugleich ſo zu ihm führen, daß er nicht vorher unſere Ankunft ahnt, daß er uns nicht entgehen kann.“
Der Caſtellan hatte ſich geſammelt und einen Entſchluß gefaßt.
„Freund Schwarz,“ ſagte er,„aus dem Allem, was Ihr da von mir verlangt, wird gar nichts. Euer Polizeidiener oder Gerichtsbüttel bin ich nicht; aber wohl bin ich hier der Diener meines Herrn. Dieſem wollt Ihr den Sohn als Mörder ver⸗ haften und wegſchleppen, und ich ſoll Euch da behülflich ſein, ich ſoll den Verräther gegen meinen edun mahen, dem ich an vierzig Jahre treu und redlich gedient habe, der mir vertraut, als wenn ich ſein Vude wäre! Dem ſoll ich ſein einziges Kind verrathen, auf⸗ das haffot ſchleppen helfen! Um auf meine alten Tage ſelbſt mit Hhu und Kindern aus dem Hauſe geworfen, von aller Welt als der Verräther meiner Herrſchaft angeſpieen zu werden, um ein von den Thüren zurückgeſtoßener Bettler werden zu müſſen! Daraus wird nichts, Freund Schwarz!“
„Aber was ſollen wir denn machen?“ rief der Secretair.
„Das iſt Euere Sache.“.
„Ohne Euere Hülfe wird er uns entgehen. 41
„Ja,“ ſagte der Caſtellan,„und das ſoll und muß er.
„Seid Ihr des Teufels, Heider? 2*
„Wie Ihr wollt. Aber gelte ich nicht als der BVerräther und bin ich es nicht, wenn Ihr den jungen Herrn hier jetzt arretirt, nachdem Ihr mit mir geſprochen, heimlich geſprochen habt?
„Was habt Ihr denn vor?“ ſagte der Secretair.
„Ich gehe zu meinem Herrn und ſage ihm, daß ſein Sohn von Gericht und Pol izei geſucht werde, und Ihr, Fuemd Schwarz, bleibt unterdeß mein Gefangener hier.“ 1
Der Secretair ſtand mehr in Angſt, als vorhin der Soſtalan
„Ihr ruinirt mich, Heider.
„Jeder iſt ſich ſelbſt der nächſte. Ich gehe. ruhig⸗ bis ich zurücktomme. Macht keine Anſtalt ſo Der Portier lläße Euch riicht hinaus. Mein erſte


